Johann Wilhelm Ebel

Johann Wilhelm Ebel

Johann Wilhelm Ebel (* 4. März 1784 in Passenheim, Ostpreußen; † 18. August 1861 in Ludwigsburg) war ein lutherischer Theologe in Königsberg (Preußen).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ebel gilt als Protagonist der sog. Muckerbewegung in Ostpreußen. Schon als Student huldigte er den Lehren des Theosophen Johann Heinrich Schönherr. Ebel wurde 1816 Prediger der altstädtischen Kirche in Königsberg (Preußen) und sammelte hier eine pietistische Gemeinde um sich, an der sich Männer und Frauen, zum Teil aus den höchsten Adelsfamilien, beteiligten.

Abenteuerliche Gerüchte über geheime, unter dem Deckmantel der Andacht begangene geschlechtliche Ausschweifungen führten 1835 zu einem langwierigen Prozess, infolge dessen Ebel und der Pastor Georg Heinrich Diestel 1839 und 1842 ihres Amtes entsetzt wurden. Ebel starb 18. Aug. 1861 in Ludwigsburg in Württemberg, wohin er mit seiner Freundin, der Gräfin Ida von der Groeben, übergesiedelt war. Aus neueren aktenmäßigen Berichten hat sich ergeben, dass jene Beschuldigungen nicht erwiesen und die Gerichtsverhandlungen mit großer Voreingenommenheit geführt worden sind.

Werke (Auswahl

  • Heinrich Diestel und Johannes Ebel: Verstand und Vernunft im Bunde mit der Offenbarung Gottes durch das Anerkenntnis des wörtlichen Inhalts der heiligen Schrift - Zwei Abhandlungen. Leipzig 1837, 492 Seiten (Volltext).

Biographien

Literatur

  • Ulrich Gäbler: Geschichte des Pietismus: Der Pietismus im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. Göttingen 2000, ISBN 3-525-55348-X (Volltext)
  • Paul Konschel: Der Königsberger Religionsprozeß gegen Ebel und Diestel (Muckerprozeß). Königsberg 1909
  • Ernst Graf von Kanitz: Aufklärung und Aktenquellen über den 1835-42 zu Königsberg i. Pr. geführten Religionsprozeß . Basel und Ludwigsburg 1862 (Volltext)
  • Ernst Graf von Kanitz: Ein Mahnwort zu Gunsten der Nachwelt an die historische Literatur der Gegenwart. Basel 1868 (Volltext)
  • Eduard von Hahnenfeld: Die religiöse Bewegung zu Königsberg in Preußen in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts und die heutige Kirchengeschichte. Braunsberg 1858 (Volltext)

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