Kloster Niedermünster (Elsass)


Kloster Niedermünster (Elsass)
Überreste der Fassade der Klosterkirche

Niedermünster (frz.: Niedermunster) ist ein ehemaliges Benediktinerinnenkloster und heute eine historische Stätte am oberen Ende eines abgeschiedenen Vogesentales nahe der französischen Gemeinde Saint-Nabor, Département Bas-Rhin im Elsass.

Das Kloster wurde von der heiligen Odilia in den Jahren zwischen 700 und 710 als Krankenhospiz am Fuß des Odilienbergs gegründet. Einige Jahre später wurde dieses Hospiz unter der Leitung der heiligen Gundelinde, eine Nichte von Odilia, zum Kloster ausgebaut. Es war von der Gründung bis ins Jahr 1017 von der Schwesterabtei Hohenburg (Odilienberg) abhängig. Im Jahr 1017 wurde die Unabhängigkeit durch die freie Wahl der Äbtissin und eines Vogtes garantiert. Die Bedeutung der Abtei sank im 14. Jahrhundert. Als die Kirche sowie das Abteigebäude 1542 nieder brannten, wurden diese nicht mehr aufgebaut.

Heute haben sich nur noch die Ruinen der Klosterkirche erhalten, die jedoch noch eine gute Vorstellung der einst bedeutenden Anlage geben. Die Kirche wurde zwischen 1160 und 1180 erbaut. Sie war eine dreischiffige kreuzgratgewölbte Basilika mit Querhaus und rechteckigem Chor mit Krypta. Den Westabschluss bildete eine durch Lisenen und Rundbogenfriese gegliederte Doppelturmfassade mit Vorhalle und Empore. Das Langhaus war im gebundenen System ausgeführt (pro Hauptschiffsjoch zwei Seitenschiffsjoche), entsprechend wechselten sich Kreuzpfeiler mit Säulen ab. Stilistisch und qualitativ besteht eine enge Verwandtschaft zur nahegelegenen Kirche in Rosheim.

Wenige Hundert Meter Talabwärts findet sich die im 19. Jahrhundert wiederaufgebaute romanische Kapelle Saint-Nicolas mit flachgedecktem Saal und Chorturm.

Weblinks

 Commons: Kloster Niedermünster (Elsass) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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