Le Bec-Hellouin


Le Bec-Hellouin
Hauptstraße von Le Bec-Hellouin
Le Bec-Hellouin
Le Bec-Hellouin (Frankreich)
Le Bec-Hellouin
Region Haute-Normandie
Département Eure
Arrondissement Bernay
Kanton Brionne
Gemeindeverband Communauté de communes rurales du canton de Brionne.
Koordinaten 49° 14′ N, 0° 43′ O49.2316666666670.7208333333333359Koordinaten: 49° 14′ N, 0° 43′ O
Höhe 59 m (46–141 m)
Fläche 9,55 km²
Einwohner 416 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km²
Postleitzahl 27800
INSEE-Code
Website =http://www.lebechellouin.fr/

Fachwerkhäuser in Le Bec-Hellouin

Le Bec-Hellouin ist eine französische Gemeinde mit 416 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) im Département Eure in der Region Haute-Normandie. Sie gehört zum Kommunalverband Communauté de communes rurales du canton de Brionne.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Le Bec-Hellouin liegt über dem Tal der Risle am Rand des Roumois, 4,1 Kilometer nördlich von Brionne und 18 Kilometer nordöstlich von Bernay, zwischen den Nachbargemeinden Pont-Authou im Nordwesten, Authou im Süden und Malleville-sur-le-Bec im Nordosten. Der Bach Le Bec fließt durch die Gemeinde. Die Gegend um Le Bec-Hellouin ist waldreich und hügelig.

Le Bec-Hellouin ist eine der Gemeinden in Eure in denen die Gefahr eines Erdrutschs durch Marnières besteht. Die sogenannten Marnières sind alte Mergelgruben, die sich zum Beispiel nach starkem Regen öffnen können, wenn die Schuttfüllung in die Seitengänge geschwemmt wird. Im ganzen Département Eure gibt es etwa 16000 dieser Mergelgruben. Davon abgesehen besteht auch die Gefahr von Überschwemmungen durch den Bec. In der Vergangenheit war besonders die Abtei Le Bec davon betroffen.[1]

Geschichte

Siegel der Abtei Le Bec, es zeigt Maria mit dem Kinde und Herluin

Herluin war ein Ritter am Hofe von Brionne und wurde später Benediktiner. Er gründete 1039 eine Abtei in Le Bec-Hellouin. Das Dorf wurde nach ihm benannt, Hellouin ist die umgangssprachliche Form von Herluin. Im Dorf selbst wurde 1039 eine Kirche erbaut, die Saint-André geweiht ist. Die Kirche brannte im Jahre 1264 ab. Sie wurde wiederaufgebaut und im Jahre 1417 während des Hundertjährigen Krieges beschädigt. Ortschaft und Abtei wurden durch englische Truppen geplündert. In den Hugenottenkriegen wurden sie 1563 durch protestantische Truppen eingenommen.[2]

Während der Französischen Revolution (1789-1799) wurde die Abtei geschlossen. Die Mönche fingen 1791 an, die Abtei zu verlassen und viele Statuen wurden von der Abtei in die Kirche Saint-André gebracht. 1792 folgte die Grabstätte von Herluin, die erst 1959 wieder zurück in die Abtei gebracht wurde. Zwischen 1792 und 1794 wurden Glocken und wertvolle Dekorationsstücke aus der Dorfkirche entfernt und in zwei Kutschen nach Bernay gebracht. 1793 erhielt Le Bec-Hellouin (als Le Bec) den Status einer Gemeinde. Gottesdienste wurden während der Französischen Revolution verboten, was 1795 zu einem Aufstand von 150 ansässigen Frauen führte. 1801 erhielt die Gemeinde (mit der heutigen Namensschreibweise) das Recht auf kommunale Selbstverwaltung.

Im Jahre 1828 wurde der Weiler Saint-Martin-du-Parc eingemeindet, er hatte 1821 104 Einwohner. Saint-Martin-du-Parc besaß eine Kirche, die Saint-Martin geweiht war.[2]

Die Fenster der Kirche Saint-André wurden am 13. August 1944 durch ein Bombardement während des Zweiten Weltkriegs zerstört. 1959 wurden neue Fenster eingesetzt. Die Benediktinermönche kamen 1948 auf Bitten der Politiker Édouard Herriot und Pierre Mendès-France zurück.

