Konflikt in Oaxaca


Konflikt in Oaxaca

Als Konflikt in Oaxaca wird der Höhepunkt der Mobilisierung zivilgesellschaftlicher Organisationen bezeichnet, die ab Mitte des Jahres 2006 weite Teile von Oaxaca de Juárez, Landeshauptstadt des gleichnamigen mexikanischen Bundeslandes Oaxaca, lahmlegte und in eine Welle staatlicher Repression mündete. Im Zuge der Mobilisierung von 2006 konstituierte sich die Volksversammlung der Völker Oaxacas (APPO) aus der unabhängigen Sektion 22 der nationalen Lehrergewerkschaft SNT sowie zahlreichen sozialen Organisationen, viele davon aus der indigenen Bevölkerung. Eine der Hauptforderungen der APPO war der Rücktritt von Gouverneur Ulises Ruiz Ortiz. Ruiz wird u.a. vorgeworfen, durch Wahlbetrug an die Macht gekommen zu sein und das Bundesland korrupt zu regieren. Während des Konflikts, bei der Rückeroberung durch die Armee und im Zuge der folgenden Repression kamen mindestens 26 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Mitglieder der APPO. [1]

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung in Mexiko

Der Höhepunkt des Konflikts fiel in eine politisch labile Zeit und wurde in ganz Mexiko aufmerksam verfolgt. Am 2. Juli 2006 unterlag der linke Präsidentschaftskandidat der linksgerichteten Partei der Demokratischen Revolution (PRD), Andrés Manuel López Obrador, dem Kandidaten der Regierungspartei Partei der Nationalen Aktion (PAN), Felipe Calderón. López Obrador und seine Anhänger werfen Calderón jedoch Wahlbetrug vor und kündigten die Gründung einer Gegenregierung an. Vertreter des PAN fürchteten, dass eine erfolgreiche Absetzung des Gouverneurs Ruiz die Sache Obradors stärken könnte. Calderón war außerdem auf die Stimmen von Ruiz' Partei PRI im Kongress angewiesen. Gelegentlich werden Parallelen zwischen der APPO und der Zapatistischen Nationalen Befreiungsarmee (EZLN) gezogen, die 1994 im benachbarten Bundesstaat Chiapas rebellierte und seitdem Teile des Landes kontrolliert. Zwar werden beide Organisationen maßgeblich durch Indigene getragen die sowohl in Oaxaca als auch in Chiapas einen wichtigen Bevölkerungsanteil stellen. Im Gegensatz zur EZLN, die im Kern eine militärische Organisation ist, versteht sich die APPO aber als rein nichtmilitärische Bewegung. Dennoch gab es im Rahmen der anderen Kampagne, [2] mit der sich die Zapatisten seit 2006 um eine landesweite außerparlamentarische Opposition bemühen, eine Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen.

Internationale Beachtung

Die internationalen Medien berichteten zunächst nur zögerlich über die Ereignisse in Oaxaca, wobei die Kommentare überwiegend neutral bis verständnisvoll waren.[3]. Nach der Ermordung des US-amerikanischen Journalisten und dem Einmarsch der Policía Federal Preventiva nahm das Medieninteresse jedoch zu. Allerdings wurde weiter von verschiedenen Seiten eine zu geringe internationale Beobachtung beklagt. [4] Nach der zunehmenden Eskalation des Konflikts kam es in vielen Städten in Europa und Amerika zu Protesten, darunter auch in Bern, Berlin, Hamburg und München. Am 3. November wurde zudem ein offener Brief zur Unterstützung der APPO und der Proteste veröffentlicht. Zu den Unterzeichnern gehören Noam Chomsky, Eduardo Galeano, Michael Hardt, Naomi Klein, Michael Moore, Antonio Negri, Arundhati Roy, Starhawk und Howard Zinn.[5]

