Kulmbach


Kulmbach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kulmbach
Kulmbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kulmbach hervorgehoben
50.111.433333333333345
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kulmbach
Höhe: 345 m ü. NN
Fläche: 92,77 km²
Einwohner:

26.768 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 95312–95326
Vorwahl: 09221
Kfz-Kennzeichen: KU
Gemeindeschlüssel: 09 4 77 128
Stadtgliederung: 76 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
95326 Kulmbach
Webpräsenz: www.stadt-kulmbach.de
Oberbürgermeister: Henry Schramm (CSU)
Lage der Stadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach
Bayreuth Landkreis Kronach Landkreis Hof Landkreis Bayreuth Landkreis Lichtenfels Mainleus Wonsees Wirsberg Untersteinach Trebgast Thurnau Rugendorf Neuenmarkt Neudrossenfeld Kulmbach Ködnitz Kasendorf Himmelkron Harsdorf Guttenberg (Oberfranken) Grafengehaig Presseck Stadtsteinach Marktschorgast Marktleugast Ludwigschorgast Kupferberg ThüringenKarte
Über dieses Bild

Kulmbach ist eine Große Kreisstadt im oberfränkischen Landkreis Kulmbach und Sitz des Landratsamtes.

Die Stadt ist bekannt wegen ihrer Biere (Kulmbacher Bierwoche), der Plassenburg, die unter anderem das Deutsche Zinnfigurenmuseum beherbergt, die größte Zinnfigurensammlung der Welt, und ihrer Bratwurst.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Verkehrskarte aus dem Jahr 1912 mit Frankenwald am oberen rechten Rand
Plassenburg

Geografische Lage

Kulmbach liegt in der Mitte des bayerischen Regierungsbezirkes Oberfranken, etwa 25 km nordwestlich von Bayreuth. Am westlichen Stadtrand entsteht aus seinen beiden Quellflüssen, dem Roten und dem Weißen Main, der Main.

Stadtgliederung

Die politische Gemeinde Kulmbach hat 76 amtlich benannte Ortsteile[2]:

  • Affalterhof
  • Aichig
  • Altenreuth
  • Ameisloch
  • Bärnhof
  • Baumgarten
  • Biegersgut
  • Blaich
  • Burghaig
  • Donnersreuth
  • Dörnhof
  • Eggenreuth
  • Einsiedel
  • Esbach
  • Forstlahm
  • Frankenberg
  • Frischenmühle
  • Gelbe Weiden
  • Gemlenz
  • Gößmannsreuth
  • Grafendobrach
  • Grünbaum
  • Grundhaus
  • Herlas
  • Hitzmain
  • Höferänger
  • Höfstätten
  • Holzmühle
  • Katschenreuth
  • Kauernburg
  • Kessel
  • Kirchleus
  • Kulmbach
  • Lehenthal
  • Leuchau
  • Lindig
  • Lösau
  • Mangersreuth
  • Melkendorf
  • Metzdorf
  • Neufang
  • Niederndobrach
  • Oberauhof
  • Oberdornlach
  • Oberkodach
  • Oberndorf
  • Oberpurbach
  • Oberzettlitz
  • Petzmannsberg
  • Plassenburg
  • Plosenberg
  • Pörbitsch
  • Priemershof
  • Ramscheid
  • Rosengrund
  • Rothenhügl
  • Rother Hügel
  • Sackenreuth
  • Schwarzholz
  • Seidenhof
  • Steinenhausen
  • Steinhaus
  • Tiefenbach
  • Unterdornlach
  • Unterkodach
  • Unterpurbach
  • Unterzettlitz
  • Venetianischer Stadel
  • Wadel
  • Wehrhaus
  • Weiher
  • Weinbrücke
  • Welzmühle
  • Wickenreuth
  • Windischenhaig
  • Ziegelhütten

