Leica R3


Leica R3

Leica R ist eine Spiegelreflexkamera der Leica Camera AG mit Hauptsitz in Solms, Deutschland.

Um den wachsenden Markt der Spiegelreflexkameras nicht aufgeben zu müssen, ging Leitz Anfang der siebziger Jahre eine Kooperation mit Minolta ein, durch die Leitz Zugriff auf moderne Technik wie etwa Zeitautomatik erlangte. Dies führte 1976 zur Vorstellung der Leica R3. Leitz versäumte jedoch die Entwicklung des Autofokus, so dass die Firma erneut technisch ins Hintertreffen geriet. Seit den späten Neunziger Jahren entwickelt die heutige Leica Camera AG wieder selbstständig Spiegelreflexkameras. Anfang März 2009 wurde die Produktion von Kameras und Objektiven des Leica R-Systems eingestellt.

Inhaltsverzeichnis

Leica R3 (1976–1979)

Leica R3 Safari

Mit der Leica R3 erfolgte ein Bruch mit der bisherigen Leicaflex-Familie. Auch der Name wurde geändert, doch zeigt die Bezeichnung R3 noch eine gewisse Kontinuität, was sich auch am unveränderten Bajonett bestätigt. Sie war die erste SLR-Leica, die aus der Kooperation mit Minolta entstanden ist. Der Verschluss wurde durch einen modernen, elektronisch gesteuerten Metalllamellenverschluss ersetzt. Im Gegensatz zur Minolta XE-1, auf der sie technisch basiert, bot die R3 neben der Integralmessung für die Belichtung auch eine Spotmessung sowie optional einen Motorantrieb.

Der wesentliche Fortschritt gegenüber der Leicaflex liegt in der Zeitautomatik und den elektronisch gebildeten Zeiten (1/100 als mechanische Zeit). Nach ca. 2000 Einheiten wurde die Produktion von Wetzlar nach Portugal verlagert, wo bis heute Leica-Produkte gefertigt werden. Insgesamt wurden ca. 70.000 R3 gebaut, davon knapp die Hälfte mit Motoranschluss. Die meisten Kameras wurden in schwarzer Verchromung geliefert, jedoch existieren einige hundert Exemplare in silberner Verchromung sowie 5000 Exemplare mit olivgrüner Lackierung als „Safari“-Version.

Um die elektronischen Automatikfunktionen zu ermöglichen, mussten trotz gleich gebliebenem Bajonett die bisherigen vollmechanischen Leicaflex-Steuerkurven gegen eine neue R-Steuertreppe an Kamera- und Objektivbajonett getauscht werden. Es lassen sich somit an der R3 und allen nachfolgenden R-Modellen nur noch Objektive mit der entsprechenden Steuertreppe oder der Bezeichnung 3-CAM (kombinierte Objektive für Leicaflex und R-System) ohne Einschränkungen (u.a. nur Arbeitsblendenmessung bei alten 2-CAM-Objektiven) verwenden.

Die Version Leica R3 MOT mit Motor war jedoch nicht unbedingt die zuverlässigste Kamera der R3-Reihe.

Leica R4 (1980–1986)

Die Leica R4 entstand ebenfalls in Kooperation mit Minolta, als Vorbild diente das Modell XD-7 dieses Herstellers. Wie auch die Minolta-Version besaß die R4 Zeit- und Blendenautomatik und war mit der damals innovativen Programmautomatik der erste Multiautomat im Leitz-Sortiment. Gegenüber der noch klassisch-kantig gestalteten R3 wurde das Gehäuse stark verändert und gefiel mit seiner modernen runden Formensprache, welche bis zur R7 nahezu unverändert blieb. Die R4 war serienmäßig auf Motorbetrieb ausgelegt, so dass die Mot-Variante entfiel. Ferner besaß sie einen anschlagfreien, per sog. Kurbelschwinggetriebe betätigten Rückschwingspiegel, welcher ein sehr erschütterungsarmes Auslösen ermöglichte und weshalb auf eine sonst notwendige Spiegelvorauslösung verzichtet wurde.

Die exakte Bezeichnung dieser Spiegelreflexkamera lautete Anfangs noch Leica R4 MOT electronic, was aber schon 1981 in das geläufigere Leica R4 abgekürzt wurde, entsprechend änderten sich auch die Gehäusegravuren. Genaue Produktionszahlen der R4 sind nicht bekannt, doch dürfte die Gesamtproduktion im Bereich von etwas über 100.000 Einheiten liegen, von denen etwa 10.000 hell und der Rest schwarz verchromt wurden. 1984 legte Leitz eine auf 1000 Exemplare limitierte, samt Summicron 2.0/50mm-Objektiv komplett vergoldete Sonderedition der Leica R4 für Sammler auf.

Leica R4s (1983–1988)

Leica R4s

Als vereinfachte und preisgünstigere Version der R4 wurde ab 1983 die R4s angeboten, die nur in schwarz erhältlich war. Bei ihr entfielen die Blenden- und die Programmautomatik. Ansonsten war sie mit der R4 völlig identisch. Ab 1985 wurde sie leicht modifiziert und als R4s Mod. 2/Mod. P angeboten. Die Gesamtproduktion liegt bei etwa 25.000 Einheiten.

