Kap der Guten Hoffnung


Kap der Guten Hoffnung
Geografische Lage
Blick auf das Kap der Guten Hoffnung (von Cape Point aus)
Surfer am Strand Neptune's Diary, Kap der Guten Hoffnung

Das Kap der Guten Hoffnung (niederländ. Kaap De Goede Hoop, afrikaans Kaap die Goeie Hoop, engl. Cape of Good Hope, port. Cabo da Boa Esperança,) ist ein sehr markantes, früher wegen seiner Klippen gefürchtetes Kap nahe der Südspitze Afrikas. Politisch gehört es zur Provinz Westkap der Republik Südafrika.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das hohe und steile Kliff mit seinem vorgelagerten Felsstrand liegt wie Cape Point am Südende der Kap-Halbinsel, etwa 44 km südlich der nach ihm benannten Metropole Kapstadt. Es ist der südwestlichste, nicht der südlichste Punkt Afrikas (das ist das Kap Agulhas), und damit jenes Kap, bei dem die afrikanische Küste ihren Schwenk nach Osten beginnt und die Passage in den Indischen Ozean anzeigt.

Unmittelbar an der Küste erstreckt sich eine Felsenlandschaft, die sich unter Wasser auf das Meer ausdehnt, so weit das Auge reicht. Die meisten Felsen befinden sich nur 50 cm bis 3 Meter unter der Wasseroberfläche, und ragen mit ihren Spitzen bei Niedrigwasser manchmal mehr, manchmal auch gar nicht aus der Wasseroberfläche. Neben den Felsen an sich ging eine weitere Gefahr von den starken Winden am Kap aus, die, selbst wenn ein Seefahrer diesen Ort weit genug umschiffte, das Schiff wieder in Richtung Küste bliesen, so dass es dennoch auf Felsen laufen konnte. Diese Gefahren dokumentieren eindrucksvoll die mindestens 23 Schiffe, die dort nun als Wrack auf dem Meeresgrund liegen[1].

Schild am Kap der Guten Hoffnung

Die auf einem breiten Holzpaneel nahe am Wasser angezeigten geografischen Koordinaten lauten: 34° 21′ 25″ S, 18° 28′ 26″ O-34.35694444444418.473888888889

Der Leuchtturm steht bei 34° 21′ 13,7″ S, 18° 29′ 25,4″ O-34.353818.4904.

Nautische Geschichte

Im April 1488 wurde das Kap vom portugiesischen Flottenkapitän Bartolomeu Diaz entdeckt, als er bereits (in Küstenferne) die Südspitze Afrikas umrundet hatte und sich auf dem Rückweg nach Norden befand.

Da wegen der verordneten Geheimhaltung der Entdeckerfahrt keine schriftlichen Aufzeichnungen vorliegen, ist nicht eindeutig geklärt, ob Diaz mit seinem Astrolabium das Sturmkap oder das eigentliche Südkap – Kap Agulhas (Nadelkap) – vermessen hat. Auf dem weiteren Rückweg fand er in der südlichen Walfischbucht sein zurückgelassenes Versorgungsschiff wieder, auf dem aber nur noch vier Mann am Leben waren. Daher traf die Flotte erst Ende Dezember 1488 wieder in Lissabon ein.

Name

Diaz nannte die über 20 km ins Meer vorragende Felsenzunge Cabo das Tormentas (Kap der Stürme).

Der portugiesische König Johann II. soll ihm angeblich den neuen Namen gegeben haben, da er zu Recht hoffte, dass nun der Seeweg nach Indien entdeckt sei.

Nach Untersuchungen der wenigen noch vorhandenen Dokumente sind sich Historiker heute nicht einig darüber, ob nicht schon Bartolomeo Diaz die Bezeichnung Cabo da Boa Esperança (Kap der Guten Hoffnung) verwendete.

Ein weiterer Grund für die Benennung kann in dem starken Wechsel der Küstenrichtung liegen, welche die – letztendlich richtige – Vermutung aufkommen ließ, dass das südliche Ende des Kontinents nicht mehr fern sei.

Darüber hinaus treffen hier der kalte Benguelastrom und der warme Agulhasstrom zusammen. Die im Atlantik südwärts segelnden Seefahrer konnten also eine steigende Wassertemperatur erkennen. Dies zeigte ihnen auf, dass dieses Wasser aus wärmeren Regionen stammt und die Südspitze Afrikas nicht mehr weit entfernt sein dürfte.

Eine eindeutige Klärung, woher der Name stammt, ist nicht möglich.

Auf Deutsch wurde es bis Ende des 19. Jahrhunderts vor allem als „Vorgebirge der guten Hoffnung“ bezeichnet, zwischen 1870 und 1880 wird „Kap der guten Hoffnung“ die meistverwendete Bezeichnung. Zwischen 1910 und 1920 gewinnt die Großschreibung der „Guten Hoffnung“ die Oberhand.[2]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Kap der Guten Hoffnung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Conquering the Cape, The Independent, abgerufen 7. November 2008
  2. Google Books Ngram Viewer Kap der guten Hoffnung, Kap der Guten Hoffnung, Vorgebirge der Guten Hoffnung, Vorgebirge der guten Hoffnung
-34.358118.472138888889

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