Koper


Koper
Koper
Wappen von Koper Karte von Slowenien, Position von Koper hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Slowenien
Historische Region: Küstenland (Primorska)
Statistische Region: Obalno-kraška (Region Küste und Karst)
Koordinaten: 45° 33′ N, 13° 44′ O45.54764444444413.730344444444Koordinaten: 45° 32′ 52″ N, 13° 43′ 49″ O
Fläche: 311,2 km²
Einwohner: 51.428 (2008)
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+386) 05
Postleitzahl: 6000
Kfz-Kennzeichen: KP
Struktur und Verwaltung
Webpräsenz:

Koper (italienisch Capodistria, deutsch Gafers) ist die einzige Seehafenstadt Sloweniens an dessen 47 Kilometer langer Adriaküste. Koper liegt direkt südlich der italienischen Hafenstadt Triest und hat 24.704 Einwohner (2006). Der Bezirk Koper hatte 2008 51.428 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung

Die Mehrheit der Bevölkerung (74,1 %) gab bei der Volkszählung 2002 Slowenisch als Muttersprache an. Wichtigste Minderheitensprachen sind Kroatisch (8,0 %), Serbokroatisch (4,0 %), Bosnisch (2,8 %), Serbisch (2,7 %) und Italienisch (2,2 %).[1] Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es im Gebiet der heutigen Gemeinde Koper (dem damaligen Capodistria) eine mehrheitlich italienischsprachige Bevölkerung, die 1945/1954 floh oder vertrieben wurde.

Ortsteile

Ortsteile der Stadtgemeinde Koper sind:

  • Abitanti
  • Ankaran
  • Babici
  • Barizoni
  • Belvedur
  • Bertoki
  • Bezovica (italienisch: Bessovizza)
  • Bocaji
  • Bonini
  • Boršt (Boste)
  • Bošamarin
  • Brezovica pri Gradinu (Bessovizza di Gradigne)
  • Brežec pri Podgorju
  • Bric (Brizze)
  • Butari
  • Cepki
  • Cerej
  • Dekani (Villa Decani)
  • Dilici (Dilizze)
  • Dol pri Hrastovljah (Villaduol)
  • Dvori (Corte d’Isola)
  • Centur (Centora)
  • Cežarji
  • Crni Kal (Montenero de Istria)
  • Crnotice
  • Fijeroga (Figarola di Dragano)
  • Gabrovica pri Crnem Kalu (Gabrovizza d’Istria)
  • Galantici
  • Gažon (Gason)
  • Glem
  • Gradin (Castellaro)
  • Gracišce (Gracisce)
  • Grinjan (Nigrigano)
  • Grintovec
  • Hrastovlje (Cristoglie)
  • Hrvatini (Crevatini)
  • Jelarji (Elleri)
  • Kampel
  • Karli
  • Kastelec (Castel)
  • Kolomban (San Colombano)
  • Koper
  • Koromaci-Boškini
  • Kortine
  • Kozlovici
  • Koštabona (Costabona)
  • Krkavce (Carcase)
  • Krnica
  • Kubed (Covedo)
  • Labor (Laura)
  • Loka (Lonche)
  • Lopar (Loparo)
  • Lukini
  • Manžan (Manzano)
  • Marezige (Maresego)
  • Maršici
  • Mocunigi
  • Montinjan (Montigano)
  • Movraž
  • Olika
  • Osp (Ospo)
  • Peraji
  • Pisari
  • Plavje (Plavia Montedoro)
  • Pobegi (Pobeghi)
  • Podgorje (Piedimonte d’Istria)
  • Podpec (Popecchio)
  • Poletici (Poletici)
  • Pomjan (Paugnano)
  • Popetre (Popetra)
  • Prade (Prada)
  • Praproce (Praprozze)
  • Predloka (Prelocca)
  • Pregara (Pregara di Capodistria)
  • Premancan
  • Puce (Puzzole)
  • Rakitovec (Acquaviva della Vena)
  • Rižana (Risano)
  • Rožar (Rosariol)
  • Sirci
  • Smokvica (Figarola di Capodistria)
  • Socerb (San Servolo)
  • Socerga (Socerga)
  • Sokolici
  • Spodnje Škofije (Valmarin)
  • Srgaši (Sergassi)
  • Stepani
  • Šalara
  • Semedela
  • Šeki
  • Škocjan (San Canziano)
  • Šmarje pri Kopru (Monte di Capodistria)
  • Sv. Anton (San Antonio)
  • Tinjan (Antigano)
  • Topolovec (Toppolo in Belvedere)
  • Trebeše (Trebesse)
  • Triban
  • Trsek
  • Truške (Truscolo di Prugna)
  • Tuljaki
  • Vanganel
  • Zabavlje (Zabavia)
  • Zanigrad (Castelasarnio)
  • Zazid (Sasseto)
  • Zgornje Škofije (Albaro Vescova)
  • Župancici

Sehenswürdigkeiten

Besonders bekannte Sehenswürdigkeiten der Stadt sind der Prätorenpalast aus dem 15. Jahrhundert und die Sankt-Nazarius-Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert.

