Kronach


Kronach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kronach
Kronach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kronach hervorgehoben
50.24111111111111.328055555556318
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 318 m ü. NN
Fläche: 66,99 km²
Einwohner:

17.279 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 258 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96317
Vorwahl: 09261
Kfz-Kennzeichen: KC
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 145
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 5
96317 Kronach
Webpräsenz: www.kronach.de
Bürgermeister: Wolfgang Beiergrößlein (Freie Wähler)
Lage der Stadt Kronach im Landkreis Kronach
Langenbacher Forst Birnbaum (gemeindefreies Gebiet) Landkreis Coburg Landkreis Hof Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Thüringen Ludwigsstadt Weißenbrunn Marktrodach Tettau (Oberfranken) Schneckenlohe Mitwitz Küps Nordhalben Wilhelmsthal Tschirn Teuschnitz Steinbach am Wald Reichenbach (Oberfranken) Wallenfels Stockheim (Oberfranken) Steinwiesen Pressig KronachKarte
Über dieses Bild
Dreistufiger Stadtaufbau von Kronach über dem Fluss Haßlach mit Festung Rosenberg

Kronach ist die Kreisstadt des oberfränkischen Landkreises Kronach und ein Mittelzentrum in Bayern. Die Stadt liegt am Fuße des Frankenwaldes, wo die Flüsse Haßlach, Kronach und Rodach zusammenfließen. Kronach ist die Geburtsstadt von Lucas Cranach d. Ä. und verfügt mit der Festung Rosenberg über eine der größten mittelalterlichen Festungen Deutschlands. Das Stadtbild wird von der fast gänzlich erhaltenen Altstadt mit Sandstein- und Fachwerkhäusern, Stadtmauern, Toren, Türmen und Gewölbekellern geprägt. Kronach liegt an der Burgenstraße sowie an der Bier- und Burgenstraße.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt südwestlich des Frankenwaldes. In Kronach treffen die drei Flüsse Kronach, Rodach und Haßlach zusammen. Die Altstadt ist daher aus fast allen Richtungen nur über meist schmale und für den Autoverkehr einspurige Brücken zu erreichen.

Stadtteile, Weiler und Einödhöfe

  • Bernroth
  • Birkach
  • Blumau
  • Dennach
  • Dörfles
  • Fischbach
  • Friesen
  • Gehülz (mit Entmannsdorf, Breitenloh, Brand, Zollbrunn u. a.)
  • Glosberg
  • Gundelsdorf (bei Kronach)
  • Höfles
  • Kestel
  • Knellendorf
  • Kreuzberg
  • Krugsberg
  • Neuses
  • Ruppen
  • Seelabach
  • Seelach
  • Stübental
  • Vogtendorf
  • Vonz
  • Wötzelsdorf
  • Ziegelerden

Bevölkerung und Religion

Bedingt durch die Geschichte des Ortes sind 59 % der Bevölkerung katholisch (vor allem in Kronach-Stadt und den südlichen, nördlichen und westlichen Gemeindeteilen) und 29 % evangelisch (insbesondere in den östlichen Stadtteilen, z. B. Fischbach). Außerdem gibt es in Kronach eine Freie Christengemeinde und eine Gemeinde der Jesus Freaks. Bis 1942 existierte eine jüdische Kultusgemeinde mit einer 1883 erbauten Synagoge.

In Kronach wird ein (ober-)fränkischer Dialekt gesprochen.

Geschichte

Wappen des Hochstifts Bamberg und Kronachs an der Stadtmauer über dem Bamberger Tor
Stadtwappen Kronachs von 1651 an der Rückseite des alten Rathauses

Fossilierte Artefakte belegen eine Besiedlung des Kronacher Umlands bereits vor ca. 600.000 Jahren zur Zeit des mittleren Eiszeitalters, dem Pleistozän. 1003 n. Chr. wurde Kronach als Urbs Crana erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Heinrich V. schenkte Kronach mit Umland 1122 dem Hochstift Bamberg, das bis 1803 die Herrschaft über die Stadt behielt. Zwischen der Reformationszeit (ab 1517) und dem Westfälischen Frieden von 1648 stellte Kronach das nördliche Bollwerk des katholischen Hochstifts Bamberg zum protestantischen Kurfürstentum Sachsen dar. Infolge dieser Grenzlage wurde die Festung Rosenberg zu einer frühneuzeitlichen Schlossfestung ausgebaut.

