Kapellen/Erft

Kapellen/Erft

Kapellen, auch Kapellen/Erft, ist ein Stadtteil der Stadt Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss in NRW.

Zum Stadtteil Kapellen gehören die Ortsteile Gilverath, Neubrück, Gruissem und Mühlrath. Kapellen hat 5.505 Einwohner (Angabe der Stadt Grevenbroich, Stand 31. Dezember 2007).

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Ort liegt im Dreieck Köln-Düsseldorf-Mönchengladbach. Er grenzt im Westen an die Ortschaft Hemmerden, im Süden an Wevelinghoven und im Osten an Hülchrath. Im Norden von Kapellen befindet sich Neuss-Holzheim. Durch Kapellen fließt die Erft.

Geschichte

Unbestätigten Berichte zu Folge ist Kapellen als früher Rodungsort im 9. Jahrhundert anzusetzen, für den der Bau eines Gotteshauses namendgebend wurde. Wer diesen Bau und damit die Siedlung begründete, ist bis heute unbekannt.

Die erste urkundliche Erwähnung Kapellens stammt aus dem Jahr 1155. Der Ort wurde nach der „Capella St. Kosmos und Damian“ benannt. Seit 1229 gehörte Kapellen zum gräflichen Land im kurkölnischen Amt Hülchrath. Immer schon von wirtschaftlicher Bedeutung war die Erft als Antriebskraft, so zum Beispiel für die Mühle Neubrück. Bis zum Jahre 1794 gehörte Kapellen/Erft zu Kurköln. In diesem Jahre besetzten französische Truppen den Ort.

1815 kam Kapellen/Erft an das Königreich Preußen und 1816 als selbständige Gemeinde zum Kreis Grevenbroich. Später entstand das Amt Hemmerden, das aus den Gemeinden Hemmerden und Kapellen/Erft bestand. Ihr letzter Bürgermeister war Heinrich Tups (CDU) und sein Stellvertreter Wilhelm Krall (CDU).

1975 wurde Kapellen/Erft in die Stadt Grevenbroich eingemeindet.

Zur Zeit wird in Kapellen ein Neubaugebiet errichtet, durch das sich die Einwohnerzahl nahezu verdoppeln soll. Von einer Immobilienfirma wurde für dieses Neubaugebiet die wenig logische Wortschöpfung „Kapellen-Tal“ geprägt: das Neubaugebiet liegt eher an der höchsten Stelle des Ortsteils und wird auch nicht durch eine Ansammlung kleiner Kirchen charakterisiert.

Einwohnerentwicklung

Jahr 19641 19741 31.12.20052 31.12.20062 31.12.20072
Einwohner 3328 3864 5494 5521 5505

1 Heinz Ohletz: 1929-1974 Jahre Menschen Initiativen im Großkreis Grevenbroich.o.O., (1975)
2 Angaben der Stadt Grevenbroich
Siehe auch Einwohnerentwicklung von Grevenbroich

Religion

Katholische Kirche

Die katholische Kirche von Kapellen/Erft fand ihre erste Nennung im Jahre 1229. Sie war eine Eigenkirche von St. Aposteln in Köln. Die Herren von Dyck hatten anschließend das Patronat. Die spätere Zivilgemeinde Kapellen bestand ursprünglich aus zwei mittelalterlichen Kirchspielen: einmal St. Clemens in Kapellen und andererseits Johann Baptist in Gilverath. Die beiden Orte waren den Landdekanaten Bergheim und Neuss zugeordnet. Im Jahre 1804 entstand eine neue Einteilung.

Kultur und Freizeit

Neben den Sportvereinen und -clubs sind weitere Vereinigungen in Kapellen beheimatet. Beispielhaft sind hier der

  • BSV (Bürger-Schützen-Verein) Kapellen
  • NSU Quickli - Club
  • Skatclub
  • MSC (Motorsportclub) Kapellen
  • Heimatclub „Kapell'ner Junge“

genannt.

Wichtige Veranstaltungen

Das Schützen- und Heimatfest in Kapellen findet traditionell am ersten Wochenende im Juni von Samstag bis Dienstag statt.

