Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik


Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik
Hauptgebäude des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW in Düsseldorf; Architekt: Gottfried Böhm

Der Landesbetrieb Information und Technik NRW (abgekürzt: IT.NRW) ist

  • Datenverarbeitungszentrale des Landes NRW
  • zentraler Statistik-Dienstleister in Nordrhein-Westfalen
  • Betreiber von Niederlassungen (ehemalige Gebietsrechenzentren) in Hagen, Köln und Münster

Er entstand 2009 durch Zusammenlegung des Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen und der Gemeinsamen Gebietsrechenzentren in Hagen, Köln und Münster[1].

Inhaltsverzeichnis

Niederlassungen

Seinen Hauptsitz hat IT.NRW in Düsseldorf; daneben unterhält es Außenstellen in Oberhausen und Paderborn, und Niederlassungen (ehemalige Gebietsrechenzentren) in Hagen, Köln und Münster.

Aufgaben der Landesdatenverarbeitungszentrale (LDVZ)

Wesentliche Aufgabe der LDVZ von IT.NRW ist die Bereitstellung einer effizienten und jederzeit verfügbaren informationstechnischen Infrastruktur für die Landesverwaltung NRW. Für die Planung, die Realisierung und den wirtschaftlichen Betrieb der erforderlichen IT-Infrastruktur erbringt die LDVZ Dienstleistungen im Bereich der Kommunikationsnetze, der Server und des PC-Einsatzes. Landesverwaltungsnetz (LVN), zentrales Netz- und Servermanagement, zentrales Videokonferenzsystem in der Landesverwaltung (VKS-NRW), Einsatz lokaler Netze, sowie der GeoServer NRW seien hier beispielhaft genannt. Darüber hinaus werden IT-Anwendungen entwickelt und betreut und Mitarbeiter der Landesverwaltung in einem Schulungszentrum aus- und fortgebildet.

Aufgaben im Bereich der Amtlichen Statistik

Als zentraler Informations-Dienstleister stellt IT.NRW die statistische Infrastruktur für NRW bereit. Es bereitet die durch EU-, Bundes- und Landesrecht angeordneten Statistiken vor, erhebt die Daten, bereitet sie auf, wertet die Ergebnisse aus und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Volkswirtschaftliche und umweltökonomische Gesamtrechnungen und andere Gesamtsysteme statistischer Daten ergänzen das Aufgabenspektrum. Bei allen statistischen Aufgaben werden die Grundsätze der Neutralität, Objektivität, wissenschaftlichen Unabhängigkeit und statistischen Geheimhaltung beachtet. IT.NRW arbeitet eng mit den Statistischen Ämtern der anderen 15 Bundesländer und dem Statistischen Bundesamt zusammen.

Die erarbeiteten und veröffentlichten Statistiken umfassen die folgenden Themenbereiche:

Auf seiner Internet-Seite bietet IT.NRW nicht nur ein umfangreiches Datenangebot für das Land NRW, sondern in seiner Landesdatenbank NRW auch Daten für die Städte, Gemeinden und Kreise des Landes. Ergänzt wird das Angebot durch einen regionalstatistischen Online-Atlas mit interaktiven Karten und einen Webshop, in dem viele Publikationen zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Aufgaben

Neben den beschriebenen IT- und Statistik-Dienstleistungen bietet IT.NRW insbesondere für die NRW-Landesverwaltung verschiedene andere Service-Leistungen an. Dazu gehören beispielsweise die Organisation von Messe-Auftritten, die Informationsvermittlung aus externen Datenbanken (ZIVED), der IT-Druck und logistische Leistungen.

IT.NRW betreibt die ehemaligen Gebietsrechenzentren als Außenstellen weiter.

Geschichte der amtlichen Statistik NRW

Nordrhein-Westfalen erstreckt sich weitgehend über ehemals preußisches Gebiet. 1946 wurde aus dem Nordteil der preußischen Rheinprovinz und der Provinz Westfalen das Land Nordrhein-Westfalen gegründet. 1947 gab das bis dahin selbstständige und nicht zu Preußen gehörende Land Lippe auf Betreiben der Briten seine Selbstständigkeit auf und wurde an NRW angeschlossen. Die Verwaltungen des ehemals preußischen Regierungsbezirks Minden und des ehemaligen Landes Lippe wurden zum neuen Regierungsbezirk Minden-Lippe (später Regierungsbezirk Detmold) zusammengeschlossen. 1948 wurde das Land Lippe mit Verabschiedung des „Gesetzes über die Vereinigung des Landes Lippe mit Nordrhein-Westfalen“ durch den nordrhein-westfälischen Landtag offiziell Teil von Nordrhein-Westfalen. Von nun an war Detmold anstelle von Minden der neue Sitz der Bezirksregierung.

