Landkreis Nienburg


Landkreis Nienburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Nienburg/Weser Deutschlandkarte, Position des Landkreises Nienburg/Weser hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Nienburg/Weser
Fläche: 1.398,9 km²
Einwohner: 124.895 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: NI
Kreisschlüssel: 03 2 56
Kreisgliederung: 36 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Kreishaus am Schloßplatz
31582 Nienburg
Webpräsenz:
Landrat: Heinrich Eggers (CDU)
Lage des Landkreises Nienburg/Weser in Niedersachsen
Karte

Der Landkreis Nienburg/Weser ist ein Landkreis im zentralen Niedersachsen in der Mittelweserregion. Er grenzt im Westen an den Landkreis Diepholz, im Norden an den Landkreis Verden, im Osten an den Landkreis Soltau-Fallingbostel und an die Region Hannover und im Süden an den Landkreis Schaumburg und an den nordrhein-westfälischen Kreis Minden-Lübbecke.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In der heutigen Ausdehnung ist der Landkreis 1977 entstanden, als im Zuge einer Verwaltungsgebietsreform der östliche Teil des Landkreises Grafschaft Hoya sowie die zum aufgelösten Landkreis Neustadt am Rübenberge gehörende Gemeinde Rodewald an den Landkreis Nienburg/Weser fielen. Die bisher zu Nienburg gehörende Gemeinde Wiedensahl wurde dem Landkreis Schaumburg zugeordnet.

Politik

Kreistag

Neben den direkt gewählten Landrat gehören, seit der Kommunalwahl am 10. September 2006 dem Kreistag sechs Parteien bzw. Wählergruppen an.

Landrat

Hauptamtlicher Landrat des Landkreises Nienburg/Weser ist Heinrich Eggers (CDU).

Bisherige Landräte:

Wappen

Der geteilte und unten gespaltene Schild zeigt oben auf rotem Grund zwei silberne gekreuzte Pferdeköpfe, wie sie an den Giebeln der Bauernhäuser in Landkreis zu finden sind. Die schwarze, rotbewehrte Bärentatze auf goldenem Grund im rechten unteren Teil weist auf die Grafen von Hoya hin. An die Grafen von Wölpe erinnert das silberne Büffelhorn auf blauem Grund im linken unteren Teil.

Wirtschaft und Infrastruktur

In der Stadt Nienburg befindet sich Tierfuttermittel- und Glasindustrie. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist die hier an einigen Standorten ansässige Bundeswehr; insbesondere im Nienburger Stadtteil Langendamm findet sich ein größerer Standort. Ferner bestehen in Nienburg einige Firmen der Chemieindustrie. In Nienburg und in Stolzenau befinden sich Standorte der Mittelweser-Kliniken, welche zum Rhön-Verbund gehören.

Verkehr

Schiffsverkehr

Der Landkreis wird von der für Binnenschifffahrt tauglichen Weser von Süden nach Norden durchquert.

Straße

Folgende Bundesstraßen durchqueren den Landkreis Nienburg:

Des weiteren durchqueren einige Landesstraßen (z. B. L 349 und L 351) den Landkreis.

Eisenbahn

Die Kreisstadt Nienburg erhielt 1847 mit der Eröffnung der Bahnstrecke Bremen-Hannover einen Bahnanschluss, die Strecke wurde von der Hannöverschen Staatsbahn gebaut. Von ihr zweigten zwei Nebenbahnen ab, nämlich die 1910 von der Preußischen Staatsbahn eröffnete Bahnstrecke Rahden–Nienburg und die von der Deutsche Reichsbahn erst 1921/22 vollendeten Querverbindung nach Sulingen und Diepholz.

Bevor Uchte von der Staatsbahn erreicht worden war, trafen sich hier bereits 1898/99 zwei Schmalspurbahnen. Die Strecke der Mindener Kreisbahnen führte über Petershagen nach Minden, die Steinhuder Meer-Bahn über Rehburg-Loccum nach Wunstorf. Von dieser wurde in Leese-Stolzenau die Strecke Nienburg–Minden der Deutschen Reichsbahn gekreuzt, die ab 1921 auch eine Zweigbahn nach Stadthagen betrieben hat.

