Karl Lohmeyer


Karl Lohmeyer
Sein Grab auf dem Saarbrücker Friedhof St. Johann

Karl Lohmeyer (* 21. Januar 1878 in Saarbrücken; † 8. November 1957 ebenda) war ein deutscher Kunsthistoriker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Lohmeyers Vater Carl stammte aus einer Wuppertaler Textilfabrikantenfamilie, weswegen Karl jun. nach dem Abitur am Saarbrücker Gymnasium 1897 eine kaufmännische Ausbildung in Barmen begann. Nach dem einjährig-freiwilligen Militärdienst führten ihn mehrjährige Auslandsaufenthalte u.a. nach Genf und Neapel, wo er seine bereits vorhandenen kunsthistorischen Interessen vertiefen konnte. 1906 ließ er sich als Kaufmann in Heidelberg nieder, studierte aber nebenbei Kunstgeschichte, Geschichte und Volkskunde an der dortigen Universität.

1912 wurde Lohmeyer zum ersten hauptamtlichen Direktor der Städtischen Kunst- und Alterthümersammlung zur Geschichte Heidelbergs und der Pfalz in Heidelberg berufen. Durch zahlreiche Ausstellungen und die Veröffentlichung einschlägiger Werke steigerte er die Bedeutung des Museums erheblich, das 1921 auf Lohmeyers Vorschlag den Namen Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg erhielt.

1931 ging Lohmeyer in den vorzeitigen Ruhestand, versah das Amt des Museumsdirektors aber noch bis 1934 ehrenamtlich. Danach verlegte er seinen Wohnsitz zurück nach Saarbrücken, wo er sich ganz volkskundlichen und kunsthistorischen Forschungen in dieser Region widmete. Die Universität des Saarlandes ernannte ihn zu ihrem ersten Ehrendoktor. Anlässlich seines 75. Geburtstages verlieh ihm die Stadt Saarbrücken die Ehrenbürgerwürde.

Werk

Verdient gemacht hat sich Karl Lohmeyer insbesondere um die Wiederentdeckung der Malerei des „Heidelberger Barocks“ aus der Zeit Johann Wilhelms sowie der „Heidelberger Romantik“ mit Malern wie Carl Rottmann, Karl Philipp Fohr, Ernst Fries und Bernhard Fries.

Lohmeyer gilt ferner als Wiederentdecker des Saarbrücker Barockbaumeisters Friedrich Joachim Stengel, über den er 1908 seine erste Publikation sowie 1911 eine bis heute als Standardwerk geltende Monografie veröffentlichte. Auch seine in den Jahren 1911–21 erschienene Edition der Briefe Balthasar Neumanns war epochemachend, weil sie eine langanhaltende Diskussion über den Planungsprozess der Würzburger Residenz entfachte.

Ehrungen

  • Dr. Ing. h.c. der TU Karlsruhe (1921)
  • Dr. phil. h.c. der Universität Heidelberg
  • Kommandeurkreuz des Hausordens des Königs Adolf von Nassau (1931)
  • Dr. phil. h.c. der Universität Saarbrücken
  • Großherzoglich-Luxemburgischer Geheimer Hofrat
  • Ehrenbürger der Stadt Saarbrücken (1952)
  • Ehrenbürger der Stadt Heidelberg (1953)
  • Ehrenbürger der Stadt Ottweiler (1953)

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Friedrich Joachim Stengel. Düsseldorf 1911 (ND 1982)
  • Heidelberger Maler der Romantik. 1935
  • Südwestdeutsche Gärten des Barocks und der Romantik mit ihren in- und ausländischen Vorbildern. 1938.
  • Die Sagen der Saar von ihren Quellen bis zur Mündung. Minerva-Verlag, Saarbrücken 1954 (2. Auflage 1964).
  • Die Sagen der Saar – Ergänzungsband. Minerva-Verlag, Saarbrücken 1955.

Literatur

Weblinks


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