Konzil von Braga


Konzil von Braga

Das erste Konzil von Braga fand von 561 bis 563 in der heute portugiesischen Stadt Braga statt. Das lokale Konzil, welches am Metropolitansitz des suebischen Reiches stattfand, wendete sich in einem Dekret vor allem gegen den Priscillianismus und Manichäismus. Von Bedeutung ist die Verurteilung der Lehre, der Teufel sei ungeschaffen.[1] Damit traf die Synode die erste lehrmäßige Aussage über den Teufel in der Kirchengeschichte.[2]

In einem zweiten Dekret trafen die Synodenväter Entscheidungen zur Ordnung der Liturgie, die jedoch - ebenso wie spätere Konzilien - nur lokale Bedeutung hatten und letzten Endes zu einer lokalen Eigenliturgie, dem ritus bracarensis, führten.

Literatur

  • José Orlandis / Domingo Ramos-Lissón: Die Synoden auf der Iberischen Halbinsel bis zum Einbruch des Islam (711), Paderborn 1981, ISBN 3-506-74681-2.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Can. 7 des Konzilsdekrets: Si quis dicit, diabolum non fuisse prius bonum angelum a Deo factum, nec Dei opificium fuisse naturam eius, sed dicit eum ex chao et tenebris emersisse nec aliquem sui habere auctorem, sed ipsum esse principium atque substantiam mali, sicut Manichaeus et Priscillianus dixerunt, anathema sit. (dt. Wer sagt, der Teufel sei nicht früher ein von Gott geschaffener guter Engel gewesen und seine Natur sei kein Werk Gottes gewesen, sondern sagt, er sei aus dem Chaos und der Finsternis aufgetaucht und habe keinen Urheber seiner selbst, sondern sei selbst das Prinzip und die Substanz des Bösen, wie Manichäus und Priscillian sagten, der sei mit dem Anathema belegt.) Zitiert nach DH 457.
  2. Jeffrey Burton Russell: Lucifer. The Devil in the Middle Ages, Ithaca, Cornell University Press, 1984. S. 95.

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