Kia Magentis


Kia Magentis
Kia Magentis
Hersteller: Kia Motors
Produktionszeitraum: seit 2001
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Stufenheck, viertürig
Vorgängermodell: Kia Clarus
Nachfolgemodell: keines

Der Kia Magentis (in den USA Optima, ab 2010 auch in Europa; in China und Südkorea Lotze (Hangeul: 기아 로체) bzw. ab der dritten Generation K5) ist eine Stufenheck-Limousine des koreanischen Automobilherstellers Kia, die in der Mittelklasse angesiedelt ist. Er basiert auf der gleichen Plattform wie der Hyundai Sonata. Der Magentis ist das Nachfolgemodell des Kia Clarus.

Inhaltsverzeichnis

Magentis GD (2001–2005)

1. Generation
Kia Magentis (2001–2003)

Kia Magentis (2001–2003)

Produktionszeitraum: 2001–2005
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,7 Liter
(100–136 kW)
Länge: 4719 mm
Breite: 1816 mm
Höhe: 1410 mm
Radstand: 2700 mm
Leergewicht: 1477–1577 kg
Sonstige Messwerte
CO2-Emission: 216–257 g/km
Kraftstoffverbrauch, kombiniert: 9,0–10,8 l/100 km
Sterne im Euro NCAP-Crashtest Nicht getestet
Sterne im US NCAP-Crashtest[1] Vier Sterne im US NCAP-Crashtest

Mitte 2001 startete der Magentis als Nachfolger des Clarus. Er war mechanisch mit dem Schwestermodell Hyundai Sonata baugleich. Beide verfügten nur im Front- und Heckbereich über Unterschiede im Design, Seitenlinie und Interieur waren großteils identisch.

Im Herbst 2003 erhielt das Modell im Zuge einer optischen Modellpflege das interne Kürzel GD II, äußerlich erkennbar durch die für damalige Kia-Modelle charakteristischen Doppelscheinwerfer (siehe Kia Shuma), die hier eine Ähnlichkeit mit Mercedes-Benz-Modellen betonten. Der Innenraum erhielt eine neue Mittelkonsole, die von einem Zierrahmen in nun dunklerer Wurzelholzoptik vertikal umlaufen wurde. Zuvor war dieses großflächig und ohne Umrahmung eingesetzt worden. Auch das unverändert in Leder gefaßte Lenkrad erhielt in manchen europäischen Märkten Einsätze der dunklen Holzoptik. 2004 wurde der vertikale „Wasserfallgrill“ gegen dezentere, horizontale Chromleisten getauscht, 2005 wurden wie beim Kia Rio die orangen Blinkereinsätze entfernt und dafür die Leuchtmittel selbst orange eingefärbt.

Aufgrund der Gußbauweise des Vier- und der Aluminiumbauweise des Sechszylindermotors wiegen beide fast gleich viel, Gewichtsunterschiede sind daher rein ausstattungsbegründet.

Die Einzelradaufhängung ist vorn mit beiderseits zwei Dreieckslenkern und hinten einem Querstabilisator und Mehrlenkerhinterachse sowie rundum Sachs-Gasdruckstoßdämpfern ausgeführt[2]. Die Hinterachse verfügt zudem über eine im Prospekt des Faceliftmodells erwähnte dynamische Vorspursteuerung für bessere Kurvenstabilität[3]. Die aktive Sicherheit umfasst eine elektronische Bremskraftverteilung als Teil des 4-Kanal-ABS und eine Traktionskontrolle (letztere nicht in der Basisausstattung LX). Ein ESP fehlte. Für die passive Sicherheit sind zwei Front- und zwei Seitenairbags in allen Versionen enthalten. Komfortseitig sind als Besonderheiten die „Solar-Verglasung“ mit UV- und infrarotdämmender Wirkung, sowie die erstmals erhältliche Umluftautomatik AQS („Air Quality System“, nicht in der Basisversion LX) für das Umschalten auf Innenraumluft während zu hoher Abgasdichte in der Ansaugluft zu erwähnen[4]. In der Faceliftversion wurde zudem der Fahrersitz angehoben.

