KYF

KYF
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kyffhäuserkreises Deutschlandkarte, Position des Kyffhäuserkreises hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Verwaltungssitz: Sondershausen
Fläche: 1.035,13 km²
Einwohner: 85.362 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KYF
Kreisschlüssel: 16 0 65
Kreisgliederung: 50 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Markt 8
99706 Sondershausen
Webpräsenz:
Landrat: Peter Hengstermann (CDU)
Lage des Kyffhäuserkreises in Thüringen
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Über dieses Bild

Der Kyffhäuserkreis ist ein Landkreis im Norden von Thüringen. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Nordhausen und der sachsen-anhaltische Landkreis Mansfeld-Südharz, im Osten der Saalekreis und der Burgenlandkreis, beide ebenfalls zu Sachsen-Anhalt gehörend, im Süden der Landkreis Sömmerda und der Unstrut-Hainich-Kreis und im Westen der Landkreis Eichsfeld. Sehr beliebt bei Touristen sind das Besucherbergwerk in Sondershausen, die Modelleisenbahn in Wiehe, das Panorama Museum in Bad Frankenhausen, die Barbarossahöhle in Rottleben und das Kyffhäuserdenkmal.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Kreis liegt im südöstlichen Harzvorland. Er ist geprägt durch große landwirtschaftliche Flächen, die durch das kleinste Mittelgebirge Europas, dem Kyffhäuser, Windleite und Hainleite unterbrochen werden. Diese Mittelgebirge sind auch ein beliebtes Wandergebiet. Die Höhenlage des Kreises beträgt zwischen 114 und 535 m ü. NN. Prägende Flüsse der Region sind Wipper und Unstrut. Das Tal der Wipper um die Stadt Bad Frankenhausen wird auch die Diamantene Aue genannt. Goldene Aue und Diamantene Aue vereinen sich bei der Stadt Artern.

Geschichte

Der Landkreis entstand 1994 durch Zusammenlegung der Kreise Artern und Sondershausen. Während der erst 1952 gegründete Kreis Artern während der DDR Teil des Bezirks Halle war, gehörte der Altkreis Sondershausen bereits 1946 zu Thüringen und nach der Auflösung der Länder zum Bezirk Erfurt. Den Namen verdankt dieser Kreis dem Kyffhäuser auf dem sich das gleichnamige Kyffhäuserdenkmal des Kaisers Friedrich I. Barbarossa, die ehemalige Reichsburg Kyffhausen und ein Funkturm befinden.

Politik

Kreistag

CDU Linke SPD FDP VIBT Gesamt
2004 20 13 7 3 3 46

(Stand: Wahl am 27. Juni 2004)

Wappen

Das Wappen wurde am 26. Oktober 1994 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein aufgerichteter goldener, rot bewehrter und gezungter Löwe, der sich auf einen Schild stützt, auf einem grünen, oben silbern eingefassten Dreiberg. Der Schild ist geviert; Feld 1 und 4: sind fünfmal von Rot und Silber geteilt; Feld 2 und 3: in Silber sechs rote Wecken in zwei Reihen. Der Dreiberg ist mit einer silbernen Wellenleiste und einem silbernen Wellenfaden belegt.“

Der goldene Löwe im blauen Feld, der sogenannte Käfernburger Löwe, ist das Stammwappen des Grafen-, später Fürstenhauses Schwarzburg, zu dessen Territorien der überwiegende Teil des Landkreises gehörte. Der gevierte Schild zeigt das Wappen der Grafen von Mansfeld, zu deren Gebiet Artern noch im 18.Jh. gehörte, bis es zunächst an Kursachsen und dann 1815 an Preußen (Provinz Sachsen) kam. Der grüne Dreiberg versinnbildlicht die bergige, waldreiche Landschaft, insbesondere die drei Höhenzüge Hainleite, Windleite und das dem Landkreis den Namen gebende Kyffhäusergebirge. Die silberne Wellenleiste ist Symbol der den ostwärtigen Kreisteil durchströmenden Unstrut, der silberne Wellenfaden Sinnbild der das westliche Kreisgebiet durchfließenden Wipper. [2]

Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Kyffhäuserkreis.

Kreispartnerschaften

Eine Partnerschaft besteht mit dem südpolnischen Landkreis Olkusz.

Wirtschaftsstruktur

Der Kyffhäuserkreis befindet sich in einer besonders strukturschwachen Region.

