Lennestadt

Lennestadt
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lennestadt
Lennestadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lennestadt hervorgehoben
51.1236111111118.0680555555556280
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Olpe
Höhe: 280 m ü. NN
Fläche: 135,14 km²
Einwohner:

27.155 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57368
Vorwahlen: 02721, 02723, 02972 u. 02725
Kfz-Kennzeichen: OE
Gemeindeschlüssel: 05 9 66 020
Stadtgliederung: 43 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Thomas-Morus-Platz 1
57368 Lennestadt
Webpräsenz: www.lennestadt.de
Bürgermeister: Stefan Hundt (CDU)
Lage der Stadt Lennestadt im Kreis Olpe
Rheinland-Pfalz Hochsauerlandkreis Kreis Siegen-Wittgenstein Märkischer Kreis Oberbergischer Kreis Attendorn Drolshagen Finnentrop Kirchhundem Lennestadt Olpe Wenden (Sauerland)Karte
Über dieses Bild

Lennestadt ist zum 1. Juli 1969 als Ergebnis der Kommunalreform entstanden. Die insgesamt 43 Ortsteile umfassende Stadt liegt im Sauerland im Südosten Nordrhein-Westfalens und ist eine mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Olpe. Sie ist die bevölkerungsreichste Gemeinde dieses Kreises.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lennestadt liegt an der Nahtstelle der Naturparks Ebbegebirge im Westen, Homert und Rothaargebirge im Osten und wird vom Ruhr-Zufluss Lenne durchflossen. Neben der Hundem, die im Stadtteil Altenhundem in die Lenne einmündet, fließt dieser auch noch die Veischede zu.

Lennestadt liegt 51° 03′ bis 51° 12′ nördlicher Breite und 7° 58′ bis 8° 15′ östlicher Länge. Der höchste Punkt liegt 756 Meter (Härdler bei Milchenbach), der niedrigste 239 Meter (Lenne bei Borghausen) über dem Meeresspiegel.

Nachbargemeinden

Lennestadt grenzt im Norden an die Gemeinden Eslohe (Hochsauerlandkreis) und Finnentrop, im Osten an Schmallenberg (Hochsauerlandkreis) und Bad Berleburg (Kreis Siegen-Wittgenstein), im Süden an Kirchhundem, und im Westen an die Städte Attendorn und Olpe.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Lennestadt - Nutzung Stadtgebiet.png

Das Stadtgebiet von Lennestadt bedeckt eine Fläche von 135,14 km² (Stand: 31. Dezember 2009).[2] Die größte Ausdehnung in Nordost-Südwestrichtung beträgt etwa 19 km, in Ostwestrichtung etwa 20 km.

Das 135 km² große Stadtgebiet von Lennestadt verteilt sich auf 65,8 % Waldfläche, 19,95 % Landwirtschaftsfläche, 5,82 % Verkehrsfläche, 6,46 % Gebäude- und Betriebsfläche, 0,67 % Sport- und Freizeitfläche und 1,30 % übrige Nutzfläche.Auffällig ist der hohe Anteil der Waldfläche im Gebiet der Stadt Lennestadt.

Geologie

Das Sauerland und damit auch das Gebiet der heutigen Stadt Lennestadt ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Das meiste Gestein entstand vor rd. 400 Mio. Jahren während des Devons. Weil das ganze Gebiet in dieser Ära ein seichtes Meer war, sind Schiefer, Sandstein, Grauwacken und Kalkstein die häufigsten Gesteine. Daneben kommen im östlichen Sauerland vulkanische Gesteine des Devons vor, und an manchen Stellen entstanden am Meeresgrund Erze, wie sie etwa in Meggen und Halberbracht abgebaut wurden. Im Erdzeitalter des Karbon (vor etwa 359,2 bis 299,0 Mio. Jahren) haben die gebirgsbildenden Kräfte die ehemals waagrechten Gesteinsschichten in Falten gelegt. Die Hügel des Sauerlandes entstanden schließlich durch die Hebung des Rheinischen Schiefergebirges vor allem im Quartär, dem jüngsten Zeitalter der Erdgeschichte (vor ca. 2,6 Mio. Jahren bis zur Jetztzeit). Die Entwässerung der entstandenen Landschaftsfläche grub sich in das Gebirge ein, (s. auch Artikel Sauerland). Beispielhaft gilt dies für die durch das Gebiet von Lennestadt führende Lenne, an deren Flussbett sich Hochebenen bildeten.