Kritik

Der Konflikt hat vor allem der Tourismusindustrie in Oaxaca geschadet. Nicht nur für große Hotels sondern auch für kleine Familienunternehmen, die auf den Tourismus angewiesen sind, fielen für fast ein Jahr die Einnahmen aus. Dies traf zudem nicht nur auf den eigentlichen Schauplatz des Konflikts Oaxaca Stadt zu, sondern betraf auch andere touristische Ziele im Süden Mexikos. [6] Die Teilnahme urbaner und sichtbar subkultureller, politisch aktiver Gruppen, unter ihnen radikale Studierende und Punks aus Mexiko Stadt, die sich im Laufe der Mobilisierung der APPO anschlossen, verschreckte vor allem jene Bewohner von Oaxaca die sich nicht selbst an der Mobilisierung beteiligten. Auch wurde immer wieder von Staatsseite versucht, die Guerrillagruppe Revolutionäre Volksarmee (EPR) mit der APPO in Verbindung zu bringen [7]. Für die meisten Toten werden rechte, paramilitärische Einheiten verantwortlich gemacht. Es wurde aber auch ein Lehrer umgebracht, der dem Streik kritisch gegenüber stand. Während Ruiz die APPO für diesen Mord verantwortlich macht, wies diese jede Verantwortung zurück. Sie erklärte, auch dieser Mord sei Teil einer Eskalationsstrategie Ruiz', die letztlich zum Eingreifen des Militärs in Oaxaca führte [8]. Trotz der oft durch Vertreter der APPO proklamierten Gewaltlosigkeit wurden von APPO-Mitgliedern in Auseinandersetzungen mit Polizei und Militär regelmäßig Steine und Flaschen als Wurfgeschosse eingesetzt. Zudem kamen bei derartigen Gelegenheiten auch sogenannte Bazookas zum Einsatz, Plastikrohre, die als Zielvorrichtung für Feuerwerkskörper dienten.[9] Ein Kämpfer auf Seiten der APPO berichtet über die Schlacht am 14. Juni: „ … Wir haben alles, was wir zur Verteidigung benutzen konnten, aufgegriffen: Eisenstangen Holzknüppel, die ersten Mollis etc. …“ [10]. Zudem hat der über fünf Monate andauernde Streik der Lehrer vor allem Kindern aus ärmeren Familien geschadet, weil Familien mit besserem Einkommen ihre Kinder oft auf private Schulen schicken. Viele der mexikanischen Massenmedien, berichteten aufgrund ihrer Abhängigkeit von der Regierung überwiegend kritisch über die APPO. So wurde die Besetzung der Stadt als illegal kritisiert und auf wirtschaftliche Schäden und Zerstörungen in der zum Weltkulturerbe der UNESCO zählenden Altstadt hingewiesen.

Geschichte des Konflikts

Vorgeschichte

Der Konflikt zwischen der indigenen Bevölkerung und der Regierung geht bis auf die Gründung des mexikanischen Bundeslandes Oaxaca im Jahre 1824 zurück. 418 von 570 Distrikten in Oaxaca werden nach Sitten und Gebräuchen der indigenen Dorfgemeinschaften verwaltet.[11] Gegen Ende des 20. Jahrhunderts kommt es vermehrt zur Selbstorganisation der indigenen Bevölkerung. So wurde 1990 in den Bergen nördlich von Oaxaca die Vereinigung der Organisationen der Sierra Júarez von Oaxaca (UNOSJO) gegründet, die sich im Frühjahr 2006 der APPO anschloss. Dieser Bauernorganisation geht es um die Autonomie der in der Sierra lebenden zapotekischen Bevölkerung, den Erhalt traditioneller Anbaumethoden, sowie um den Schutz der Wälder, des Wassers und des heimischen Saatguts. Die Organisation setzt sich u.a. gegen die Abholzung durch ausländische Holzkonzerne, für den Anbau organischen Kaffees sowie gegen die Einfuhr von genmanipulierten Mais ein.

