Languedoc

Languedoc
Flagge des Languedocs
Die Cevennen im Languedoc
Mittelalterlicher Ort Minerve im Languedoc

Das Languedoc (von frz. langue Sprache; okzitanisch oc für frz. oui) ist eine ehemalige französische Provinz. Sie umfasste den mittleren Teil Südfrankreichs zwischen der Rhône (Grenze zur Provence) und der Garonne (Grenze zur Gascogne). Ihr Territorium ist heute unter den Regionen Languedoc-Roussillon, Midi-Pyrénées und (zum kleinsten Teil) Rhône-Alpes aufgeteilt. Ihre Hauptstadt war Toulouse (jetzt Region Midi-Pyrénées).

Das Languedoc im engeren Sinne (der zur heutigen Verwaltungsregion Languedoc-Roussillon gehörende Teil) umfasst einen Bereich von 17.000 km², ungefähr die Region zwischen Rhône und Aude und nördlich verlängert auf die Cevennen und das Zentralmassiv. Zum Languedoc gehören die Départements Gard, Hérault und Lozère.

Inhaltsverzeichnis

Städte

Der Bereich verfügt bei einer Bevölkerung von etwa 1,6 Millionen nur über wenige größere Siedlungen. Die wichtigsten Städte sind Montpellier (Regionalhauptstadt von Languedoc-Roussillon), Nîmes, Narbonne, Sète und Béziers.

Landwirtschaft

Das Weinbaugebiet Languedoc blickt auf eine lange Tradition zurück. Im 19. und 20. Jahrhundert gab es jedoch mehrere einschneidende Veränderungen im Anbau. Durch Reblaus und falschen Mehltau wurde der Anbau stark geschädigt, erst in den 1960er Jahren begann man mit dem gezielten Ausbau ertragreicher Sorten, was die Region zwar als bedeutenden Weinproduzent wiederbelebte, ihr aber auch das Image des „Billigweins“ einbrachte. Das Languedoc war bis in die siebziger Jahre hauptverantwortlich für den EU-Überschuss, der als „Weinsee“ bekannt wurde.

Bereits in den 70er Jahren begann man sich aber auch wieder auf Qualitätsweine zu besinnen, so dass heute teils sehr gute bis herausragende Weine hergestellt werden. Diese Entwicklung wird von vielen Weinkritikern anerkannt; sie stellen heute schon einige Weine des Languedoc qualitativ mit den besten Weinen aus Bordeaux gleich. Insgesamt produziert das Languedoc mehr als ein Drittel aller französischen Trauben. Des Weiteren werden Oliven, Obst und Reis angebaut. Im Bergland werden Schafe und Ziegen für Fleisch und Käse gezüchtet. Der Küstenbereich verfügt über einen Reichtum an Fischen und Schalentieren. Das Gebiet ist ein populäres touristisches Ziel.

Geschichte

Der Berg Montségur mit der Ruine der gleichnamigen Katharerburg

Die Mittelmeerküste des Languedoc wurde bereits in der Antike durch die Griechen, Phönizier und Römer besiedelt und durch die Alamannen, Vandalen, Westgoten und Sarazenen erobert.

Der Name Languedoc leitet sich vom Okzitanischen ab (französ.: Langues d’oc); diese regionale romanische Sprache war vor der französischen Zeit die Landessprache. (siehe auch Languedokische Sprache)

Im späten Mittelalter war das Languedoc das Zentrum der religiösen Bewegung der Katharer. Die römisch-katholische Kirche erklärte sie zu Häretikern und ließ sie im Albigenserkreuzzug ausrotten. Die Burg Montségur galt als Hauptstadt der katharischen Kirche und wurde schlussendlich über 10 Monate von Kreuzrittern belagert, womit die katharische Kirche ein dramatisches Ende fand.

Die außergewöhnliche binnenländische Wasserstrasse Canal du Midi aus dem 17. Jahrhundert, die den Atlantik mit dem Mittelmeer verbindet, wurde 1996 in die UNESCO-Liste der Stätten des Weltkulturerbes aufgenommen. Am Kanal finden sich beeindruckende Bauwerke, zum Beispiel die Schleusentreppe bei Fonseranes in der Nähe von Béziers, dem Geburtsort von Pierre-Paul Riquet (Kanal-Begründer).