Leica R5 (1986–1991)

Abgelöst wurde die R4 von der R5, die im weitgehend gleichen Gehäuse zusätzlich eine TTL-Blitzsteuerung bot. Ferner wurde der Verschlusszeitenbereich auf 1/2000sek (gegenüber 1/1000sek der R4) erweitert und der Sucher durch veränderte Dateneinspiegelung und fest eingebauter Dioptrienkorrektur etwas verbessert. Weiterhin wurden alle R-Leicas ab der R5 mit verbesserten Abdichtungen der Bedienelemente gegen das Eindringen von Staub versehen. Die Produktionszahlen der R5 sind nicht verfügbar, dürften nach den Seriennummern aber um die 50.000 Exemplare betragen haben.

Leica R-E (1990–1994)

Entsprechend der R4s wurde auch von der R5 eine vereinfachte Version angeboten. Auch bei ihr entfielen die Blenden- und die Programmautomatik. Alle anderen Funktionen entsprechen genau denen der R5.

1992 war Leica offizieller Kameraausstatter der deutschen Olympiamannschaft, weshalb einige R-Es zusammen mit dem Vario-Elmar 3.5-4.5/28-70mm mit dem Logo "Barcelona '92" auch in den freien Handel ausgeliefert wurden.

Leica R6 (1988–1992); Leica R6.2 (1992–2002)

Zwei Jahre nach der R5 wurde mit der R6 erneut eine völlig neue Kamera vorgestellt. Äußerlich entspricht sie zwar weitgehend der R5, doch wurde mit der R6 eine rein mechanische Kamera konstruiert, die nur zur Belichtungsmessung auf Batteriestrom angewiesen ist. Damit entfielen sämtliche Automatiken, was die Kamera zu einem Spezialwerkzeug für professionelle Fotografen machte. Die R6.2 stellt eine Verbesserung der R6 in einigen Details dar, wie z. B. die Erweiterung des Verschlusszeitenbereiches auf 1/2000 s.

Leica R7 (1992–1997)

Mit erweiterten und verbesserten Blitzfunktionen, einem helleren Sucher mit geänderten Anzeigen, Implementierung der Spiegelvorauslösung über einen Drahtauslöser, einem etwas höheren Bodendeckel (zur Unterbringung der Elektronik), einer Mikroprozessorsteuerung sowie einem quarzgesteuerten Verschluss entspricht sie einer direkten Weiterentwicklung gegenüber der R5.

Leica R8 (1996–2002)

Mit der Leica R8 stellte die Leica Camera AG ein völlig neues Gehäuse vor, das wegen seiner gewagten Formgebung und seines hohen Gewichtes bisweilen heftig kritisiert wurde. Dennoch erfreute sich die Kamera großer Beliebtheit und wurde insbesondere für die intuitive Bedienbarkeit geschätzt. Die Leica R8 bietet einen erheblich erweiterten Verschlusszeitenbereich sowie erstmals eine Mehrfeldmessung. Wie die Nachfolgerin R9 kann auch die R8 mit einem digitalen Rückteil, dem Digital-Modul-R, zu einer digitalen Spiegelreflex-Kamera ausgebaut werden.

Da die R8 wie auch die spätere R9 zusätzlich zur R-Steuertreppe eine elektronische Blendenübertragung per sog. ROM-Kontaktleiste besitzt, können an ihr keine Leicaflex-Objektive mehr verwendet werden, da sich deren Steuerkurven an der gleichen Position wie die ROM-Leiste befinden.

Leica R9 (seit 2002)

Leica R9

Die R9 ist das aktuelle Modell der Leica-Spiegelreflexkameras und ist eine in Details verbesserte R8, wobei insbesondere die HSS-Blitzsteuerung und die ausgewogenere Gewichtsverteilung hervorzuheben ist. Auch steht nun ein Digitalmodul zur Verfügung, welches diese Kamera (wie auch die ältere R8) zu einer hochwertigen Digitalkamera macht – und zudem die Möglichkeit belässt, bei Bedarf wieder einen Kleinbildfilm zu verwenden.

Leica R Objektive

Folgende Objektive für das R-System befinden sich derzeit im Leica-Angebot:

Ernst Leitz Canada Elmarit R19/2.8
  • 16 mm: f2.8 Fisheye-Elmarit-R
  • 19 mm: f2.8 Elmarit-R
  • 24 mm: f2.8 Elmarit-R
  • 28 mm: f2.8 Elmarit-R, f2.8 PC-Super-Angulon-R
  • 35 mm: f1.4 Summilux-R f2 Summicron-R
  • 50 mm: f1.4 Summilux-R, f2 Summicron-R
  • 60 mm: f2.8 Macro-Elmarit-R
  • 80 mm: f1.4 Summilux-R
  • 90 mm: f2 Summicron-R f2.8 Elmarit-R
  • 100 mm: f2.8 APO-Macro-Elmarit-R
  • 180 mm: f2 APO Summicron-R, f2.8 APO-Elmarit-R
  • 280 mm: f4 APO Telyt-R, f2.8 APO-Telyt-R Module
  • 400 mm: f2.8 APO-Telyt-R Module, f4 APO-Telyt-R Module
  • 560 mm: f4 APO-Telyt-R Module, f5.6 APO-Telyt-R Module
  • 800 mm: f5.6 APO-Telyt-R Module
  • 28-70: f3.5-4.5 Vario-Elmar-R
  • 35-70: f2.8 Vario-Elmar-R
  • 70-180: f2.8 Vario-APO-Elmarit-R
  • 80-200: f4 Vario-Elmar-R

Weblinks

Literatur

  • Henninges, Heiner: Leica R4/R5/R6/R7 - Kameras von gestern für Anwender von heute. Edition Laterna Magica, Verlag Georg D. W. Callwey GmbH & Co., 2000

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