K Desktop Environment


K Desktop Environment
K Desktop Environment
KDE 2 logo.png
Entwickler KDE
Aktuelle Version 3.5.10
(26. August 2008)
Betriebssystem Unixartige mit X11
Programmier­sprache C++ (Qt)
Kategorie Arbeitsumgebung
Lizenz GPL und kompatible Lizenzen
Deutschsprachig ja, mehrsprachig
de.kde.org

K Desktop Environment ist der Name früherer Versionen einer Arbeitsumgebung des KDE-Projektes für unixartige Betriebssysteme bis zur Version 3.5.10. Seit der Version 4.4 heißt sie KDE Plasma Workspaces und ist Teil der KDE Software Compilation.[1]

Inhaltsverzeichnis

Beginn der Entwicklung

Das Projekt wurde am 14. Oktober 1996 von Matthias Ettrich unter dem Namen Kool Desktop Environment ins Leben gerufen.[2] Die Programmierer orientierten sich zunächst am damals bereits verfügbaren aber proprietären Unix-Desktop CDE, sowohl vom Funktionsumfang als auch vom Namen her. Sie setzten aber von Anfang an auf eine objektorientierte Programmiersprache (C++) und eine umfangreiche, bereits bestehende Oberflächenbibliothek namens Qt, die von Trolltech entwickelt worden war.

Schon früh wurde die Bezeichnung Kool aufgegeben, das K verblieb damit ohne weitere Bedeutung im Namen.

K Desktop Environment Beta 3

Die einzelnen KDE-Komponenten wurden zunächst relativ unkoordiniert entwickelt, weshalb es auch keine einheitlichen Alpha-Versionen gab. Entwicklungsversionen wurden von den Komponenten separat veröffentlicht und wurden auf Mailing-Listen anderen Entwicklern angekündigt.

Knapp über ein Jahr nach Gründung des Projekts, am 20. Oktober 1997, erschien dann die erste Beta-Version.[3] Es folgten noch drei weitere Beta-Versionen: Beta 2 am 23. November 1997,[4] Beta 3 am 1. Februar 1998[5] und schließlich Beta 4 am 19. April 1998.[6]

Zeitleiste der größeren Veröffentlichungen
Datum Version
KDE 1
14. Oktober 1996 Projekt durch Matthias Ettrich angekündigt[2]
20. Oktober 1997 Beta 1[3]
12. Juli 1998 KDE 1.0[7]
6. Februar 1999 KDE 1.1[8]
KDE 2
23. Oktober 2000 KDE 2.0[9]
26. Februar 2001 KDE 2.1[10]
15. August 2001 KDE 2.2[11]
KDE 3
3. April 2002 KDE 3.0[12]
28. Januar 2003 KDE 3.1[13]
3. Februar 2004 KDE 3.2[14]
19. August 2004 KDE 3.3[15]
16. März 2005 KDE 3.4[16]
29. November 2005 KDE 3.5[17]
26. August 2008 KDE 3.5.10[18]
Trinity
29. April 2010 Trinity 3.5.11[19]
3. Oktober 2010 Trinity 3.5.12[20]

K Desktop Environment 1.x

Am 12. Juli 1998 wurde die finale Version 1.0 des K Desktop Environments veröffentlicht. Diese frühe Version wurde von der Unix-Community mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Viele kritisierten die Verwendung des unfreien Programmpakets Qt zur Erstellung eines freien Desktops; statt auf Qt habe man auf Motif – damals Standard für grafische Oberflächen unter unixoiden Betriebssystemen – oder dessen freien Klon LessTif setzen sollen. Den Kritikern zum Trotz wurde KDE von vielen Endanwendern durchaus positiv aufgenommen und fand seinen Weg in erste Linux-Distributionen.

K Desktop Environment 1.0

Eine der Konsequenzen der Diskussion um die Lizenz von Qt war, dass das lange Jahre nur als Idee existierende GNOME-Projekt nun in Angriff genommen wurde, um einen vollkommen freien Desktop zu schaffen. Ein weiterer Lösungsansatz war, im Rahmen des Projekts Harmony, einen freien, aber vollständig kompatiblen Ersatz für Qt zu entwickeln. Bedingt durch Druck, welcher auf Trolltech ausgeübt wurde und durch die Überzeugungsarbeit der KDE-Entwickler entschied sich Trolltech im April 1999 dafür, Qt in einer speziellen, freieren Version zur Verfügung zu stellen, die die Ansprüche der Community weitestgehend erfüllte. Aus diesem Grund wurde das Projekt Harmony eingestellt, während GNOME jedoch – bis heute – weiterentwickelt wird. Damit war auch der Weg frei für die Aufnahme von KDE in weitere Linux-Distributionen, die sich dem bislang mit Verweis auf die Lizenzproblematik verweigert hatten.

KDE 1.1

Am 6. Februar 1999 hat Stephan Kulow für das KDE-Projekt die Version 1.1 veröffentlicht. Die sichtbarste Änderung war ein generalüberholtes Artwork mit neuen Icons, Hintergrundbildern und vor allem einem Logo von Torsten Rahn bestehend aus einem K vor einem Zahnrad, das in abgewandelter Form bis heute Verwendung findet.

Umfangreichere Änderungen gab es u. a. auch am Konqueror-Vorgänger kfm, dem Programmstarter kpanel und dem KWin-Vorläufer kwm. Neu eingeführt wurden z. B. kab, eine Programmbibliothek zur Adressverwaltung und eine Neuentwicklung von KMail, kmail2 genannt, die eine Alpha-Version war und parallel zu einer aktualisierten Version des alten KMails installiert wurde. Das Alpha-Stadium verließ kmail2 allerdings nie und die Entwicklung wurde kurz danach eingestellt.

Gleichzeitig bereitete Trolltech die 2.0-Veröffentlichung von Qt vor mit einer Beta-Version am 28. Januar 1999.[21] Deshalb gab es keine größeren Versionssprünge der auf Qt 1 basierenden KDE-1-Versionen. Stattdessen wurden am 3. Mai 1999[22] und 13. September 1999[23] nur noch die Fehlerkorrektur-Versionen 1.1.1, respektive 1.1.2 veröffentlicht.

Literatur

  • Olaf Borkner-Delcardlo: KDE 1.1 programmieren und anwenden. MITP-Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-8266-0449-0.

K Desktop Environment 2.x

K Desktop Environment 2.2.2

Am 25. Juni 1999 veröffentlichte Trolltech die stabile Version 2.0 von Qt. Da sie nicht binärkompatibel zu den 1er-Versionen von Qt war, bedeutete das auch für das KDE-Projekt, dass ein Wechsel zu Qt 2 nicht innerhalb der ersten KDE-Generation möglich ist. Der dadurch ohnehin anstehende große Versionssprung wurde dann dazu benutzt, die Infrastruktur des KDE-Systems rundum zu überarbeiten. Die erste Alpha-Version erschien am 15. Dezember 1999[24] und es brauchte fast ein Jahr bis die erste stabile Version erschien.

Abgesehen von neuen Schlüsseltechnologien, die mit KDE 2 eingeführt wurden, war ein herausragendes Merkmal von KDE 2.0, dass es auf Qt 2.2 basierte. Qt 2.2 wurde von Trolltech nun auch unter die Lizenz GPL 2.0 gestellt.[25] Von da an bestand nicht mehr der Lizenz-Konflikt zwischen von KDE verwendeten GPL und der QPL von Qt.[26]

Zu den neuen Schlüsseltechnologien gehörte etwa DCOP (Desktop COmmunication Protocol) zur Interprozesskommunikation, welches inzwischen von D-Bus abgelöst wurde. KIO (KDE Input/Output) als einheitliche Schnittstelle zu Dateisystemen und KParts, einem Component Object Model, das es erlaubt eine Anwendung in eine andere einzubetten.

Die KDE-Version 2.0 wurde am 23. Oktober 2000 veröffentlicht und bedeutete für KDE den Durchbruch als feste Institution unter den X11-Oberflächen. Aufsehen erregte vor allem Konqueror, der neue KDE-Dateimanager und -Webbrowser. Dies lag daran, dass Unix zu dieser Zeit unter einem Defizit an brauchbaren Webbrowsern litt – Netscape Navigator war veraltet und instabil, während Mozilla noch nicht fertiggestellt war.

Von der zweiten KDE-Generation gab es insgesamt drei größere Versionen. Neben 2.0 erschienen am 26. Februar 2001 noch die Version 2.1 und am 15. August die Version 2.2. Für 2.0 erschien eine Fehlerkorrektur-Veröffentlichung,[27] für 2.1[28][29] und 2.2[30][31] jeweils zwei.

K Desktop Environment 3.x

K Desktop Environment 3.0
K Desktop Environment 3.5

In der Version 3.0 vom 3. April 2002 war in erster Linie eine Portierung des K Desktop Environments auf die neue Hauptversion 3 des zugrunde liegenden Frameworks Qt, welches am 15. Oktober 2001 erschien.[32] Außerdem erhielt KDE ein neues Drucker-Framework und der Webbrowser Konqueror konnte DHTML interpretieren.

Mit der Version 3.1 vom 28. Januar 2003 bekam K Desktop Environment ein sogenanntes Desktop Sharing Framework. Mit dessen Hilfe kann ein KDE-Desktop von einem entfernten Rechner aus bedient werden, was z. B. zur entfernten Administration durch eine Kundenbetreuung benutzt werden kann. Seit der Version 3.1 beherrscht Konqueror Tabbed Browsing.

Ab der Version 3.2 vom 3. Februar 2004 besitzt KDE den integrierten Personal Information Manager mit dem Namen Kontact. Diese Software-Suite vereinigt E-Mail, Adressbuch, Kalender, Terminplaner, Newsreader, Wetteranzeige, Geburtstagserinnerung, Notizblock und Aufgabenliste (to-do list) in einer Anwendung.

In der Version 3.3 vom 19. August 2004 wurde vor allem die Integration der verschiedenen Programme mit Kontact verbessert, um einheitlich auf verschiedene Aspekte derselben Daten zugreifen zu können.

Die am 16. März 2005 veröffentlichte Version 3.4 brachte neben dem grundlegend überarbeiteten Programm KPDF zum Anzeigen von PDF-Dateien auch eine Schnittstelle zur Ausgabe von Text als Sprache mit sich. Seit dieser Version können verschiedene Programme, wie z. B. der Webbrowser, der PDF-Anzeiger oder der Editor Kate, ihre angezeigten Texte direkt als Sprache ausgeben lassen.

In der Version 3.5 vom 29. November 2005 wurde der Webbrowser Konqueror stark verbessert. Er besteht nun den Acid2-Test des Web Standards Projects und ist zusätzlich in der Lage, Werbung auf Webseiten mittels eines konfigurierbaren Werbefilters auszublenden. Dem Instant Messenger Kopete wurde Unterstützung von Webcams für die Protokolle MSN und Yahoo! hinzugefügt. KDE 3.5 enthält außerdem drei neue Lernprogramme (KGeography, Kanagram und blinKen) sowie das Werkzeug SuperKaramba, das zur Darstellung von Desktop-Widgets dient.

Die bislang letzte Version der KDE-3.5er-Reihe wurde am 26. August 2008 mit der Versionsnummer 3.5.10 veröffentlicht.[18] Entwicklung von Fehlerkorrekturen findet weiterhin in der Subversion-Verwaltung statt.

Trinity

Trinity Desktop Environment
Trinity DE logo crystal.png
Screenshot of Trinity 3.5.12.png
Bildschirmfoto von Trinity 3.5.12
Basisdaten
Maintainer Pearson Computing
Entwickler KDE, Pearson Computing
Aktuelle Version 3.5.13
(1. November 2011)
Betriebssystem GNU/Linux
Programmier­sprache C++ (Qt)
Kategorie Arbeitsumgebung
Lizenz GPL und kompatible Lizenzen
Deutschsprachig ja, mehrsprachig
http://www.trinitydesktop.org/

Trinity ist eine halb-offizielle Fortsetzung der 3.5-Reihe.[33] Die Entwicklung findet in der Versionsverwaltung von KDE statt, während Webseite, Mailinglisten und andere Web-Dienste beim Projektinitiator Pearson Computing beheimatet sind.

Aktuell (Stand: November 2011) besteht das Trinity-Projekt aus drei Personen[34] und es werden Debian GNU/Linux, Fedora, RedHat, Slackware und Ubuntu unterstützt. RPM-basierte Systeme wie OpenSUSE und Mandriva werden vorbereitet.[35]

Geschichte

Das Projekt entstand nachdem Kubuntu im Herbst 2008 seine Linux-Distribution nur noch mit KDEs neuem Plasma Desktop auslieferte. Ursprünglich bot Timothy Pearson nur Pakete von KDE 3.5.10 für neuere Kubuntu-Versionen an.

Zu Beginn des Jahres 2010 entwickelte sich das ursprüngliche Kubuntu-KDE3-Projekt zu Trinity, nachdem Pearson Modifikationen an den Quelltexten vorgenommen hatte, die keine reinen Fehlerkorrekturen waren und deshalb nicht in den KDE-3.5-Zweig der KDE-Subversion-Verwaltung aufgenommen werden durften. Das Release Team von KDE und Pearson einigten sich darauf, einen separaten Zweig zu gründen und Veröffentlichungen nicht als KDE zu deklarieren, da diese unabhängig von KDEs Release Team veröffentlicht werden.