Schon in Preußen wurden statistische Daten erfasst. König Friedrich Wilhelm III. ordnete die Gründung eines „Königlich Preußischen Statistischen Bureaus“ an, welches im Jahre 1805 in Berlin seine Arbeit aufnahm. Beginnend mit dem 18. Jahrhundert folgte im 19. Jahrhundert eine wesentliche Ausweitung und Institutionalisierung der amtlichen Statistik. In Deutschland bildeten sich in den verschiedenen Teilstaaten statistische Ämter, die als Vorläufer der Statistischen Landesämter gelten. 1905 wurde das „Königliche Preußische Statistische Bureau“ in „Preußisches Statistisches Landesamt“ umbenannt und 1934 in das „Statistische Reichsamt“ eingegliedert.

1935 bzw. 1938 entstanden aus dem Bedürfnis nach regionalspezifischen Daten nach der Eingliederung bzw. Auflösung der Landesstatistik wieder Statistische Ämter bei den Provinzialverbänden im Rheinland (Düsseldorf) und in Westfalen (Münster). Diese hatten im Laufe des zweiten Weltkrieges vor allem dezentrale Aufgaben zu erledigen.

Ab 1945 waren die Aufgaben der Statistischen Ämter weitgehend von der britischen Besatzungsmacht bestimmt, welche Daten für ihre Zone benötigte. Als 1946 Nordrhein-Westfalen gegründet wurde, schuf man in Düsseldorf, am Sitz der Landesregierung, ein Statistisches Amt, das gemeinsam mit dem Statistischen Landesamt Münster Daten für die Militärregierung beschaffte. Am 1. Juli 1948 wurden die beiden Statistikämter zum „Statistischen Landesamt Nordrhein-Westfalen“ mit Sitz in Düsseldorf zusammengelegt. Da der materielle und personelle Bedarf anstieg, zog man aus den Räumen im Hause des Oberpräsidenten in ein Gebäude an der Düsseldorfer Haroldstraße. Hier wurde bis 1951 gearbeitet; dann zog das Statistische Landesamt in eine ehemalige Wehrmachtskaserne in der Ludwig-Beck-Straße, die zwischen 1958 und 1971 weiter ausgebaut wurde. In der Kaserne entwickelte sich das Statistische Landesamt zu einem zentralen Service-Unternehmen des Landes und seiner Bürger. Die Ausdehnung des Aufgabenbereichs, besonders die Volkszählungen 1961 und 1970, brachten erhebliche personelle, räumliche und organisatorische Engpässe mit sich. So wurden Außenstellen in Paderborn und Oberhausen geschaffen und das Statistische Landesamt war auf sieben Dienstgebäude in Düsseldorf verteilt.

Am 10. November 1972 wurde in der Mauerstraße im Düsseldorfer Norden der Grundstein für ein eigenes 16-geschossiges Haus gelegt. Am 1. Juni 1976 konnte das Statistische Landesamt sein Hauptgebäude beziehen. Auch heute noch unterhält das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik zwei Außenstellen in Paderborn (Auf der Schulbrede 4) und in Oberhausen (Willy-Brandt-Platz 3). In Düsseldorf hat es neben dem Hauptgebäude in der Mauerstraße noch vier Dienstgebäude in der Grafenberger Allee 114/116, in der Roßstraße 76, in der Heesenstraße 26 und in der Füllenbachstraße 8.

Zum 1. Januar 2009 wurden per Erlass des Innenministeriums das ehemalige LDS (Landesbetrieb Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein - Westfalen) und die Gemeinsamen Gebietsrechenzentren in Hagen, Köln und Münster zum Landesbetrieb Information und Technik NRW zusammengefasst.

Rechtsgrundlagen

Neben dem Landesorganisationsgesetz NRW ist vor allem das Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke zu nennen, in dem die Verpflichtung zur Objektivität, Neutralität und wissenschaftlichen Unabhängigkeit sowie die Vorschriften zur statistischen Geheimhaltung geregelt sind. Zudem bedarf jede amtliche Statistik zu ihrer Durchführung und Veröffentlichung einer Rechtsgrundlage, also eines Gesetzes oder einer Rechtsverordnung.

Weblinks

51.244266.7772417Koordinaten: 51° 14′ 39″ N, 6° 46′ 38″ O

Einzelnachweise

  1. "Über uns" auf der Website von IT.NRW; geholt 2009-10-14

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