Karl Elsener


Karl Elsener

Karl «Charly» Elsener (* 13. August 1934 in Bülach; † 27. Juli 2010[1] in Zürich) war ein Schweizer Fussballtorwart, der 1956 mit dem Grasshopper-Club Zürich die Meisterschaft in der Nationalliga A gewann und 34 Spiele in der Schweizer Fussballnationalmannschaft in den Jahren 1958 bis 1966 bestritt.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Verein, 1944–1970

Das Fussballspiel erlernte Karl «Charly» Elsener bei den Junioren des FC Wallisellen.[2] In der Saison 1951/52, noch im Juniorenalter, hütete er das Tor des damaligen 3.-Liga-Vereins. Auf die Saison 1953/54 hin wechselte er in die Nationalliga B zum FC Winterthur. Ein Jahr später folgte der Wechsel zu den Grasshoppers in die Nationalliga A, wo er erste Erfolge feierte. Die Vizemeisterschaft von 1954 ging dem Double-Gewinn des Jahres 1956 voraus. Es folgten die zwei Vizemeistertitel von 1957 und 1958. In den Jahren 1958 und 1963 spielte er die Pokalfinalspiele gegen Young Boys Bern und den FC Basel, verlor aber beide Endspiele. An der Fussballweltmeisterschaft 1962 nahm er als Spieler von Grasshopper Club Zürich und an der WM 1966 als Spieler von Lausanne-Sport teil.

Nationalmannschaft, 1958–1966

Am 16. April 1958 debütierte Karl Elsener mit 23 Jahren in der Nationalmannschaft beim Spiel in Paris gegen Frankreich. Das Spiel endete mit 0:0 und damit war sein Einstand als Torhüter geglückt. Zum ersten Höhepunkt wurden die Qualifikationsspiele zur Fussball-Weltmeisterschaft 1962 in Chile. Im Jahre 1961 fanden die entscheidenden Begegnungen gegen Schweden statt. Durch das 3:2 im Rückspiel am 29. Oktober 1961 in Bern ertrotzten sich die Eidgenossen ein Entscheidungsspiel gegen den WM-Finalisten von 1958. Das Spiel wurde am 12. November 1961 in Berlin ausgetragen. Da durch die negativ publizierten Begleitumstände des Halbfinalspieles der WM 1958 des Gastgebers gegen den Titelverteidiger Deutschland noch immer Vorbehalte gegen die Skandinavier in Deutschland überwogen, hatte die Schweiz ein «Heimspiel». Die Berliner waren der 12. Mann der Schweizer beim 2:1-Sieg gegen die favorisierten Schweden. Ohne die Klassestürmer Kurt Hamrin und Lennart Skoglund, zwar noch mit den Abwehrrecken Orvar Bergmark und Bengt Gustavsson, waren die Spieler mit den drei Kronen auf der Brust nicht mehr zu den Leistungen der WM-Tage von 1958 in der Lage. Rückhalt des Schweizer Teams war der souverän agierende Torhüter Karl Elsener.

In den drei Gruppenspielen bei der Weltmeisterschaft 1962 gegen Chile, Deutschland und Italien überzeugte der Torhüter Zuschauer und Fachleute in gleicher Weise. Er war der überragende «Goalie» der Mannschaft von Trainer Karl Rappan. Heribert Meisel, österreichischer Journalist mit internationalem Ruf, nahm Karl Elsener in seinem Buch über das WM-Turnier 1962 im Südwest Verlag in München sogar in sein «Welt-Team» auf. Auch bei den Qualifikationsspielen zur Weltmeisterschaft 1966 gegen Nordirland, Albanien und Holland war die Qualität des Torhüterspiels von Elsener mitentscheidend für den Erfolg des Teams von Trainer Alfredo Foni. Am 15. Juli 1966 beim Gruppenspiel gegen Spanien in Sheffield, die Schweiz verlor mit 1:2 Toren, beendete er nach 34 Einsätzen in der Nationalmannschaft seine internationale Karriere. Nochmals machte er es den gegnerischen Stürmern – Francisco Gento, Amancio, Luis del Sol und Luis Suárez – mit reaktionsschnellen Paraden schwer, zu einem Torerfolg zu kommen.

Ende der Karriere

Im Jahre 1968 beendete Karl Elsener seine Karriere im Spitzenfussball. Nach den Stationen Grasshoppers, La Chaux-de-Fonds, Winterthur, Grenchen, Lausanne Sports und FC Luzern, spielte er mit 42 Jahren noch in der 2. Liga beim Zürcher Quartierverein Höngg. Der gelernte Heizungszeichner kämpfte in den letzten Jahren mit gesundheitlichen Problemen, betrieb aber dennoch in seinem Heim in Schwamendingen einen kleinen Weinhandel. Und nie verpasste er den monatlichen Stamm im Restaurant Wiesental in Winkel ZH mit Weggefährten wie Hansruedi Fuhrer, Peter Wäspe, Bruno Gabrieli, Rafael Pusterla oder Ernst Meyer.

Elsener verstarb am 27. Juli 2010 an einer Lungenentzündung in Zürich. An der Abdankung in Schwamendingen nahmen über 200 Personen teil.[3]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Todesanzeige im Tages-Anzeiger vom 31. Juli 2010
  2. FC Wallisellen. Website des FC Wallisellen
  3. «Fussballverband schickte für meinen Charly nicht einmal eine Trauerkarte» im Tages-Anzeiger vom 6. August 2010

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