Klinochrysotil


Klinochrysotil
Chrysotil
Chemische Formel Mg6[(OH)8|Si4O10]
Mineralklasse Schichtsilicate (Phyllosilicate) - Serpentingruppe
Klinochrysotil VIII/H.27-30
Orthochrysotil VIII/H.27-40
Parachrysotil VIII/H.27-50 (nach Strunz)
Kristallsystem monoklin oder orthorhombisch
Kristallklasse
Farbe je nach Mineral weiß, verschiedene Grüntöne oder graugelb bis graubraun
Strichfarbe weiß
Mohshärte 2 bis 3
Dichte (g/cm³) 2,53 bis 2,65
Glanz Harzglanz, Seidenglanz
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch
Spaltbarkeit
Habitus
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung

Chrysotil, auch als weißer Asbest oder Faserserpentin bezeichnet, ist eine veraltete Sammelbezeichnung für die Minerale Klinochrysotil, Orthochrysotil und Parachrysotil aus der Mineralklasse der Silicate, Ordnung der Schichtsilicate und der Gruppe der Serpentine. Die Hauptvorkommen des Minerals sind in Kanada, Südafrika und Russland.

Chrysotil bildet lange, innen hohle Fasern aus eingerollten Mg6[(OH)8|Si4O10]-Schichten bzw. Zylinder. Es zählt somit zu den Asbesten.

Inhaltsverzeichnis

Einzelminerale und Varietäten

  • Klinochrysotil Mg6[(OH)8|Si4O10] - monoklin
  • Orthochrysotil Mg6[(OH)8|Si4O10] - orthorhombisch, pseudohexagonal
  • Parachrysotil Mg6[(OH)8|Si4O10] - orthorhombisch

Struktur

Strukturchemischer Aufbau von Chrysotil

Die Chrysotile bestehen aus Siliciumdioxid-Tetraedern, welche eckenverknüpft eine Ebene aufspannen. Die Sechsecklücken werden in der ersten Schicht mit Hydroxidionen (rot) besetzt, gefolgt von einer zweiten Schicht Hydroxidionen (grün), welche einen oktaedrischen Raum aufspannen. In diesen oktaedrischen Raum können verschiedene Kationen eingelagert werden, was zu der Vielzahl der Serpentinasbeste führt. Im Fall von Chrysotil ist es Magnesium.

Künstliche Herstellung

Chysotil lässt sich aus Gemisch von (Poly)-Kieselsäure und Magnesiumoxid in Wasser bei 300°C und 90-160 bar Druck herstellen.

Verwendung

Chrysotil wurde für hitzebeständige Materialien, wie hitzebeständige Kleidung, Elektroisolierungen, Dichtungen und Seile verwendet. Weiterhin wurde es für Dachplatten (Eternit-Platten) benutzt. Auf Grund der Gefahren durch Asbest (Asbestose durch Einatmen von Asbest-Stäuben) wird es heute selten verwendet.

Siehe auch

Literatur

  • Chemie in unserer Zeit, 32. Jahrg, 1998, Nr.2 - Asbeste
  • Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-540-23812-3
  • Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2002, ISBN 3-921656-17-6
  • Holleman/Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie, 100. Auflage, de Gruyter, Berlin (1985)

Weblinks


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