Lear Jet


Lear Jet

Learjet ist die Handelsmarke eines zweistrahligen Geschäftsreiseflugzeuges. Zur Zeit werden die Learjets von Bombardier hergestellt. Davor gab es eine ganze Reihe von Firmierungen. Ziel dieser Unternehmen war jedoch stets die Herstellung entsprechender Flugzeuge.

Geschichte

Learjet 24 der NASA
Learjet 25 am Cambridge Bay Airport (Kanada)
Learjet 60 VistaJet
Learjet 60 Windrose Air, Berlin
Learjet 60 Simulator FlightSafety Tucson, Arizona
Learjet 60 Simulator FlightSafety Tucson, Arizona

Ende der fünfziger Jahre entwickelte der Geschäftsmann William P. Lear ein zweistrahliges Geschäftsreiseflugzeug. Zur Produktion und Vermarktung seines Entwurfes gründete er in der Schweiz die Swiss American Aviation Corporation (SAAC). Lears Geschäftsreiseflugzeug sollte den Namen SAAC-23 bekommen.

Da er in den USA bessere Marktchancen für seine Entwicklung sah, verlegte Lear den Unternehmenssitz 1962 nach Wichita, Kansas. Dort begann im Februar der Zusammenbau des nun Learjet genannten Flugzeuges, der Learjet No. 1. Der Flügel stammte vom geplanten schweizerischen Kampfflugzeug FFA P-16.

Im April 1963 entsteht aus der SAAC die Lear Jet Corporation, die den ersten Prototyp am 7. Oktober 1963 zu seinem erfolgreichen Erstflug führt. Gut ein Jahr später, am 13. Oktober 1964, wird die erste Serienmaschine ausgeliefert, ein Learjet 23. Die Maschine findet guten Kundenanklang und so wird sie weiterentwickelt. 1966 entsteht das Modell Learjet 24. Dieses Modell wird unter den Bedingungen einer Verkehrsmaschine zugelassen, ein Novum für ein Geschäftsreiseflugzeug. In diesem Jahr findet auch der Erstflug des Modells Learjet 25 statt. Am 19. September 1966 wird die Firma in Lear Jet Industries Inc. geändert, nachdem bereits gut 100 Maschinen ausgeliefert wurden.

Die Gates Rubber Company steigt 1967 in die Lear Jet Industries Inc. ein, um die Maschine weltweit zu vermarkten. Es wird dafür die Gates Aviation gegründet. Der Markterfolg der Maschine ist weiter sehr gut; am 27. November 1968 wird bereits die 200. Maschine ausgeliefert.

William P. Lear verlässt 1969 das Unternehmen. Dafür verschmelzen Lear Jet Industries Inc. mit der Gates Aviation, um gemeinsam die neue Gesellschaft Gates Learjet zu gründen.

Das Modell 25 wird 1972 mit den Garrett AiResearch TFE731-2 Turbinen ausgerüstet. Dabei handelt es sich um ein Turbofan-Triebwerk, das wesentlich leiser und sparsamer ist als die bisher eingesetzten Triebwerke. Ebenfalls in diesem Jahr erhält Learjet als erster Hersteller von Geschäftsreisejets die Zulassung, von unbefestigten Pisten starten zu dürfen.

Das neue Modell Learjet 35 startet am 22. August 1973 zu seinem Erstflug. Im Jahr darauf erhält dieser Typ und der Learjet 36 die Zulassung.

1975 wird der 500. Learjet ausgeliefert.

Die neuen Modelle der Learjet 24/25 Serie erhalten 1977 die Zulassung, um in der bis dahin für ein Verkehrsflugzeug unerreichten Höhe von 15545 m zu operieren. Am 24. August desselben Jahres erfolgt der Erstflug des Modells Learjet 28.

Am 14. Mai 1978 stirbt William P. Lear.

1979 erfolgt die Zulassung der Typen Learjet 28/29. Am 19. April startet der Prototyp der komplett neuen Serie Learjet 54/55/56 zu seinem Erstflug. 1980 wird der 1000. Learjet ausgeliefert. In den folgenden Jahren werden viele Detailverbesserungen der bestehenden Typen ausgeführt. Es entstehen Versionen mit vergrößerter Reichweite. 1983 bestellt das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten 80 Maschinen vom Typ Learjet 35. Es wird eine Raumfahrtabteilung gegründet, die später auch den Zuschlag erhält, Komponenten für die Feststoffbooster des Space Shuttles zu produzieren. Im Herbst 1984 wird die Produktion von Flugzeugen vorübergehend gestoppt, bis die zu großen Lagerbestände abgebaut sind. Im Jahre 1986 werden neue Produktionsstätten in Tucson, Arizona, bezogen und die Unternehmensleitung dorthin verlegt. Anschließend wird die Flugzeugproduktion wieder hochgefahren.

In Tucson, Arizona, betreibt das Unternehmen FlightSafety International ein Simulatorzentrum für die Ausbildung von Learjet- und Challenger Piloten mit 10 sogenannten Fullflightsimulatoren. Die Ausbildung für neue Piloten, sogenannte Initialkurse, dauert 15 Tage und beinhaltet neben der „Ground School“ 9 Simulatorsessions mit anschließendem Prüfungsflug. Es werden dabei alle erdenklichen Notsituationen geübt. Damit ein Pilot seinen Eintrag in die Pilotenlizenz erhält, müssen noch 10 Starts und Landungen im realen Flugzeug absolviert werden. Erst dann darf der Pilot das Flugzeugmuster auch fliegen. Voraussetzung dieser Ausbildung ist eine gültige Commercial Pilot License (CPL).

Im Herbst 1987 übernimmt die Integrated Acquisition, Inc. die Kontrolle über die Gates Learjet Corporation, kurz darauf wird die Firma in Learjet Corporation geändert.

Am 29. Juni 1990 übernimmt Bombardier die Learjet Corporation. Der Learjet steht auch bei Bombardier unter ständiger Weiterentwicklung.

Die aktuelle Ausbaustufe, der Learjet 60 XR, hatte ihren Erstflug am 3. April 2006. Die FAA-Zertifizierung wird für das 4. Quartal 2006 erwartet, die erste Indienststellung für das 1. Quartal 2007.

Am 16. Juni 2006 wurden die Modelle 45 und 60 beide zum jeweils 300. mal verkauft. Der 300. Learjet 45 ging in die Vereinigten Staaten, der 300. Learjet 60 nach Finnland.

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