Zahlreiche Höhlen konnten sich im Massenkalk des Oberen Mitteldevon bilden, so auch im Gebiet der Ortsteile Sporke und Hespecke. Dort befasst man sich derzeit mit der Renaturierung der „Monarchen-Höhle“[3]

Stadtgliederung

Die Gliederung des Stadtgebietes ist geprägt durch die zum 1. Juli 1969 in Kraft getretene Kommunalreform. Zu Lennestadt gehören gehören 43 einzelne Orte der bis dahin selbständigen Gemeinden Elspe, Grevenbrück, Kirchveischede, Oedingen, Saalhausen sowie Teile der Gemeinde Kirchhundem.

Die Neugliederung war insbesondere notwendig geworden, weil die Strukturen einzelner Gemeinden nicht mehr mit dem starken Wachstum der Wirtschaft bzw. der Unternehmen in Einklang zu bringen waren. Auch hatten Besiedlungen dazu geführt, dass einige Orte bereits nahe beieinander lagen.[4] In schwierigen politischen Prozessen wurde Altenhundem zum Zentralort und Schwerpunkt der städtebaulichen Entwicklungsplanung bestimmt.[5]

Im Nachhinein haben sich die getroffenen Entscheidungen als zweckmäßig erwiesen. Trotz der notwendigen Zentralisierung von Verwaltungseinrichtungen haben die alten Orte ihre Eigenständigkeit bewahren können, wozu besondere Ortsentwicklungspläne beitrugen.

Zum Stadtgebiet Lennestadt gehören folgende Ortschaften:

Klima

Das Gebiet der Stadt Lennestadt liegt in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen erreichen im Juli/August etwa 18 °C; die niedrigsten Temperaturen belaufen sich in den Monaten Januar und Februar auf durchschnittlich −4 °C. Weitere Monats- und Jahresdurchschnittswerte können ebenfalls der Tabelle entnommen werden:

Klima Lennestadt (280 m) monatliche Durchschnittswerte
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) -1,0 0,0 3,0 8,0 13,0 15,0 18,0 18,0 14,0 9,0 3,0 -1,0 Ø 8,3
Min. Temperatur (°C) -4,0 -4,0 -1,0 1,0 5,0 8,0 10,0 11,0 8,0 4,0 0,0 -4,0 Ø 2,8
Niederschlag (mm) 100 78 81 60 55 64 81 64 78 75 91 100 Σ 927
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
-1,0
-4,0
0,0
-4,0
3,0
-1,0
8,0
1,0
13,0
5,0
15,0
8,0
18,0
10,0
18,0
11,0
14,0
8,0
9,0
4,0
3,0
0,0
-1,0
-4,0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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100 78 81 60 55 64 81 64 78 75 91 100
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [6]

An einzelnen Tagen werden im Hochsommer Temperaturen von knapp über 30 °C gemessen, während im Winter die Temperaturen gelegentlich bis etwa −20 °C sinken können.

Geschichte

Allgemeine Geschichtsdaten

Erste Spuren einer Besiedlung des heutigen Stadtgebietes reichen bis in die Frühlatène-Zeit zurück. Die Orte Elspe und Oedingen wurden erstmals im Jahre 1000 in einer Urkunde erwähnt, die Kaiser Otto III. ausstellen ließ. Sie sind daher die ältesten Orte im Kreis Olpe.

Die geschichtlichen Ereignisse in den folgenden Jahrhunderten im heutigen Stadtgebiet von Lennestadt stehen sehr stark in Beziehung zu dem Ort Bilstein und der Burg Bilstein.[7]

Im 12. Jahrhundert wurde die Burg Förde (auch als Peperburg bezeichnet) Sitz der Edelherren von Gevore. Sie waren Inhaber der Grafengewalt im Gebiet des heutigen Südsauerlandes. Zwischen 1220 und 1225 verlagerten die Herren von Gevore ihren Sitz auf die über dem Veischedetal errichtete Burg Bilstein. Sie nannten sich fortan Edelherren von Bilstein.

1365 ging nach dem Tod des letzten (kinderlosen) Edelherren von Bilstein die Herrschaft auf den Grafen von der Mark über.

1445 wurde die Burg durch den Erzbischof von Köln erobert und an das Herzogtum Westfalen angegliedert, das bis zur Auflösung der geistlichen Staaten in den Jahren 1802/03 zum Kurfürstentum Köln gehörte.

Nach einer kurzen Zugehörigkeit zu Hessen-Darmstadt wurde Bilstein 1817 Sitz des neu geschaffenen Kreises Bilstein. Schon im Jahr 1819 ging der Kreissitz aber aufgrund der geographischen Vorteile an Olpe.

