Köln-Klasse


Köln-Klasse
FRG Naval Ensign
Köln-Klasse
Die Köln (F 220) 1982
Die Köln (F 220) 1982
Geschichte
Entwicklungswerft: H. C. Stülcken & Sohn
Kiellegung: 1961 bis 1964
Stapellauf: 1961 bis 1964
Indienststellung: 1961 bis 1964
Außerdienststellung: 1982 bis 1989
Daten
Verdrängung: 2.969 t
Länge: 109,83 m
Breite: 11,02 m
Tiefgang: 3,54 m
Antrieb: Gasturbinen

2 x BBC 8.832 kW
bei 3.600 U/min

Diesel
4 x MAN Viertakt 2.208 kW

Typ V8V 24/30 mHA /872 U/min

2 Wellen mit
Verstellpropeller von KAMEWA

je 2,98 m ø

Ruderanzahl: 2
Höchstgeschwindigkeit: 34 Knoten Kombinationsbetrieb

Diesel: 23 kn,
Gas: 28 kn,

Besatzung: 210 bis 238
Sensoren Navigationsradar KH14/9

Überwachungsradar SGR105/04, SGR103/02
EloGM-Anlage: Tracer
Sonar für Torpedo CWE10
Sonar für U-Jagd-Raketen PAE1A
Feuerleitradar MV2/3Du, M4/1Du, M5/1Du, M9/3Du

Bewaffnung
Einzellafetten 2 x 100-mm-Geschütze
Doppellafetten 2 x 40-mm-Geschütze
Einzellafetten 2 x 40-mm-Geschütze
U-Jagd-Raketenwerfer 8 x in Vierergruppen
vier Torpedorohre Wasserbomben, Minen

F120 bezeichnet eine ehemalige Fregattenklasse der Bundesmarine, auch benannt nach ihrem Typschiff Köln-Klasse. Die Schiffe wurden zwischen 1961 und 1964 in Dienst gestellt. Zusammen mit den Zerstörern der Hamburg-Klasse waren sie die ersten Neubauten für die Bundesmarine. Entwickelt wurden sie bei H. C. Stülcken & Sohn in Hamburg. Diese Entwicklung stellte mit dem neuen CODAG-Antrieb eine Weltpremiere dar.

Als Aufgaben waren Geleitaufgaben, hauptsächlich U-Jagd vorgesehen. Die Schiffe wurden zunächst als „Geleitboot 55“ bezeichnet und dem 2. Geleitgeschwader in Cuxhaven zugeordnet. Am 3. April 1968 verlegte das 2. Geleitgeschwader von Cuxhaven nach Wilhelmshaven. Die Emden und die Karlsruhe schieden aus dem Geschwader aus und traten vorübergehend zum Flottendienstgeschwader in Flensburg, von dem die Karlsruhe am 1. Oktober 1973, die Emden am 1. April 1974 wieder zum 2. Geleitgeschwader zurückkehrten.

Zwischen 1982 und 1989 wurden die Fregatten der Klasse 120 außer Dienst gestellt. Die Augsburg wurde verschrottet, die Köln in der Lehrgruppe Schiffssicherung Neustadt als Übungsobjekt verwertet, die Fregatten Emden, Karlsruhe, Lübeck und Braunschweig wurden an die türkische Marine abgegeben.

Inhaltsverzeichnis

Konstruktion

Die Geleitboote 55 der Klasse 120 waren als Flushdecker gebaut und hatten eine sehr elegante Linienführung. Der sehr schräg geschnittene Bug und die Knickspanten im Vorschiff sorgten für gute Fahreigenschaften. Der Rumpf und Teile der Aufbauten waren aus Schiffbaustahl, weiter Aufbauteile aus Aluminium. Bedingt durch den Einbau von Gasturbinen, waren große, seitliche Lufteinlässe notwendig, die durch Lamellen verschlossen werden konnten. Das Heck war als Rundheck ausgeführt. Der große Schornstein war geneigt und mit einer Schürze versehen. Hinter den Brückenaufbauten stand der hohe Gittermast mit Radar- und anderen Antennen. Der Rumpf war in 13 wasserdichte Abteilungen unterteilt.

