John Watts


John Watts
John Watts - fotografiert von Stuart Mentiply
John Watts (2008)
John Watts (2010)
Gesangsprobe John Watts (2010)

John Malcolm Watts (* 27. Dezember 1954 in Harrow) ist ein britischer Sänger, Gitarrist und Dichter. Internationale Bekanntheit erlangte Watts Ende der 70er Jahre als Sänger und Gitarrist der Gruppe Fischer-Z. Nach Auflösung der Gruppe begann Watts 1982 eine Solo-Karriere, die jedoch nicht an den kommerziellen Erfolg von Fischer-Z anknüpfen konnte. 1987 gründete Watts erneut eine Gruppe unter dem bekannten Namen, der außer ihm kein weiteres Mitglied der Urformation angehörte. 1999 wandte er sich der elektronischen Musik zu und veröffentlichte unter dem Namen „Watts“ die Platte „Bigbeatpoetry“. 2004 erschien das zurückblickende Album „Highlights 1979 to 2004“ und eine Live-DVD, namens „The Garden Party“. Seit 2005 veröffentlicht Watts seine Alben unter eigenem Namen. Ende 2008 erscheint "Morethanmusic & Films", bestehend aus 13 neuen Liedern und dazugehörigen Kurzfilmen.

Inhaltsverzeichnis

Werk

Für sein erstes Solo-Album „One More Twist“ entschied sich Watts für eine einfache Trio-Besetzung (Gitarre, Bass, Schlagzeug) und einen stark gitarrenbetonten, rockigen Sound, der an die letzte Veröffentlichung von Fischer-Z „Red Skies over Paradise“ anknüpft. Das folgende Album „The Iceberg Model“ zeichnet sich dagegen durch eine üppige ca. zehnköpfige Besetzung einschließlich Bläsern und Geigen aus. Spätere Veröffentlichungen haben sich mehr in Richtung eines relativ konventionellen Pop-Sounds entwickelt.

Als Gitarrist gilt Watts eher als Leichtgewicht. Expressive Gitarrensoli fehlen in seinen Veröffentlichungen vollständig. Seine Stärke liegt eher in der Schaffung eingängiger, charakteristischer Riffs.

Watts Gesangsstil zeichnet sich durch hohen Wiedererkennungswert aus. Dabei singt er auf seinen frühen Veröffentlichungen zumeist in einer sehr hohen Stimmlage (vergleichbar mit dem Gesangsstil des Sängers „Sting“ auf den ersten drei Alben von The Police), die mit Stellen alterniert, in denen Watts eine ausgesprochen tiefe und dunkle Stimmlage einsetzt, die von einem anderen Sänger zu stammen scheint (z. B. „Battalions of Strangers“, „Room Service“, „Cruise Missiles“)

Als Autor von Liedern befasst sich Watts mit einer Vielzahl von Themen. Dabei ist das Genre der Liebeslieder vergleichsweise wenig vertreten. Oft versetzt er sich in seinen Songs in die Lage aus der Bahn geratener Außenseiter oder Menschen am Rande des Wahnsinns. Exemplarisch dafür steht sein Konzeptalbum „The Iceberg Model“. Auch das bis Ende der 1980er Jahre aktuelle Thema der Atomkriegsgefahr und des Krieges allgemein findet in seinen Songs starken Niederschlag („Battalions of Strangers“, „Cruise Missiles“). 2004 erschienen die CD „Highlights 1979 to 2004“ und die DVD „The Garden Party“, auf der Watts mit verschiedenen Musikern, u.a. mit der Originalbesetzung von 1979, einige klassische Fischer-Z-Stücke vorträgt. 2005 erschien die Doppel-CD „Real Life is Good Enough“ zusammen mit einem Gedichtband. Eingespielt wurde das Album mit dem Schlagzeuger Sam Walker. 2006 reiste Watts mit dem Zug durch elf europäische Länder, interviewte dort Einheimische und verarbeitete die Erzählungen zu neuen Liedern, die Anfang 2007 auf dem Album „It Has To Be“ erschienen. 2009 wurde "Morethanmusic & Films" veröffentlicht, bestehend aus 13 Liedern und dazugehörigen Kurzfilmen. 30 Artefakte, die aus zerbrochenen Langspielplatten kreiert wurden und die zu den Liedern gedrehten Filme, präsentierte Watts bis Januar 2009 in Galerien in England, Schottland, Deutschland und Holland. Im April 2009 wurde das Album auf einer Tournee vorgestellt. Begleitet wurde der Musiker von den CB´s (Sam Walker - Schlagzeug und Matthew Gest - Keyboards) sowie bei einigen Konzerten von seiner Tochter Millie Watts. Das Vorprogramm bestritten zwei Mitglieder der Bonner Band „Voltaire“, mit denen Watts auch im Zugabenteil zusammenspielte. Im Sommer 2009 begab sich Watts auf eine ausgedehnte Tournee durch Europa.