Synagoge

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Kronach in den Jahren 1632 bis 1634 mehrmals von einer großen Überzahl der Schweden und ihrer deutschen Verbündeten belagert. Durch den strategisch günstigen Stadtaufbau und die entschiedene Gegenwehr der Bürger wurden alle diese Angriffe abgewehrt. Noch heute erinnert die jährliche Schwedenprozession, bei der die Frauen vorausgehen, an diese Ereignisse. Sie hatten bei einer der Belagerungen die glückliche Wende für die Stadt erkämpft. Das anlässlich der tapferen Haltung der Kronacher vom Bamberger Bischof verliehene neue Stadtwappen mit den geschundenen Männern als Wappenhalter gibt ein Zeugnis von der Grausamkeit der Kampfhandlungen.

Aus dieser Zeit stammt auch die Erzählung, dass die Kronacher aufgrund der aus dem Versorgungsengpass entstandenen Hungersnot mit Hilfe einer List die Belagerer zum Abziehen bewegten. Und zwar ließen sie den letzten weiblichen Hasen der Stadt auf der Festungsmauer herumlaufen um einen großen Nahrungsvorrat vorzutäuschen. Daher kommt auch der Begriff „Kroniche Housnkuh“ (Kronacher Hasenkuh) nach dem wiederum das Maskottchen zu 1000 Jahre Kronach – Feline von der Festung – gestaltet wurde.[2]

Während des Siebenjährigen Krieges lagerten im Jahre 1759 das Preußische Infanterieregiment Nr. 49 unter Generalmajor von Knobloch entlang des Kreuzberges, wobei es zu Kampfhandlungen an dem heute nicht mehr vorhandenen Strauer Tor und zu einer teilweisen Zerstörung der preußischen Artillerie durch die Festungsgeschütze kam. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde das Hochstift Bamberg zwangsweise aufgelöst; seine Territorien wurden dem Königreich Bayern übertragen. Napoléon Bonaparte hielt 1806 sein Feldlager in Kronach und begann von dort aus den Angriff auf Preußen.

Mindestens seit dem 17. Jahrhundert waren jüdische Familien in der Stadt ansässig, die 1883 eine Synagoge errichteten. Das Gebäude wurde im Februar 1938 an die Stadt Kronach verkauft, die es bis 1972 als Sanitätsdepot nutzte. Dadurch überstand das Bauwerk die Novemberpogrome 1938 unbeschadet, während die nach Bamberg verbrachte Ausstattung der Synagoge dort zerstört wurde.[3] Der Stadtrat Kronach ehrte die verfolgten und ermordeten Juden der Stadt 1964 mit einem Gedenkstein auf dem christlichen Friedhof unter Namensnennung der ausgelöschten Familien.[4] Die Synagoge wurde 2002 vom „Aktionskreis Kronacher Synagoge e. V.“ restauriert und dient seitdem als Gedenkstätte und Veranstaltungsraum.[3]

Kronach 1945: Soldaten des 101st US Infantry Regiments auf dem Marktplatz, ein deutscher Kraftstoffanhänger explodiert

Den Zweiten Weltkrieg überstand Kronach relativ unbeschädigt; es wurde im April 1945 von den Amerikanern besetzt. Die Nachkriegszeit war durch die Nähe zur Innerdeutschen Grenze sowie die Eingliederung einer großen Zahl von Heimatvertriebenen geprägt.

Die Vorbereitung der Landesgartenschau 2002 ermöglichte die Beseitigung von Bau- und Umweltsünden der zurückliegenden Jahrzehnte.

Michaelsbrunnen vor dem Rathaus

Politik

1000 Jahre Kronach: deutsche Briefmarke von 2003

Hauptamtlicher Bürgermeister ist seit 2008 Wolfgang Beiergrößlein (Freie Wähler).