Seit 1984 übergibt die Lehrergewerkschaft traditionell am 1. Mai (Tag der Lehrer) in Oaxaca eine Petition an die Regierung. In vielen Jahren wurde daraufhin eine Woche gestreikt, bis die Regierung sich entschloss, einige Forderungen umzusetzen. Am 1. Dezember 2004 wurde Ulises Ruiz Ortiz zum Gouverneur von Oaxaca gewählt. Er gehört der Partei der Institutionellen Revolution (PRI) an, die Mexiko von 1929 bis 2000 regierte und der viel Unterdrückung und Korruption vorgeworfen wird. Die extreme Verschärfung der Repression und der Zensur während seiner Amtszeit verstärkten den Unwillen über die politische Situation. Die Mobilisierung von 2006 nahm zwar mit den Protesten der Lehrer ihren Anfang. Aufgrund der allgemeinen Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik fanden deren Aktionen aber breite Unterstützung in der Bevölkerung und mit der APPO entstand eine Bewegung die ein breites Spektrum sozialer Gruppen umfasste. Auch die Forderungen der indigenen Bevölkerung spielten eine wichtige Rolle. Hierzu gehört vor allem das Recht auf die eigene Sprache, auf Autonomie und die Anerkennung als gleichberechtigte Bürger (López Martínez) [12].

Mai 2006

Am 1. Mai verlangt die Sektion 22 der Lehrergewerkschaft SNT in Oaxaca eine Erhöhung der Löhne, eine bessere Ausstattung von Schulen und andere soziale Leistungen wie z.B. Frühstück für die Kinder, die oft hungrig zum Unterricht kommen. Ulises Ruiz weigert sich auf jegliche Forderungen einzugehen und leitet eine Medienhetze gegen die Lehrerinnen und Lehrer ein.

Am 22. Mai ruft die Sektion 22 zu einem landesweiten Streik an den öffentlichen Schulen auf. Die Streikenden bestimmen den Hauptplatz (Zocalo) von Oaxaca Stadt als zentralen Kundgebungsort und Ausgangspunkt für Protestmärsche mit denen sie den Verkehr in der Stadt zum Erliegen bringen. Der Zocalo entwickelt sich in den folgenden Wochen mehr und mehr zu einem Feldlager. Stände und Zelte werden aufgebaut, Transparente aufgehängt und die Wände der Altstadthäuser mit politischen Parolen beschriftet.

Juni 2006

Straßenschlachten in Oaxaca

Am 14. Juni nach 23 Tagen Streik rückt um 3:30 morgens eine Streitmacht von etwa 3000 lokalen Polizisten unterstützt von Feuerwehrleuten und Hubschraubern am Zocalo an. Dort stehen ihnen etwa 30.000 Demonstranten entgegen. In der darauffolgenden stundenlangen Straßenschlacht werden von der Polizei Tränengas und Gummigeschosse und auf Seiten der Demonstranten Brandsätze, Steine und Feuerwerkskörper eingesetzt. Dank der Unterstützung der Stadtbevölkerung können sich die Demonstranten einer Räumung des Platzes widersetzen. An diesem Tag werden mehr als hundert Menschen ins Krankenhaus eingeliefert, Tote gibt es noch nicht.

Am 17. Juni wird als Reaktion auf den Polizeieinsatz in einer Versammlung von Lehrern, Eltern, Gemeindevertretern, und Mitgliedern nichtstaatlicher Organisationen und sozialer Basisgruppen eine Dachorganisation gegründet, Volksversammlung der Völker von Oaxaca (APPO). Von ihr sollen die weiteren Proteste koordiniert werden.

Am 18. Juni baut die APPO das Lager am Zocalo vollständig wieder auf und erklärt den Verwaltungsrat von Oaxaca Stadt für abgesetzt. Hunderte Barrikaden werden in den Straßen errichtet um weitere Polizeiüberfälle zu verhindern. Die APPO beginnt gleichzeitig landesweit Unterstützung zu mobilisieren und ruft bundesweit dazu auf, ähnliche Volksorganisationen zu gründen. Eine populäre Parole ist: "Wir brauchen keine Führer, um unsere Probleme zu lösen."