Magentis MG (2005–2010)

2. Generation
Kia Magentis (2005–2009)

Kia Magentis (2005–2009)

Produktionszeitraum: 2005–2010
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,7 Liter
(106–138 kW)
Dieselmotor:
2,0 Liter (103 kW)
Länge: 4735 mm
Breite: 1805 mm
Höhe: 1480 mm
Radstand: 2720 mm
Leergewicht: 1483–1687 kg
Sonstige Messwerte
CO2-Emission: 158–215 g/km
Kraftstoffverbrauch, kombiniert: 6,0–9,1 l/100 km
Sterne im Euro NCAP-Crashtest[7] Vier Sterne im Euro NCAP-Crashtest
Sterne im US NCAP-Crashtest[8] Fünf Sterne im US NCAP-Crashtest

Am 10. November 2005 startete die neue Generation des Magentis, die sich äußerlich stark von der vorherigen Modellgeneration unterschied. Auch die Unterschiede zum Parallelmodell Hyundai Sonata sind offensichtlicher und werden durch eine separate Plattform unterstrichen. Diese hat einen längeren Radstand und vorn eine MacPherson- anstelle der Doppelquerlenkerradaufhängung des Sonata[9].

Der Magentis wurde mit einem 2,0-l-Vierzylinder-Motor mit 106 kW (144 PS), einem 2,4 l mit 118 kW (160 PS, nicht in Europa) und einem 2,7 l V6 mit 138 kW (188 PS, nur mit Automatikgetriebe) und erstmals auch mit einem 2,0-l-Common-Rail-Dieselmotor mit 103 kW (140 PS) angeboten. Die Sicherheitsausstattung wurde auch verbessert, so dass der Magentis nun über sechs Airbags, ABS und ESP serienmäßig verfügt. Im EuroNCAP-Crashtest erhielt er vier von fünf möglichen Sternen.

Modellpflege

Das im Juni 2008 in Korea vorgestellte und seit Januar 2009 auch in Deutschland erhältliche Modell gewann im Rahmen einer Überarbeitung 8 cm an Außenlänge und erhielt eine neu gestaltete Front- und Heckpartie sowie den von Peter Schreyer entworfenen, markentypischen „Tiger Nose“-Kühlergrill. Ausstattungsseitig sind in manchen Märkten nun LED-Rückleuchten, Lenkrad-Schaltwippen und in der jeweiligen Topausstattung ein Smart Key zum schlüssellosen Einstieg in das Fahrzeug verfügbar[10]. Das überarbeitete Modell wurde zunächst auf der New York International Auto Show im März 2008 gezeigt und verfügt über neue Optionen wie z.B. einen Startknopf. Die Leistung des 2,4-l-Vierzylinders wurde von 120 kW auf 129 kW bei gleichzeitig geringerem Verbrauch gesteigert. Auch der V6-Motor wurde leicht überarbeitet und seine Leistung auf 142 kW gesteigert. Bis auf Smart Key und Schaltwippen wurden die Neuerungen im koreanischen Markt bereits 2007 für das alte Außendesign eingeführt.

Ende 2010 wurde die Produktion des Magentis der zweiten Generation eingestellt.

Optima TF (seit 2010)

3. Generation
Kia Optima (seit 2010)

Kia Optima (seit 2010)

Produktionszeitraum: seit 2010
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,4 Liter
(150–204 kW)
Dieselmotor:
1,7 Liter
Länge: 4845 mm
Breite: 1835 mm
Höhe: 1455 mm
Radstand: 2795 mm
Leergewicht: 1454–1535 kg

Auf der New York Auto Show wurde im April 2010 die neue Generation vorgestellt. Diese wird, wie schon die früheren Generationen in Nordamerika, nun auch in Deutschland Kia Optima heißen.[13]

Nach Europa soll die neue Generation im Frühjahr 2012 kommen. Die zuvor avisierte Premiere 2011 wurde aufgrund von Lieferengpässen der bestehenden Modellpalette verschoben.[14]