Hervorzuheben ist der große Fackelzug, welcher sich mit allen Schützen und zahlreichen Großfackeln Samstagabend nach Eintritt der Dunkelheit in Bewegung setzt.

Ebenfalls ein imposantes Bild bietet Sonntag die große Königsparade mit anschließendem Schützenumzug, wo über 1000 Schützen und Musiker in verschiedenen Marschblöcken durch den Ort ins Festzelt ziehen.

Der Schützenplatz mit allen Attraktionen und dem großen Festzelt ist auf dem Gelände „Am Burghof“ in Kapellen beheimatet.

  • August: Schützenbiwak
  • 2009 Planung der Wiederaufnahme des Gilverather Friedensfestes

Sport

Diverse Sportvereine sind in Kapellen/Erft beheimatet. Nur beispielhaft sind hier die nachfolgenden Vereine benannt:

Sehenswürdigkeiten

Der Ziegelträger von Rudolf Meschede 1990

Von 1885 bis zu Beginn des 1. Weltkrieges betrieb der Bauunternehmer Adam Rosen in Kapellen eine Ringofenziegelei, die zeitweise bis zu 60 Arbeiter beschäftigte.
Der Ziegelträger

In der Kriegszeit 1914-1918 ruhte der Betrieb infolge der Zwangswirtschaft im Baugewerbe. Erst in den Jahren 1920-1922 wurde die Produktion langsam wieder in Gang gesetzt. 1926 wurde die Firma allerdings endgültig geschlossen. Die Gemeinde Kapellen übernahm das Gelände und erschloss es dem allgemeinen Wohnungsbau.

Die Skulptur, die von Peter Schlösser und Peter Winzen entworfen wurde, soll an die Ziegelbäcker erinnern, die in dieser Ziegelei arbeiteten.

Die Friedenskapelle







Die Friedenskapelle

Die Friedenskapelle befindet sich im Kapellener Ortsteil Gilverath. Sie wurde vom Jägerzug „Flotte Boschte“ in mühevoller Arbeit wieder restauriert.

Einrichtungen

  • Altentagesstätte
  • Freiwillige Feuerwehr – Löschzug „Kapellen“
  • 3 Kindergärten
  • Grundschule (ehem. Hauptschule)
  • Katholische Kirche
  • Evangelische Kirche

Infrastruktur und Verkehr

Bahnhof Kapellen-Wevelinghoven

Mit der Aufstockung der Gewerbeflächen im Industriegebiet Kapellen boomt die bereits gut ausgebaute Infrastruktur. Zahlreiche kleine und größere Firmen lassen sich im Bereich des Industriegebietes Kapellen nieder und machen sich die unmittelbare Nähe der A 46 zunutze.

Durch die Umwandlung von Acker- in Bauland (Großprojekt „Kapellen–Tal“) hält der Zuwanderungsboom nach Kapellen weiter an. Hier wird im Laufe der Jahre ein komplett neuer Ortsbereich entstehen.

Durch zahlreiche verschiedene Geschäfte ist man unabhängig von anderen Orten. Des Weiteren sorgt eine gute Verkehrsanbindung sowohl an die A46 als auch an die Bahnstrecke Düsseldorf-Neuss-Grevenbroich-Bedburg-Köln (Erftbahn) dafür, dass die umliegenden Großstädte schnell erreicht werden können.

Durch die strategisch gute Lage von Kapellen wird der Ausbau von weiteren Gewerbeflächen in unmittelbarer Nähe der Autobahn weiter vorangetrieben.

Söhne und Töchter

Literatur

  • Kapellen (Erft). Hrsg. vom Geschichtsverein Grevenbroich. Grevenbroich 22001 (Beiträge zur Geschichte der Stadt Grevenbroich 15).
  • Heinz Ohletz: 1929-1974 Jahre Menschen Initiativen im Großkreis Grevenbroich.o.O., (1975)

51.126916.622417Koordinaten: 51° 8′ N, 6° 37′ O


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