Konnektivitätskoordination


Konnektivitätskoordination

Konnektivitätskoordination (kurz KK) ist der veraltete Ausdruck der DENIC für das Verfahren ChProv (für change provider = „wechsle Provider“), welches den Wechsel des Providers einer Domäne bezeichnet.

Der Ausdruck wird von deutschen Providern aber gerne für sämtliche Top-Level-Domains verwendet, obwohl die Verwaltungsstellen (NIC) jeweils eigene Bezeichnungen (meist Transfer) und oftmals auch ganz andere technische Abläufe für solch einen Vorgang haben.

Inhaltsverzeichnis

Zuständigkeitsstrukturen von Providern und DENIC

Die DENIC ist genossenschaftlich organisiert, d. h., sie wurde von Internetprovidern als zentrale Verwaltungsstelle für die Top-Level-Domain .de gegründet, um für diese Provider die Verwaltung zu übernehmen.

Die Provider bieten die Dienstleistung „Registrierung einer .de-Domain“ sowohl direkt am Markt als auch gegenüber Wiederverkäufern an, die sich ihrerseits wieder direkt an Kunden, und eventuell auch an Wiederverkäufer wenden.

Ein Domaininhaber hat also entweder direkt bei einem DENIC-Mitglied oder bei einem Provider, der seinerseits direkt oder indirekt bei einem DENIC-Mitglied Kunde ist, eine Domain registriert.

Technischer Ablauf

CHPROV-Verfahren über AuthInfo

Seit dem 9. Dezember 2008 bietet die DENIC eG dieses inzwischen einzige zulässige Providerwechsel-Verfahren an. Es basiert auf der Übermittlung eines Passworts, der AuthInfo. Diese AuthInfo ist nur für diesen speziellen Vorgang gültig und bezieht sich auf eine bestimmte Domain.

Der erste Vorteil des neuen Verfahrens ist der beschleunigte Ablauf des Providerwechsels. Da eine AuthInfo nur dem aktuellen Domaininhaber bekannt ist, kann ein Providerwechsel mit AuthInfo ohne zusätzliche Bestätigung des Domaininhabers durch seinen alten Provider sofort durchgeführt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit bei einem Providerwechsel einen gleichzeitigen Inhaberwechsel durchzuführen. So können zum Beispiel Schreibfehler beim Domaininhaber ohne einen getrennten Auftrag des Domaininhabers sofort korrigiert werden, oder die Domain nach einem Verkauf in einem Schritt auf den neuen Inhaber übertragen werden.

Eine AuthInfo kann man von seinem derzeitigen Provider eintragen lassen, oder man kann bei einem beliebigen DENIC-Mitglied eine AuthInfo beantragen. Die AuthInfo wird von der DENIC eG generiert und dem Domaininhaber per Einschreiben zugeschickt. Einige Provider gestatten es dem Kunden, für seine Domains selbst eine AuthInfo zu hinterlegen.

Asynchrones Verfahren

Vor der Einführung von AuthInfo kam ein asynchrones Verfahren zum Einsatz, das bis zum 1. Februar 2010 noch parallel weiter betrieben wurde. Hierbei wurde eine KK gestartet, indem ein Kunde einen Provider beauftragt, eine bestehende Domain zu übernehmen.

Der Provider sollte laut DENIC-Richtlinien prüfen, ob der Kunde dazu berechtigt ist. Das ist anzunehmen, sofern der Eintrag des Admin-C der Domain mit den Kundendaten identisch ist.

Ist der Provider direkt DENIC-Mitglied, so wird er über das elektronische Interface (PGP-signierte E-Mail) oder das Realtime Registry Protocol (kurz RRI) den Auftrag an die DENIC senden. Ist er kein Mitglied, so wird er den Auftrag in irgendeiner Form an seinen übergeordneten Provider weiterleiten, der ihn ggf. noch weiter nach „oben“ in der Baumstruktur leitet, bis er ein DENIC-Mitglied erreicht.

Die DENIC verständigt aufgrund des KK-Antrags das bisher für die Domain zuständige DENIC-Mitglied (kurz chprovStart). Dieser Provider verständigt seinerseits seinen Kunden (Direkt-Kunde oder Unterprovider) von dem KK-Antrag und wartet auf eine Äußerung, ob dem Antrag stattgegeben werden kann, oder ob er abgelehnt werden soll. Die Antwort leitet der Provider dann zurück zur DENIC, die entsprechend handelt.

Schweigt der Kunde, so wird der Provider den KK-Antrag im Zweifel ablehnen.

Wird ein CHPROV an einem Samstag, Sonntag oder bundeseinheitlichem Feiertag gestartet, so wird als interne Rechengrundlage für den CHPROV-Reminder die CHPROV-Startzeit auf den dem chprovStart folgenden Arbeitstag übertragen. Antwortet das verwaltende DENIC-Mitglied nicht auf einen CHPROV-Auftrag, wird ihm am dritten Arbeitstag nach dem CHPROV-Auftrag ein Reminder in seine Nachrichtenqueue gestellt. Sollte er am zweiten Arbeitstag nach dem Reminder den CHPROV immer noch nicht beantwortet haben, wird die Domain von DENIC automatisch umgezogen. Dieser Vorgang wird als chprovEnd bezeichnet. Alle Beteiligten erhalten eine Nachricht über den vollzogenen CHPROV in ihre Nachrichtenqueue.

Die möglichen Antworten auf einen KK-Antrag sind:

  • ACK ist die Kurzform für „acknowledged“, und bedeutet ein Akzeptieren der KK/des Providerwechsels.
  • NACK ist die Kurzform für „not acknowledged“, und bedeutet eine Ablehnung der KK/des Providerwechsels.
  • LATEACK ist die Kurzform für „late acknowledged“. Hatte ein Provider den Wechsel bereits abgelehnt, und erhielt er verspätet vom Domaininhaber noch eine Zustimmung zum Wechsel, so konnte er bis zu 90 Tage später dem KK-Antrag noch zustimmen. Der LATEACK wurde bei Einführung des neuen AuthInfo-Verfahrens am 9. Dezember 2008 abgeschafft.

Verfahren anderer Domainverwaltungsstellen (NIC)

Die NIC anderer Top-Level-Domains haben historisch bedingt oft ganz andere Strukturen und Verfahren.

Beispielhaft seien an dieser Stelle die Domains .ch und .li genannt, welche von SWITCH verwaltet werden. In der Schweiz erhielt jeder Domaininteressent lange Zeit nur direkt bei SWITCH einen Account für die Verwaltung seiner registrierten Domains, die notwendigen Nameserver sowie weitere Dienste wie HTTP oder SMTP musste er separat bei einem Provider seiner Wahl besorgen. Möchte so ein Domaininhaber den Provider wechseln, muss er lediglich bei SWITCH die neuen Nameserver für seine Domain eintragen, aber keinerlei Antrag stellen. Mittlerweile übernehmen Schweizer Provider allerdings auch die Registrierung neuer Domains bei SWITCH.

Siehe auch

  • Domain-Transfer – internationaler Oberbegriff des hier beschriebenen deutschen Verfahrens

Weblinks


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