Ihr Design, dass sich mit markanteren Linien deutlich vom Vorgänger abhebt, stammt aus der Hand von Peter Schreyer. Es wurde 2011 mit dem „red dot“ und „iF product design award“ ausgezeichnet.[15][16] Zusammengestellt wurde es in Frankfurt (Main) und Irvine (Kalifornien)[17]. Technisch basiert der Optima auf der neuen Generation des Hyundai Sonata. Sein Vorgänger basierte noch auf der nur für Kia verwendeten „MG„-Plattform, auf welcher auch der Kia Carens III basiert (ihr Name hat nichts mit der Automarke MG zu tun).[18]

Heckansicht

Wie der Sonata wird das Fahrzeug auf verschiedenen Märkten mit Ottomotoren mit 2,0 L (164 PS) und 2,4 L (175 PS), sowie einer Direkteinspritzervariante des größeren Hubraums (201 PS) und schließlich einer Turbo-Direkteinspritzer-Variante des 2,0-l-Motors (278 PS) angeboten. Alle diese Motoren entstammen derselben Baureihe. Ab 2011 ist in den USA und Kanada auch eine Voll-Hybrid-Version des Optima mit 209 PS erhältlich[19]. In Europa könnte dieser oder der Dieselhybrid des Schwestermodells Hyundai i40 angeboten werden[20]. Für Europa fest eingeplant ist neben einem neuentwickelten 2,0-l-Ottomotor mit 170 PS auch ein 1,7-l- Dieselmotor mit 115 PS, beide mit sechsstufigen Schalt- oder Automatikgetrieben kombiniert[21]. Aufgrund des Verzichts auf V6-Motoren konnte auch der vordere Hilfsrahmen vereinfacht werden, sodass das Fahrzeug durch Gewichtseinsparungen insgesamt deutlich weniger als sein Vorgänger wiegt.

Neben erstmalig für den Optima erhältlichen LED-Tagfahrlicht verfügen auch die Rückleuchten wieder über optionale LED-Beleuchtung. Diese war im Vorgänger nur in Südkorea erhältlich. Gegenüber dem Vorgänger kommen die Optionen für Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Berganfahrhilfe, Reifendruckkontrollsystem, klimatisierte Vorder- und beheizbare Fondsitze, ein beheizbares Lenkrad und ein Panoramadach hinzu. Die drei letztgenannten Elemente sind dabei nicht im Sonata erhältlich[22]. Für dessen Europa-Variante Hyundai i40 sind indes, anders als im Optima, zusätzlich Einparkautomatik, Xenon- und Kurvenlicht sowie ein aktiver Spurhalteassistent erhältlich[23].

Für Europa wird zudem erstmals seit langem von einem Kia-Mittelklassewagen eine Kombiversion angeboten werden. Die Kombiversion des Kia Clarus, dem Vorläufer des Magentis, wurde 2001 eingestellt. Diese wird von einer möglichen Coupéversion für den nordamerikanischen Markt ergänzt[24].

Einzelnachweise

  1. Crashtest results. US NCAP, abgerufen am 29. August 2010 (englisch).
  2. Sachs-Gasdruckstoßdämpfer Magentis GD und Sonata EF
  3. Vorteile einer dynamischen Vorspursteuerung
  4. Kia Magentis Prospekt
  5. In eckigen Klammern mit Automatikgetriebe
  6. Kia Magentis Prospekt
  7. Crashtest results. Euro NCAP, abgerufen am 29. August 2010 (deutsch).
  8. Crashtest results. US NCAP, abgerufen am 29. August 2010 (englisch).
  9. Plattformunterschiede zwischen Magentis und Sonata
  10. Smart Key im Kia Magentis
  11. In eckigen Klammern mit Automatikgetriebe
  12. Kia Webseite
  13. autobild.de - New York Auto Show 2010
  14. autohaus.de - Verzögerung des Optima Europastarts
  15. Auszeichnung des Optima mit dem red dot design award
  16. Auszeichnung des Optima mit dem iF product design award
  17. Pressemappe zum Optima III
  18. MG-Plattform
  19. Markstart des Optima Hybrid
  20. Hyundai i40 Dieselhybrid
  21. Motoren im europäischen Optima III
  22. Ausstattungsvergleiuch Kia Optima / Hyundai Sonata
  23. Optionen im Hyindai i40
  24. Karrosserievarianten des Optima III

Weblinks

 Commons: Kia Magentis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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