Juli 2006

Für die Präsidentschaftswahlen und die Wahlen der Abgeordneten des Parlaments am 2. Juli wird von der APPO über einen Wahlboykott diskutiert. Schließlich entscheiden sich die Protestierenden für die Unterstützung der linksreformistischen PRD um Manuel Lopez Obrador. Die rechtsgerichtete PAN gewinnt diese Wahlen mit einer hauchdünnen Mehrheit. Die Opposition spricht von Wahlbetrug. Das in der Woche um den 15. Juli traditionell stattfindende Guelaguetza Fest, das jährlich Tausende von Besuchern anlockt wird von der APPO gewaltsam verhindert. Protestierende blockieren den Zugang zum Auditorium, das gegen den Widerstand weiter Teile der Bevölkerung durch die Staatsregierung gebaut worden war, um die Feierlichkeiten exklusiver zu gestalten. Busse und Mülltonnen werden in Brand gesetzt und die Wände mit politischen Parolen wie der folgenden beschriftet: „Touristen, geht nach Hause! Hier in Oaxaca sind wir keine Kapitalisten“. Aufgrund des Boykotts weiter Teile der Stadtbevölkerung sagt die Regierung schließlich die offiziellen Guelaguetza Feiern ab. [13]

August 2006

Am 1. August stürmen Anhänger der APPO Fernseh- und Radiostationen in der Stadt. Selbstverwaltete Radios spielen künftig eine wichtige Rolle für die der Koordination der Proteste. So nutzt die APPO diese Radiostationen, um Informationen zu verbreiten, vor drohenden Polizeiüberfällen und vor den zunehmend aktiveren paramilitärischen Gruppen zu warnen. Zudem wird immer wieder die Absetzung von Ulises Ruiz und die Freilassung einer wachsenden Zahl von politischen Gefangenen gefordert. Paramilitiärische Gruppen die oft mit der Regierungspartei PRI loyal sind verüben immer wieder nächtliche bewaffnete Angriffe auf APPO-kontrollierte Radiostationen und zerstören dabei die Sender. [14] Diese Angriffe führen zu einer Eskalation der Gewalt. Immer wieder greifen Paramilitärs auch die Barrikaden der APPO an. Die beteiligten Personen werden als Mitglieder von regierungstreuen Organisationen und als örtliche Polizisten in zivil entlarvt. Diese Angriffe enden oft in Schießereien bei denen es auch zu Toten kommt. [15] Der Gouverneur Ulises Ruiz wird aus dem Regierungsgebäude vertrieben und verschanzt sich im internationalen Flughafen. [16].

September 2006

Am 14. September übernehmen Lehrer und APPO Mitglieder das Verwaltungsgebäude von Huautla de Jiménez, einem Dorf in der Sierra Mazateca nördlich von Oaxaca.

Am 20. September bricht eine Karawane von Oaxaca nach Mexiko Stadt auf, um dort den direkten Dialog mit Vertretern des Mexikanischen Staates zu suchen.

Oktober 2006

Am 9. Oktober trifft die Karawane im Regierungsviertel in Mexiko ein und nimmt den Dialog auf. [17]

Am 26. Oktober 2006 einigt man sich darauf, dass die Lehrer nach 5 Monaten den Unterricht wieder aufnehmen und in die Schulen zurückkehren.

Am 27. Oktober 2006 werden während Auseinandersetzungen zwischen APPO Mitgliedern und Paramilitärs der US-amerikanische Polit-Aktivist und Indymedia-Reporter Bradley Roland Will aus New York sowie Professor Emilio Alonso Fabián und Esteban López Zurita erschossen. [18]

Lizbeth Cana, Oberste Justizbeamtin von Oaxaca, behauptet, die Schießerei sei von den Protestierenden selbst provoziert worden und die Täter seien Einheimische von Oaxaca Stadt. Der amerikanische Botschafter in Mexiko, Toni Garza vermutet jedoch, die Täter seien Mitglieder der örtlichen Polizei gewesen.