Im April wurde dann Trinity 3.5.11 veröffentlicht. Änderungen im Vergleich zu K Desktop Environment 3.5.10 sind u.a. die Unterstützung des neuen NetworkManager 0.8 und die Unterstützung von Smartcards.[19]

3.5.12 wurde im Oktober 2010 veröffentlicht. Diese Version beinhaltet vor allem Patches, die Distributoren bereits zuvor für K Desktop Environment 3.5 geschrieben hatten, aber wie auch schon zuvor bei den Kubuntu-KDE3-Patches nicht offiziell bei KDE aufgenommen werden konnten, so z.B. ein alternatives Startmenü oder auch die Kolab-Enterprise-Variante von Kontact.[20]

Am 1. November 2011 wurde die neue stabile Version 3.5.13 veröffentlicht. Das Trinity-Projekt übernimmt offiziell den Quellcode für Qt 3 und wird damit zur zentralen Stelle für die Pflege der nicht mehr von Nokia unterstützten C++-Klassenbibliotheken. Ein Teil der Bibliotheken nutzt nun CMake zum Kompilieren.[36]

Literatur

  • Thomas Diehl: KDE 3. Praxisführer zur graphischen Benutzerumgebung für Linux/Unix. SUSE 2002 ISBN 3-934678-78-5 (Umfangreiche Beschreibung von KDE 3 und seiner Anwendungsprogramme)
  • Stephan Lamprecht: KDE 3 für Einsteiger. Hanser 2005 ISBN 3-446-40022-2 (Beschreibung von KDE 3 distributionsübergreifend und basierend auf KDE 3.3 und KDE 3.4)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Repositioning the KDE Brand
  2. a b Matthias Ettrich: New Project: Kool Desktop Environment. Programmers wanted! im Usenet, 14. Oktober 1996
  3. a b KDE 1.0-beta1 Release Announcement. Abgerufen am 26. Mai 2010.
  4. KDE 1.0-beta2 Release Announcement. Abgerufen am 26. Mai 2010.
  5. KDE 1.0-beta3 Release Announcement. Abgerufen am 26. Mai 2010.
  6. KDE 1.0-beta4 Release Announcement. Abgerufen am 26. Mai 2010.
  7. KDE 1.0 Release Announcement. Abgerufen am 27. März 2008.
  8. ChangeLogArchive.org-Mirror
  9. KDE-Ankündigung für Version 2.0
  10. KDE-Ankündigung für Version 2.1
  11. KDE-Ankündigung für Version 2.2
  12. KDE-Ankündigung für Version 3.0
  13. KDE-Ankündigung für Version 3.1
  14. KDE-Ankündigung für Version 3.2
  15. KDE-Ankündigung für Version 3.3
  16. KDE-Ankündigung für Version 3.4
  17. KDE-Ankündigung für Version 3.5
  18. a b K Desktop Environment: KDE 3.5.10 Release Announcement (englisch), 26. August 2008
  19. a b http://trinity.pearsoncomputing.net/wiki/bin/view/Documentation/Releases_3_5_11
  20. a b http://trinity.pearsoncomputing.net/wiki/bin/view/Documentation/Releases_3_5_12
  21. http://lists.kde.org/?l=kde-announce&m=91754742427089&w=2
  22. http://kde.org/announcements/announce-BW-1.1.1.php
  23. http://kde.org/announcements/announce-1.1.2.php
  24. http://kde.org/announcements/announce-1.89.php
  25. http://arstechnica.com/software/reviews/2004/02/kde-3-2.ars/11
  26. http://www.gnu.org/licenses/license-list.html#QPL
  27. http://kde.org/announcements/announce-2.0.1.php
  28. http://kde.org/announcements/announce-2.1.1.php
  29. http://kde.org/announcements/announce-2.1.2.php
  30. http://kde.org/announcements/announce-2.2.1.php
  31. http://kde.org/announcements/announce-2.2.2.php
  32. http://lists.trolltech.com/qt-interest/2001-10/msg00446.html
  33. http://www.pro-linux.de/news/1/15731/trinity-projekt-fuehrt-kde-3-fort.html
  34. http://www.trinitydesktop.org/contributors/
  35. http://www.trinitydesktop.org/
  36. Golem.de 03.11.2011

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