Kago


Kago
Kago Wärmesysteme GmbH
Kago logo.png
Rechtsform GmbH
Gründung 1972 / 2010
Sitz Postbauer-Heng, Deutschland
Leitung Geschäftsführer: Peter Beyer, Jürgen Rauch
Mitarbeiter ca. 200 (11/2011)
Branche Kachelofen- und Luftheizungsbau, Heizung / Solar, Hausschornsteinbau, Pelletöfen, Pelletheizungen
Website www.kago.de

Die Kago Wärmesysteme GmbH ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Postbauer-Heng bei Neumarkt in der Oberpfalz. Das Unternehmen fertigt Heizkamine, Kaminöfen, Kachelöfen, Schornsteine und Solarsysteme sowie Pelletöfen. Die Kago-Kamine-Kachelofen GmbH & Co - Deutsche Wärmesysteme KG war bis 2010 Holding eines deutschen Kamin- und Solaranlagenbauers mit Sitz in Postbauer-Heng bei Neumarkt in der Oberpfalz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1968 flüchtete der Maurer Karl-Heinz Gonschorowski aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland und gründete dort ein Unternehmen. Zur Zeit der Unternehmensgründung 1972 bestand die Belegschaft lediglich aus dem Firmengründer und einer weiteren Person. Gonschorowski nahm seinen Firmennamen „Kago“ kurz darauf auch als Familiennamen an.

1979 entwickelte das Unternehmen einen Bausatz für Kachelöfen und war damit der erste deutsche Bausatzhersteller für diese Produktgruppe. 1982 wurde eine eigene Kaminfabrik eröffnet. 1984 kam eine eigene Fabrik für Ofenkacheln am Standort Schwarzenfeld bei Amberg hinzu. Für den Bau des größten Kachelofens der Welt im Jahre 1986 bekam Kago einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Firmenchef Karl-Heinz Kago wurde 1990 von der Europäischen Handelskammer in Brüssel mit dem Industrie-Oskar ausgezeichnet. Nach der Deutschen Wiedervereinigung erweiterte Kago 1991 den Geschäftsbetrieb auf die neuen Bundesländer und verstärkte die Belegschaft auf rund 1.200 Mitarbeiter. 1997 erhielt Kago einen Eintrag in der Liste „Europe's 500“, die jährlich ein Ranking europäischer Unternehmen anhand des David Birch Employee Growth Index (kurz „Birch-Index“, wichtiges Kriterium ist dabei die relative und absolute Schaffung von Arbeitsplätzen) vornimmt.

1999 wurde der 100.000. Kago-Ofen ausgeliefert. 2002 wurde der Verkauf auf Baumarktketten ausgeweitet, ebenso wurde ein Ofenbau-Fabrikverkauf eröffnet und die Expansion ins europäische Ausland begann. 2005 wurde eine eigene Fabrik für die Produktion von Kaminholz in Betrieb genommen, welche bei ihrer Eröffnung die größte Kaminholzfabrik in Deutschland war. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung vom März 2006 war Kago zum Zeitpunkt der Umfrage der bekannteste Ofenbauer in Deutschland. 2006 begann Kago mit der eigenen Produktion von Guss-Heizeinsätzen. 2006 überreichte die bayerische Staatsregierung der Firma Kago die Auszeichnung Bayerns Best 50 für überdurchschnittliches Mitarbeiter- und Umsatzwachstum. 2006 trat der 30-jährige Rechtsanwalt Pierre Kago in die Geschäftsleitung von Kago ein. Bis 2007 erfolgte die Produktion und Vertrieb von rund 250.000 Wohnzimmerkaminen, Kaminöfen und Kachelöfen sowie die Erstellung und Komplettsanierung von zirka 250.000 Schornsteinen. Das Unternehmen beschäftigte etwa 1.500 Mitarbeiter in fünf Werken. Es besaß 80 eigene Ausstellungszentren sowie 70 gesonderte Fachausstellungen. Der Verkauf wurde durch über 200 Wiederverkäufer und etwa 1.000 Agenturen abgewickelt. Aufgrund der schlechten Geschäftsentwicklung im Jahr 2007 wurden etwa 120 Mitarbeiter entlassen und das defizitäre Heizungsgeschäft eingestellt. 2008 investierte Kago am Standort Postbauer-Heng und schuf 10 % neue Arbeitsplätze. Im Jahr 2009 wurde der erste Kago Onlineshop mit der gesamten Produktpalette des Kago-Konzerns eingerichtet, mit dem Schwerpunkt 'Ersatzteile für Kago-Kamine'.

