Josef Florian

Josef Florian

Josef Florian (* 9. Februar 1873 in Hladov; † 29. Dezember 1941 in Stará Říše) war ein tschechischer Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber und einflussreicher katholische Reformer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Josef Florian, um 1930, Foto aus dem Familienalbum

Josef Florian stammte aus einer Familie eines Zimmermanns im Dorf Hladov (Hungerleiden) bei Jihlava (Iglau). Er absolvierte die Realschule in Telč, wirkte ein Jahr als Lehrer in Kostelní Myslová (Kirchmyslau) bei Telč. Danach schrieb er sich als Student an der Technischen Hochschule in Prag ein. Zuerst studierte er Naturwissenschaften, dann wechselte er an die Philosophische Fakultät über. 1889 nahm er die Stelle des Mittelschuleprofessors für Naturkunde in Náchod an. Nach der Lektüre eines Aufsatzes von Léon Bloy gab er 1891 seine Stellung auf und widmete sich ganz einer ’’Evangelisierung der Gesellschaft’’ und der Gewinnung neuer Spiritualität. 1902 geht er nach Mořkov bei Nový Jičín wo er mit Karel Dostál-Lutinov in der Redaktion der Zeitung Neues Leben (Nový život) zusammenarbeitet. Nach einem halben Jahr verließ er die Zeitung und ging nach zurück nach Hladov in das elterliche Haus. 1903 gründete er den Verlag „Dobré dílo“ (dt. Gutes Werk, lat. opus bonum) unter dem Motto ’’Die wahre Universität von heute wird eine Büchersammlung sein’’. Dafür nahm er Kontakt mit Léon Bloy auf. Karel Dostál-Lutinov sagte über in: ’’Florian beobachtet von seiner Einsiedlerhütte aus den Strom des modernen Lebens und – spuckt hinein, nein, er ruft zur Bekehrung auf.’’[1] 1911 wurde er inhaftiert und kehrte 1913 in sein Elternhaus zurück. Seine Familie, Frau und 12 Kinder, waren in seine Kultur- und Missionsarbeit integriert. Unter großen Entbehrungen übersetzte er 60 Werke und brachte europäische Literatur auf Tschechisch heraus. So die erste tschechische Kafka-Buchausgabe (Die Verwandlung – eine bibliophile Meisterleistung), Lyrik von Georg Trakl und Rainer Maria Rilke, Werke von Paul Claudel, Charles Péguy, Georges Bernanos, Francis Jammes, Tristan Corbière, Paul Valéry, Sherwood Anderson, William Butler Yeats, Gilbert Keith Chesterton u.a. Im Verlag „Dobré dílo“ erschienen die ersten tschechischen Übersetzungen philosophischer Werke von Gabriel Marcel, Jacques Maritain, Leo Isaakowitsch Schestow, Max Scheler, Maurice Blondel. Zu den Grafikern mit den Josef Florian für die bibliografisch interessanten Ausgaben zusammenarbeitete gehörten Bohuslav Reynek, Josef Váchal, Josef Čapek und auch eigene Kinder. 1941 erkrankte er schwer und starb am 29. Dezember 1941.

Werke

Von 1903 bis 1941 sind von ihm 387 Publikationen erschienen. Der Sammelband Studium (1903 -1912) zählt 50 Bände, Nova et Vetera (1912 – 1921) 50 Bände, Gutes Werk (Dobré dílo, 1922 – 1941) 150 Bänder, Kurse (Kursy 1922 – 1941) 51 Bänder, Archen (Archy 1926 – 1941) 65 Bände,

Josef Florian übersetzte 53 Bücher, von denen er 51 selbst verlegte.

Anmerkungen

  1. Von neuem werde ich aufstehen! Oder Dobré dílo von Josef Florian, in: Im Herzen Europas 6/2008, Pardubice 2008, S. 12-15, 13

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