Juli-Abkommen


Juli-Abkommen

Das Juliabkommen war ein Abkommen, das am 11. Juli 1936 zwischen der austrofaschistischen österreichischen Regierung und dem Deutschen Reich abgeschlossen wurde. Es war eine Folge der Annäherung der österreichischen Politik an die des faschistischen Italiens sowie dem Bestreben Österreichs, die Tausend-Mark-Sperre loszuwerden.

Es war auch die Folge eines Konfliktes über die Printmedien. Während Österreich seit 1933 immer stärker die Zeitungen aus Deutschland verbot, verhängte Deutschland ein Importverbot für Bücher bestimmter Autoren, die nicht dem nationalsozialistischen Gedankengut entsprachen. Bereits 1935 begannen Verhandlungen zwischen dem deutschen Gesandten in Wien Franz von Papen und der österreichischen Regierung diese Hemmnisse aufzuheben.

Im Abkommen verpflichtete sich der österreichische Ständestaat, die inhaftierten, damals illegalen, Nationalsozialen zu amnestieren. Außerdem mussten zwei Vertrauenspersonen der nationalen Opposition in die Regierung aufgenommen werden. Als Konzession gegenüber Österreich wurde die Rücknahme der Tausend-Mark-Sperre beschlossen. Außerdem versprach Deutschland keine Einmischung in innere Angelegenheiten. Aber auch bei den Zeitungen wurden einzelne deutsche Zeitungen wieder zugelassen. Nicht zugelassen wurde allerdings die bekannteste Zeitung der Zeit, der Völkische Beobachter.

In der Folge ernannte Kurt Schuschnigg die beiden Nationalen Edmund Glaise von Horstenau zum Minister ohne Portefeuille und Guido Schmidt zum Staatssekretär des Außenministeriums. Die folgende Politik bezeichnet man als „deutschen Weg“. Die NSDAP war zwar weiterhin verboten, unterwanderte aber die österreichische Abwehr laufend.

Schuschnigg versuchte dadurch die Souveränität Österreichs als zweiten deutschen Staat aufrecht zu erhalten.

Literatur

  • Gabriele Volsansky: Pakt auf Zeit. Das Deutsch-Österreichische Juli-Abkommen 1936, Wien 2001.
  • Das Juliabkommen von 1936. Vorgeschichte, Hintergründe und Folgen. Protokoll des Symposiums in Wien am 10. und 11. Juni 1976, München 1977.

Siehe auch

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