Von der Hauptbahn Bremen–Hannover zweigt in Eystrup eine Strecke ab, die 1881 durch die Hoyaer Eisenbahn-Gesellschaft erbaut wurde und bis zum Alten Bahnhof von Hoya auf dem rechten Weserufer führte; erst 1912 überquerte sie den Fluss zu dem am linken Ufer gelegenen Kleinbahnhof. Dort war der Anschluss an die schmalspurigen Strecken der Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf GmbH, die seit dem Jahre 1900 nach Syke und 1905 nach Bücken führten. Erst 1962/63 wurde die Schmalspurbahn nach der Fusion der beiden Unternehmungen zu den Verkehrsbetrieben Grafschaft Hoya GmbH umgespurt, sodass ein durchgehender Verkehr Hoya - Syke möglich wurde.

Das Schienennetz im Kreis hatte einmal eine Gesamtlänge von 227 km, davon sind heute noch 73 km voll in Betrieb, weitere 32 km werden von Museumseisenbahnen befahren. Einstellungsdaten:

  • 1935: Rehburg Stadt–Stolzenau–Uchte Klb. (28 km, Meterspur)
  • 1960: Hoya–Bücken (3 km, Meterspur)
  • 1961: Leese-Stolzenau–Münchehagen (–Stadthagen) (15 km)
  • 1964: (Wunstorf–) Bad Rehburg Stadt (7 km, Meterspur)
  • 1968: Nienburg–Uchte (–Rahden) (59 km)
  • 1969: Nienburg–Wietzen (–Sulingen–Diepholz) (17 km)
  • 1972: Eystrup–Hoya–Hoyerhagen (–Syke) (14 km)
  • 1973: (Todtenhausen–) Harrienstädt–Uchte (10 km)

Die Hauptstrecke Bremen–Hannover wird vom RE NorddeichEmdenBremen HbfHannover Hbf bedient. In Nienburg halten alle zwei Stunden IC-Züge der Linie 56 Oldenburg (Oldenburg)–Hannover–MagdeburgLeipzig / Berlin. Der Bahnhof Nienburg/Weser ist außerdem Endpunkt der S-Bahnlinie 2 nach Hannover Hbf–Haste

Der Strecke Nienburg–Minden mit den Zwischenhalten Leese-Stolzenau und Petershagen-Lahde wird werktags im Zweistundentakt vom RE 78 Porta-Express nach Bielefeld bedient. An Sonn- und Feiertagen verkehrt alle zwei Stunden die Weser-Aller-Bahn Rotenburg (Wümme)Verden–Minden mit Anschlüssen aus Richtung Hamburg.

Kultur

Um kulturelle Belange kümmert sich der Landschaftsverband Weser-Hunte, die Musikschule Nienburg, die kommunalen Kulturbeauftragten innerhalb der Städte und Gemeinden, die Kirchengemeinden und private Kulturinitiativen.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007)[1]

Einheitsgemeinden

  1. Nienburg/Weser, Stadt, Selbständige Gemeinde (32.710)
  2. Rehburg-Loccum, Stadt [Sitz: Rehburg] (10.618)
  3. Steyerberg, Flecken (5387)
  4. Stolzenau (7565)

Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

Sitz der Samtgemeindeverwaltung *

  1. Eystrup * (3366)
  2. Gandesbergen (468)
  3. Hämelhausen (580)
  4. Hassel (Weser) (1852)
  1. Bücken, Flecken (2207)
  2. Hilgermissen (2200)
  3. Hoya, Stadt * (3811)
  4. Hoyerhagen (1071)
  5. Schweringen (846)
  6. Warpe (796)
  1. Drakenburg, Flecken (1753)
  2. Haßbergen (1542)
  3. Heemsen (1760)
  4. Rohrsen * (1059)
  1. Estorf (1486)
  2. Husum (2162)
  3. Landesbergen * (2913)
  4. Leese (1745)
  1. Binnen (1056)
  2. Liebenau, Flecken * (3871)
  3. Pennigsehl (1343)
  1. Balge (1852)
  2. Marklohe * (4455)
  3. Wietzen (2174)
  1. Linsburg (1002)
  2. Rodewald (2627)
  3. Steimbke * (2479)
  4. Stöckse (1395)
  1. Diepenau, Flecken (4054)
  2. Raddestorf (2075)
  3. Uchte, Flecken * (4858)
  4. Warmsen (3513)

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen

Literatur

  • Hermann Greve: Bibliographie des Landkreises Diepholz unter Einschluß der Samtgemeinden Harpstedt (Landkreis Oldenburg), Eystrup und Grafschaft Hoya (Landkreis Nienburg) sowie Riede (Samtgemeinde Thedinghausen, Landkreis Verden). (Hrsg.: Landkreis Diepholz), Syke und Diepholz, 1984, XXXVIII u. 453 S. (m. 3505 Titeln)
  • Wendula Dahle (Hrsg.): Im Land der Moore und Deiche. Ausflüge links und rechts der Weser. Ein Reise- und Lesebuch. Bremen 1998, 352 S. m. zahlr. Abb.; ISBN 3-86108-466-X
  • Marco Adameck u. Dieter Bischop: Archäologische Denkmale in den Landkreisen Diepholz und Nienburg/Weser. (Hrsg.: Landschaftsverband Weser-Hunte e.V.), Diepholz/Nienburg [Weser] ²2001), 36 S. m. zahlr. Fotos, Zeichnungen, Plänen u. 1 Kartenskizze
  • Marco Adameck: Mühlen in den Landkreisen Diepholz und Nienburg/Weser. (Hrsg.: Landschaftsverband Weser-Hunte e.V.), Diepholz/Nienburg [Weser] ²1999, 30 S. m. 30 Fotos, 1 Zeichnung u. 2 Kartenskizzen
  • Stefan Amt (bhb = Büro für Historische Bauforschung, Hannover): Mittelalterliche Dorfkirchen in den Landkreisen Diepholz und Nienburg/Weser. (Hrsg.: Landschaftsverband Weser-Hunte e.V.), Diepholz/Nienburg [Weser] 2004, 46 S. m. zahlr. Fotos, Zeichnungen, Plänen u. 1 Kartenskizze
  • Ralf Vogeding: Skulpturen und Objekte im öffentlichen Raum in den Landkreisen Diepholz und Nienburg/Weser. (Hrsg.: Landschaftsverband Weser-Hunte e.V.), Diepholz/Nienburg [Weser] 2005, 52 S. m. zahlr. Fotos u. 1 Kartenskizze
  • Anke Twachtmann-Schlichter: Museen in den Landkreisen Diepholz und Nienburg/Weser. (Hrsg.: Landschaftsverband Weser-Hunte e.V.), Diepholz/Nienburg [Weser] ³2006, 47 S. m. zahlr. Fotos, 1 Zeichnung u. 1 Kartenskizze
  • [AutorInnenkollektiv]: Kirchen in der Mittelweser-Region. Stätten der Begegnung und der Besinnung. (Hrsg.: Mittelweser-Touristik GmbH), Nienburg 2006, 48 S. m. zahlr. Abb.
  • Landkreis Nienburg/Weser: Landkreis Nienburg/Weser, Bildband, Nienburg/Weser 1982

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Landkreis Nienburg (Weser) — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Landkreis Nienburg/Weser — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Wappen im Landkreis Nienburg/Weser — Diese Liste zeigt die Wappen der Samtgemeinden, Gemeinden und vormals selbstständigen Gemeinden im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen. Wappen des Landkreises Nienburg …   Deutsch Wikipedia

  • Verkehrsgesellschaft Landkreis Nienburg — mbH Basisinformationen Unternehmenssitz Nienburg/Weser Webpräsenz …   Deutsch Wikipedia

  • Nienburg (district) — Nienburg   District   Country …   Wikipedia

  • Nienburg — (niederdeutsch, entspricht hochdeutsch Neuenburg) heißen: Nienburg/Weser, Kreisstadt im gleichnamigen Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen Nienburg (Saale), Stadt im Salzlandkreis in Sachsen Anhalt das Kloster Nienburg, ein ehemaliges… …   Deutsch Wikipedia

  • Nienburg (Weser) — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Nienburg/Weser — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Landkreis Diepholz — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Landkreis Soltau-Fallingbostel — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia