Lagonda


Lagonda
Lagonda M45 Tourer, Baujahr 1933
Lagonda Rapier, Baujahr 1934
Lagonda Le Mans Rapide, Baujahr 1935
Lagonda LG 45 Rapide, Baujahr 1936
Lagonda V12 Le Mans, Baujahr 1938
Lagonda V 12 (1939)
Lagonda M45 Rapide bei der Mille Miglia
Lagonda Lancefield (1939)

Lagonda war eine englische Automobilmarke, die insbesondere in den 1930er-Jahren durch Erfolge beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans bekannt wurde, später in Aston Martin aufging und 1964 als eigenständige Marke eingestellt wurde. 1976 benutzte Aston Martin den Namen nochmals als Modellbezeichnung.

Inhaltsverzeichnis

Firmengründung

Firmengründer war der frühere Opernsänger Wilbur Gunn († 1920), ein US-Amerikaner schottischer Abstammung, der um 1900 nach England auswanderte und zunächst am Bau von Dampfschiffen mitarbeitete. Danach begann er in Staines, Middlesex, Motorräder zu bauen, denen er den indianischen Namen eines kleinen Flusses nahe seiner Heimatstadt OhioLagonda – gab. Damit folgte er dem Beispiel anderer Amerikaner, die den Namen von Häuptlingen oder Indianerstämmen wie z. B. Pontiac als Markennamen für ihre Fahrzeuge wählten.

Außer den Motorrädern entwickelte Gunn bereits Ende 1904 zusammen mit A. H. Cranmer ein Dreirad mit Zweizylindermotor, eine sogenannte Voiturette, die er ebenfalls als Lagonda mit Erfolg verkaufte, sodass der Name beibehalten wurde.

Drei Jahre danach brachte Gunn die ersten vierrädrigen Autos mit Vier- und Sechszylindermotoren heraus.

Modelle und sportliches Renommee

Auch der ab 1907 gebaute leichte Vierradwagen mit 1100-cm³-Viertaktmotor, der 11 PS leistete, trug den Namen Lagonda. Da der Wagen unerwartet auch Prominenten wie dem russischen Zaren Nikolaus II. gefiel, wurde das Auto mit geringfügigen Modifikationen bis 1920 gebaut.

In den 1920er-Jahren und dem anschließenden Jahrzehnt begründeten die Sportwagen mit Zwei- und Dreilitermotoren den Ruf der Marke Lagonda, da diese Wagen mehrere Sportwagenrennen gewannen und 1935 ihre Laufbahn mit einem Sieg in Le Mans krönten. Der Siegerwagen war ein Lagonda Rapide M 45. Allerdings brachten Fahrzeuge wie dieses keinen wirtschaftlichen Erfolg, sodass Alan Good 1935 Lagonda übernahm. Neuer technischer Leiter wurde Walter Owen Bentley, dessen Firma Rolls-Royce 1931 übernommen hatte. Unter Bentley entstand 1936/37 auf der Basis des LG5 unter anderem ein Luxuswagen mit 12-Zylinder-V-Motor, einem Hubraum von 4,5 Liter und einer Leistung von 175 PS (SAE). Der Absatz dieses Wagens blieb jedoch hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück.

Verkauf der Firma, Erlöschen als eigenständige Marke

Die finanziellen Belastungen des Zweiten Weltkriegs und der wirtschaftliche Misserfolg des neuen Modells waren die Gründe dafür, dass Lagonda als eigenständige Marke nicht fortbestehen konnte, sodass der britische Multimillionär David Brown 1947 das Unternehmen aufkaufte und in Aston Martin integrierte. Unter dem Produktnamen entstanden ein Sechszylindercoupé und sieben Jahre später sogar erneut ein Zwölfzylinder-Lagonda, für den es jedoch angesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse in den 1950er-Jahren wieder keinen Absatzmarkt gab. Auch der von 1961 bis 1965 produzierte Lagonda Rapide auf Basis des DB 4 wurde nur 55-mal gebaut. Brown resignierte und verkaufte Aston Martin. 1976 feierte die Marke eine kleine Auferstehung, als ein V8-Modell auf Aston-Martin-Basis das Logo von Lagonda erhielt. Die von William Towns futuristisch gestaltete Limousine blieb bis 1990 im Programm. Auch vom Aston Martin Virage wurden einzelne Fahrzeuge in Handarbeit als viertürige Limousine und gar als Kombi auf Kundenwunsch mit dem Markenzeichen von Lagonda gefertigt. In Serie gingen diese handgefertigten Einzelstücke jedoch nie.

Aston Martin plant, die Marke Lagonda für ein Luxus-SUV wieder zu beleben[1].

Modelle

Typ Motor Produktionszahl Baujahre
20 3052 cm³ SV 4 Zyl. 1906–13
30 4578 cm³ SV 4 Zyl. 1911–13
11 1099 cm³ IOE 4 Zyl. 6000 (einschl. 11.9 und 12) 1913–21
11.9 1421 cm³ IOE 4 Zyl. 6000 (einschl. 11 und 12) 1920–23
12 und 12/24 1421 cm³ IOE 4 Zyl. 6000 (einschl. 11 und 11.9) 1923–26
14/60 und 2 litre Speed 1954 cm³ OHV 4 Zyl. 1440 1925–33
16/65 2389 (später 2692) cm³ OHV 6 Zyl. 250 1926–30
3 litre 2931 cm³ OHV 6 Zyl. 570 1928–34
16/80 1991 cm³ OHV 6 Zyl. Crossley 260 1926–30
Rapier 1087 cm³ DOHC 4 Zyl. 470 + 300 von Rapier Cars 1934–35
M45 4467 cm³ OHV 6 Zyl. Meadows 410 + 53 M45R Rapide 1935
3.5 litre 3619 cm³ OHV 6 Zyl. 65 1935
LG45 4467 cm³ OHV 6 Zyl. Meadows 278 + 25 Rapides 1936–37
LG6 4467 cm³ OHV 6 Zyl. Meadows 85s 1938–40
V12 4480 cm³ DOHC V12 189 1938–40
2.6 litre 2580 cm³ DOHC 6 Zyl. 510 1948–53
3 litre 2922 cm³ DOHC 6 Zyl. 270 1953–58
Rapide 3995 cm³ DOHC 6 Zyl. 55 1961–64
Aston Martin Lagonda 5340 cm³ OHC V8 645 1976–89

Weblinks

 Commons: Lagonda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Online-Artikel "Aston Martin Lagonda - Die britische Luxus-SUV-Vision für 2012 im Detail" der Auto-Motor-und-Sport vom 1. Mai 2009


Zeitleiste der Aston-Martin-Modelle von 1948 bis heute
Typ Ära David Brown 1947–1972 Diverse Besitzer Ab 1986 zu 75 %, von 1993 zu 100 % Teil von Ford Unabhängig
1940er 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er
8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3
Kleinstwagen Cygnet
Sportwagen DB1 DB2 DB2/4 DB4 DB5 DB6 DB7
DB2 Vantage DB4 Vantage DB5 Vantage DB6 Vantage
DBS /
DBS V8
V8 Virage V8 V8 Vantage
DB7 Vantage DB9
Virage
Vantage V8 Vantage V8 Vantage V12 Vanquish DBS
Sonderfahrzeuge DB4 GT Zagato V8 Zagato DB7 Zagato AR1 One-77
Limousinen 2.6-Litre 3-Litre Rapide Lagonda Rapide
Rennwagen DB3 DBR9
DBRS9
  • Unter der Marke Lagonda vertrieben
  • Bodengruppe vom Jaguar XJS
  • Auf Basis des Toyota iQ

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