Siehe auch: Gouverneur des Languedoc

Archäologie

Im Languedoc wurde eine außerordentlich gut erhaltene eisenzeitliche Nekropole entdeckt (11. -7. Jahrhundert v. Chr.). Sie bezeugt die im Westen übliche Feuerbestattung. 235 kleine Hügel aus Erde und Stein, die im inneren mit schweren Steinplatten verschlossen sind, charakterisieren die Grabstätten. Etwa 4000 Gefäße und 600 Metallobjekte wurden bisher gefunden.

Literatur

  • Manfred Hammes Erzähl mir vom Süden. Eine literarische Reise durch die Provence, das Languedoc und entlang der Côte d'Azur. Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2005
  • Ralf Nestmeyer: Languedoc-Roussillon. Ein Reisehandbuch. Michael Müller, Erlangen 2009. ISBN 3-89953-457-3
  • Marie-Nicolas Bouillet: Dictionnaire universel d'histoire et de géographie, Artikel Languedoc.
  • Dominique Garcia: La Celtique méditerranéenne, éditions Errance, Paris, 2004. ISBN 2877722864.

Weblinks

 Commons: Languedoc – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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См. также в других словарях:

  • Languedoc — (IPA| [lɑ̃gdɔk] in French, Lengadòc IPA| [ˌleŋgɔˈðɔ(k)] in Occitan) is a former province of France, now continued in the modern day régions of Languedoc Roussillon and Midi Pyrénées in the south of France, and whose capital city was Toulouse, now …   Wikipedia

  • LANGUEDOC — Le Languedoc est, parmi les grandes provinces françaises, une des plus marquées par l’histoire. Son nom même est tiré de la langue qu’ont parlée, pendant des siècles, ses habitants. Cette région fut successivement la Narbonnaise romaine, le comté …   Encyclopédie Universelle

  • LANGUEDOC — LANGUEDOC, former province of S.W. France, with toulouse as its capital. The presence of Jews in Languedoc is testified from at least the beginning of the sixth century, at agde . During the Middle Ages they were grouped in many prosperous… …   Encyclopedia of Judaism

  • Languedoc — (en occitano Lengadòc) es una región del sur de Francia, antiguamente llamada Gotia o región Narbonense. Forma parte de la región administrativa de Languedoc Rosellón. * * * Languedoc, canal del ► Región histórico geográfica de Francia, limitada… …   Enciclopedia Universal

  • Languedoc —   [lãg dɔk] das, historische Gebiet in Südfrankreich, umfasst die Küstenebene am Mittelmeer westlich der unteren Rhône und das südliche Zentralmassiv. Das Languedoc entspricht ungefähr der römischen Provinz Gallia Narbonensis, die um 415… …   Universal-Lexikon

  • languedoc — LANGUEDOC, m. acut. Signifie ores le pays qui est estendu despuis le Pont du S. Esprit jusques au Pont de S. Sulran lez Tolose, qu aucuns veulent rendre en Latin par Gallia Narbonensis: Mais les limites d icelle rapportez par Pomponius Mela et… …   Thresor de la langue françoyse

  • Languedoc — (spr. Langdok), sonst Provinz von Frankreich, an die Dauphiné, Provence, Foix, Auvergne, Rovergue, Quercy, Gascogne, Roussillon u. das Mittelmeer grenzend, früher auch von noch größerem Umfange (mit Guienne, Limousin, Auvergne); den Namen hatte… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Languedoc [1] — Languedoc, eine Art Marmor (s. d.) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Languedoc [2] — Languedoc (spr. langh dóck), ehemalige Provinz Südfrankreichs, umfaßte die Landschaften Lauragais, Carcassez, Rasez, Gévaudan, Velay und Vivarais, war in Ober und Nieder L. eingeteilt und hatte ein Areal von 41,500 qkm (754 QM.). Hauptstadt war… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Languedoc — (spr. lang dóck), alte Provinz in Südfrankreich [Karte: Frankreich I], 45.800 qkm, ehemal. Hauptstadt Toulouse; jetzt die Dep. Lozère, Gard, Ardèche, Aude, Hérault, Haute Garonne, Tarn et Garonne, Tarn und Teile von Haute Loire und Ar …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Languedoc — Languedoc, eine fruchtbare, an Naturschönheiten reiche Provinz des südwestl. Frankreichs, am mittelländischen Meere, und bekannt durch seine süßen Weine. Aber nicht diese allein, auch fast alle andern Südfrüchte, wie Oliven, Feigen, Granaten etc …   Damen Conversations Lexikon


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