Trotz der stark zurückgegangenen Beschäftigtenzahlen ist der Kyffhäuserkreis immer noch durch traditionsreiche Industrie- und Handwerksunternehmen geprägt, wobei klein- und mittelständische Betriebe, besonders im Bereich der Elektroindustrie und im Maschinenbau, vorherrschen. Die Kali- und Elektroindustrie bestimmten fast ein Jahrhundert lang die Region um die heutige Kreisstadt Sondershausen. In der Stadt Artern begründete sich in der zweiten Hälfte des 19. Jh. die Tradition in der Eisenverarbeitung und im Maschinenbau. International tätige Unternehmen wie die Wago Kontakttechnik GmbH, die Lexel electric GmbH, die Demag Ergotech GmbH oder die TWB Fahrzeugtechnik GmbH & Co. KG sowie zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen führen die Standorttradition in der Elektro- und Maschinenbauindustrie fort. Der Kyffhäuserkreis erreichte vor allem Dank dieser Unternehmen im Thüringer Vergleich (Januar - September 2007) Platz 5 mit einer Exportquote von ca. 42 % nach Jena und vor Gera (Thüringer Landesamt für Statistik). Die hohe Exportquote ist eine Stärke und deutet auf den hohen Anteil Beschäftigter in der exportorientierten Wirtschaft sowie deren Bedeutung für den Kreis hin. In diesem Bereich wird ein leichtes Wachstum bis 2015 vorhergesagt. (empirica ag; "Wirtschaft und Wohnen in Deutschland - Regionale Prognosen bis 2015")

Während der Kupferschiefer-, Braunkohlen-, Schwerspat- und Lesebergbau nie nennenswerte Bedeutung erlangten, brachte es der Kalibergbau an den Standorten Sondershausen und Roßleben zu hoher Blüte. Nach der Wiedervereinigung wurden die Kalistandorte wegen fehlender Wirtschaftlichkeit geschlossen. Seit dem 8. Dezember 2004 wird am Standort Sondershausen wieder in geringem Maße Industriesalz gefördert. Eine Besonderheit ist dabei das dortige Erlebnisbergwerk, in der ältesten befahrbaren Kaligrube der Welt.

Aus der Forschung in der Kali-Industrie der DDR und der Revitalisierung der Kalibergbaustandorte heraus hat sich der noch junge Bereich der Umwelt- und Entsorgungstechnik entwickelt (z.B. Firma K-UTEC AG Salt Technologies). Mit der Fachhochschule Nordhausen, Studiengang Flächen- und Stoffrecycling, befindet sich seit 2002 auch eine wissenschaftliche Forschungs- und Ausbildungsinstitution in unmittelbarer Nähe.

Das Business and Innovation Centre (BIC) Nordthüringen am Standort Sondershausen unterstützt Gründer und junge Unternehmen, vor allem aus den Branchen Elektrotechnik, Metall-, Maschinen- und Anlagenbau sowie Umwelttechnik. In unmittelbarer Nähe zum BIC haben mehrere Elektrotechnik-Unternehmen und Industriedienstleister in den Gewerbegebieten Hainleite und Jecha ihren Standort gefunden.

Durch den Niedergang des Kalibergbaus und großer Maschinenbaubetriebe in den Jahren nach der Wiedervereinigung besitzt der Kreis mit 19,3 Prozent (Stand März 2009; Thüringen: 12,7 %) die mit Abstand höchste Arbeitslosenquote Thüringens sowie die dritthöchste (nach Kreisen) Arbeitslosenquote Deutschlands. Dieser Strukturschwäche wird - wie allen ostdeutschen Landkreisen - u. a. das Ziel-1-Fördergebiet des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung entgegengesetzt.

Infrastruktur

Autobahn

Zwischen der Landesgrenze bei Artern (Autobahndreieck Südharz in Sachsen-Anhalt A 71/A 38) und der Landesgrenze im Süden (Richtung Schweinfurt mit Anbindung an die A 70) verläuft die größtenteils fertiggestellte A 71, die am „Erfurter Kreuz“ die wichtige West-Ost-Verbindung A 4 quert. Die im Bau befindliche A 38 bindet die Ballungsräume Göttingen/Kassel (A 7) und Halle/Leipzig (A 9) an.

Bundesstraßen

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesstraßen B 4, B 84, B 85, B 86 und B 249.

Eisenbahn

Im Kyffhäuserkreis eröffnete die Nordhausen-Erfurter Eisenbahn-Gesellschaft 1869 ihre Strecke über Sondershausen - Hohenebra - Greußen. Von ihr zweigte seit 1883 in Hohenebra die Staatsbahn des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen nach Ebeleben ab.

Dort entstand ein lokaler Bahnknoten, nachdem 1897 die Eisenbahn-Gesellschaft Mühlhausen-Ebeleben und 1901 die Greußen-Ebeleben-Keulaer Eisenbahn der Firma Herrmann Bachstein eröffnet worden waren.

Den ehemaligen Kreis Artern durchquert seit 1879 die Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft. Sie wurde von 1894 bis 2006 durch die Kyffhäuserbahn Bretleben - Sondershausen über Bad Frankenhausen mit der Nordhausen - Erfurter Bahn verbunden. Erbauer war - ebenso wie für die schon 1889 fertiggestellte Bahn Reinsdorf - Naumburg - die Preußische Staatsbahn.

