Klapperbrücke


Klapperbrücke
Clapper bridge in Wycoller im Osten Lancashires (neuere Brücke im Hintergrund)
Einfache Clapper bridge über den Western Walla Brook im südlichen Dartmoor

Eine Clapper bridge (dt. adaptiert: Klapperbrücke) ist ein alter Typ der Steinplattenbrücke, der durch große flache Natursteinplatten gekennzeichnet ist, und dessen Stabilität allein im Gewicht der aufeinander ruhenden Steine begründet ist. Zusätzliche bauliche Befestigungen (z.B. Bindemittelnutzung oder Zapfen-Steinbehau) sind für die unregelmäßig geformten Clapper bridges untypisch. Wenn dergleichen vorhanden ist, wurde es erst nachträglich eingebracht. – Dieser Brückentyp ist fast ausschließlich in England und Wales verbreitet. Bei kleinen Gewässern sind die schweren Steinplatten direkt von einem Ufer zum anderen verlegt, bei breiteren Bächen und Flüssen ruhen sie auf kleineren Steinen, die sich an flacheren Gewässerstellen befinden, oder auf niedrigen, meist in Trockenbauweise errichteten Steinpfeilern.

Das Wort „Clapper“ leitet sich nicht von „Klappern“ sondern vom angelsächsischen Wort cleaca ab, was soviel heißt wie bridging the stepping stones („Trittsteine überbrückend“).[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vielfach wird auf Grund der einfachen Bauweise eine prähistorische Herkunft der erhaltenen „Clapper Bridges“ vermutet[2], die meisten wurden jedoch erst im Mittelalter oder noch später, bis ins späte 19. Jahrhundert, als Teil viel benutzter Wege errichtet.[3] Oft sind sie in oder in der Nähe einer Furt zu finden, wo Karren den Wasserlauf durchqueren konnten, oder an Stellen, wo sich zuvor nur Trittsteine befanden. Als natürliches Baumaterial boten sich in den fast baumfreien Hochmoorgebieten der Britischen Inseln die in der Umgebung verteilt liegenden, überwiegend aus Granit bestehenden Steinplatten an.

Von vielen historischen Clapper bridges sind keine Spuren mehr vorhanden. Entweder wurden ihre Steine im Laufe der Jahrhunderte von Hochwässern verschoben und dann fortgetragen oder die Steine wurden, als die alten Brücken durch modernere Bauwerke ersetzt oder andere Wegeführungen gewählt wurden, als günstiges Baumaterial für Häuser und Mauern verwendet.

Beispiele

Die meisten Clapper bridges – insgesamt über 200[4] – lassen sich im Dartmoor in der Grafschaft Devon finden. Sie sind jedoch auch darüber hinaus auf den Britischen Inseln verbreitet. Weitere Exemplare sind u.a. im Exmoor, ebenfalls in Devon, und im Snowdonia-Nationalpark sowie auf der Insel Anglesey in Wales erhalten.

Touristisch bekannt ist insbesondere die Clapper bridge bei Postbridge im Dartmoor. Die Platten dieser über den East Dart führenden Brücke sind über 4 m lang und 2 m breit und wiegen jeweils mehr als 8 Tonnen. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde erbaut, um das Zinn von den Minen mit Packpferden einfacher zu den Schmelzöfen von Gavistock und Chagford transportieren zu können.

Eine andere bekannte Brücke, die Tarr Steps, führt im Exmoor über den Fluss Barle. Sie ist über 55 m lang und besteht aus 17 Platten, die jeweils bis zu 2 Tonnen wiegen.

Vergleichbare Bauwerke

Die weltweit größte bekannte Steinplattenbrücke, die in ihrer Grundbauweise den Clapper bridges der britischen Inseln ähnelt, jedoch gleichmäßig behauene Steine hat, ist die Anping-Brücke in der chinesischen Provinz Fujian. Die ehemalige Straßenbrücke wurde im 12. Jahrhundert errichtet und ist über 2 km lang. Die größten ihrer aufliegenden Granitplatten wiegen schätzungsweise 20 Tonnen.

Einzelnachweise

  1. Dartmoor National Park Authority: A Guide to the Archaeology of Dartmoor. 2003, ISBN 1841142263, S. 59
  2. elkage.de: Fachbegriff „Klapperbrücke“
  3. Dartmoor National Park Authority: A Guide to the Archaeology of Dartmoor. 2003, ISBN 1841142263, S. 27
  4. widecombe-in-the-moor.com: John Stuart – Clapper Bridges

Literatur

  • Tom Gant: Discover Dartmoor. Baron Jay Ltd. Publishers, Plymouth 1978, ISBN 0904593061.
  • Robert Andrews: The Rough Guide to Devon & Cornwall; Rough Guides, New York, London, Delhi, 3. Auflage 2007, ISBN 978-1-84353-807-3.
  • Bernhard Graf: Brücken, die die Welt verbinden. Prestel-Verlag München, 2002, ISBN 978-3-79132-700-6.

Weblinks


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