Klepczewo

Klepczewo

Klępczewo (deutscher Name: Klemzow) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina (Landgemeinde) Świdwin (Schivelbein) im Landkreis Świdwin.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Klępczewo liegt vier Kilometer westlich von Świdwin an der Woiwodschaftsstraße Nr. 172 Szczecinek (Neustettin) - Barwice (Bärwalde) - Połczyn Zdrój (Bad Polzin) - Świdwin (Schivelbein) - Starogard (Stargordt) - (Resko (Regenwalde)). Nächste Bahnstation ist Świdwin an der Strecke Berlin - Stettin - Köslin - Danzig.

Ortsgeschichte

Im Jahre 1499 wird Klemzow zum ersten Male urkundlich erwähnt: Kurfürst Joachim von Brandenburg und Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach belehnten in Schivelbein Hennink und Lüdecke Klemzow mit Klemzow, Lankow (polnisch: Łąkowo) und einem Teil von Wopersnow (Oparzno). Im Jahre 1564 wurde hier die Ehe zwischen Joachim von Klemzow und Margarethe von Manteuffel gestiftet.

Im Jahre 1700 ist Klemzow im Besitz derer von Beneckendorff, 1760 gehört das Gut Leutnant Carl von Beneckendorff. In dieser Zeit des Siebenjährigen Krieges hatte Klemzow unter dem Durchzug preußischer und russischer Truppen schwer zu leiden.

Im Jahre 1843 hat das Dorf 202 Einwohner, 1939 leben hier 187 Menschen, die fast ausnahmslos in der Landwirtschaft tätig sind. Die Gemeindefläche betrug damals 1000,4 Hektar. Einziger Gewerbebetrieb am Ort war eine Stärkefabrik.

Bis 1932 lag Klemzow im Landkreis Schivelbein, bis dieser in den Landkreis Belgard (Persante) eingegliedert wurde. Klemzow gehörte zum Amts- und Standesamtbezirk Wopersnow im Amtsgerichtsbereich Schivelbein.

Am 3. März 1945 drangen Truppen der Roten Armee in Klemzow ein. Die ansässige Bevölkerung wurde vertrieben. Heute liegt der Ort mit dem Namen Klępczewo in der polnischen Gmina Świdwin.

Kirche

Kirchengemeinde

Bis 1945 war Klemzow eine selbständige Kirchengemeinde, die mit den Kirchengemeinde Wopersnow und Lankow das Kirchspiel Wopersnow bildete. Es gehörte zum Kirchenkreis Schivelbein in der Kirchenprovinz Pommern der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Kurt Lemke.

Heute gehört Klępczewo zum Kirchspiel Koszalin (Köslin) in der Diözese Pommern-Großpolen der polnischen Evangelisch-Augsburgischen Kirche.

Dorfkirche

Klemzow besaß eine Fachwerkkirche aus Eichenholz aus dem 17. Jahrhundert mit rechteckigem Grundriss und beidseitig abgewalmten Dach. Das Gotteshaus war von einem Kirchhof und einer Friedhofsmauer umgeben.

Die Kanzel war gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf den gemauerten Altartisch aufgesetzt worden. Im Kellergewölbe der Kirche waren die Eltern des ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (Robert von Beneckendorff und von Hindenburg und Luise geborene Schwickart) beigesetzt.

Die beiden Kirchenglocken, die bereits im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden mussten, waren mit der Inschrift "v.B." und "v.Hin." (von Beneckendorf/von Hindenburg) versehen.

Die Kirche wurde nach 1945 abgerissen.

Schule

Die einklassige Volksschule in Klemzow wurde bis 1925 von Lehrer und Organist Otto Bartelt geleitet. Sein Nachfolger war Lehrer Wendt.

Literatur

  • Der Kreis Belgard. Aus der Geschichte eines pommerschen Heimatkreises, hg. v. Heimatkreisausschuß Belgard-Schivelbein, Celle, 1989

53.78638888888915.7057Koordinaten: 53° 47′ N, 15° 42′ O


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