KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau


KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau
KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau
Rechtsform GmbH
Gründung 1948/1990/2006
Sitz Schwerin, MV, Deutschland
Leitung Johann Erich Wilms
Mitarbeiter 174 (Jahresdurchschnitt 2008)[1]
Umsatz 36,6 Mio. € [1]
Branche Maschinenbau
Website www.kgw-schwerin.de

Die KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau GmbH ist ein in Schwerin ansässiges Maschinenbauunternehmen.

Derzeit arbeiten etwa 174 Mitarbeiter im Unternehmen. KGW ist Hersteller von Stahltürmen für die Windkraftindustrie und Lohnfertiger im Bereich Marine Equipment.

Geschichte

Entstanden ist das Unternehmen aus der 1888 gegründeten „Eisengießerei Gebrüder Klingebiel“, die ab 1939 Rüstungsaufträge übernahm und nach dem Krieg als Reparationsleistung mit Ausnahme der Gießerei und der Modelltischlerei demontiert wurde, und der am 16. Mai 1945 gegründeten „Torfindustrie Heinrich Sander“. Letztere hatte zwar zuletzt eine gute Auftragslage[2], ihr Besitzer Heinrich Sander sah sich jedoch auf Grund willkürlicher Entscheidungen der politischen Führung zur Flucht in den westlichen Teil Deutschlands gezwungen. In der Fabrik wurden unter anderem Transportbänder und Netzwindengetriebe für die Seefischerei, die Sander entwickelt hatte, hergestellt. Wesentlicher Auftraggeber war die russische Verwaltung. Ende 1948 wurde Sander mitgeteilt, dass die Maschinenfabrik entschädigungslos enteignet und in die Verwaltung volkseigener Betriebe überführt sei. Das Angebot, eine leitende Position im Betrieb zu erhalten, schlug er aus und flüchtete nach West-Berlin. [3]

Aus der Firma entstand 1948 der „VEB Schweriner Industriewerke“. Da sich auch Klingebiel zu der Zeit in den westlichen Besatzungszonen aufhielt, wurde ihm West-Flucht vorgeworfen und auch sein Betrieb ging gegen seinen Willen in Volkseigentum über und hieß fortan „Schweriner Eisengießerei und Reparaturwerkstatt“. 1951 kam es zum Zusammenschluss beider Unternehmen unter Beibehaltung des Namens „VEB Schweriner Industriewerke“. Seit dem Besuch des tschechischen Staatspräsidenten Klement Gottwald in Berlin führte der Betrieb zu seinen Ehren die Bezeichnung „VEB Klement-Gottwald-Werke Schwerin“.[2]

Der Betrieb war seit 1952 einer der wichtigsten Zulieferer für den Schiffbau der DDR im Bereich Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Montage von Kranen und Winden tätig. Seit 1979 wurde er Teil des in Rostock ansässigen VEB Kombinat Schiffbau Rostock. Der Betrieb beschäftigte vor der Wende bis zu 1.300 Beschäftigte und war einer der bedeutendsten Schweriner Unternehmen.

Im Jahr 1990 wurde der Betrieb umstrukturiert und firmierte unter dem Namen „KGW Schweriner Maschinenbau GmbH“. Am 1. April 1993 wurde das Unternehmen privatisiert.

Im Zuge der Insolvenz und Übernahme des Unternehmens durch die Wilms Gruppe im Jahr 2006, entstand die jetzige „KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau GmbH“. Geschäftsführer ist nun Johann Erich Wilms. Der Bereich Marine (Fertigung von Winden und Rudermaschinen) wurde bereits zuvor am 1. April 2006 an die HATLAPA Uetersener Maschinenfabrik GmbH & Co. KG verkauft, die ihn zuerst als „KGW Marine GmbH“ weiterführte und dann die Produkte als Zweigstelle Schwerin komplett in das Unternehmen integrierte.

Heute fertigt das Unternehmen unter anderem Stahltürme für Windkraftanlagen von Nordex und General Electric und arbeitet als Lohnfertiger für Unternehmen wie HATLAPA.

Am 1. Oktober 2010 übernahm das Unternehmen die Lübecker Maschinenbau Gesellschaft.[4]


Weblinks

Quellen

  1. a b Suche im elektronischen Bundesanzeiger KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2008
  2. a b B. Kasten und J.-U. Rost: Schwerin. Geschichte der Stadt., Schwerin 2005, S. 279f (Diese Quelle enthält kein Gründungsjahr der Eisengießerei Klingebiel und keine Aussage darüber, dass Gottwald Berlin besuchte).
  3. Schilderungen des Sohnes Sanders
  4. Torsten Teichmann: Traditionsfirma in letzter Minute vor Insolvenz gerettet In: Lübecker Nachrichten vom 1. Oktober 2010, S. 1
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