Bevölkerungsentwicklung
1793 1806 1831 1856 1866 1896 1921 1946 1962 1968 1982 1999
710 546 745 580 727 563 438 338 465 566 470 406

Am meisten Einwohner, genannt Bexiens, hatte die Ortschaft 1831 (745), am wenigsten 1946 (338).[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Le Bec-Hellouin gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Es liegt in einer Landschaft voller Bocage (knickartiger Erdwälle) und Apfelbäume. Seine Fachwerkhäuser und beblümten Balkone sind typisch normannisch.[4]

Bauwerke

Kirche Saint-André
Hauptartikel: Abtei Le Bec

Die Abtei Le Bec ist Teil der Gemeinde. Sie ist als Monument historique (historisches Denkmal) klassifiziert. Der Eingang der Abtei ist außerdem als site classé (Kulturdenkmal) eingestuft.[5]

Der Chor der heutigen Kirche Saint-André stammt aus dem 16. Jahrhundert, Kirchenschiff und Glockenturm wurden 1781 erneuert. Die Einrichtung der Kirche stammt aus dem 13. bis 17. Jahrhundert.[2] Mehrere Statuen sind als Monument historique eingestuft. Eine steinerne Statue aus dem 16. Jahrhundert gilt heute als Statue des Heiligen Anselm von Canterbury, ursprünglich stellte sie einen heiligen Bischof dar. Eine bemalte Statue aus Terrakotta aus dem 17. Jahrhundert stellt den Erzengel Michael dar. Außer den Statuen werden heute noch verschiedene Reliefs ausgestellt, die Fragmente einer Grabstätte und zwei Hochreliefs aus dem 15. Jahrhundert. Sie sind wie die Statuen denkmalgeschützt.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur

Im 19. Jahrhundert gab es drei Getreidemühlen und eine Blanchisserie (Wäscherei, Bleiche und Heißmangel) in Le Bec-Hellouin.[2] Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Bahnhof errichtet, der von der ehemaligen Bahnlinie ÉvreuxHonfleur angefahren wurde. Die Linie wurde 1970 geschlossen[7] und auf einer Länge von 42 Kilometern in einen Radfahr- und Wanderweg umgewandelt.[8]

Ein bedeutender Erwerbszweig in Le Bec-Hellouin ist der Tourismus. Es gibt mehrere Restaurants, ein Hotel[9] und einen Campingplatz. Ein großer Teil der Bexiens arbeitet in der Landwirtschaft, vor allem in der Rinderzucht.[10] Die Mönche stellen Kerzen und Dekorationsobjekte her, die im Kloster verkauft werden.[2]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Fragment eines Grabmals aus dem 15. Jahrhundert

Literatur

Weblinks

 Commons: Le Bec-Hellouin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Liste der Gemeinden von Eure. In: eure.pref.gouv.fr. Préfecture von Eure, abgerufen am 14. August 2011 (französisch).
  2. a b c d e Daniel Delattre, Emmanuel Delattre: L’Eure, les 675 communes. Editions Delattre, Grandvilliers 2000, S. 28f. (Französisch)
  3. Le Bec-Hellouin auf cassini.ehess.fr (Französisch) Abgerufen am 5. November 2009
  4. Le Bec-Hellouin, les plus beaux villages de france (Französisch) Abgerufen am 5. November 2009
  5. Le Bec-Hellouin im Webangebot der Préfecture von Eure (Französisch) Abgerufen am 12. Mai 2010
  6. Le Bec-Hellouin. In: Base Palissy. Ministère de la culture, abgerufen am 18. Juli 2010 (französisch).
  7. Hervé Rotrou-Langrenay: Brionne et ses environs. Éditions Alan Sutton, Joué-lès-Tours 1996, ISBN 2-910444-71-6, S. 66. (Französisch)
  8. Touristische Informationen über Le Neubourg (pdf, Französisch/Englisch)
  9. Le Bec-Hellouin auf France for visitors (englisch)
  10. http://www.quid.fr/communes.html?mode=detail&id=15569&req=Le_Bec-Hellouin&style=fiche Le Bec-Hellouin auf Quid.fr (Französisch), seit dem 25. März 2010 nicht mehr abrufbar.

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