Kokenhusen

Kokenhusen
Koknese (dt.: Kokenhusen)
Wappen von Koknese
Koknese (Lettland)
DEC
Basisdaten
Staat: Lettland
Gebiet: Livland (lettisch: Vidzeme)
Landkreis: Aizkraukles rajons
Koordinaten: 56° 39′ N, 25° 26′ O56.6525.43333333333389Koordinaten: 56° 39′ 0″ N, 25° 26′ 0″ O
Einwohner: 3.000 (5. Mai 2009)
Fläche:
Bevölkerungsdichte:
Höhe: 89 m NAP
Stadtrecht: seit 1277
Webseite: www.koknese.lv

Koknese (dt: Kokenhusen) ist eine ehemalige Hansestadt in Lettland. Sie liegt am rechten Ufer der Düna im Aizkraukler Landkreis und wird zur Landschaft Vidzeme gerechnet. Sie hat knapp 3000 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprünglich war an der Stelle von Koknese eine lettgallische und selonische Siedlung mit Namen „Kukenois“. Um das späte 12. Jahrhundert war diese als lehnspflichtiges Unterfürstentum unter die lose Herrschaft des russischen Fürstentums Polozk gefallen. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts begannen die deutschen Kreuzritter des livländischen oder Schwertbrüder-Ordens unter der Führung von Albert von Buxhövden die Küsten der Rigaer Bucht zu besetzen.

Im Austausch gegen seine Freiheit trat der zuvor gefangengenommene russische Fürst Wjatschko 1205 die Hälfte seines Landes an die Kreuzritter ab. 1209 war Kukenois ganz vom Orden übernommen worden, danach ordnete Albert den Bau eines gotischen Burg an, um die hölzernen Befestigungen der Letten am Zusammenfluss von Düna und Pērse zu ersetzen. Die formale Herrschaft von Połock wurde 1215 widerrufen. Der Orden kontrollierte die Stadt bis 1238, dann übergab er sie an den Erzbischof von Riga.

In „Kokenhusen“ umbenannt erhielt die Stadt in 1277 Stadtrechte und gedieh während des 14. Jahrhunderts als Teil der Hanse. 1420 wurde sie Sommersitz der Erzbischöfe von Riga und im 16. Jahrhundert deren Hauptsitz. Die Burg war ein häufiger Streitgegenstand zwischen den Bischöfen und der Familie derer von Tiesenhausen, denen sie 1269 als Lehen übergeben worden war und die die Unterstützung des Deutschen Ordens genossen, die dadurch die geistliche Macht zu schwächen suchten. Dem Erzbischof Johann V. von Wallenrodt gelang es, den Streit zu schlichten und das Gebiet 1397 wieder für die Kirche zu gewinnen.

Während des Livländischen Kriegs wurde Kokenhusen von Polen erobert und in „Kokenhuza“ umbenannt. Obwohl moskowitische Kräfte zwischenzeitlich die Stadt einnahmen, wurde sie von polnischen zurückerobert. Auch im 17. Jahrhundert, während der Kriege zwischen Polen und Schweden wurde die Stadt wiederholt belagert. Sie war 1601 das Feld der Schlacht von Kokenhusen, in der die Husaren der polnischen Kavallerie ihre zahlreicheren schwedischen Gegner schlugen. Dennoch wurde die Stadt 1629 Teil der schwedischen Besitztümer und erneut befestigt. Während des großen nordischen Kriegs wurde die Burg von Sachsen erobert und zerstört, als diese vor den anrückenden Schweden zurückweichen mussten. Nach Kriegsende wurde Kokenhusen mit dem übrigen Livland dem russischen Reich einverleibt und hieß auf Russisch Kukejnos(Кукейнос).

Eine Eisenbahnlinie, die Kokenhusen durchquerte, wurde 1861 fertiggestellt, die Stadt wurde nun auch zum Erholungsort für Städter. Die deutschbaltische Familie von Löwenstern errichtete ein herrschaftliches Schloss im neoklassizistischen Stil, das 1894 vollendet, jedoch während des 1.Weltkrieges zerstört wurde. Während der Revolution 1905 nutzten die Rebellen den Keller des Herrenhauses als Gefängnis für die Freiherren und ihre Angehörigen. Der lettische Dramatiker Rūdolfs Blaumanis lebte in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts in der Stadt. Nach der lettischen Unabhängigkeit von Russland 1918 wurde die Stadt unter ihrem lettischen Namen „Koknese“ bekannt. Einem Versammlungsort der örtlichen Intelligentsia gab man den Namen „Professorenhügel“.

Der Bau des Wasserkraftwerk Pļaviņas wurde 1966 in Angriff genommen und ließ die Grundmauern der Burgruine im Wasser versinken. Koknese ist Mitglied der neuen Hanse, einer Vereinigung, die sich die Entwicklung von Wirtschaft und Tourismus in ihren Teilnehmerstädten zum Ziel gesetzt hat.

Sehenswürdigkeiten

Der Schlosspark von Koknese, der einen Teil der mittelalterlichen Stadt und der Burgruinen umgibt, beherbergt die größte Holzskulptur des Landes. Sie wurde von Ģirts Burvis unter Verwendung von Bäumen aus dem Park durch errichtet und zur 725jährigen Wiederkehr der Stadtgründung 2002 eingeweiht.

Historische Bezeichnungen der Stadt

Siehe auch

Weblinks


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