Kupfer(II)-acetat


Kupfer(II)-acetat
Strukturformel
Bild:Cu2+.svg \mathrm{ \ \Biggl[} \mathrm{ \ \!\ \Biggr]_2}
Allgemeines
Name Kupfer(II)-acetat
Andere Namen
  • Grünspan
  • Cupriacetat
  • Kupferdiacetat
  • Aerugo
Summenformel C4H6CuO4
CAS-Nummer 142-71-2 (wasserfrei), 6046-93-1 (Monohydrat)
Kurzbeschreibung grüne (wasserfrei) bis blaugrüne (Monohydrat), geruchlose Kristalle [1]
Eigenschaften
Molare Masse 181,64 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,88 g·cm−3 (Monohydrat) [1]

Schmelzpunkt

115 °C (Monohydrat) [1]

Siedepunkt

Zersetzung [1]

Löslichkeit

löslich in Wasser: 72 g·l−1 (Monohydrat, 20 °C)
wenig löslich in Alkoholen

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [1]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22
S: 36
MAK

0,1 mg·m−3 [1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Kupfer(II)-acetat (auch Grünspan; lat. Cuprum aceticum oder Aerugo) ist das Kupfersalz der Essigsäure.

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Kupferacetat in wäss. Lösung

Kupfer(II)-acetat kristallisiert aus wässrigen Lösungen mit einem Mol Kristallwasser, die Zusammensetzung ist also Cu(CH3COO)2 ·  H2O. Diese Verbindung bildet dunkelgrüne Kristalle, die sich in Wasser (bei 20 °C zu 72 g/l) und Ethanol lösen. Die Kristalle verwittern allmählich an der Luft und verlieren beim Erhitzen auf über 100 °C ihr Kristallwasser, ab 240 °C zersetzen sie sich, wobei sich ca. 70 % des enthaltenen Kohlenstoffs als Essigsäure verflüchtigen.

Herstellung

Kupferacetat bildet sich im Labor beim Einstellen von Kupferblech oder -draht in Essigsäure oder Essig an der Luft. Dabei bildet sich zunächst so genannter Grünspan, der ein Gemisch verschiedener basischer Kupferacetate darstellt und sich an Kupferstellen, die sich oberhalb der Essigsäurelösung befinden, bildet. Grünspan bildet sich daher auch beim Aufbewahren von essighaltigen Speisen in Kupfergefäßen. Grünspan (ungefähre Zusammensetzung Cu(CH3COO)2·[Cu(OH)2]3·2H2O ) darf jedoch nicht mit den grünen Schichten einer Patina verwechselt werden, dies sind nämlich Kupfer-(carbonat-sulfat-chlorid)-hydroxid-Gemische (basische Kupferverbindungen), die sich z. B. auf Kupferdächern bilden.

In Essigsäure gelöst liefert Grünspan dann das Kupferacetat. Bei der technischen Gewinnung von Kupferacetat mit Essigsäure wird statt Kupfer-Metall Kupfer(II)-oxid oder Kupfer(II)-carbonat verwendet.

Verwendung

Kupferacetat ist ein Farbpigment (Spanisches Grün) und zwar in den Farben Grün (auch Grünspan) bis Blau (in Gemisch mit Kalk und Essigsäure, es bildet sich Kupfer-Calcium-Acetat. Dieses wurde häufig im Mittelalter verwendet), es ist ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung des giftigen Farbpigments Schweinfurter Grün und es dient als Fungizid (pilztötendes Mittel) und ist mäßig giftig. Im Bengalischen Licht und Feuerwerken liefert es eine grüne Flammenfärbung.

Quellen

  1. a b c d e f Eintrag zu Kupferacetat in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 30. Okt. 2007 (JavaScript erforderlich)

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Kupfer [1] — Kupfer, Cu, Atomgewicht 63,12, ein Metall von charakteristischer Farbe, die verschiedene Nuancierungen zeigt und gewöhnlich »Kupferrot« genannt wird. Metallglanz und körniger (Kupferguß) bis faseriger oder sehniger (Schmiede oder… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Kupfer — (Cuprum) Cu, Metall, findet sich gediegen draht , moos und baumförmig, in Platten, derb in Körnern und Klumpen weitverbreitet, am häufigsten in den ältern Formationen und besonders auf der Keweenaw Halbinsel am Obern See in Nordamerika (hier in… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kupfer — (copper; cuivre; rame). Das K. ist hinsichtlich seiner technischen Verwendbarkeit nächst dem Eisen eines der beachtenswertesten Metalle. Die hüttentechnisch wichtigsten Kupfererze sind die geschwefelten, die als Kupferkies, Kupferglanz und… …   Enzyklopädie des Eisenbahnwesens

  • Kupfer — Sn std. (9. Jh.), mhd. kupfer, kopfer, ahd. kupfar, kuffar, mndd. kopper Entlehnung. Neben anord. koparr m., ae. copor, mndl. koper. Die Geminate beruht auf pr zu ppr , das einfache p auf p vor sonantischem r (oder vor Sproßvokal + r). Entlehnt… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Kupfer — Kupfer, dieß nützliche Metall findet sich in den Gruben Amerika s und Europa s gediegen, doch hat letzteres unstreitig die wichtigsten Kupferminen. Deutschland (der Harz und Rheinpreußen) und Frankreich, Spanien und Norwegen etc. besitzen… …   Damen Conversations Lexikon

  • Kupfer — Kupfer: Der altgerm. Name des Metalls (mhd. kupfer, ahd. kupfar, niederl. koper, engl. copper, schwed. koppar) beruht auf einer frühen Entlehnung aus spätlat. cuprum »Kupfer«, das für lat. aes cyprium (wörtlich »Erz von der Insel Zypern«) steht.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Kupfer [2] — Kupfer, gediegen, Mineral, reines Kupfer, kristallisiert regulär (Oktaeder und Würfel), auch in dünnen, moosförmigen Ueberzügen auf Kluftflächen. Kupferrot (braun oder grün angelaufen), sehr dehnbar, nicht spaltbar, Bruch hakig. Härte… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Kupfer — (lat. Cuprum, chem. Zeichen Cu), metallisches Element, in der Natur weit verbreitet; als Kupfererze sind wichtig; gediegen K., in regulären Kristallen oder in ästigen Gebilden, in Platten, Klumpen, Blechen in den Ver. Staaten (am Oberen See), in… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Kupfer — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Bsp.: • Der Kessel ist aus Kupfer …   Deutsch Wörterbuch

  • Kupfer [1] — Kupfer (Cuprum). I. (Them.), chemisches Zeichen: Cu, Atomgewicht: 31, 7 (H = 1), 395, 7 (O = 100), ein seit den ältesten Zeiten bekanntes u. benutztes Metall; schon Homer, Hesiodos u. Herodot erwähnen seiner; Kadmos soll die Kenntniß des K s mit… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Kupfer [2] — Kupfer, Nebenfluß links des Kochers im württembergischen Jagstkreise …   Pierer's Universal-Lexikon