Der noch amtierende mexikanische Präsident Vicente Fox nimmt den Mord an Brad Will zum Anlass um die von ihm selbst gegründete Bundespolizei PFP nach Oaxaca zu entsenden.[19]

Am 29. Oktober rückt abermals eine Streitmacht von ungefähr 3.500 Bundespolizisten, 3.000 Militärpolizisten sowie 3.000 Soldaten in Oaxaca ein. Trotz dieser Übermacht wehren die Demonstranten sich gewaltsam gegen eine Räumungsaktion. Bei den Kämpfen werden mindestens zwei Menschen getötet. [20] Das Radio-APPO meldet Polizeiüberfälle auf Häuser von Aktivisten. Hubschrauber werfen Tränengasgranaten auf Demonstranten ab. Die APPO spricht von 'Dutzenden' Todesfällen. unbekannt.[21]

Die mexikanische katholische Bischofskonferenz unterstützt das Eingreifen der Bundespolizei in den Konflikt [22].

November 2006

Am 6. November gibt es im Zusammenhang mit dem Aufstand in Oaxaca Bombenanschläge auf Banken und ein Restaurant in Mexiko Stadt. Auch das Bundeswahltribunal und das Auditorium im PRI Hauptquartier werden durch Explosionen beschädigt. Menschen kommen nicht zu Schaden. [23] Eine Allianz aus fünf linksgerichteten Gruppen bekennt sich zu den Anschlägen. Die in der APPO organisierten Gruppen hingegen streiten ab, daran beteiligt gewesen oder im Vorhinein davon gewußt zu haben. [24]

Zwischen dem 14. und 17. November hält die APPO trotz massiver Präsenz der Bundespolizei PFP einen Kongress mit dem Ziel ab, Oaxaca eine neue Verfassung zu geben. Es gründet sich ein Rat von 260 Vertretern verschiedener Regionen des Landes dem auch 40 Vertreter der Lehrergewerkschaft angehören. Aufgabe dieses Rates soll es sein, alternative politische Vorschläge zu entwickeln. [25]

Am 17. November, dem letzten Kongresstag kommt es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die APPO zählt als Folge der Straßenschlachten 17 Tote und vierzig Gefangene in ihren Reihen.

Am 25. November 2006 kommt es bei einer von der APPO organisierten Großdemonstration abermals zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. Der Marsch beginnt friedlich, aber die Situation verschärft sich, als Demonstranten versuchen, den Zócalo wieder einzunehmen. Die Polizei setzt Tränengas und Gummigeschosse ein. [26] Die Kämpfe breiten sich schnell in der Stadt aus wobei APPO-Mitglieder ihre Barrikaden mit Wurfgeschossen und Feuerwerkskörpern verteidigen. Die Polizei räumt gewaltsam das APPO Lager vor der Santo Domingo Kirche. Dabei kommt es zu drei Toten, vielen Verletzten und mindestens 160 Verhafteten aus den Reihen der APPO.[27]

Ám 25. und 26. November werden als Reaktion auf das brutale Vorgehen der Polizei Autos, Regierungsbüros und ein Universitätsgebäude sowie eine Handelsvereinigung angezündet. Drei Hotels werden angegriffen und Geschäfte geplündert. [28]

Am 27. November verkündet der Chef der Bundespolizei´PFP, Ardelio Vargas: „Es wird keine Toleranz (…) mehr für diejenigen geben, die gegen das Gesetz verstoßen. Die Befugnisse und Ordnungen der Verhaftung werden von der Polizei, aber von lokalen Polizisten und Richtern strikt durchgesetzt“. [29]. Diese Ankündigungen werden in einer Repressionswelle, die an den "schmutzigen Krieg" der 1970er Jahre in Mexico erinnert, in die Tat umgesetzt. Bewegungsführer werden verhaftet und die Büros zahlreicher sozialer Organisationen durchsucht und zerstört. [30]

In den folgenden Tagen entfernt die APPO die letzte ihrer Barrikaden und übergibt die Kontrolle der Universitätsradiostation dem Rektor. Einige APPO Führer tauchen unter um einer Verhaftung zu entgehen. [31]

Dezember 2006

Am 4. Dezember wird einer der symbolischen Führer der APPO, Flavio Sosa, auf Grund seiner angeblichen Beteiligung an Barrikadenbau und Vandalismus in Oaxaca verhaftet. Sein Bruder, Horacio und zwei andere Männer werden ebenfalls verhaftet. Die PRD, deren Mitglied Sosa ist, nimmt sich seiner Verteidigung an.