Die zur Kago-Firmengruppe gehörende Kago-Röhl Ofenkachelfabrik GmbH in Schwarzenfeld bei Schwandorf ging 2010 in Insolvenz. Am 15. Februar 2010 hat die gesamte Firmengruppe Insolvenz angemeldet.[1] Am 28. April 2010 wurde das Insolvenzverfahren über die Firma Kago eröffnet, zum Insolvenzverwalter wurde Volker Böhm (Kanzlei Schultze & Braun) bestellt.

Am 1. Juli 2010 wurde die Marke "KAGO" von Carsten Micheel-Sprenger und Peter Leibold gekauft und wurde unter geändertem Firmennamen unter Beibehaltung des Markennamens Kago als neue Firma weitergeführt.[2] Leibold ist Geschäftsführer von German Pellets. Er sah Synergieeffekte; die Kago-Studios verkaufen seine Pellets; die dort verkauften Pelletöfen steigern den Bedarf an Pellets. Micheel-Sprenger zeichnete als Geschäftsführer für die als Kago Wärmesysteme GmbH auftretende Firma verantwortlich.[2] Der Name Kago wurde seiner Bekanntheit wegen beibehalten. Geplant war, die zuletzt 76 Verkaufshäuser in Deutschland bis 2011 wieder zu eröffnen bzw. neue Lokalitäten anzumieten. Bis zum Jahresende 2010 war die Wiedereröffnung weiterer acht Studios geplant. Die Präsenz in Österreich sollte ebenfalls wieder gesteigert werden. Im Dezember 2010 schied Micheel-Sprenger als Geschäftsführer aus, Peter Beyer übernahm diesen Platz. Im November 2011 kam der bisherige Geschäftsleiter Jürgen Rauch als Geschäftsführer hinzu.

Im September 2011 wurde das erste Verkaufshaus der "neuen Generation" in Augsburg eröffnet. Ein neues Verkaufshauskonzept mit stark modernisiertem optischen Auftritt soll dazu beitragen, Kago wieder an die Spitze des Marktes zu bringen. Neben den klassischen Kamin- und Kachelöfen wurde Pelletheizungen in die Produktpalette aufgenommen.

Vier-Jahreszeiten-Energiekonzept

2008 brachte Kago das Vier-Jahreszeiten-Energiekonzept auf den Markt. Es handelt sich um ein Konzept, die Kamine sowie eine Solaranlage mit der Heizung zu verbinden, um die regenerative Energiequellen Holz und Sonne zu nutzen. Wasserführende Heizkamine werden an den Heizungskreislaufs des Hauses angeschlossen, so dass die im Kamin entstehende Wärme im ganzen Haus genutzt werden kann. In einem Multifunktionsspeicher wird diese Wärme (zusammen mit der Solarwärme, die über Kollektoren auf dem Dach gespeichert wird) über zwei Wasserkreisläufe wieder dem Heizkreislauf zugeführt. Durch diese Energie wird das Brauchwasser (für Bad, Dusche) und das Heizwasser (für die Heizungen) erwärmt.

Wenn man dieses System an eine bestehende Gas- oder Ölheizung anschließt, wird sichergestellt, dass die Wassertemperatur ständig gewährleistet ist, auch wenn über die Solarkollektoren oder den Kamin nicht genug Wärme gespeichert wird. Der innovative Energieregler überwacht die Temperatur im Multifunktionsspeicher und startet gegebenenfalls die reguläre Heizung. Die Solarkollektoren wurden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als förderungsfähig gemäß der Richtlinien des Umweltministeriums eingestuft[3].

Soziales Engagement

Karl-Heinz Kago finanzierte die Neugestaltung des Marktplatzes in Postbauer-Heng. Außerdem sanierte und unterhält das Unternehmen das örtliche Freibad, das kostenlos genutzt werden kann.

Das Unternehmen legt Wert darauf, dass grundsätzlich nur an Standorten in Deutschland produziert wird.

Kritik

Dem Unternehmen wurde bis 2006 vorgeworfen, mit Drückermethoden zu arbeiten.[4]

Die Kritik an den Verkaufsmethoden von Kago ist moderater geworden[5].

Einzelnachweise

  1. FTD: Der Absturz eines Sonnenkönigs 10. März 2010
  2. a b http://www.br-online.de/studio-franken/aktuelles-aus-franken/neumarkt-rettung-2010-kw25-ID1277472016928.xml?_requestid=66404
  3. [www.bafa.de, Marktanreizprogramm 2008, Stand 06/2008]
  4. Porträt: Der Ofenbauer auf faz.net, 2. November 2006
  5. [1] auf sueddeutsche.de vom 3. Januar 2009
49.3031811.36151

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