Josephus Joannes Maria van der Ven


Josephus Joannes Maria van der Ven

Josephus Joannes Maria van der Ven ( J.J.M. ‘Joop’; * 14. Oktober 1907 in Arnheim, Niederlande; † 10. Mai 1988 in Köln) war ein niederländischer Jurist, Ordinarius für Sozialrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Utrecht (NL). Er studierte und habilitierte sich an der Katholischen Universität in Nimwegen (NL).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg stellte sich van der Ven (damals ein Unterreferendar) mit einigen anderen katholischen Intellektuellen die Aufgabe, die Beziehungen zwischen den deutschen und den niederländischen wissenschaftlichen Kreisen wieder aufzubauen. Dazu hielte er schon 1946 eine Vorlesung an der Universität München, obwohl solche Reisen damals nicht einfach waren und dieses Vorhaben in Holland auf Unverständnis stieß.

Van der Ven war bis zum Ende seines Lebens als Gastprofessor (Münster), als vielsprachiger Redner, Teilnehmer an zahllosen Kongressen, Treffen usw. in Deutschland, Österreich und weithin in Europa aktiv. Aufsätze in vielen holländischen und internationalen Zeitschriften seines Fachgebietes weisen ihn weniger als einen Systematiker des Gesetzes aus, sondern vielmehr als einen Autor, der immer das Menschliche und die Menschlichkeit in der Gesellschaft und im Rechtsbereich vor Augen hatte. Auf deutsch gibt es einen Sammelband mit dem Titel Ius humanum.

Katholisch

Professor Van der Ven war nicht nur Jurist und Philosoph an einer staatlichen Universität, sondern auch durch Publikationen und ehrenamtliche Tätigkeit, an theologischen Fragen und am Leben der römisch-katholischen Kirche in den Niederlanden interessiert.

Im kirchlichen Bereich konnte van der Ven in seinen jüngeren Jahre als ‘progressiv’ angemerkt werden (in Theologie, Ökumene usw.). Nach den 60er Jahren, mit der starken Polarisation innerhalb der römisch-katholischen Kirche in den Niederlanden, war er mit vielen Veränderungen in Theologie, Liturgie, kirchlicher Disziplin und Praxis nicht einverstanden. Polarisation (in der Kirche, im Politik, in der Gesellschaft) lehnte er ab.

Er starb unerwartet in Köln, unterwegs nach München zu einem Freund und Kollegen, Prof. Dr. Arthur Kaufmann, den er schon seit 1946 kannte, und der gerade als Professor mit einem Symposion emeritierte.

Auszeichnungen

Im Jahr 1972 verlieh ihm die Universität München die Ehrendoktorwürde und kurz vor seinem Tod verlieh ihm die Görres-Gesellschaft als erstem und bis dahin einzigem Niederländer ihren Ehrenring, Van der Ven ist außerdem 1976 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden und Papst Johannes Paul II. ernannte ihn zum Komtur des Ordens des heiligen Gregorius des Großen.

Literatur

J.J. van der Ven: Ius Humanum - das Menschliche und das Rechtliche. - Frankfurt am Main, Metzner, 1981. ISBN 3-7875-4104-7

Weblinks

Quellen

  • Nachruf für Joseph J.M. van der Ven, von Arthur Kaufmann (Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie 1988/3)
  • J.J.M. van der Ven †, von Prof. Dr. Hans F. Zacher, München (Zeitschrift für ausländisches und internationales Arbeits- und Sozialrecht (ZIAS) 1988)

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