Kristdemokraterna


Kristdemokraterna

Kristdemokraterna (dt.: Die Christdemokraten) ist eine der im schwedischen Reichstag vertretenen politischen Parteien. Sie ist eine christlich-soziale Partei mit starker Verankerung in den schwedischen Freikirchen. Die Christdemokraten erreichten bei den Reichstagswahlen 2006 6,59 % der Stimmen und 24 von 349 Mandaten. Parteivorsitzender ist seit 2004 Göran Hägglund.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1964 wurde die Partei Kristen Demokratisk Samling gegründet. In den ersten zwei Jahrzehnten verfolgte die Partei eine kulturkonservative Linie mit einer starken Orientierung auf christlich-ethische Werte. Die Wahlresultate lagen dementsprechend bei etwas über 1%. 1987 kam es zu einer Totalrevision des Parteiprogrammes und zu einem Namenswechsel in Kristdemokratiska Samhällspartiet (Christdemokratische Gesellschaftspartei). Es erfolgte eine Öffnung der Partei in Richtung einer pragmatischeren, nicht-konfessionellen Politik. Unter anderem engagierte man sich verstärkt in Umweltfragen und erweiterte und vertiefte die eigene Politik um eine wirtschafts- und sozialpolitische Komponente.

Nachdem der der seit 1973 amtierende Parteivorsitzende Alf Svensson bereits in der Legislaturperiode 1985-1988 durch einen Platz auf der Liste der Zentrumspartei in den Reichstag eingezogen war, gelang es bei der Wahl 1991 den Christdemokraten, die Vierprozenthürde zu nehmen und zum ersten Mal aus eigener Kraft in den Reichstag einzuziehen. Gleichzeitig nahmen sie an der bürgerlichen Koalitionsregierung Carl Bildts (1991–94) teil und Alf Svensson wurde Minister für Entwicklungshilfe. 1996 wechselte die Partei erneut den Namen.

Die Spannungen zwischen den zwei Flügeln innerhalb der Partei, den strenggläubigen christlichen Mitgliedern und den Pragmatikern, die eine nicht-konfessionelle Parteilinie auf Basis des christlichen Wertesystems vertreten, traten bei der Wahl 1998 deutlich hervor.

Nach dem Rücktritt des langjährigen Parteichefs Svensson 2004 konkurrierten Göran Hägglund, Maria Larsson und Mats Odell um den Vorsitz. Sowohl Larsson als auch Odell zogen ihre Bewerbung allerdings zurück, so dass Hägglund am 3. April 2004 ohne Gegenkandidaten zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Im Vorfeld der Wahl 2006 bildeten die Christdemokraten mit drei anderen Parteien des bürgerlichen Lagers das Wahlbündnis Allianz für Schweden unter der Führung Fredrik Reinfeldts. Die Allianz gewann die Wahlen, Reinfeldt wurde zum Ministerpräsidenten gewählt und für die Christdemokraten traten Hägglund als Minister für Gesundheit und Soziales, Larsson als Ministerin für Volksgesundheits- und Sozialhilfefragen und Odell als Minister für Kommunal- und Finanzmarktfragen in die Regierung Reinfeldt ein.

Bei der Europawahl 2009 erreichten sie 4,7%. Der frühere Parteivorsitzende Alf Svensson konnte durch einen Vorzugsstimmenwahlkampf als einziger Mandatar der Kristdemokraten in das Europaparlament einziehen. Er ist dort Mitglied der EVP-Fraktion. In der Reichstagswahl 2010 mussten die Christdemokraten mit 5,6% leichte Verluste hinnehmen, aufgrund des guten Gesamtergebnisses der Allianz Reinfeldts kann diese jedoch weiter regieren. Hägglund blieb Gesundheits- und Sozialminister, Larsson wurde neue Ministerin für Jugend und Senioren. Odell schied aus der Regierung aus, für ihn trat Stefan Attefall als Minister für öffentliche Verwaltung und Wohnfragen in die Regierung ein.

Die Kristdemokraten erzielen ihre besten Wahlergebnisse traditionell im sogenannten schwedischen Bibel Belt und dort speziell in der Gemeinde Gnösjö.

Wahlresultate

Wahlergebnisse bei den Reichstagswahlen

1985 keine eigene Kandidatur bei den Reichstagswahlen; der Parteivorsitzende Alf Svensson bekam ein Mandat auf der Wahlliste der Zentrumspartei.

Parteivorsitzende

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Niels Arbøl, Kristdemokraterna en världsrörelse (Samhällsgemenskap, 1986) ISBN 91-85036-22-6 (svensk översättning Ingvar Svensson) (schwedisch)
  • Cecilia Hjort Attefall, Partiet som lyfte: 40 år med svensk kristdemokrati: 1964-2004 (Samhällsgemenskap, 2004) ISBN 91-85036-52-8 (schwedisch)
  • Birger Ekstedt, KDS - en politisk nödvändighet (Samhällsgemenskap, 1970) (schwedisch)
  • Göran V. Johansson, Kristen Demokrati På Svenska (Liber, 1985) ISBN 91-40-05103-X (schwedisch)
  • Erik Lindfeldt, Moralpartiet. En bok om KdS (Carlssons, 1991) ISBN 91-7798-433-1 (schwedisch)
  • Bernt Olsson, Upprinnelsen - Om Kristdemokraternas första tid i Sverige (Samhällsgemenskap, 2004) ISBN 91-85036-56-0 (schwedisch)
  • Allan Sandström, KDS - Partiet bakom fromhetsvallen (LT, 1979) ISBN 91-36-01329-3 (schwedisch)
  • Alf Svensson, I Tiden, från motvind till uppvindar (Samhällsgemenskap, 1984) ISBN 91-85036-10-2 (schwedisch)
  • Kristdemokratisk Debatt (tidsskrift som utgavs av partiet 1992-2003) ISSN 1103-1522 (schwedisch)

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