Krupp Koppers


Krupp Koppers

Koppers (anfangs Heinrich Koppers AG bzw. GmbH, noch später Krupp Koppers) ist ein ehemaliges Anlagenbau-Unternehmen mit Hauptsitz in Essen.

Koppers gehörte zu den weltweit führenden Unternehmen im Bau von Kokereien. Weiterhin plante und baute Koppers Anlagen zur Kohlevergasung sowie anderer Anlagen der Kohlechemie, Petrochemie und Brennstofftechnik.

Die Flugstromvergasung nach dem Koppers-Totzek-Verfahren und nach dem Shell-Koppers-Verfahren wurde von Koppers entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1901 von Heinrich Koppers gegründet, nachdem dieser beim Kokereibauunternehmen Dr. C. Otto & Comp. (später einer der schärfsten Konkurrenten) ausgeschieden war. Für Otto hatte Koppers diverse Verfahren und Konstruktionen entwickelt. Schließlich kam es zum Zerwürfnis über Koppers revolutionäre Ideen und Koppers machte sich selbständig, um die Patente, die er in seiner Zeit bei Otto angemeldet hatte, zu verwerten und weiterzuentwickeln.[1]

Die Überlegenheit von Koppers Bauweise zeigte sich schnell und sein Unternehmen wuchs ab 1904 rasant. Über viele Jahre war Koppers ein weltweit führendes Unternehmen in der Kohletechnik und baute eine Vielzahl von Kokereien und anderen Anlagen in Deutschland und der Welt.[2]

Das bereits 1938 von Koppers und seinem Mitarbeiter Friedrich Totzek entwickelte Koppers-Totzek-Verfahren zur Kohlevergasung kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1947 in Versuchsanlagen zum Einsatz und entwickelte sich schnell zum Erfolg. In der Folge baute Koppers mehrere Großanlagen dieses Typs und davon abgeleiteter Typen.

Nach dem Tod von Heinrich Koppers 1941 wurde das Unternehmen u. a. von seinem Sohn Hans Heinrich Koppers weitergeführt. Das Unternehmen geriet später in finanzielle Schwierigkeiten, wurde 1974 von Krupp übernommen (Krupp Koppers, später ThyssenKrupp EnCoke) und ist heute in der Uhde GmbH aufgegangen[3][4][5].

Ableger

Im Jahre 1912 gründete Koppers eine Tochtergesellschaft in den USA, die Koppers Inc. in Chicago. Diese bearbeitete die zahlreiche Aufträge, die Koppers von US Steel erhalten hatte. Später verkaufte Heinrich Koppers das Unternehmen mit den dazugehörigen Patenten an den Investor und späteren US-Finanzminister Andrew Mellon, unter dessen Eigentümerschaft es nach Pittsburgh umzog. Die Koppers Inc. existiert noch heute und ist weiterhin im Anlagenbau und in der Kohlechemie tätig[6].

Ein Ableger der Koppers Inc. ist das 1960 gegründete Tochterunternehmen Sigdo Koppers in Chile. 1974 wurde dieses verkauft und heute ist Sigdo Koppers ein stark diversifizierter Mischkonzern und eines der größten Unternehmen in Chile[7].

Literatur

  • Heinrich Koppers AG (Hrsg.): Koppers - Ein halbes Jahrhundert im Dienste der Kohleveredelung 1901-1951 (Festschrift zum 50-jährigen Bestehen), Heinrichs Koppers GmbH, Essen 1951

Einzelnachweise

  1. Hermann Toll, Geschichte der Deutschen Kokereibaufirmen, Essen
  2. Ebbe Almqvist: History of Industrial Gases. Springer, 2003, ISBN 0306472775 (Englisch)
  3. Uhde GmbH - Unternehmen - Historie auf www.uhde.biz
  4. L. A. Watson: Coke oven design – The past, the present and the future, in: The Coke Oven Managers’ Year-Book, 2000 (PDF, Englisch)
  5. Competence and know-how by tradition auf www.uhde.biz (PDF)
  6. Our company at a glance auf www.koppers.com
  7. Sigdo Koppers S.A.

Weblinks


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