Khyber-Pass


Khyber-Pass
Karte mit dem Chaiber-Pass

Der 1.070 m hohe Chaiber-Pass (auch: Khaiberpass, englisch: Khyber Pass) ist der wichtigste Bergpass des Hindukusch und eine geographisch, historisch und wirtschaftlich wichtige Verbindung zwischen Zentralasien und dem indischen Subkontinent.

Geographie

Er verläuft im Grenzgebiet der heutigen Staaten Afghanistan und Pakistan und verbindet die afghanische Hauptstadt Kabul mit der pakistanischen Grenzstadt Peschawar. Der Pass dient als Umgehungsweg der Schluchten des Kabulflusses (Darja-je-Kabul), der das Hochland um Kabul zum Indus hin entwässert.

Seit vielen Jahrhunderten bewohnen und kontrollieren paschtunische Stämme die Region des Chaiberpasses.

Geschichte

Der Pass stellt schon seit dem Altertum die wichtigste Verbindung in die indischen Tiefebenen dar. Über ihn wanderten die indogermanischen Indoiraner in Indien ein, und Alexander der Große hat ihn benutzt und seine strategische Bedeutung erkannt. Die Muslime brachten so den Islam nach Indien. Auch Marco Polo ist vermutlich über diesen Pass nach Peschawar gekommen. Der südliche Arm der Seidenstraße von Buchara nach Indien nutzt diese Strecke.

Blick Richtung Pakistan

Seit dem 16. Jahrhundert verlor der Übergang durch die zunehmende Bedeutung der Seefahrt seine beherrschende Stellung. Im 19. Jahrhundert geriet der Pass unter britische Kontrolle. Im Ersten Anglo-Afghanischen Krieg wurde hier, im Januar 1842, das von Kabul nach Indien abziehende britische Heer vollständig vernichtet. Im Krieg von 1878 bis 1880 wurde der Pass schon im November 1878 von den Briten besetzt. Ende des 19. Jahrhunderts war der östliche Teil zwischen Ali Masdschid und Dschalalabad dann in den Händen der Afridi.

Seit der Unabhängigkeit Pakistans (1947) wird er von Islamabad aus verwaltet, obwohl geographisch gesehen der größte Teil des Passes in Afghanistan liegt.

1920–1925 wurde der Chaiber-Pass durch eine Bahnlinie von Pakistan aus erschlossen. Diese wurde von der britischen Besatzung aus militärischen Gründen gebaut, um schnell Truppen in das Grenzgebiet zu Afghanistan verlegen zu können. Die Strecke führt durch zahlreiche Tunnel und weist auch zwei Spitzkehren auf.

Ab 1980 war der Pass durch den Afghanistan-Konflikt praktisch unbenutzbar, auch der Eisenbahnverkehr wurde eingestellt. Heute wird versucht, das Gebiet touristisch zu nutzen, vor allem von Pakistan aus. Dafür wurde auch die Bahnstrecke wieder in Betrieb genommen.

34.1171.111070Koordinaten: 34° 7′ N, 71° 7′ O


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