Keno ten Broke

Keno ten Broke

Die tom Brok (auch: tom Broke, tom Brook, tom Broek, ten Brok, ten Broke) waren ein mächtiges ostfriesisches Häuptlingsgeschlecht, ursprünglich aus dem Norderland. Unter den friesischen Häuptlingsfamilien versuchten die tom Brok seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts Ostfriesland zu beherrschen. Die Familie der tom Brok starb 1435 aus.

Aufstieg und Fall

Als die Familie Kenesma in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Brokmerland die Häuptlingswürde zugesprochen bekam, benannte sie sich in tom Brok um. Frühester historisch belegter Vertreter der Familie ist Keno. Er zählte zu den alljährlich gewählten Consules des Norderlandes. Er besaß um 1200 eine Burg in Norden und einen Redgerhof in Engerhafe, der dem Besitzer das Recht zur Ausübung des Richteramtes gab. Nach seinem Tode erbte sein Sohn Keno die Burg in Norden, sein Sohn Hilmer den Redgerhof in Engerhafe. Hilmers Sohn Keno Hilmerisna wurde schließlich von den Brookmerländern zum Häuptling gewählt. Er war der erste, der sich tom Brok nannte. 1361 führte er das Landesaufgebot gegen Edo Wiemken an und wurde 1371 erstmals Häuptling des Brokmerlandes. Des Weiteren gehörte er zu den alljährlich gewählten vier Consules des Norderlandes.

Kenos Sohn Ocko I. (13761391) wird am Hof von Neapel zum Ritter geschlagen und weitet den Besitz um das Norderland aus. 1379 wird das Emsigerland nördlich von Emden in Besitz genommen, das Harlingerland und das Auricherland ebenso. In der Folgezeit wird das Auricherland mit seiner Burg in Aurich zum Zentrum der Herrschaft der tom Brok. 1381 trägt Ocko I. Herzog Albrecht von Bayern als Grafen von Holland seine Herrschaft als Lehen an. Dies sahen die Ostfriesen als Verletzung der friesischen Freiheit und Ocko I. wurde vor seiner Auricher Burg ermordet.

Ockos Witwe Quade Foelke übernahm zunächst für den Sohn Witzel vormundschaftlich die Regierung. Dieser nahm, nachdem er die Souveränität erlangt hatte, die Vitalienbrüder unter Klaus Störtebecker auf und bot ihnen einen Rückzugsraum in Ostfriesland. Witzel starb in der Kirche zu Detern den Feuertod durch einen von Kriegern des Erzbischofs von Bremen, des Grafen von Oldenburg und anderer Verbündeter gelegten Brand. Dies veranlasste die Hanse zum Eingreifen gegen die Vitalienbrüder um 1400.

Nachfolger Witzels war Keno II., der den Emder Häuptling Hisko Abdena 1413 besiegte. 1415 weitete er seine Herrschaft auch auf das westliche Friesland aus. 1400 zwang die Hanse ihn das Bündnis mit den Seeräubern aufzugeben.

Kenos Sohn Ocko II. erbte derart große Herrschaftsgebiete, dass er sich Häuptling von Ostfriesland nennen konnte. Er festigte 1421/22 durch den Sieg des mit ihm verbündeten Häuptlings Focko Ukena seine Herrschaft in Westfriesland und Emden. In der Folgezeit kam es jedoch zwischen Focko Ukena und Ocko tom Brok zu Streitigkeiten, die in offene Kriegshandlungen übergingen. Nach einem ersten Sieg des ostfriesischen Häuptlings Focko Ukena über Ocko II. bei Detern 1426 verbündete sich Focko mit dem Bischof von Münster und zahlreichen ostfriesischen Häuptlingen gegen den auf das Brokmerland beschränkten Ocko und schlug ihn am 28. Oktober auf den Wilden Äckern zwischen Oldeborg und Marienhafe endgültig. Er wurde nach Leer gebracht und blieb vier Jahre lang inhaftiert. 1435 verstarb er machtlos als Letzter seines Geschlechts in Norden.

Literatur

  • Coldewey, Dettmar, Heimatkundliche Daten. Wilhelmshaven 1960
  • Houtrouw, Ostfriesland. Eine geschichtlich - ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit. Aurich 1889
  • Wiarda, Ostfriesische Geschichte, 11 Bde., Aurich 1791 - 1819

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