Einwohnerzahlen

  • Innenstadt (ca. 8655 Einwohner)
  • Siedlung Am Galgenberg (ca. 4224 Einwohner)
  • Industriegebiet (ca. 123 Einwohner)
  • Pörbitsch (ca. 754 Einwohner)
  • Blaich (ca. 2029 Einwohner)
  • Kauernburg (ca. 584 Einwohner)
  • Weiher (ca. 639 Einwohner)
  • Herlas (ca. 526 Einwohner)
  • Forstlahm (ca. 622 Einwohner)
  • Leuchau (ca. 459 Einwohner)
  • Wickenreuth (ca. 68 Einwohner)
  • Mangersreuth (ca. 904 Einwohner)
  • Donnersreuth/Gößmannsreuth (ca. 103 Einwohner)
  • Ober-/Unterzettlitz (ca. 172 Einwohner)
  • Windischenhaig/Hitzmain/Aff. (ca. 320 Einwohner)
  • Katschenreuth (ca. 887 Einwohner)
  • Melkendorf (ca. 730 Einwohner)
  • Seidenhof (ca. 451 Einwohner)
  • Burghaig (ca. 171 Einwohner)
  • Petzmannsberg (ca. 1898 Einwohner)
  • Metzdorf (ca. 723 Einwohner)
  • Ziegelhütten (ca. 1369 Einwohner)
  • Niederndobrach (ca. 214 Einwohner)
  • Höferänger (ca. 219 Einwohner)
  • Lehenthal (ca. 284 Einwohner)
  • Baumgarten (ca. 133 Einwohner)
  • Grafendobrach (ca. 167 Einwohner)
  • Lösau (ca. 126 Einwohner)
  • Kirchleus (ca. 288 Einwohner)
  • Ober-/Unterdornlach (ca. 194 Einwohner)
  • Altenreuth/Höfstätten (ca. 59 Einwohner)

Geschichte

Aus der Zeit um 900 n. Chr. ist eine Kleinsiedlung im heutigen Stadtteil Spiegel bekannt, die aus einem Forsthof und einem bewehrten Fronhof zum Schutz des Mainübergangs am Grünwehr bestand. Das Gebiet ging später an die Grafen von Schweinfurt über, die sich in der Herrschaftsausübung meist von den Walpoten vertreten ließen.

Zum ersten Mal wurde der Name Kulmbach als kulma in einer Schenkungsurkunde in der Alkuinbibel zwischen 1028 und 1040 erwähnt. Der Name stammt von einem Bach, der vom Berg herunterkommt (Culmin-aha, Culmna). Dieser Bach wurde später aus einem Missverständnis heraus in Kohlenbach umbenannt.

Als die Schweinfurter Grafen im Mannesstamme ausstarben, kam Kulmbach durch die Heirat der Erbtochter Gisela mit Graf Arnold von Dießen an das Geschlecht der Dießen-Andechser.

Die Grafen erwarben weitere Gebiete rund um Kulmbach, erbauten im ersten Drittel des zwölften Jahrhunderts die erste Veste Plassenburg und gründeten in der heutigen Oberen Stadt eine Marktsiedlung und eine Kirche. Die Andechser erhielten im Jahre 1180 von Kaiser Barbarossa die Reichsfürstenwürde und den Herzogstitel von Meranien nach dem Ort Marano zwischen Venedig und Triest (heute Marano Lagunare). Um 1231 erhielt Kulmbach Stadtrechte. Anstelle der alten Plassenburg, über deren Standort man sich nicht sicher ist, erbauten die Herzöge auf einem Bergsporn oberhalb Kulmbachs eine neue Burg. Mit dem letzten Herzog von Meranien, Otto II., der 1248 kinderlos starb, endete die Herrschaft der Meranier.

Die Plassenburg von oben

Nach jahrelangen Erbstreitigkeiten fiel die Herrschaft Plassenburg und damit Kulmbach 1260 an das thüringische Grafengeschlecht Orlamünde. Die Orlamünder vollendeten die neue Plassenburg und gründeten das Kloster Himmelkron. Schließlich verpfändeten sie Burg und Stadt. 1340 übernahmen nach dem Tode des letzten Orlamünde auf Grund eines Vertrages die Burggrafen von Nürnberg aus dem Geschlecht der Hohenzollern Kulmbach und die Plassenburg.

Bis ins 17. Jahrhundert wurde die Plassenburg Residenz des Burggrafenamtes, später des hohenzollernschen Fürstentums Kulmbach (auch: Brandenburg-Kulmbach, bzw. nach 1604 Brandenburg-Bayreuth). Durch die günstige Lage an den Alt- und Geleitstraßen nach Bamberg, Nürnberg, Eger, Hof und Leipzig blühte der Handel in der Stadt - es bildeten sich Zünfte der Tuchmacher, Barchentweber, Färber und Seidensticker. Im Jahre 1398 lebten in Kulmbach 1500 bis 2000 Einwohner, dies lässt sich aus einem burggräflichen Bestandsverzeichnis über Grundstücke, Häuser und Steuern entnehmen. Die Stadt wurde regiert von einem herrschaftlichen Vogt, dem Bürgermeister und einem Rat angesehener Bürger.

