Karl Czok


Karl Czok

Karl Czok (* 12. März 1926 in Görlitz) ist ein deutscher Historiker.

Leben

Karl Czok ist gelernter Maschinenschlosser. Er besuchte in Leipzig die Vorstudienanstalt und spätere Arbeiter-und-Bauern-Fakultät. Nachdem er dort das Abitur abgelegt hatte, studierte Czok ab 1951 Geschichte an der Karl-Marx-Universität Leipzig. 1953 trat er als Student in die SED ein. 1957 wurde Karl Czok promoviert und habilitierte sich 1963. Zu seinen akademischen Lehrern gehörten Walter Markov, Ernst Engelberg, Heinrich Sproemberg und Hellmut Kretzschmar. An der Philosophischen Fakultät bzw. späteren Sektion Geschichte der Leipziger Universität arbeitete Czok zunächst als Lehrbeauftragter, ab 1966 als außerordentlicher Professor und seit 1969 als ordentlicher Professor für Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung. Im Jahr 1988 wurde er krankheitsbedingt emeritiert.

Karl Czok ist seit 1966 Mitglied der Historischen Kommission der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und wurde dort 1977 als ordentliches Mitglied bestellt. Im Jahr 1973 wurde er auf Empfehlung von Edith Ennen zum Mitglied der Commission Internationale pour l'Histoire des Villes und 1974 zum korrespondierenden Mitglied des Österreichischen Arbeitskreises für Stadtgeschichte gewählt. Seine hauptsächlichen Arbeitsbereiche sind die ältere Stadtgeschichte sowie sächsische Landes- und Regionalgeschichte. Für die Geschichte der mittelalterlichen Stadt prägte er den Begriff der Bürgerkämpfe. Czok versteht sich als "kritischer Marxist".

Eine Schülerin Czoks ist Sieglinde Richter-Nickel, die Leiterin des Dresdner Stadtmuseums.

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

Monografien
  • Städtische Volksbewegungen im deutschen Spätmittelalter: Ein Beitrag zu Bürgerkämpfen und innerstädtischen Bewegungen während der frühbürgerlichen Revolution. Leipzig 1963 (2 Teile).
  • Die Stadt: Ihre Stellung in der deutschen Geschichte. Leipzig; Jena; Berlin 1969.
  • Das alte Leipzig. Koehler und Amelang, Leipzig 1978.
  • Vorstädte: zu ihrer Entstehung, Wirtschaft und Sozialentwicklung in der älteren deutschen Stadtgeschichte. Akademie-Verlag, Berlin 1979 (Sitzungsberichte der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Philologisch-Historische Klasse; Bd. 121, H. 1).
  • August der Starke und Kursachsen. Koehler und Amelang, Leipzig 1987.
  • Am Hofe Augusts des Starken. Edition Leipzig, Leipzig 1989 (Herrscher, Höfe, Hintergründe).
  • August der Starke und seine Zeit: Kurfürst von Sachsen, König in Polen. Piper, München; Zürich 2006, ISBN 978-3-492-24636-1 (Ungekürzte Taschenbuchausgabe).
Herausgeberschaften
  • Geschichte Sachsens. Böhlau, Weimar 1989, ISBN 3-7400-0062-7.
  • Jahrbuch für Regionalgeschichte, Bde. 1-20, Leipzig u. a. 1965-1996.

Literatur

  • Helmut Bräuer, Karl Czok im Gespräch, in: Die Stadt als Kommunikationsraum. Beiträge zur Stadtgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Festschrift für Karl Czok zum 75. Geburtstag. Leipzig 2001. 17-34.
  • Helmut Bräuer und Elke Schlenkrich (Hrsg.): Die Stadt als Kommunikationsraum. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2001, ISBN 3-934565-72-7 (Beiträge zur Stadtgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert; Festschrift für Karl Czok zum 75. Geburtstag).
  • Jahrbuch für Regionalgeschichte 14 (1987), S. 11-14.

Weblinks



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