Jürgen Hahn-Butry


Jürgen Hahn-Butry

Jürgen Hahn-Butry (* 7. Juli 1899 in Berlin; † 15. Februar 1976 in Hersel) war ein deutscher Schriftsteller und Propagandist des Nationalsozialismus und Antikommunismus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Während der NS-Zeit war Hahn-Butry Leiter des „Hauses der deutschen Frontdichter“ in Buderose, dem heutigen Budoraz, nur wenige Kilometer nordöstlich von Guben gelegen. Im Juni 1938 war das Schloss Buderose unter Anwesenheit hunderter Gäste durch den Gubener Oberbürgermeister Erich Schmiedicke der „Mannschaft“, wie sich die Vereinigung der Frontdichter nannte, als „Frontdichterheim“ übergeben. Die Schirmherrschaft darüber hatte Alfred Rosenberg übernommen, der zu diesem Anlass eigens nach Guben gereist war. Der Schriftsteller Hahn-Butry bewohnte das Schloss 1938 für einige Monate mit seiner Frau, und im Jahre 1939 führte das Amt Rosenberg dort eine Tagung zum großen deutschen Philosophen Immanuel Kant durch. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges kamen zahlreiche Schriftsteller der „Mannschaft“ als Frontberichterstatter zum Einsatz. Viele ihrer Texte in Lyrik und Prosa wurden auch in den damaligen Ausgaben der „Gubener Zeitung“ veröffentlicht. Inzwischen lässt sich der Standort des Schlosses Buderose nur noch erahnen, denn den Krieg und die nachfolgenden Jahrzehnte überdauerten lediglich ein Wirtschaftsgebäude sowie die Pfeiler der Einfahrt.

Hahn-Butrys Pseudonym in damaliger Zeit lautete „Der deutsche Rufer“. Unter dem Pseudonym „D. Rufer“ veröffentlichte er nach dem Krieg eine Propagandabroschüre über den Politiker Adolf von Thadden.

Nach 1945 war Hahn-Butry Mitbegründer des Volksbundes für Frieden und Freiheit und 1950 bis 1951 dessen Präsident. Er war seit 1957 Herausgeber der Zeitschriften Afrika-Bulletin, Afrika-Schnellbrief und die CSU-nahe Europäische Sicht. 1966–1971 war er außerordentliches Mitglied des Altherrenbundes des Vereins Deutscher Studenten zu Bonn.

In der Sowjetischen Besatzungszone wurden die von Hahn-Butry herausgebenen Werke Das Buch vom deutschen Unteroffizier (Franke, Berlin 1936), Die Mannschaft, Frontsoldaten erzählen vom Front-Alltag (4 Bände, Limpert, Berlin 1936-1938) und Preußisch-deutsche Feldmarschälle und Großadmirale (Safari, Berlin 1938)[1][2][3][4] sowie die von ihm verfaßten Schriften Der Soldat (Oehmigke, Berlin & Breslau 1937), General von Reyher (Franke, Berlin 1937), Hans Christians Heimkehr (Franke, Berlin 1938), Landsknecht — nein, Soldat! (Franke, Berlin 1939), Panzer am Balkan (mit Wilfred von Oven, Limpert, Berlin 1941) und Der flandrische Fähndrich (Janke, Leipzig 1944) auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[5][6][7][8] In der Deutschen Demokratischen Republik folgte auf diese Liste noch sein „Georgette, der Unteroffizier … und ich“ (Eher, München 1937).[9]

Siehe auch

Werke

  • Erich Neumann, Jürgen Hahn-Butry: Gelb gegen Gelb. Ein phantastischer Roman. Moewig & Höffner, Berlin 1935
  • Jürgen Hahn-Butry (Hrsg.): Das Buch vom deutschen Unteroffizier, P. Franke, Berlin 1936
  • Jürgen Hahn-Butry: General von Reyher. Historischer Roman. Franke, Berlin 1937
  • Jürgen Hahn-Butry (Hrsg.): Preußisch-deutsche Feldmarschälle und Großadmirale. Safari, Berlin 1937
  • Jürgen Hahn-Butry: Der Soldat. Wie der neuzeitliche Soldat wurde und ist, Oehmigke, Berlin 1937
  • Jürgen Hahn-Butry (Hrsg.): Die Mannschaft. Frontsoldaten erzählen vom Front-Alltag. 4 Bände, Wilhelm Limpert, Berlin o. J. (1936-1938)
  • Wilfred von Oven & Jürgen Hahn-Butry: Panzer am Balkan. Erlebnisbuch der Panzergruppe Kleist, Limpert, Berlin 1941
  • Jürgen Hahn-Butry: Der flandrische Fähndrich, Janke, Leipzig 1944
  • Jürgen Hahn-Butry, Hans Joachim Köhler: Hannovers edles Warmblut, Siep, Hamburg 1949
  • Arthur-Heinz Lehmann, Jürgen Hahn-Butry: Das Glück dieser Erde, Siep, Hamburg 1949
  • Jürgen Hahn-Butry: Unbequeme Wahrheiten. Europäische Sicht, Hersel 1967

Literatur

  • Nicolaus Neumann, Jochen Maes: Der geplante Putsch. Die Rechte in der BRD, ihre Hintermänner und ihre Organisation. Konkret Buchverlag, Hamburg 1971, S. 116
  • Friedrich Carl Badendieck: Zum Tod Jürgen Hahn-Butrys. In: Akademische Blätter. 79. Jg. 1977, S. 27
  • Daniel Klünemann: Jürgen Hahn-Butry, der Frontdichter. in Rolf Düsterberg, Hg.: Dichter für das »Dritte Reich«, Bd. 2.: Biografische Studien zum Verhältnis von Literatur und Ideologie. Neun Autorenporträts und ein Essay über literarische Gesellschaften zur Förderung des Werkes völkischer Dichter. Aisthesis Verlag, Bielefeld 2011 ISBN 9783895288555 S. 79 - 106

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-b.html
  2. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-m.html
  3. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-f.html
  4. http://www.polunbi.de/bibliothek/1947-nslit-m.html
  5. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-o.html
  6. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-h.html
  7. http://www.polunbi.de/bibliothek/1947-nslit-h.html
  8. http://www.polunbi.de/bibliothek/1948-nslit-h.html
  9. http://www.polunbi.de/bibliothek/1953-nslit-h.html

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