Julia Seeliger


Julia Seeliger
Julia Seeliger, 2010
Julia Seeliger 2009 bei einer Mahnwache vor dem Brandenburger Tor gegen das Internetsperrgesetz

Julia Seeliger (* 22. Januar 1979 in Buchholz in der Nordheide) ist eine deutsche Journalistin und Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen. Sie gehörte von Dezember 2006 bis November 2008 dem Parteirat an.

Inhaltsverzeichnis

Beruflicher Werdegang

Julia Seeliger studierte 2001 bis 2008 Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. In Bonn wurde sie Mitglied der dort ansässigen Studierendenvereinigung Flamberg.[1] Sie schloss ihr Studium im September 2008 als Diplom-Journalistin (FH) ab. Seit September 2009 arbeitet sie bei der Online-Redaktion der taz.[2]

Partei

Seeliger engagierte sich seit 2002 in der Bonner Ortsgruppe der Grünen Jugend und wurde im Folgejahr dort zur Vorsitzenden der Ortsgruppe gewählt. Sie war anschließend Mitglied im Kreisvorstand der Grünen in Bonn und gehörte auch dem Landesparteirat der Grünen in Nordrhein-Westfalen an. 2004 kandidierte sie erfolglos zum Bonner Stadtrat. Von 2004 bis 2006 war sie Mitglied des Bundesvorstandes und Schatzmeisterin der Grünen Jugend. Weiter gehörte sie dem Frauenrat ihrer Partei an.

Im Dezember 2006 kandidierte sie spontan beim Parteitag der Grünen in Köln für den Parteirat. Sie wurde mit 55,3 Prozent gewählt und verdrängte damit die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt.[3] Ihre überraschende Wahl nach einer Rede mit provokativen Positionen erregte ein breites Presseecho und wurde als Wunsch der Partei zur Rückkehr nach alternativen Sponti-Elementen aufgefasst.[4][5][6][7]

Am 24. März 2007 wurde Seeliger in den Landesvorstand der Grünen in Berlin gewählt. Dort übte Seeliger das Amt der frauen- und geschlechterpolitischen Sprecherin aus. Im Dezember 2008 trat sie aus beruflichen Gründen aus dem Berliner Landesvorstand zurück.

Schwerpunkte und Positionen

Als Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit nennt Julia Seeliger die Themen Informationsgesellschaft, Ökologie und Globalisierung, Drogenpolitik und Gender-Fragen.[8]

Sie forderte unter dem Titel „Monogamie ist keine Lösung“ unter anderem ein Adoptionsrecht für Homosexuelle, die Streichung von Hartz IV zugunsten einer individuellen Grundsicherung sowie eine individuelle Besteuerung der Einkünfte an Stelle des Ehegattensplittings.[9][10] Außerdem tritt sie für die kontrollierte Abgabe aller Drogen ein.[10] Sie sprach sich gegen die Urheberrechtsreform und für einen legalen Medientausch aus.[11]

Weblinks

 Commons: Julia Seeliger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://julia-seeliger.de/scheinheilig/#comment-37190
  2. http://julia-seeliger.de/unter-neuer-flagge/
  3. Stephan Löwenstein: Kindisch wie früher, FAZ, 4. Dezember 2006
  4. Süddeutsche Zeitung vom 4. Dezember 2006
  5. Die Zeit online vom 5. Dezember 2006, www.zeit.de/online/2006/49/Gruene-Leicht
  6. Grüne: Ehe abschaffen, BILD, 6. Dezember 2006
  7. Die Welt vom 11. Dezember 2006
  8. Julia Seeliger: Julia
  9. Julia Seeliger: Monogamie ist keine Lösung, Jungle World Nr. 39, 27. September 2007
  10. a b Anne-Dore Krohn: Die grüne Frechheit, Die Zeit 52/2006 vom 20. Dezember 2006
  11. Johannes Graupner: Kopieren ist kein Verbrechen. Die Grünen starten Kampagne für Filesharing. jetzt.de (Süddeutsche Zeitung), 24. Januar 2008

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