Beiderseits des Kyffhäusergebirges ergänzten noch zwei Nebenbahnen das Liniennetz:

Das Gesamtnetz erreichte eine Länge von 191 km. Davon wurden folgende Strecken mit 114 km Länge stillgelegt:

  • 1959: Esperstedt - Oldisleben 4 km
  • 1966: Berga-Kelbra - Ichstedt - Artern 12 km
  • 1968: Greußen - Ebeleben 18 km
  • 1969: Ebeleben - Holzthaleben - Keula 14 km
  • 1974: Schlotheim - Rockensußra - Ebeleben Nbf 5 km und Hohenebra - Ebeleben 9 km
  • 2006: Sondershausen - Bad Frankenhausen - Bretleben 32 km
  • 2006: Reinsdorf - Roßleben - Nebra 22 km

Im Kyffhäuserkreis verkehren heute lediglich Regionalexpress- bzw. Regionalbahnzüge, und zwar auf folgenden Strecken:

Flughäfen

Abgesehen von einem Sonderlandeplatz in Bad Frankenhausen-Udersleben, auf dem Flugzeuge bis 5,7 t Startgewicht verkehren können, gibt es im Kyffhäuserkreis keine größeren Flughäfen. Die nächsten Flughäfen sind:

Landschaft

Die Landschaft des Kyffhäuserkreises wird durch weite Wälder (viele Buchen) in den Bergrücken der Hainleite, der Windleite und des Kyffhäusers bestimmt. Dabei entwickelte sich eine artenreiche Flora, insbesondere bei den Orchideen, die man hier noch öfter finden kann, wie Gelber Frauenschuh, Weißes Waldvöglein, Helm-Knabenkraut oder Fuchs' Knabenkraut, um nur einige zu nennen. Der Südhang des Kyffhäusergebirges weist eine typische Trockenflora auf, da hier sehr wenige Niederschläge fallen. Die Hohe Schrecke im Südosten ist das größte Thüringer Naturschutzgebiet.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007)

Städte
¹ Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft
² erfüllende Gemeinde für weitere Gemeinden

  1. Artern/Unstrut (5970)
  2. Bad Frankenhausen/Kyffhäuser (9292)
  3. Clingen ¹ (1086)
  4. Ebeleben ² (3059)
  5. Greußen ¹ (3887)
  6. Großenehrich (2805)
  7. Heldrungen ¹ (2250)
  8. Roßleben (5860)
  9. Sondershausen (24.182)
  10. Wiehe ² (2117)

Gemeinden
³ erfüllende Gemeinde

  1. Abtsbessingen (Stadt Ebeleben ³) (535)
  2. Bellstedt (Stadt Ebeleben ³) (182)
  3. Donndorf (Stadt Wiehe ³) (858)
  4. Freienbessingen (Stadt Ebeleben ³) (401)
  5. Helbedündorf (2747)
  6. Holzsußra (Stadt Ebeleben ³) (313)
  7. Rockstedt (Stadt Ebeleben ³) (252)
  8. Thüringenhausen (Stadt Ebeleben ³) (109)
  9. Wolferschwenda (Stadt Ebeleben ³) (146)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Verwaltungsgemeinschaft An der Schmücke (7922)
    1. Bretleben (621)
    2. Etzleben (304)
    3. Gorsleben (579)
    4. Hauteroda (609)
    5. Heldrungen, Stadt (2250)
    6. Hemleben (267)
    7. Oberheldrungen (932)
    8. Oldisleben (2360)
  2. Verwaltungsgemeinschaft Greußen (6950)
    1. Clingen, Stadt (1086)
    2. Greußen, Stadt (3887)
    3. Niederbösa (143)
    4. Topfstedt (654)
    5. Trebra (310)
    6. Wasserthaleben (460)
    7. Westgreußen (410)

3. Verwaltungsgemeinschaft Kyffhäuser (4983)

    1. Badra (610)
    2. Bendeleben (726)
    3. Göllingen (781)
    4. Günserode (178)
    5. Hachelbich (645)
    6. Oberbösa (413)
    7. Rottleben (670)
    8. Seega (443)
    9. Steinthaleben (517)

4. Verwaltungsgemeinschaft Mittelzentrum Artern (6679)

    1. Borxleben (334)
    2. Gehofen (740)
    3. Heygendorf (671)
    4. Ichstedt (680)
    5. Kalbsrieth (785)
    6. Mönchpfiffel-Nikolausrieth (400)
    7. Nausitz (179)
    8. Reinsdorf (865)
    9. Ringleben (1009)
    10. Voigtstedt (1016)

Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ bzw. „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaften in Thüringen

Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 21; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. 1998 ISBN 3-9804487-2-X

Weblinks


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