Der Stadtrat hat 24 Mitglieder und setzt sich nach der Kommunalwahl 2008 wie folgt zusammen:

2008
CSU 11
SPD 8
Freie Wähler 4
Frauenliste 1
Gesamt 24 Sitze

Städtepartnerschaften

Kronach unterhält Städtepartnerschaften mit Hennebont in Frankreich, Kiskunhalas in Ungarn, Bettendorf (Iowa) in den USA und Rhodt unter Rietburg in Deutschland.

Am 7. August 1955 übernahm Kronach die Patenschaft für die ehemaligen Bewohner der sudetendeutschen Stadt und des Heimatkreises Podersam, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. In einer Urkunde wurde den Podersamer Vertriebenen Kronach als „zweite Heimat und Hauptort der Pflege und Wahrung heimatlicher Überlieferung und Kultur“ garantiert.

Flüsse

Durch Kronach fließen folgende Flüsse:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Melchior-Otto-Platz mit Johannes-Brunnen
Amtsgerichtsstraße

Freizeit- und Sportanlagen

Kronach bietet viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Für Bildungsreisende bieten die historische Altstadt und die Festung Rosenberg alte Bausubstanz sowie Museen und Galerien. Ein Flößerei-Verein im Ortsteil Neuses veranstaltet Floßfahrten auf den Spuren eines einst für die Region bedeutenden Wirtschaftszweiges. Mit der Landesgartenschau im Jahr 2002 wurde ein großer Freizeit- und Erholungspark mit Erlebnisspielplatz eingerichtet. Das Erlebnisbad Crana Mare mit einer Riesenrutsche im Freibadbereich und einem Dampfbad im Hallenbadbereich dient auch dem Schulsport Kronacher Schüler. Für Freiluft-Aktivitäten bieten sich eine Sommer- und eine Winterrodelbahn, mehrere Tennisplätze sowie Mountainbike-Strecken an. Im Winter wird im Ortsteil Gehülz ein Skililft betrieben. Für Indoor-Sportarten gibt es ein Bogenschießzentrum, das Schützenhaus der SG Kronach für Sportschützen sowie einen Billardclub. Verschiedene sportliche Angebote hält die Turnerschaft 1861 e.V. Kronach bereit. Es gibt ein modernes Kino mit drei Sälen. Am Kreuzberg befinden sich eine Sportanlage, eine Sporthalle und ein Flugplatz.

Wanderwege

Zu Fuß erreicht man Kronach von Osten auf dem Hubertusweg, von Südosten auf dem Burgenweg, von Westen (über Mitwitz) auf dem Döbra-Radspitz-Weg sowie von Norden auf dem Weg durch das Kremnitztal bis Gifting, dann weiter auf dem Burgenweg.

Weiterhin streift der Fernwanderweg Frankenweg die Stadt und führt zum Lucas-Cranach-Turm.

Parkanlagen

Landesgartenschau 2002

Für die Landesgartenschau im Jahr 2002 wurde entlang der Haßlach ein etwa fünf Hektar großes Areal mit ehemaligen Gewerbeflächen saniert und ein stadtnaher Erholungsbereich geschaffen. Eine 13 Meter breite und 200 Meter lange Promenade, die von einer Lindenallee umgeben ist, führt seither vom Nordeingang zu einer stufenförmig angelegten Steinterrasse, die als Zuschauertribüne für die Seebühne am Ufer gegenüber dient. Von dort aus überblickt man das zentrale Ausstellungsgelände der Landesgartenschau mit einem Abenteuerspielplatz, einem Kletter- und Aussichtsturm, dem Kreislehrgarten und dem Überflutungsbecken, das bei Hochwasser die übers Ufer tretende Haßlach aufnimmt. Auf dem Landesgartenschau-Gelände gibt es einen Skulpturenweg, der am Plessi-Turm Water-Fire beginnt und bei den Skulpturen der Sandstein-Triennale endet. Folgt man dem Weg über das sogenannte Knie nach Süden, kommt man unter der Südbrücke hindurch über einen Steg in den Höringsgarten. Von dort aus öffnet sich das Gartenschaugebiet mit einer Hubbrücke über die Rodach. Im anschließenden Gelände befindet sich in Richtung auf den Ortsteil Neuses eine Skater-Anlage, ein Spielfeld für Ballsportarten und ein Anlegeplatz für Floßfahrten.