Diskografie

John Watts nahm als Sänger und Songwriter unter dem Namen Fischer-Z wohl seine kommerziell erfolgreichsten Alben auf. Bis heute macht er weiter Musik und tourt noch gern – hauptsächlich in England, Deutschland und den Niederlanden.

Nachfolgend alle Alben, die er unter dem Namen Fischer-Z und anderen Pseudonymen veröffentlicht hat:

  • Fischer-Z: Word Salad 1979
  • Fischer-Z: Going Deaf For A Living 1980
  • Fischer-Z: Red Skies Over Paradise 1981
  • John Watts: One More Twist 1982
  • John Watts: The Iceberg Model 1983
  • The Cry: Quick Quick Slow 1984
  • Fischer-Z: Reveal 1987
  • Fischer-Z: Fish’s Head 1989
  • Fischer-Z: Destination Paradise 1992
  • Fischer-Z: Kamikaze Shirt 1993
  • Fischer-Z: Stream 1995
  • J.M. Watts: Thirteen Stories High 1997
  • Watts: Bigbeatpoetry 1999
  • Watts: Spiritual Headcase 2000/2001
  • John Watts: Ether 2002
  • John Watts: Ether – Beep Start 2002
  • John Watts: Ether – Music & Film 2003
  • Fischer-Z: Highlights 1979 to 2004
  • Fischer-Z: The Garden Party DVD 2004
  • John Watts: Real Life Is Good Enough 2005
  • John Watts: It Has To Be 2007
  • John Watts: Morethanmusic & Films 2009

Literatur

Von A bis Fischer-Z, Biographie und Diskographie von John Watts, Autor: Armin Pongs, Dilemma-Verlag, München 1997, ISBN 3-9805822-1-3

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • John Watts — is the name of many people, including the following:* John Watts (politician) (1749–1836), U.S. Representative from New York * John Watts (sailor) ( ca. 1778–1823), U.S. merchant captain from Virginia * John Watts (Australian rules footballer),… …   Wikipedia

  • John Watts de Peyster — John Watts de Peyster, Sr. (* 9. März 1821 in New York City; † 4. Mai 1907 ebenda)[1] war ein US amerikanischer Autor militärtheoretischer und kritischer Werke und ein früher Adjutant General der New Yor …   Deutsch Wikipedia

  • John Watts (Begriffsklärung) — John Watts ist der Name folgender Personen: John Watts (* 1954), britischer Musiker John Watts (Politiker) (1749–1836), US amerikanischer Politiker John Arthur Watts (* 1947), britischer Politiker John C. Watts (1902–1971), US amerikanischer… …   Deutsch Wikipedia

  • John Watts Young — John Young Land (Organisation): USA (NASA) Datum der Auswahl: 17. September 1962 (2. NASA Gruppe) Anzahl der Raumflüge: 6 Start erste …   Deutsch Wikipedia

  • John Watts (politician) — John Watts (August 27, 1749 ndash;September 3, 1836) was an American lawyer and politician from New York City who represented New York in the U.S. House.LifeBorn in New York City, Watts completed preparatory studies and studied law. He was the… …   Wikipedia

  • John Watts (Australian rules footballer) — Infobox afl player | firstname = John lastname = Watts birthdate = birth date|1937|1|21|df=y birthplace = originalteam = Bayswater Junior Football Club heightweight = 191cm 94kg (playing weight) dead = alive deathdate = deathplace = debutdate =… …   Wikipedia

  • John Watts (Politiker) — Denkmal von John Watts auf dem Trinity Church Cemetery in New York John Watts (* 27. August 1749 in New York City; † 3. September 1836 ebenda) war ein US amerikanischer Rechtsanwalt, Richter und Politiker (Föderalistische Partei) …   Deutsch Wikipedia

  • John Watts de Peyster — Infobox Military Person name=John Watts de Peyster, Sr. born= birth date|1821|3|9 died= death date and age|1907|5|4|1821|3|9 placeofbirth=New York City, New York placeofdeath=New York City, New York placeofburial= caption=Major General de Peyster …   Wikipedia

  • John Watts de Peyster, Jr. — Infobox Military Person name=John Watts de Peyster, Jr. born=1841 died= 1873 placeofbirth=New York City, New York placeofdeath=New York City, New York placeofburial= caption= nickname= allegiance=United States of America serviceyears=1862 1864… …   Wikipedia

  • John Watts (sailor) — Little is known about John Watts other than the fact that he was an American merchant captain at the end of the eighteenth century and the beginning of the nineteenth. Probably born about 1778, location unknown but most likely in Virginia, he was …   Wikipedia