Antrieb

Erstmals wurde bei der Klasse 120 ein kombinierter Diesel- und Gasturbinenantrieb eingebaut. Dieser CODAG genannte Antrieb bestand aus vier 16-Zyl. V-Dieselmotoren mit je 3.000 PS und zwei BBC-Gasturbinen mit je 12.000 PS, die über Planetengetriebe zusammengeschaltet werden konnten, und ihre Kraft auf zwei Verstellpropeller übertrugen.

Für die Stromversorgung standen zwei E-Werke mit je drei E-Dieseln MWM TRHs 5/18/V16 mit 550 PS/ 405 kW zur Verfügung. Im Normalbetrieb reichten 2-3 E-Diesel aus, zum Anfahren der Gasturbinen, die eigentlich für Kraftwerke an Land konzipiert waren, mussten alle 6 E-Diesel zusammengeschaltet werden. Die Hauptmaschinen standen in Abteilung fünf, die E-Werke in den Abteilungen sechs und acht, und die Gasturbinen in Abteilung sieben. Jede Turbine verbrauchte 63 m³ Luft/sec und ungefähr 3,5 Tonnen Diesel/h. Aktionsradius bei 18 kn- 5.200 sm, 23 kn- 3.500 sm und bei voller Fahrt 950 sm.

Bewaffnung

Auf dem Vorschiff ein 100-mm-Geschütz, dahinter, höher gesetzt ein Zwillings-40-mm-Geschütz. Dahinter standen zwei vierfach U-Jagd-Raketenwerfer 375 mm von Bofors. Auf den achterlichen Aufbauten auf jeder Seite ein 40-mm-Bofors-Einzelgeschütz und am Ende des Aufbaus nochmals eine 40-mm-Doppellafette. Auf dem Achterdeck ein 100-mm-Geschütz. Ferner waren je zwei 533-mm-Torpedorohre hinter den vorderen Aufbauten. Mit ihnen wurden Mk 44-Torpedos verschossen. Hinter den Torpedorohren waren Minenschienen verlegt, die bis zum Heck verliefen.

Einheiten, Geschwader und Standorte

Alle sechs Einheiten der Köln-Klasse (F120) waren während ihrer Dienstzeit Teil des 2. Geleitgeschwaders in Cuxhaven und Wilhelmshaven, wobei die beiden Fregatten EMDEN (F221) (April 1968 - April 1974) und KARLSRUHE (F223) (April 1968 - September 1973) zeitweise dem Flottendienstgeschwader in Flensburg unterstellt waren.

Nr. Name Rufzeichen
bis 30. Nov. 1981/
ab 1. Dez. 1981
Kiellegung Bauwerft Stapellauf Indienststellung Außerdienstellung
F220 Köln DBRV/DRAK 21. Dezember 1957 H.C. Stülcken & Sohn 6. Dezember 1958 15. April 1961 17. Dezember 1982
F221 Emden DBRW/DRAL 15. April 1958 H.C. Stülcken & Sohn 21. März 1959 24. Oktober 1961 30. Juni 1983
F222 Augsburg DBSF/DRAM 29. Oktober 1958 H.C. Stülcken & Sohn 15. August 1959 7. April 1962 30. März 1988
F223 Karlsruhe DBSG/DRAN 15. Dezember 1958 H.C. Stülcken & Sohn 24. Oktober 1959 15. Dezember 1962 28. März 1983
F224 Lübeck DBSI/DRAO 28. Oktober 1959 H.C. Stülcken & Sohn 23. Juli 1960 6. Juni 1963 1. Dezember 1988
F225 Braunschweig DBSJ/DRAP 28. Juli 1960 H.C. Stülcken & Sohn 3. Februar 1962 16. Juni 1964 4. Juli 1989

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