Durch die Übertragung des Fürstenprivilegs 1363, der Kurwürde und der Mark Brandenburg 1415 nannten sich danach alle fränkischen Hohenzollern Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach. Von 1411 bis 1529 standen Kulmbacher als Kanzler an der Spitze der Verwaltung der Mark Brandenburg (Dr. Friedrich Sesselmann, Sigismund Zehrer und Sebastian Stublinger).

Am 31. Januar 1430 brandschatzten die Hussiten die Stadt.

Im Zuge des Wiederaufbaus der weitgehend zerstörten Stadt wurde auch die Petrikirche in spätgotischem Stil wiedererrichtet, in der unter Markgraf Georg dem Frommen 1528 der erste evangelische Gottesdienst gefeiert wurde.

Der streitlustige Markgraf Albrecht Alcibiades wollte ganz Franken unter seine Herrschaft bringen und ein fränkisches Herzogtum gründen. Damit zog er sich die Gegnerschaft der Bistümer Bamberg und Würzburg zu, die sich mit der Freien Reichsstadt Nürnberg verbündeten. Im Bundesständischen Krieg, auch (2.) Markgräflerkrieg genannt, nahm diese Allianz am Konraditag (benannt nach den heiligen Konrad von Konstanz), dem 26. November 1553 Kulmbach ein und plünderte die Stadt (siehe Artikel Belagerung von Kulmbach und der Plassenburg). Am 21. Oktober 1554 wurde auch die Plassenburg, deren Besatzung den Feinden bis dahin standgehalten hatte, in Brand gesteckt und zerstört. Die Schlacht ist im Deutschen Zinnfigurenmuseum in Kulmbach nachgestellt. [3]

Blick über Kulmbach, Plassenburg und Innenstadt

Ab 1557 wurde dann die Stadt unter dem neuen Markgrafen Georg Friedrich wieder aufgebaut, 1559 begann auch der Wiederaufbau der Plassenburg zu einem der bedeutendsten Renaissancebauwerke in Deutschland. Allerdings verlegte der Nachfolger Georg Friedrichs, Markgraf Christian, den Sitz der Residenz 1604 in das benachbarte Bayreuth, da die Plassenburg nicht mehr den Vorstellungen des höfischen Absolutismus genügte, führte den Aufbau der Festung jedoch auch zu Ende. Die Residenz wurde im Folgenden allerdings mehrmals nach Kulmbach zurückverlegt. Einmal 1605 wegen eines Stadtbrandes in Bayreuth und dann noch einmal im Dreißigjährigen Krieg zur Sicherheit. Auch Kulmbach wurde als eine protestantische Stadt von den kaiserlichen Truppen gebrandschatzt, die Plassenburg erwies sich jedoch als uneinnehmbar. Als die Residenz 1642 endgültig nach Bayreuth verlegt worden war, verlor Kulmbach zunehmend an politischer Bedeutung. Somit lässt sich über die folgenden Jahre nicht viel bedeutendes finden. Als Markgraf Carl Friedrich Alexander die Markgrafschaft Brandenburg-Bayreuth wegen seiner Geliebten Lady Elizabeth Craven an seinen Vetter, den König von Preußen verkaufte, wurde auch Kulmbach preußisch, die Plassenburg nutzte man in der folgenden Jahren als Gefangenenlager für französische Kriegsgefangene. Da die Plassenburg ein Hindernis für die im Jahre 1806 in den Krieg gegen Preußen ziehenden französischen und bayerischen Truppen darstellte, wurde die Stadt Kulmbach im Oktober und November 1806 besetzt. Nach der Kapitulation der preußischen Besatzung wurde die Plassenburg geschleift, um sie militärisch untauglich zu machen. Schließlich wird auch Kulmbach im Jahr 1810 Bayern zugesprochen. Im Jahre 1846 bekommt die Stadt einen Anschluss an die König-Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Das hatte ein enormes Wirtschaftswachstum - besonders der Brauereien - zur Folge, da nun gut exportiert werden konnte. Somit wuchs die Anzahl der Brauereien auf 26 im Jahre 1882. 1890 wurde Kulmbach zu einer kreisunmittelbaren Stadt erklärt. Auch in Kulmbach übernahm die NSDAP 1933 die Macht, auf der Plassenburg wurde die Reichsschule der deutschen Technik eingerichtet (Dafür bekam Kulmbach sogar eigens einen Autobahnanschluss, der den Beginn der heutigen Bundesautobahn 70 darstellt). Anfang 1945 wurde Kulmbach kampflos von den amerikanischen Truppen eingenommen. Bei der Kreisgebietsreform 1972 wurden die Landkreise Kulmbach und Stadtsteinach zusammengelegt, nun ist Kulmbach der Sitz des Landkreises.