In der folgenden Woche verhaftet die Bundespolizei PFP auch Mitglieder der Staatspolizei von Oaxaca aufgrund von Verdacht auf Mord an APPO-Mitgliedern während der Auseinandersetzungen.[32]

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. Ciudadana Express 2. Januar 2008 http://ciudadania-express.com/2008/10/02/informe-los-derechos-humanos-en-oaxaca-2004-2008/
  2. Indymedia: Die „Andere Kampagne“ in San Luis Potosi, 16. November 2006
  3. etwa die Tagesschau (nicht mehr online verfügbar), die BBC, der Standard oder die New York Times
  4. San Jose Mercury News, 6. November 2006
  5. Letter In Support Of The People Of Oaxaca
  6. Focus: Weltkulturerbestadt blüht wieder auf, 29. Februar 2008
  7. Jungle-World: Angebliche enge Kontakte zwischen der Appo und der Revolutionären Volksarmee (EPR) 5. Juni 2008
  8. Washington Post 7. Oktober 2006.
  9. Spiegel: Aufständische von Oaxaca marschieren weiter, 5. November 2006
  10. Claudio(Brief): Volksaufstand in Oaxaca/Mexiko, 6. November 2006
  11. SIPAZ: Schlüsseldaten der indigenen Geschichte in Oaxaca, 11. April 2007
  12. WOZ: Keine Ruhe nach dem Sturm, 6. September 2007
  13. Noticias: Crónica de la Guelaguetza Popular, 27. Juli 2006
  14. Porros infiltrados sabotean transmisor de Radio Universidad, 10. August 2006 gesendet am 15. November 2006
  15. La Jornada: Para los muertos de Oaxaca, 2. November 2006 gesendet am 15. November 2006 La Jornada: a catedrático de la Universidad de Oaxaca, 9. August 2006 gesendet am 15. November 2006
  16. La Jornada:Desaparecer poderes en Oaxaca, exige la APPO al Congreso de la Unión, 12. August 2006
  17. Der Standard: Aufstand in Oaxaca, 13. Oktober 2006
  18. Tagesschau: Indymedia-Reporter in Oaxaca mit hoher Wahrscheinlichkeit absichtlich von Polizisten erschossen, 1. November 2006
  19. Mexican president sends police to Oaxaca (via Yahoo!)
  20. Indymedia: APPO Reports Two Dead in Confrontations with Federal Police in Oaxac, 30. Oktober 2006
  21. indymedia: Violence flares in Oaxaca, Indymedia reporter murdered, 30. Oktober 2006Indymedia:Rough english translation Radio APPO broadcast, 30. Oktober 2006
  22. Critican obispos de Oaxaca que la CEM haya avalado ingreso de la PFP, 9. Februar 2008
  23. Scotiabank targeted in Mexican bombing campaignEl Universal, 6. November 2006
  24. Leftist rebels claim responsibility for Mexico City blasts; demand Oaxaca governor resign
  25. Constituye la APPO su Consejo Estatal, 14. November 2006
  26. Oaxaca: The End of Tolerance, 28. November 2006
  27. El Universal: APPO protest deteriorates into violence, 26. November 2006CounterPunch: The Dirty War of Oaxaca, 2. Dezember 2006
  28. CNN: Buildings torched, dozens injured in Mexican tourist town, 26. November 2006
  29. El Norte: requires subscription, „Se acabó la tolerancia en Oaxaca.- PFP“
  30. El Universal: „PFP sweep nets arrest of Sosa’s brother“
  31. El Universal: „Eerie calm falls over city since troubles began“
  32. Indagan en Oaxaca a cuerpos policiacos

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