Kompensator (Waffentechnik)


Kompensator (Waffentechnik)
Springfield-Armory Custom XD-40 V-10 mit Kompensator
Smith & Wesson Modell 500 mit Kompensator
Hochschlagwirkung bei Schussabgabe
Sowjetische Maschinenpistole PPSch-41 aus dem Zweiten Weltkrieg. Das abgeschrägte Ende des Laufmantels wirkt als Kompensator [1]

Der Kompensator ist eine konstruktive Erweiterung für Handfeuerwaffen (Kurz- und Langwaffen), die am Ende des Laufes montiert oder herstellungstechnisch integriert wird, um den Hochschlag der Waffe zu mildern. Der Kompensator ist je nach Konstruktionsprinzip mit Bohrungen oder Schlitzen ausgeführt. Das Kaliber des Kompensators ist im Regelfall ein wenig größer als das Kaliber der Waffe.

Der Kompensator einer Handfeuerwaffe ist in Funktion und Wirkung nicht mit der Mündungsbremse eines Geschützes vergleichbar und erfüllt auch nicht die Aufgabe eines Mündungsfeuerdämpfers.

Inhaltsverzeichnis

Funktion

Nachdem das Projektil die erste Bohrung passiert hat, beginnen die zur Beschleunigung des Geschosses verwendeten heißen Gase nach oben und ggf. auch seitlich aus dem Kompensator auszuströmen. Erwünschter Effekt ist die Verminderung des bei der Schußabgabe entstehenden Hochschlags. Werden die Bohrungen des Kompensators nach oben, rechts und links angelegt, wird die Waffe beim Schuss nach unten gedrückt. Die seitlichen Bohrungen vermindern dabei ein Ausgleiten der Waffe zur Seite.

Die Gaswirbel, die ohne Verwendung eines Kompensators an der Mündung entstehen, werden ebenfalls verringert, was zu einer stabileren Flugbahn des Geschosses führt.

Verwendung

Personen in unmittelbarer Nähe zu Schützen mit kompensierten Waffen werden ggf. durch die umgelenkten Gase und Pulverrückstände belästigt oder sogar gefährdet. Aus diesem Grund ist die Verwendung eines Kompensators auf vielen Schießständen nicht erlaubt.

Ein Kompensator sollte genau auf die Waffe und die verwendete Munition (Geschossgewicht, Mündungsgeschwindigkeit) abgestimmt sein, damit er eine optimale Wirkung entfalten kann.

Bei bewaffneten Konflikten wird in der Regel dann auf die Verwendung von Kompensatoren verzichtet, wenn verdeckte Operationen durchgeführt werden müssen. Der Kompensator erzeugt durch Streuung noch brennender Treibgase ein weithin sichtbares Mündungsfeuer, darüber hinaus ist eine Blendung des Schützen in der Dämmerung und bei Nacht zu erwarten. Hier wird stattdessen ein Mündungsfeuerdämpfer zum Einsatz kommen.

Hersteller für nachrüstbare Kompensatoren für Faustfeuerwaffen ist unter anderem die amerikanische Firma Wilson Combat. Die Firma Glock fertigt einige ihrer Glock-Pistolen serienmäßig kompensiert.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ian Hogg: Maschinenpistolen. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02473-X.

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