Historische Ansicht von Kulmbach

Politik

Oberbürgermeister

Stadtrat

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:

2002 2008
CSU 11 10
SPD 12 9
GRÜNE/Offene Liste 1 3
Wählergemeinschaft Kulmbach 6 7
FDP - 1
Gesamt 30 30

Städtepartnerschaften

Freizeit, Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Der Verein ATS Kulmbach 1861 ist einer der ältesten und größten Sportvereine in Bayern.
  • Kulmbacher Flugplatz EDQK

Museen

Beflaggung der Kulmbacher Altstadt anlässlich des Bierfestes
  • Deutsches Zinnfigurenmuseum Plassenburg
  • Staatliche Museen Plassenburg mit
    • Armeemuseum Friedrich der Große
    • Landschaftsmuseum Obermain in der Plassenburg mit einer Replik der Ebstorfer Weltkarte und den Abteilungen Reformation, Zerstörung Kulmbachs 1553 und Wiederaufbau der alten Residenzstadt. Bei dem Pörbitscher Schatz, der 1912 bei Bauarbeiten wieder aufgefunden wurde, handelt es sich um Gold- und Silbergeschirr der reichen Kaufmannsfamilie Gutteter, die ihn im Dreißigjährigen Krieg in ihrem Garten vergraben ließ.
  • Das Badhaus ist eine von acht wissenschaftlich erforschten Badstuben in Deutschland. Die Bereiche Badstube, Umkleide- und Ruheraum, Vorbad und Heizraum wurden restauriert und geben einen Eindruck von den Badegewohnheiten des Mittelalters. Auf einer offenen Galerie im Obergeschoss werden Werke junger Künstler aus der Region ausgestellt. [4]
  • Bayerisches Brauerei- und Bäckereimuseum: In der Kulmbacher Mönchshof wird seit über 600 Jahren Bier gebraut. Auf dem Gelände ist das ehemalige Mönchshof-Brauhaus, die Mönchshof-Gaststätte mit großem Biergarten sowie das Museum untergebracht. Diverse Schaubilder und historische Maschinen, Flaschen und sonstige Gerätschaften geben einen Einblick in das bayerische Brauwesen. Im Museum selbst befindet sich eine kleine gläserne Brauerei, jeder Gast bekommt nach dem Besuch ein Glas Museumsbier (0,2 Liter).

Seit 2008 schließt sich auch noch das Bäckereimuseum an, in dem man u. a. ein original Backhäuschen findet.

  • Freilichtmuseum "Alter Friedhof"

