Johanniskirchhof


Johanniskirchhof
Johannisfriedhof in Nürnberg, Aquarell von Albrecht Dürer
Johannisfriedhof bei Nürnberg, Stich nach Ludwig Richter, 19. Jahrhundert

Der Johannisfriedhof ist ein weltbekannter Friedhof in Nürnberg mit historischen, künstlerisch mit wertvollen Bronzeepitaphien gestalteten, kulturgeschichtlich bedeutsamen liegenden (genormten) Grabsteinen und Grablegen berühmter Nürnberger aus vier Jahrhunderten. Wegen der vielen Rosenbüsche wird er auch Rosenfriedhof genannt. Auf Grund der historischen Sehenswürdigkeiten ist der Johannisfriedhof ein weltbekanntes Touristenziel im Rahmen eines Friedhofstourismus und eine Station innerhalb der Historischen Meile Nürnbergs.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Friedhof liegt westlich der Nürnberger Stadtmauer in der Gemeinde Johannis, die 1825 eingemeindet wurde. Inmitten des Friedhofs steht die aus dem 13. Jahrhundert stammende St.-Johannis-Kirche. Am Ostrand liegt die runde Holzschuher-Kapelle (1513–1515), die Hans Beheim dem Älteren zugeschrieben wird.

Zur Geschichte

Der ehemalige Friedhof des alten Dörfchens Johannis wurde etwa im 10./11. Jahrhundert angelegt. Keimzelle für den späteren Johannisfriedhof war 1234 ein Siechkobel (Aussätzigenhaus) für Leprakranke. Um 1395 wurde dort der Pestfriedhof mit der Stephanuskapelle (die spätere Holzschuherkapelle) geweiht.

In Nürnberg wurden die Verstorbenen im Mittelalter in den Friedhöfen begraben, die die beiden Pfarrkirchen St. Sebald und St. Lorenz umgaben. Während der großen Pestepidemien des ausgehenden Mittelalters untersagte der Rat im Jahre 1518 aber jegliches Begräbnis auf diesen alten Friedhöfen innerhalb der Stadtmauern. Für die Pfarrei St. Lorenz wurde nahe dem Spittlertor der Rochusfriedhof neu angelegt. Die Sebalder Bürger wurden auf dem Johannisfriedhof bestattet, der schon seit dem 13. Jahrhundert bestand. Dort gab es den Leprösenfriedhof hinter der Kirche und seit 1518 auch den Pestfriedhof.

Gräber bekannter Persönlichkeiten

Literatur

  • Kurt Pilz: St. Johannis und St. Rochus in Nürnberg. Die Kirchhöfe mit den Vorstädten St. Johannis und Gostenhof. Nürnberg: Carl, 1984, X, 208, 43 S., ISBN 3-418-00488-1
  • Herbert Liedel; Helmut Dollhopf: Der Johannisfriedhof zu Nürnberg. Würzburg: Stürtz, 1984, 60 S., ISBN 3-8003-0234-9
  • Otto Glossner: Der St.-Johannisfriedhof zu Nürnberg. Bearbeitet von Illa Maron-Hahn. 4. Auflage. München; Berlin: Deutscher. Kunstverlag, 1991, 55 S. (Große Baudenkmäler; 216)
  • Erich Mulzer: Die Außenviertel. Die barocke Gartenvorstadt St. Johannis und der Johannisfriedhof. In: Erich Mulzer: Baedeker Nürnberg - Stadtführer, 9. Auflage. Von Karl Baedeker. Ostfildern-Kemnat: Baedeker, 2000, 134 S., ISBN 3-87954-024-1 - online
  • Georg Stolz: Johannisfriedhof. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2. Auflage. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 499 - auch online
  • Peter Zahn: Die Epitaphien der alten Nürnberger Friedhöfe: Quellen zur Sozialgeschichte. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Band 88, 2001, S. 203 – 211 - online
  • Bürgerverein St. Johannis-Schniegling-Wetzendorf: Holzschuherkapelle im St.-Johannisfriedhof Nürnberg, St. Johannis. Nürnberg: Bürgerverein St. Johannis-Schniegling-Wetzendorf, 2002, 11 S.
  • Isabel Lauer: Altstadtfreunde führten Kinder über den Johannisfriedhof. In: Nürnberger Zeitung Nr. 252 vom 30. Oktober 2006, Nürnberg plus, S. + 2 - online

Siehe auch

Weblinks

49.45916666666711.0611111111117Koordinaten: 49° 27′ 33″ N, 11° 3′ 40″ O


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Tolkewitzer Friedhof — Der zweite Dresdner Johannisfriedhof befindet sich im Stadtteil Tolkewitz in der Wehlener Straße. Mit 24,6 Hektar war er bis zum Anlegen des Heidefriedhofs 1934 der größte Friedhof der Stadt. Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 1.1 Der alte… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Kulturdenkmale in Flensburg-Jürgensby — In der Liste der Kulturdenkmale in Flensburg Jürgensby sind alle Kulturdenkmale des Stadtteils Jürgensby der schleswig holsteinischen Stadt Flensburg aufgelistet (Stand: 2007). Jürgensby Nr. Zä. Lage Offizielle Bezeichnung Beschreibung Bild 1… …   Deutsch Wikipedia

  • Eliasfriedhof — Der Eliasfriedhof ist der älteste erhaltene Friedhof Dresdens[1] und gilt als „kulturhistorisch bedeutendste[r] Friedhof“ der Stadt.[2] Die seit 1876 stillgelegte und 1928 baupolizeilich geschlossene Begräbnisstätte in der Pirnaischen V …   Deutsch Wikipedia

  • Johannisfriedhof (Dresden) — Trauerhalle von 1894 (Architekt Paul Wallot) Der zweite Dresdner Johannisfriedhof befindet sich im Stadtteil Tolkewitz in der Wehlener Straße. Mit 24,6 Hektar war er bis zum Anlegen des Heidefriedhofs 1934 der größte Friedhof der Stadt. An den… …   Deutsch Wikipedia

  • Magdeburger Straßen/J — Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige… …   Deutsch Wikipedia

  • St. Jacobi-Kirche (Göttingen) — Ansicht vom Johanniskirchhof Ansicht von St. Jacobi vom Turm der St. Johannis Kirche Die evangelisch lutherische Pfarrkirche St. Jacobi in …   Deutsch Wikipedia

  • St. Johannis (Minden) — 52.2911588.920743 Koordinaten: 52° 17′ 28″ N, 8° 55′ 15″ O …   Deutsch Wikipedia

  • Hermann Joachim Hahn — Hermann Joachim Hahn, zeitgenössischer Stich Hermann Joachim Hahn (* 30. Juli 1679 in Grabow; † 21. Mai 1726 in Dresden) war ein protestantischer Prediger der Dresdner Kreuzkirche. Seine Ermordung durch einen Katholiken wurde zu einem publizi …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Friedhöfe in Dresden — Der Kirchhof an der ersten Frauenkirche Zu unserer lieben Frauen auf einem Stich von Moritz Bodenehr …   Deutsch Wikipedia

  • Krafft — Krạfft,   1) Adam, auch A. Krạft, Bildhauer, * Nürnberg um 1460, ✝ Schwabach Dezember 1508 oder Januar 1509; war nach Lehrjahren am Oberrhein (u. a. in Straßburg) ab 1490 in Nürnberg tätig. Seine Werke folgten in der linearen Vielteiligkeit und …   Universal-Lexikon