Prätorenpalast, erbaut im 13. Jahrhundert (Tito-Platz) [Anm. 1]
Wohnviertel außerhalb des Stadtkerns
Blick auf Koper von Westen (Zusterna) [Anm. 2]

Geschichte

Koper entstand aus einer kleinen Siedlung auf einer Insel im Golf von Triest. Im antiken Griechenland war der Ort als Aegida bekannt; die Römer nannten die Stadt Capris, Caprea, Capre oder Caprista.

Im Jahre 568 flüchteten Einwohner des nahe gelegenen Triest vor den Langobarden nach Koper. Zu Ehren des byzantinischen Kaisers Justinian II. wurde die Stadt in Justinopel umbenannt.

Aus dem Jahr 932 ist ein bereits bestehender Handel zwischen Venedig und Koper überliefert. Im Krieg zwischen Venedig und dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation stand Koper auf der deutschen Seite und wurde dafür von Kaiser Konrad II. im Jahr 1035 mit der Verleihung der Stadtrechte belohnt. 1278 wurde Koper Teil der Republik Venedig.

Die Stadt wurde zum Verwaltungszentrum des venezianischen Istriens und wurde von den Venezianern seitdem lateinisch Caput Histriae, italienisch Capo d'Istria, Haupt(-stadt) Istriens, genannt. Daraus leitet sich der heutige italienische Name Capodistria ab.

Nach der k.u.k. Volkszählung im Jahr 1900 lebten in Koper 7205 italienische, 391 slowenische, 167 kroatische und 67 deutsche Einwohner.

1918 fiel Koper mit dem gesamten Küstenland an Italien, 1947 wurde es Teil der Zone B des Freien Territoriums Triest, die unter jugoslawischer Verwaltung stand. Bei der Auflösung und Aufteilung des Territoriums 1954 fiel es an Jugoslawien. Die großteils italienischsprachige Bevölkerung floh von 1943 bis 1954 nach Italien.

Religion

Koper war bereits seit dem 8. Jahrhundert Bischofssitz. Im Jahr 1498 wurde in der Stadt der spätere lutherische Theologe Pier Paolo Vergerio geboren; in Koper wirkte er von 1536 bis 1548 als Bischof. Im Jahr 1828 kam Koper zur Diözese Triest. Mit der Eingliederung in Jugoslawien wurde das Bistum Koper wieder unabhängig.

Wirtschaft

Große Arbeitgeber sind der Hafen (Luka Koper) und die Firma Tomos. Die Stadt profitiert von bedeutendem Sommertourismus. In Koper gibt es außerdem eine Universität (Primorska Univerziteta / Università del Litorale).

Sport

In der Stadt ist der Fußball-Erstligist FC Koper beheimatet, der seine Heimspiele im Stadion ŠRC Bonifika austrägt. Bekannt sind ferner der Handballverein RK Koper und der Basketballverein KK Koper, deren Heimspiele in der Halle ŠD Bonifika stattfinden. Die Wasserballer von VK Koper spielen regelmäßig im Europapokal und gehören auch zu den Gründungsmitgliedern der 2008 eingeführten transnationalen Adria-Liga.

Persönlichkeiten

Galerie

Literatur

  • Ricarda Gerhardt: Slowenien. Mit Istrien und Triest. Reise-Handbuch. Tipps für individuelle Entdecker, mit Reisekarte zum Herausnehmen. 2. aktualisierte Auflage. Reisebuchverlag Iwanowski, Dormagen 2005, ISBN 3-933041-17-1, S. 361–369. – Text in Teilen online.
  • Isolde Bacher (Bearb.), Rainer Eisenschmid (Red.): Istrien – Kvarner Bucht. Baedeker-Allianz-Reiseführer. 3. Auflage, völlig überarbeitet und neu gestaltet. Baedeker, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-8297-1130-2, S. 81–86.
  • Salvator Žitko, Jaka Jeraša (Ill.), Klara Hočevar (Übers.): Koper. Touristischer Kunstführer durch die Stadt und Umgebung. Založba Lipa, Koper 1988. [2]

Weblinks

 Commons: Koper – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik (slowenisch)
  2. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.

Anmerkungen

  1. Der ghibellinische Zinnenfries über der Frontfassade wurde 1664 errichtet. Seit 2001, nach mehrjähriger Renovierung, ist der Palast wieder Sitz der Stadtverwaltung.
  2. Am linken Bildrand unten: (ehemaliges Verwaltungs-)Gebäude des Passagierhafens. Rechts davon: Salzlager- bzw. Markthalle aus venezianischer Zeit, nunmehr in Teilen Restaurant Taverna (Carpaccio-Platz).
  3. Der Innenraum wurde im 18. Jahrhundert von Giorgio Massari umgebaut.
  4. In der 1731 umfänglich restaurierten Kirche wird eine der regional ältesten Darstellungen von Christus am Kreuz aufbewahrt. Die Kirche war einst Sitz des St.-Nazarius-Hospizes.
  5. Benannt nach der gleichnamigen Region. Weitere Einrichtungen der Universität befinden sich in Izola und Portorož. Schon während der ersten Unabhängigkeit Sloweniens nach dem Ersten Weltkrieg hatte es Überlegungen gegeben, in Koper eine Hochschule zu gründen.
  6. Säule erinnert an Venedigs Sieg über die Türken bei Lepanto, 1571, an dem auch eine Galeere aus Koper beteiligt war.
  7. Ehemaliges Wohnhaus des Renaissancemalers Vittore Carpaccio, nach dem der Platz benannt ist.

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