Bauwerke

Eingang zur Spitalkirche
Katholische Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“ am Schießgraben, auch ULF genannt.
  • Die Plassenburg ist eine der größten Festungsbauten der Renaissance in Deutschland. Sie ist auch Ursprung der Sage von der Weißen Frau.
  • Das Kulmbacher Rathaus wurde 1752 erbaut. Die Pläne der Rokokofassade stammen vom Bayreuther Hofbaumeister Joseph Saint-Pierre, der unter Einflussnahme des Bayreuther Markgrafen eine Fassade für das Gebäude entwarf. Das vorherige, später wieder abgerissene Rathaus stammt aus der Zeit zwischen 1500 und 1530 und wurde im Bundesständischen Krieg zerstört. [5]
  • Das Badhaus wurde 1398 erstmalig urkundlich erwähnt. Es wurde wissenschaftlich erforscht und restauriert, zum Teil dient es heute als Galerie. [6]
  • Der Weiße Turm wurde im 14. Jahrhundert zum Schutze der Stadtmauer erbaut. Sein jetziges Aussehen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Benutzt wurde der Weiße Turm bis in das 19. Jahrhundert als Schuldgefängnis. Als ein Teil der Kulmbacher Stadtmauer gehört der Weiße Turm zur Stadtbefestigung des frühen 14. Jahrhunderts. Zusammen mit dem benachbarten Wehrturm Bürgerloch ist der Weiße Turm eine Doppelturm-Toranlage.[7]
  • Der Luitpoldbrunnen zu Ehren des Prinzregenten Luitpold wurde 1898 nach einem Entwurf des Architekten Martin Dülfer erbaut. Vorher stand an seiner Stelle der 1660 erbaute, die Marktfreiheit symbolisierende Zinnsfelder Brunnen, der nun am Holzmarkt steht. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Brunnen abgebaut und eingelagert, 1994 aber wieder aufgebaut. Umgeben von Rathaus, Marktplatz, zahlreichen Cafés und Geschäften bildet er einen der geselligen Mittelpunkte Kulmbachs.[7]
  • Der Rote Turm geht auf die Zeit um 1300 zurück und war Teil der ehemaligen Stadtbefestigung. Bemerkenswert ist die als geschweifter Spitzhelm gestaltete Dachkonstruktion. [8]
  • Die Petrikirche ist eine ehemalige Wehrkirche, deren Erbauung ungesichert ist. Der Kirchturm diente vorher als Kanonenplattform, erst später erhielt er ein Spitzdach. Nach der Zerstörung im Hussitenkrieg 1439 wurde sie als spätgotische Hallenkirche wieder aufgebaut. 1878/80 wurde sie innen neugotisch ausgestaltet. Bemerkenswert sind der Altar von Brenk und Schlehdorn, sowie zahlreiche wertvolle Gemälde. Sie ist auch die Grabkirche der Hohenzollern-Herrschaft. [9]
  • Die Spitalkirche wurde 1738/1739 an Stelle der Elisabethenkapelle errichtet. [10]
  • Der Langheimer Amtshof wurde Ende des 17. Jahrhunderts von Leonhard Dientzenhofer erbaut. Er dient heute als Schulungsstätte der Akademie für neue Medien und der Berufsfachschule für Pharmazeutisch-Technische Assistenten.
  • Der Heilingschwertturm aus dem 14. Jahrhundert ist als runder Schalenturm Bestandteil der Stadtbefestigung am Schießgraben. [11]
  • Der alte Friedhof mit seinen, die Geschichte dieser Stadt reflektierenden Grabsteinen. Davor steht an einer Hauptstraße das Ehrenmal für die in den Kriegen Gefallenen.
  • Burggüter der Stadt Kulmbach

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Das Bayerisches Staatsministerium des Innern und das Polizeipräsidium Oberfranken veranstalten in Zusammenarbeit mit Antenne Bayern und der Kulmbacher Brauerei in jedem Frühjahr eine Motorradsternfahrt nach Kulmbach. Es ist das größte Motorradtreffen Süddeutschlands und fand im Jahre 2011 zum elften Male statt.
  • Kulmbacher Volksfest im Mai
  • Dreitägiges Altstadtfest in weiten Bereichen der Innenstadt im Juli
  • Blaicher Kerwa im Juni
  • Am Gregori-Tag im Juli ziehen die Schüler aller Kulmbacher Volksschulen zum Rathausplatz und feiern das Gregori-Fest.
  • Seit 1939 findet Ende Juli/Anfang August die Kulmbacher Bierwoche der Kulmbacher Brauerei statt.
  • Am Heiligen Abend treffen sich Kulmbacher und ehemalige Kulmbacher vormittags zum Frühschoppen in der Oberen Stadt. Die Straße wird gesperrt und es finden sich mehrere Tausend Besucher ein, um Freunde und lange nicht gesehene Bekannte zu treffen.

Verkehr

Wirtschaft

Kulmbach ist traditionell ein Produktionsstandort der Getränke- und Lebensmittelindustrie. Relativ neu am Ort sind die biotechnische Pharmazie in Gestalt der Roche Kulmbach GmbH (ehemals. Alnylam Europe AG), sowie der Bau und Vertrieb von Warmwasser- und Klimageräten, Wärmepumpen, Speicher- und Direktheizgeräten, wie sie die Glen Dimplex Deutschland GmbH herstellt. Die AGO AG ist auf Biomasse- und Blockheizkraftwerke und den wärme- und kältetechnischen Anlagenbau mit Kraft-Wärme-Kältekopplung spezialisiert.

Persönlichkeiten

Kulmbacher Rathaus mit den traditionellen Bierfässern anlässlich des Bierfestes

Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Kulmbach

Söhne und Töchter der Stadt

  • Armin Eck (* 8. Dezember 1964 in Kulmbach) ist ein deutscher Fußball-Trainer und ein ehemaliger Fußballspieler.
  • Friedrich Sesselmann (* um 1410; † 21. September 1483 in Kamenz); 1445–83 Kanzler des Kurfürstentums Brandenburg, 1455–83 Bischof von Lebus
  • Kaspar Preyel (* ?; † 28. Juli 1517); 1504–17 Weihbischof in Bamberg und Titularbischof von Athyra (ernannt von Papst Julius II.)
  • Pankraz Gutteter (* 1472; † 1532 in Krakau); Fernhändler
  • Hans Suess, auch Hans von Kulmbach (* um 1480; † um 1522 in Nürnberg); Maler und Grafiker aus der Schule Albrecht Dürers
  • Ludwig Agricola (* um 1508; † nach 1540); Theologe, Reformator
  • Caspar Vischer (* um 1510; † 10. August 1579); oberster Baumeister und Ingenieur des Markgrafen Georg Friedrich beim Neubau der Plassenburg; maßgeblich beteiligt am Wiederaufbau Kulmbachs nach den Verwüstungen des Bundesständischen Krieges
  • Jakob Ellrod (* 7. November 1601; † 28. Juli 1671 in Gefrees); Pfarrer, Astronom und Mathematiker, Stammvater der Reichsfreiherrn von Ellrod
  • Sigmund Theophil Staden (getauft 6. November 1607; begraben 30. Juli 1655 in Nürnberg); Organist, Komponist, Stadtpfeifer, Maler und Dichter. Komponist der ältesten vollständig erhaltenen deutschen Oper Das geistlich Waldgedicht oder Freudenspiel, genant Seelewig (UA Nürnberg 1644; Librettist: Georg Philipp Harsdörffer)
  • Johann Georg Hoffmann (* 6. April 1705; † 29. Oktober 1778); Rats- und Schlossbaumeister
  • Johann Peter Apollonius Weltrich (* 30. April 1781; † 23. August 1850); Rentamtmann, betrieb historische und naturkundliche Forschungen
  • Johann Adam Ries (* 16. Oktober 1813; † 16. Oktober 1898 in München); Münzgraveur, Stempelschneider und Grafiker am Münzhof in München
  • Fritz Huther (* 28. April 1827; † 28. Januar 1899); Maler und Kunsterzieher
  • Johann Karl Hetz (* 11. November 1828; † 5. August 1899 in München); Maler, Professor und Kunsterzieher in München
  • Johann Christoph Lauterbach (* 27. Juli 1832; † 28. März 1918 in Dresden); Violinvirtuose, Konzertmeister, Konservatoriumslehrer, Hofrat in Dresden
  • Johannes Kaulfuß (* 17. Juli 1859; † 15. Februar 1947); Naturwissenschaftler, Spezialist für Moose und Flechten
  • Michel Weiß (* 19. September 1867; † 10. April 1951); Maler, zahlreiche Gemälde von Kulmbach und seiner Landschaft
  • Hans Wilsdorf (* 22. März 1881; † 6. Juli 1960 in Genf); Geschäftsmann, Begründer der Rolex SA
  • Georg Hagen (* 12. September 1887; † 18. November 1958 in München); deutscher Politiker (SPD)
  • Fritz Schuberth (* 28. Juli 1897; † 16. Februar 1977); deutscher Politiker (NSDAP) und SS-Oberführer
  • Nikolaus Wehner (* 26. Februar 1901; † 19. Juli 1942 in Totschkowo, UdSSR), Politiker (NSDAP)
  • Philipp Zeitler (1901-1984), Stadtrat von Würzburg
  • Wilhelm Murrmann (* 24. September 1907; † 20. Oktober 1975); Oberbürgermeister (FWG)
  • Karl Herold (* 6. November 1921; † 1. September 1977); deutscher Politiker (SPD)
  • Horst Lohse (* 16. März 1943); Komponist, Gründer und künstlerischer Leiter der „Tage der Neuen Musik“ in Bamberg
  • Heiner Keupp (* 16. Juni 1943); Sozialpsychologe und Professor
  • Philipp Simon Goletz alias Frankensima (* 27. September 1954); Entertainer, Autor und Musiker
  • Jürgen Teipel (* 29. Juli 1961); Journalist und Schriftsteller[12]
  • Bernd Förtsch (* 1962); Gründer und Inhaber des Börsenmagazins Der Aktionär, Betreiber des Deutschen Anleger Fernsehens DAF
  • Alexander Herrmann (* 1971); Sterne- und Fernsehkoch

Personen, die mit Kulmbach in Verbindung stehen

Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach

Sonstiges

Namenspatenschaften

Kulmbach ist auch der Name eines Airbus A321 der Deutschen Lufthansa mit dem Kennzeichen D-AIRL. Die Namensübertragung erfolgte am 3. November 1995.

Es besteht eine Patenschaft für das Minenjagdboot Kulmbach der Deutschen Marine (Minenjagdboot Klasse / Typ 333 - Kulmbach-Klasse).

Kulinarische Spezialitäten

Die Kulmbacher Genossenschaftsbrauerei Kommunbräu in einer alten Mühle

Neben den üblichen oberfränkischen Spezialitäten ist die Kulmbacher Bratwurst hervorzuheben; sie besteht aus einem sehr feinen Mett und wird in einem Anisbrötchen, dem sogenannten Bratwurststollen, serviert. Die Bratwürste isst man vorzugsweise an einem der zahlreichen Bratwurststände in der Stadt. Weit über die Stadtgrenzen bekannt ist auch das von der Kulmbacher Brauerei AG gebraute Starkbier EKU 28, welches jahrelang als stärkstes Bier der Welt galt. Ihren Ruf als Lebensmittelstandort verdankt die Stadt Kulmbach auch dem Max Rubner-Institut (Bundesanstalt für Lebensmittelsicherheit, ehemals Bundesanstalt für Fleischforschung), das seit dem BSE-Skandal stark aufgewertet wurde.

Bildung

Die Max-Hundt-Volksschule Kulmbach ist eine der ersten zehn Ganztagsschulen in Bayern. Es gibt das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium und das Caspar-Vischer-Gymnasium sowie die Carl-von-Linde-Realschule und die zum Beruflichen Schulzentrum (BSZ) gehörenden Schulen Hans-Wilsdorf-Schule (Berufsschule und Wirtschaftsschule) und Adalbert-Raps-Schule (Berufs- und Fachoberschule).[13] Weitere Bildungseinrichtungen sind die Fachschule für Bautechnik, Fachrichtung Hochbau, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (ebenfalls am BSZ), die Akademie für Neue Medien, die Schule für Pharmazeutisch-Technische Assistenten und die Lebensmitteltechniker-Schule.

Literatur

  • Deutscher Städteatlas; Band: IV; 9 Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis - Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e.V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Stadtmappe Kulmbach, Autor: Friedrich Bernward Fahlbusch. ISBN 3-89115-039-3, Dortmund-Altenbeken 1989.
  • Franz X. Bogner: Der Obermain. Ein Luftbildporträt von Bayreuth bis Bamberg. Ellwanger-Verlag, Bayreuth 2006, ISBN 3-925361-57-X.

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111031/163632&attr=OBJ&val=1271
  3. Geschichte der Stadt Kulmbach auf der städtischen Homepage
  4. Birgit Tuchen, Öffentliche Badhäuser in Deutschland und der Schweiz im Mittelalter und der frühen Neuzeit, Michael-Imhof-Verlag, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-72-5
  5. Das Kulmbacher Rathaus auf der städtischen Homepage
  6. Das Kulmbacher Badhaus auf der städtischen Homepage
  7. a b Kulmbacher Sehenswürdigkeiten bei Bayern Online
  8. Roter Turm bei Kulmbach Tourismus und Veranstaltungsservice
  9. Petrikirche bei Kulmbach Tourismus und Veranstaltungsservice
  10. Spitalkirche bei Kulmbach Tourismus und Veranstaltungsservice
  11. Heilingschwertturm bei Kulmbach Eigenbetrieb Kultur
  12. Bedeutende Kulmbacher auf der städtischen Homepage
  13. Homepage des Beruflichen Schulzentrums Kulmbach

Weblinks

 Commons: Kulmbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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