Kürübung


Kürübung

Kür ist ein heute kaum mehr gebräuchliches Wort für eine Wahl.

Der Römische Kaiser deutscher Nation wurde bis 1806 durch die Kurfürsten gekoren. Das Verb küren hingegen ist – nicht selten mit spöttischem Beiklang – noch bei Misswahlen zu hören, wenngleich damit sowohl die Wahl als auch die Siegerzeremonie gemeint wird. Abgeleitet von „Kür“ sind der rechtliche und der umgangssprachliche Begriff „Willkür“.

Zudem ist der Begriff in abgeleiteter Form noch bei der Beschreibung des Erwerbs einer Mitgliedschaft in einem Gremium geläufig: Nach der Grundlage des Erwerbs der Mitgliedschaft wird zwischen geborenen und gekorenen Mitgliedern unterschieden.

Im Sport findet „Kür“ noch als Kurzbezeichnung für die Kürübung Verwendung.

Kürübung

Im Sport, zum Beispiel beim

bedeutet eine Kür eine in der Wettkampfordnung - im Gegensatz zu den Pflichtübungen - eine freie Zusammenstellung von Bewegungsfolgen. Diese werden vom Wettkämpfer zuvor selbst ausgewählt und seinem Ermessen und Können angepasst. Bei der Beurteilung durch die Kampfrichter werden dann sowohl Schwierigkeitsgrade, Bewegungsabläufe und auch die fließende Durchführung mit Punkten bewertet. Teilweise wird auch von einer Idealpunktzahl ausgegangen von der bei Fehlern in der Kür dann Abzüge erfolgen. Im Trampolinspringen wird nach einer ersten Kür bei Qualifikation für das Finale noch eine zweite Kür gesprungen.

Für die Kürübung in den einzelnen Sportarten gelten zeitliche Beschränkungen. So muss die Bodenkür bei den Turnern zwischen 50 und 70 Sekunden dauern.

Im Eiskunstlauf heißt die früher bis 1991 übliche Pflicht nun Kurzkür oder Kurzprogramm.

Bedeutungswandel

Der Begriff erfährt einen Bedeutungswandel, da man mit Kür oft eine zusätzliche Information oder Verschönerung eines bereits vorhandenen Pflichtteils bezeichnet. In Versicherungsjargon meint man mit der Kür, abgesehen von den Pflichtversicherungen, die Zusatzversicherungen für Krankheit oder Alter. In Verkäuferschulungen ist von Pflicht- und Kürgesprächen die Rede. Die allgemein gültige Redewendung „Erst die Pflicht, dann die Kür“ bedeutet, den grundlegenden Aufgaben Vorrang gegenüber den darauf aufbauenden bzw. spezielleren Aufgaben zu geben.

Siehe auch


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