Landsberg an der Warthe

Landsberg an der Warthe
Gorzów Wielkopolski
Wappen von Gorzów Wielkopolski
Gorzów Wielkopolski (Polen)

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Gorzów Wielkopolski
Basisdaten
:
:
: Kreisfreie Stadt
: 86,0
: 52° 44′ N, 15° 14′ O52.73333333333315.233333333333Koordinaten: 52° 44′ 0″ N, 15° 14′ 0″ O
: 111
: 125.360 (30. Juni 2008)
: 66-400 bis 66-414
: (+48) 95
: FG
Wirtschaft und Verkehr
:
: - (ehemalige )
Nächster int. : , Zielona Gora
Verwaltung (Stand: 2009)
: Tadeusz Jędrzejczak
Adresse: ul. Sikorskiego 3-4
66-400 Gorzów Wielkopolski
: www.gorzow.pl

Gorzów Wielkopolski [ˈgɔʒuf vʲɛlkɔ'pɔlski]  Gorzów Wielkopolski?/i (deutsch Landsberg an der Warthe) ist die größte Stadt der und Sitz des von der polnischen Zentralregierung für Lebus eingesetzten . Die Regierung und das Parlament von Lebus haben ihren Sitz hingegen in (Grünberg).

Inhaltsverzeichnis

Polnische Namensgebung

Der polnische Name bedeutet wörtlich übersetzt Bergen in Großpolen (Góra: Berg). Nachdem zunächst nach dem Krieg der Name Gorzów nad Wartą (Bergen an der Warthe) gewählt wurde, nannte man die Stadt später erst Gorzów Wielkopolski. Diese Namenserweiterung Großpolen bezieht sich dabei auf die polnische Region , zu der das Gebiet einst gehörte. Der Name wurde in Abgrenzung zur deutschen Vergangenheit und in Anlehnung an die polnische Frühzeit der Region gewählt.

Geographische Lage

Die Stadt liegt im westlichen Teil Polens am Fluss , rund 80 km nordöstlich von und 130 km nordwestlich von . Zum Grenzübergang nach Deutschland bei sind es etwa 45 km. Nördlich und südlich erstrecken sich weitläufige Waldgebiete.

Geschichte

Nachweislich war das Gebiet des späteren Landsberg bereits frühgeschichtlich besiedelt. Nach der lösten die vorher hier ansässigen ab. Im Jahre 1257 wurde Landsberg von Siedlern aus dem Gebiet der heutigen Länder , und nach Brandenburger Recht gegründet und gehörte zum . Es sollte als Bollwerk gegen die nahe gelegene polnische Grenzfestung (dt.: Zantoch) dienen. Bis in das 16. Jahrhundert trug die Stadt den Namen Neu-Landsberg. Im 13. Jahrhundert wurde die Marienkirche erbaut. 1321 wurde die Stadt mit Stadtmauern und Toren gesichert. Im 14. Jahrhundert hatte sich Landsberg zum wirtschaftlichen Zentrum seines Umlandes entwickelt, für 1360 wird die Stadtschule erstmals erwähnt. Während des wurden alle Vorstädte zerstört. Nach 1648 entwickelte sich Landsberg zu einem bedeutenden Umschlagplatz im Handel mit dem benachbarten Polen. Im 18. Jahrhundert sorgte die Etablierung des Tuchmacherhandwerks und des Wollhandels für einen weiteren Aufschwung.

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem gehörte Landsberg/Warthe seit zum gleichnamigen im in der preußischen , seit 1939 . Seit 1857 war Landsberg an die angeschlossen und erlebte dadurch erneut einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1892 wurde die Stadt aus dem Landkreis ausgegliedert und erhielt den Status eines Stadtkreises. Die Verwaltung des Landkreises blieb jedoch weiterhin in der Stadt. In den 1920er Jahren setzte sich die Bezeichnung „Landsberg (Warthe)“ durch.

Im schrieb in der Kaserne unter anderem den (1943). Im Frühjahr 1945 wurde die Stadt durch die erobert. Die bisherige Landsberger Bevölkerung wurde am enteignet und, soweit nicht im Krieg geflohen, bzw. bis 1949 zwangsausgesiedelt. Die an ihre Stelle getretene neue Stadtbevölkerung stammt überwiegend aus Zentralpolen und dort vor allem aus der bisherigen Region Großpolen.

Sehenswürdigkeiten

Dom St. Marien
Die „Swinster“-Statue

Verkehr

Der innerstädtische Verkehr in Landsberg wird seit 29. Juli 1899 durch elektrische Straßenbahnen bedient. Ein im 2. Weltkrieg großenteils vollzogener Ersatz der Straßenbahn durch wurde nach dem Übergang der Stadt an Polen rückgängig gemacht, siehe .

Söhne und Töchter der Stadt

  • (1759–1828), Schriftsteller
  • (1800–1875), Philologe
  • (1815–1853), Schriftsteller
  • (1829–1907), Architekt
  • (1835–1911), Schriftsteller und
  • (1848–1930), Unternehmer, Politiker (DDP), Reichstagsabgeordneter.
  • (1853–1928), Mathematiker
  • (1858–1924), Industrieller und Politiker (), Mitglied des Reichstags
  • (1877–1960), führender Kieferchirurg seiner Zeit, Mitbegründer des Gebiets Kieferchirurgie als selbstständiges Fach
  • (1879–?), Beamter in der Zeit des Nationalsozialismus
  • (1879–1956), Frauenrechtlerin, Gründerin der Arbeiterwohlfahrt
  • (1881–1960), Schriftsteller und Literaturwissenschaftler
  • (1884–1962), Kabarettist und Schauspieler
  • (1884–1966), Altorientalist
  • (1886–1958), Politiker (), Mitglied des Reichstags
  • (1888–1930), Politikerin (SPD), Mitglied der Weimarer Nationalversammlung
  • (1890-1965), deutscher Politiker (KPD), Reichstagsabgeordneter.
  • (1902–1990), Bischof von Berlin und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • (1906–1990), Schlagersängerin
  • (1910–1944), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • (1924–1996), Schriftsteller und Flugkapitän
  • (* 1929), Schriftstellerin
  • (* 1937), Schriftsteller
  • (* 1940), Filmregisseur
  • (* 1942), Politiker (SPD), Präsident des Brandenburger Landtags
  • (* 1952), Politiker
  • (* 1959), Politiker, früherer Premier Polens

Städtepartnerschaften

  • , (Italien)
  • (Deutschland)
  • (Deutschland)
  • (Deutschland)
  • , (Schweden)
  • , (Ukraine)
  • , (Italien)

Verweise

Literatur

  • Generaldirektion der Staatlichen Archive Polens (Hrsg.): Staatsarchiv Landsberg an der Warthe - Wegweiser durch die Bestände bis 1945. 2007. ISBN 978-3-486-57725-9

Weblinks

Fußnoten

  1. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2008

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