Von einem kleinen Park in der Jahnsallee westlich der Stadtmauern mit altem Baumbestand an der Haßlach hat man einen schönen Blick auf die Altstadt.

In der Stadtmitte am Marienplatz befindet sich der Stadtpark. Seine Verlängerung ist der Stadtgraben. Die Anlage ist zirka 500 Meter lang und enthält unter anderem einen Kinderspielplatz.

Am Kreuzberg liegt ein etwa 500 Meter langer Park in der Nähe des Sportzentrums; der Burggarten mit zahlreichen alten Bäumen bietet einen Blick über Kronach.

Museen und Galerien

Der Kommandanten- und der Fürstenbau der Festung Rosenberg

Die Festung Rosenberg beherbergt mehrere Museen. Im renovierten ehemaligen Kommandantenwohnhaus befindet sich die Fränkische Galerie als Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums. Auf zwei Geschossen präsentiert sie bedeutende Tafelgemälde des 13. bis 16. Jahrhunderts mit vier eigenhändigen Gemälden von Lucas Cranach d. Ä. sowie einer großen Auswahl kostbarer Skulpturen der Gotik und der beginnenden Renaissance, fast alle in ihren originalen Farbfassungen. Sie enthält zahlreiche Werke ersten Ranges (unter anderem eigenhändige Arbeiten von Tilman Riemenschneider und Adam Kraft. Geboten wird ein Einblick in die Kunst Frankens; es sind aber auch andere Gebiete vertreten. Des Weiteren befindet sich auf der Festung ein Steinmetzmuseum. Im Fürstenbau werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt, unter anderem mit zeitgenössischer Kunst. Das Projekt Deutsches Festungsmuseum befindet sich noch im Planungsstadium und soll in Zukunft eine Lücke in der Museumslandschaft zwischen den Themen Burg und Schloss füllen. Auch die Galerie im Landratsamt, die Galerie des Kronacher Kunstvereins, die Galerie in der Kreisbibliothek und die 2002 renovierte Kronacher Synagoge zeigen wechselnde Ausstellungen.

In der Oberen Stadt informiert die Podersamer Heimatstube über die sudetendeutsche Patengemeinde Kronachs; im Ortsteil Neuses kann ein Dorfmuseum besichtigt werden.

Hexenturm mit Stadtmauer
Historisches Gasthaus zum Scharfen Eck

Bauwerke

Da Kronach den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überstanden hat, kann es mit einer Reihe von historischen Bauwerken aufwarten. Unterhalb der weithin sichtbaren und die Stadt überragenden Festung Rosenberg erstreckt sich die sogenannte Obere Stadt, die historische Altstadt, mit einem Ensemble von Gebäuden mit dem Historischen Rathaus und der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer. Der viergeschossige, fast quadratische Lehlauben- oder Hexenturm als Teil der Stadtmauern befindet sich unweit des neuen Rathauses. Erbaut wurde er im Jahre 1444 und war zunächst der nordöstliche Eckpfeiler der Stadtbefestigung. In seinem Untergeschoss befindet sich ein Verlies, das bis ins 17. Jahrhundert als Gefängnis diente.

Außerhalb der Stadtmauern stehen im Westen das Oblatenkloster mit Klosterkirche, im Süden die Spitalkirche mit Bürgerspital und im Osten die Kronacher Synagoge, die 2002 aufwändig renoviert wurde. Auf dem Kreuzberg befindet sich die 1644 erbaute barocke Heilig-Kreuz-Kapelle. Am Friedhof der Stadt steht eine weitere, dem heiligen Nikolaus von Myra geweihte Kapelle aus dem späten 14. Jahrhundert.

In Kronacher Ortsteilen lohnen die Wallfahrtskirche Maria Glosberg, die Kirche St. Georg in Friesen mit mittelalterlichen Wandfresken und die Heunischenburg in Gehülz eine Besichtigung.

Regelmäßige Veranstaltungen

Feste und Märkte

Historisches Stadtspektakel

Das kulturelle Leben Kronachs wird durch eine Reihe regelmäßiger Veranstaltungen geprägt, von denen das alljährliche Schützenfest Kronacher Freischießen die größte Anziehungskraft besitzt. Begründet wurde es durch die seit 1444 überlieferten Kronacher Stadtschützen, die auf der Hofwiese trainierten, um die Stadt im Ernstfall verteidigen zu können. Als Fest an sich existiert es seit 1588. Es endet am vorletzten Sonntag im August und beginnt zehn Tage vorher am Donnerstag mit der Bierprobe und dem traditionellen Bieranstich durch den Ersten Bürgermeister. Im Andenken an die bewegte Geschichte Kronachs, das im Dreißigjährigen Krieg erfolglos von schwedischen Truppen belagert wurde, findet am Sonntag nach Fronleichnam eine sogenannte Schwedenprozession statt. Ihr schließt sich am letzten Juniwochenende ein Historisches Stadtspektakel an, das den Schwedensturm von 1634 mit kostümierten Truppen nachstellt. Alle zwei Jahre (immer in den geraden Jahren) findet auf der Festung Rosenberg das Festival Crana Historica statt. International bekannte Musiker und Reenactors treffen auf Marktleute.

Märkte werden beim Kronacher Altstadtfest Anfang September, beim Dreiländertreffen zum Tag der Deutschen Einheit sowie zur Kronacher Weihnacht in der Oberen Stadt an jedem Adventswochenende abgehalten. In der Faschingszeit wird die Kronicher Fousanaocht mit großen Büttenabenden gefeiert und Mitte Juli lädt die Kaiserhof-Brauerei zu einem Brauereifest ein.

Kunst, Theater, Musik

Seit 1995 finden im Sommer auf einer Freilichtbühne auf der Festung Rosenberg die von Daniel Leistner und Ulrike Mahr ins Leben gerufenen Faust-Festspiele statt, die neben den beiden Teilen des Goetheschen Faust-Dramas Klassiker der Weltliteratur in knappen volksnahen Fassungen in historischen Kostümen aufführen. Im Winterhalbjahr bespielt das Ensemble um Daniel Leistner die Werkbühne im Historischen Rathaus.

Die Kronacher Sommerakademie führt auf dem Festungsgelände Kurse zu den Themen Mosaik, Töpferei, Bildhauerei und Aktmalerei durch. Die Fränkische Galerie in der Festung Rosenberg zeigt Malerei und Skulpturen aus dem späten Mittelalter bis hin zur Zeit Lucas Cranachs, der mit vier Werken vertreten ist. Daneben werden wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler gezeigt; Werke von Ren Rong, Elvira Bach, Dao Droste und Wilhelm Holderied waren zu sehen.

Die Sandstein-Triennale des Kronacher Kunstvereins e. V. findet seit 2002 auf dem Landesgartenschaugelände statt.

Seit 2004 probt im Herbst das Orchesterprojekt der Kronacher Klassik Akademie und beendet seine Arbeitsphase mit einem sinfonischen Abschlusskonzert in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Johannes.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das bedeutendste Industrieunternehmen ist mit etwa 1000 Beschäftigten die Loewe AG, die im März 1945 ihre Kriegsproduktion von Berlin-Steglitz zunächst nach Küps bei Kronach verlagerte und später ihren Hauptsitz ganz nach Kronach verlegte. Ein weiteres überregional agierendes Unternehmen ist die Lear Corporation (Automobilelektronik, Entwicklung und Produktion). Größter Arbeitgeber des Landkreises Kronach ist die Frankenwaldklinik Kronach. Sie ist ein Krankenhaus der Versorgungsstufe 2 und Teil der Rhön-Klinikum AG.

Verkehr

Der Bahnhof in Kronach

Auto

Kronach liegt an einem Kreuz der Bundesstraßen 85, 173 und 303.

Bahn

Der Bahnhof Kronach liegt an der Frankenwaldbahn (Saalfeld–Bamberg). Sie ist ein Abschnitt der ICE-Strecke München–Berlin, die ICE halten jedoch nicht in Kronach. Man hat in Kronach von 5 bis 22 Uhr stündlich Anschluss nach Süden (Bayern) und nach Norden in Richtung Thüringen.

Flugzeug

Kronach verfügt über einen Segelflugplatz. Der nächstgelegene internationale Verkehrsflughafen ist der Flughafen Nürnberg.

Tourismus

Durch Kronach führen die in west-östlicher Richtung von Mannheim nach Prag verlaufende Burgenstraße und die Bier- und Burgenstraße, die Bad Frankenhausen und Passau verbindet.

Bildung

Kronach besitzt drei Grundschulen (davon zwei in Ortsteilen), eine Hauptschule, zwei Realschulen und zwei Gymnasien und ist Standort mehrerer Berufs- und Berufsfachschulen, darunter eine von bundesweit sieben Berufsfachschulen für Musik.

  • Gymnasien
Kaspar-Zeuß-Gymnasium
Frankenwald-Gymnasium
  • Realschulen
Siegmund-Loewe-Realschule
Maximilian-von-Welsch-Realschule
  • Hauptschulen
Gottfried-Neukam-Hauptschule
  • Grundschulen
Lucas-Cranach-Volksschule
Volksschule Kronach-Neuses
Volksschule Gehülz-Ziegelerden
  • Förderschulen
  • Berufliche Schulen
Lorenz-Kaim-Schule
Berufliches Schulzentrum Kronach
Berufsfachschule für Kinderpflege
Berufsfachschule für Hauswirtschaft
Berufsfachschule für Sozialpflege
  • Sonstige Schulen
Berufsfachschule für Musik Oberfranken
Berufsfachschule für Krankenpflege
Pestalozzi-Schule
Private Schule für Geistbehinderte
Sing- und Musikschule

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Lucas Cranach d. Ä.

Die berühmteste Persönlichkeit, die Kronach hervorgebracht hat, ist der Maler Lucas Cranach der Ältere (1472–1553).

Außerdem stammen aus Kronach:

Personen, die mit der Stadt verbunden sind

  • Der Bamberger Fürstbischof Weigand von Redwitz (1476–1556) besuchte in Kronach die Schule, war dort einige Jahre Oberpfarrer und trieb als Fürstbischof den Ausbau der Burg Rosenberg zum Renaissanceschloss entscheidend voran. Seine enge Beziehung zur Stadt hat er ausdrücklich betont, in den fürstlichen Gemächern auf dem Rosenberg ist er verstorben.
  • Der Baumeister Balthasar Neumann (1687–1753) baute im Auftrag des Bamberger Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn (1655–1729) den Kommandantenbau auf der Festung Rosenberg um und errichtete die sogenannte Artilleriekaserne im Mittleren Wallgraben.
  • Kaiser Napoleon Bonaparte (1769–1821) übernachtete am 7. Oktober 1806 auf seinem Vormarsch im Krieg gegen Preußen im Kronacher Pfarrhaus. Eine Woche später, am 14. Oktober, besiegte er die preußische Armee in der Schlacht bei Jena und Auerstedt.
  • Der CSU-Politiker Werner Schnappauf (* 1953) besuchte das Kronacher Kaspar-Zeuß-Gymnasium, war von 1989 bis 1998 Landrat des Landkreises Kronach und von 2003 bis 2007 Bayerischer Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.
  • Der deutsche Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe lagerte am 17. November 1797 auf dem Rückweg von seiner Italienreise in Kronach.[5]

Sonstiges

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://frankenwald.bayern-online.de/die-region/staedte-und-gemeinden/kronach/kultur/kroniche-housnkuh/
  3. a b Geschichte der Kronacher Synagoge. Aktionskreis Kronacher Synagoge e. V., abgerufen am 24. Juli 2011.
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 156
  5. Artikel in Neue Presse; abgerufen am 22. März 2010.

Weblinks

 Commons: Kronach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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  • Kronach — 50°14′28″N 11°19′41″E / 50.24111, 11.32806 …   Wikipédia en Français

  • Kronach — Original name in latin Kronach Name in other language Crana, Kronakh, kironac, krwnakh, kuronaha, Кронах State code DE Continent/City Europe/Berlin longitude 50.23963 latitude 11.33308 altitude 313 Population 18248 Date 2013 02 26 …   Cities with a population over 1000 database

  • Kronach — * Du bist doch von Kronach. Eine im Frankenwalde übliche Redensart, mit der man ungefähr so viel sagen will, als: du bist nicht klug …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon