Kennfarbe


Kennfarbe

Eine Kennfarbe ist eine bestimmte Signalfarbe, die der Möglichkeit der Kennzeichnung – also der direkten Assoziation oder Zuordnung – zu einer bestimmten Gruppe dient. Ein Satz von Kennfarben und die zugehörigen Regeln bilden eine Farbkennzeichnung (Farbcode).

Inhaltsverzeichnis

Politik und Gesellschaft

Kennfarben dienen etwa zur Kennzeichnung von politischen Gruppierung oder einem Verein. Dann sind die Kennfarben auch oft mit bildlichen Symbolen verbunden.

Bekannte Beispiele für politische Kennfarben sind:

Kennfarben sind auch in Heraldik und Vexillologie verbreitet, finden sich also in Wappen oder Flaggen der jeweiligen Organisationen oder Gruppen wieder:

In sonstigem kulturellen Kontext:

Viele Unternehmen nutzen Kennfarben zur einfacheren Identifikation ihrer Produkte im Zuge ihres Corporate Design, z. B. die Deutsche Bahn (siehe hierzu etwa RAL-Farbsystem, mit einigen typischen Kennfarben einzelner Organisationen)

Technische Farbkennzeichnung

Neben der Auswahl bestimmter Farben umfasst ein Farbcode auch die Syntax, also die Vorschriften, wie die Farben zueinander anzuordnen sind, um eine gewisse Zuordnung zu erzielen. Dabei können die Kennfarben dann auch eine stellungsabhängige Bedeutung erhalten. In diesem Sinne kann ein Farbcode als rudimentäre Sprache gelten.

Farbkennzeichnungssysteme spielen in vielen Bereichen menschlicher Information, Kommunikation und Dokumentation eine wichtige Rolle. Im sozialwissenschaftlichen Kontext sind sie Teil der nonverbalen Kommunikation.

Beispiele:

  • Kennfarben für Bedienteile und Anzeigeleuchten nach IEC/EN 60073 (VDE 0199), IEC/EN 60204-1 (VDE 0113 Teil 1)
  • Farbliche Markierungstandards von einzelnen Adern eines Elektrokabels (Energieversorgung) zur Kennzeichnung des Potentialbezugs der jeweiligen Ader grüngelb, schwarz, blau (z.B. DIN VDE 0293-308) mit dem Hauptzweck einer Kenntlichmachung gefährlicher spannungsführender Kontakte.
  • Farbliche Markierungstandards von einzelnen Adern eines Elektronikkabels zur Nachrichtenübertragung (Telefonkabel) oder Datenübertragung (TIA-568, DIN EN 0815) zur Kennzeichnung der Signalzugehörigkeit mit dem Hauptzweck der zeitsparenden Installation und der Ausnutzung der bestmöglichen Störfestigkeit des Kabels.[1]
  • Bei PCs die ansonsten gleichartigen PS/2-Buchsen für Eingabegeräte: violett für Tastatur, grün für die Maus
  • Bei PCs die ansonsten gleichartigen Klinken-Buchsen für Audiogeräte: rosa für Mikrofon, blau für Line-In, grün für Kopfhörer-Ausgang, weitere Buchsen siehe bei Soundkarte
  • Kopfhörer-Stecker in Stereo-Cinch-Ausführung: Der rechte Audiokanal ist immer rot codiert, wegen des gemeinsamen Buchstabens R. Bei frühen Ausführungen ist der linke Audiokanal gelb codiert, wieder wegen des gemeinsamen Buchstabens L. Wenn allerdings gleich benachbart auch noch ein Composite-Video-Anschluss (s. u.) existiert, der meistens auch in gelb codiert ist, weicht der linke Audiokanal auf schwarz oder auch weiß aus.
  • Allgemein Audio-Stereo-Cinch-Steckverbinder: rechter Kanal immer rot, linker gelb oder schwarz oder weiß (siehe oben bei Kopfhörer-Steckern)
  • Composite-Video-Cinch-Steckverbinder: meistens gelb

Farbkennzeichnung in Diagrammen und anderen Abbildungen

  • Farbskalen in geographischen Karten für Höhen, Vegetation, geologischen Aufbau

Literatur

  • John Gage: Kulturgeschichte der Farbe. Von der Antike bis zur Gegenwart. Seemann, 1994 (Originaltitel: Color and Culture: Practice and Meaning from Antiquity to Abstraction), ISBN 978-3363009729 (Bulfinch Press, Oktober 1993, ISBN 978-0-8212-2043-6).

Einzelnachweise

  1. Farbcodes für Glasfaser- und Bündeladerkabel

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