Kirchspiel Schleife


Kirchspiel Schleife
Wappen Deutschlandkarte
Die Verwaltungsgemeinschaft Schleife führt kein Wappen
Verwaltungsgemeinschaft Schleife
Deutschlandkarte, Position der Verwaltungsgemeinschaft Schleife hervorgehoben
51.53333333333314.5333333333337Koordinaten: 51° 32′ N, 14° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Görlitz
Fläche: 88,38 km²
Einwohner: 5130 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Verbandsgliederung: 3 Gemeinden
Adresse der Verbandsverwaltung: Friedensstraße 83
02959 Schleife
Webpräsenz:
Verwaltungsvorsitzender: Reinhard Bork
Lage der Verwaltungsgemeinschaft Schleife im Landkreis Görlitz
Karte

Die Verwaltungsgemeinschaft Schleife ist eine sächsische Verwaltungsgemeinschaft im Nordosten des Landkreises Görlitz an der Grenze zum Land Brandenburg. Ihr Sitz ist in der Gemeinde Schleife. Die Verwaltungsgemeinschaft ist die politisch-geografische Eingrenzung der Schleifer Region, die je nach Auslegung auch mit dem Kirchspiel Schleife gleichgesetzt wird.

Inhaltsverzeichnis

Mitgliedsgemeinden

Die sieben Dörfer der Verwaltungsgemeinschaft sind historisch eng miteinander verbunden. In ihnen wurde ursprünglich der Schleifer Dialekt der sorbischen Sprache gesprochen und die Schleifer Tracht getragen. Weiterhin gehörten sie zum 1874 gebildeten „Amtsbezirk Muskau III“, der bis 1908 auf diese sieben Landgemeinden (sowie vier Gutsbezirke) verkleinert und 1933 in „Amtsbezirk Schleife“ umbenannt wurde.[2] Durch Eingemeindungen zwischen 1995 und 1999 wurde die Zahl der Gemeinden von sieben auf drei reduziert.

Die Verwaltungsgemeinschaft wurde zum 7. Juli 1995 von sechs Gemeinden gegründet. Trebendorf schloss sich ihr zum 16. November 1996 an. In ihrer heutigen Form besteht sie seit dem 1. Januar 1999.

deutscher Ortsname sorbischer Ortsname Gemeinde Einwohner Fläche in km²
Groß Düben Dźěwin Groß Düben 649 8,28
Halbendorf Brězowka Groß Düben 541 6,28
Mulkwitz Mułkecy (Mułkoce) Schleife 256 7,36
Mühlrose Miłoraz Trebendorf 235 19,74
Rohne Rowno (Rowne) Schleife 553 19,71
Schleife Slepo (Slěpe) Schleife 1971 14,80
Trebendorf Trjebin Trebendorf 814 12,21

Anmerkungen:

  • In Klammern angegebene Ortsnamen sind vom Obersorbischen abweichende Namen im Schleifer Dialekt.
  • Die Einwohnerzahlen der einzelnen Dörfer stammen vom Meldeamt Schleife (Stand 31. Dezember 2007) und weisen auf Grund unterschiedlicher Berechnungsvorschriften in ihrer Summe eine Abweichung zu den Einwohnerzahlen der Gemeinden auf, die vom Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen herausgegeben werden.

Kirchspiel Schleife

Die spätgotische Kirche in Schleife ist eines der Wahrzeichen der Schleifer Region

Das Kirchspiel (auch Parochie) setzt sich aus den sieben Dörfern der Verwaltungsgemeinschaft sowie dem brandenburgische Dorf Lieskau zusammen. Bis 1914 gehörten der Mühlroser Ortsteil Ruhlmühle und der rechtsseitig der Spree gelegene Teil Neustadts zum Schleifer Kirchspiel. Danach wurden diese Orte nach Spreewitz eingepfarrt.

Geographie

Das Verwaltungsgebiet ist geprägt durch eine ausgedehnte Seen- und Waldlandschaft. Die Struga fließt in nordwestlicher Richtung durch Trebendorf, Schleife, Rohne und Mulkwitz zur Spree hin. Die Spree schneidet das Gemeindegebiet auf ihrem Weg nach Norden im Mühlroser Dorfteil Ruhlmühle. Die nächstgrößeren Städte sind Weißwasser (etwa 5 km südlich) und Spremberg (etwa 13 km östlich).

Verkehr

Von den einstmals durch das Verwaltungsgebiet führenden Bahnstrecken ist nur noch die Bahnstrecke Berlin–Görlitz mit dem Schleifer Bahnhof für den Verkehr relevant. Der Bahnhof in Halbendorf an der ehemaligen Bahnstrecke Weißwasser–Forst ist verlassen, die Schienen wurden demontiert. Die Kleinbahnstrecke der Waldeisenbahn Muskau von Weißwasser zur Tongrube im Tiergarten (zwischen Mühlrose und Trebendorf) existiert zwar noch, ist jedoch nicht für den öffentlichen Personenverkehr zugelassen.

Zwischen Spremberg und Weißwasser tangiert die Bundesstraße 156 das Verwaltungsgebiet. Die Gemeindeverwaltungen lehnen den Trassenentwurf der geplanten B 160 durch das Verwaltungsgebiet ab, da dieser – neben dem herannahenden Tagebau – zu stark in das Siedlungsgebiet einschneiden würde.

Tagebau

Die Gemeinden liegen im Oberlausitzer Bergbaurevier. Bereits in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde im Tagebau Trebendorfer Felder Kohle gefördert. Aus seinem größten Restloch ging der Halbendorfer See hervor, auf dem sich die Grenzen der drei Gemeinden treffen.

Die erste Umsiedlung war die erste Teilortsverlegung Mühlroses in den Jahren 1966/1967, als der Neustädter Ausbau dem Tagebau Nochten weichen musste. Nach einer jahrzehntelangen Südbewegung und anschließenden Kehre wird der Tagebau Nochten etwa um 2020 Trebendorf und in den Folgejahren Rohne und Mühlrose erreichen. In Trebendorf sind die Dorfteile Hinterberg und Klein Trebendorf betroffen, in Rohne ist es die etwas südlich des Dorfkerns gelegene Schäferstraße und in Mühlrose werden die Ausbauten entlang der Straße Mühlrose–Schleife dem Tagebau weichen müssen. Zudem wird ein großer Teil des Tiergartens, in dem bis 1973 das Jagdschloss der Muskauer Grafen stand, abgebaggert.

Bei Genehmigung aller Vorranggebiete des Tagebaus würde Schleife westlich der Bahnlinie sowie Mulkwitz und Rohne komplett überbaggert und der Tagebau bis zu den brandenburgischen Orten Lieskau und Graustein geführt.

Quellen

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
  2. Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945: Amtsbezirk Schleife. Abgerufen am 7. Juli 2008.

Weblinks


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