Klaus Bergdolt

Klaus Bergdolt

Klaus Bergdolt (* 6. Dezember 1947 in Stuttgart) ist ein deutscher Medizinhistoriker. Bergdolt lehrt als Professor für Geschichte und Ethik der Medizin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität zu Köln.

Leben

Nach dem Abitur am humanistischen Karls-Gymnasium Stuttgart begann Bergdolt zunächst mit einem Jurastudium, wechselte 1968 jedoch zur Medizin. Er studierte in Tübingen, Wien und Heidelberg. 1975 erfolgte hier die Promotion zum Dr.med. Anschließend arbeitete er als Assistent an der Universitäts-Klinik Heidelberg, wo er 1981 seine Facharztausbildung zum Augenarzt erfolgreich abschloss.

Von 1981 bis 1986 studierte Bergdolt dann Geschichte, Kunstgeschichte, Christliche Archäologie und Religionswissenschaften in Heidelberg und Florenz. 1986 wurde er in Heidelberg mit der Dissertation “Der dritte Kommentar Lorenzo Ghibertis: Naturwissenschaft und Medizin in der Kunsttheorie der Frührenaissance” zum Dr.phil. promoviert. 1989 erfolgte in Würzburg, wo er bis 1995 einen Lehrauftrag hatte, die Habilitation in Medizingeschichte (“Arzt und Krankheit bei Petrarca).

Von 1990 bis 1995 war Bergdolt Direktor des Deutschen Studienzentrums in Venedig. Seit 1995 ist er Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität zu Köln. Gastvorträge und Gastprofessuren führten ihn seither an zahlreiche Universitäten des In- und Auslands (darunter nach Padua, Messina, Santiago de Chile, Princeton und Peking). Bergdolt ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Institutionen und Gesellschaften (Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften) sowie Vorsitzender des Trägervereins des Deutschen Studienzentrums in Venedig und des Renaissance-Arbeitskreises der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Er ist im Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift für medizinische Ethik, Mitherausgeber von Sudhoffs Archiv sowie Herausgeber der Publikationsreihe Studi des Deutschen Studienzentrums Venedig. Seit 2001 leitet er das Ethik-Konsil des Universitätsklinikums Köln.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Pest- und Seuchengeschichte, das gesunde Leben (Diätetik), die Geschichte der ärztlichen Ethik sowie die Medizin des Spätmittelalters und der Renaissance, hier besonders in Italien und Venedig.

Schriften (Auswahl)

Monografien

  • Der Dritte Kommentar Lorenzo Ghibertis. VCH, Weinheim 1989, ISBN 3-527-17610-1.
  • Arzt, Krankheit und Therapie bei Petrarca. VCH, Weinheim 1992, ISBN 3-527-17775-2.
  • Der Schwarze Tod in Europa: Die Große Pest und das Ende des Mittelalters. C.H. Beck, München 1994 (Wissenschaftsbuchpreis der Frankfurter Buchmesse; auch tschechisch, italienisch, japanisch). 3. Auflage, München 2011, ISBN 978-3-406-62365-3.
  • Leib und Seele: Eine Kulturgeschichte des gesunden Lebens. C.H. Beck, München 1999. Englische Übersetzung: Wellbeing, A cultural History of Healthy Living. Polity, Cambridge 2008, ISBN 3-406-45426-7.
  • Das Gewissen der Medizin: Ärztliche Moral von der Antike bis heute. C.H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-52192-4. (Rezension)
  • Die Pest: Geschichte des Schwarzen Todes. C.H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-53611-5.

Herausgeberschaften

  • Alvise Cornaro: Vom maßvollen Leben oder die Kunst gesund alt zu werden. Manutius, Heidelberg 1994, 2. überarb. Aufl. 1997, ISBN 3-925678-68-9.
  • Encomium artis medicae : Lateinisch/Deutsch = Lob der Heilkunst. Manutius, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-934877-64-1.

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