1843/44 wurden im Kreis Olpe sechs Ämter gebildet. Zum Amt Bilstein gehörten die Gemeinden Kirchveischede, Rahrbach, Förde und Elspe.

In wirtschaftlicher Hinsicht war die Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke im Sauerland der sog. Ruhr-Sieg-Strecke von Hagen über Altenhundem nach Siegen im Jahre 1861 von besonderer Bedeutung. Der dadurch in Gang gekommene Strukturwandel hat dazu geführt, dass das eisen-, stahl- und metallverarbeitende Gewerbe sich im heutigen Gebiet der Stadt Lennestadt etablieren konnte und neben dem Maschinenbau auch heute noch vielen Menschen einen Arbeitsplatz bieten kann. Auch der Bergbau im Raum Meggen–Halberbracht, wo bis 1992 Schwefelkies gefördert wurde, profitierte von der Bahnlinie.

Zeit des Nationalsozialismus

Die schlechten Zeiten gegen Ende der Weimarer Republik führten zur Radikalisierung der linken und rechten Parteien in Deutschland. Bemerkenswert ist, dass die Wahlerfolge der Nationalsozialisten bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 im katholisch geprägten Kreis Olpe mit einem Anteil von 14,3% vergleichsweise niedrig waren. Weitaus stärkste Kraft blieb die Zentrumspartei (Stimmenanteil 69,1%), siehe auch Beitrag Sauerland (Unterabschnitt: Die Region im Nationalsozialismus)

Nach der Machtergreifung Ende Januar 1933 hielt die NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) zunächst ihre Versprechen. Die Arbeitslosigkeit sank, verschuldete Landwirte konnten Entschuldungsverfahren beantragen, junge Familien erhielten günstige Ehestandsdarlehen u. a.

Schon bald aber nahmen die Nationalsozialisten massiv Einfluss auf das öffentliche Leben. Im Rahmen von Gleichschaltungsmaßnahmen wurde im Jahr 1934 ein Parteigenosse aus Altenhundem zum Leiter der Kreisbeamtenschaft berufen. Im gleichen Jahr wurden zwei angesehene Angehörige des Zentrums, nämlich der Landrat Wening und der Arbeitsamtsdirektor Schrage abgelöst und durch Parteimitglieder ersetzt. Die Geschäftsstelle des Volksvereins für das katholische Deutschland und des Volksverlag GmbH in Altenhundem wurde geschlossen. Damit war das wichtigste lokale Instrument katholischer Arbeiter- und Volksbildung nicht mehr funktionsfähig.[8]

Am Beispiel des zu Lennestadt gehörenden Ortes Oedingen sei kurz dargestellt, wie stark die Nationalsozialisten das öffentliche Leben „vor Ort“ bestimmten. Zunächst gingen sie daran, den Einfluss katholischer Vereine einzuschränken, katholische Schulen in staatliche Einrichtungen umzuwandeln und das kirchliche Leben schlechthin aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Die Oedinger Pfarrchronik vermerkt unter dem 1. Juli 1933, dass man den Pfarrämtern das Telefon gesperrt habe. Vier Funktionäre in Uniform erklärten den Jungmännerverein, die Deutsche Jugendkraft und den Volksverein für aufgelöst. Im Jahr 1934 wurde die Kirchengemeinde verpflichtet, das Jugendheim an Hitlerjugend und den Bund Deutscher Mädel zu verpachten. Gegen den Willen der Oedinger wurde die katholische Bekenntnisschule zum 1. April 1943 aufgelöst und die staatliche Gemeinschaftsschule eingeführt. Im Jahr 1938 durften am Fronleichnamstage die kirchlichen Farben beim Schmücken nicht mehr verwendet und keine Fahnen und Wimpel mehr präsentiert werden. Als besonders bedrückend und als Zeichen des Kampfes gegen das Christentum wurde von den Oedingern die mit April 1942 einsetzende Beschlagnahme der meisten Kirchenglocken empfunden. Unter dem Vorwand der Kriegsereignisse schafften die Nationalsozialisten auch die jeweils donnerstags begangenen Festtage Himmelfahrt und Fronleichnam ab und zwang die Kirchen, die Feiertage jeweils am folgenden Sonntag zu begehen. Dabei durfte die Fronleichnamsprozession jeweils nur im Bereich des Friedhofes stattfinden.[9]

Obwohl die katholischen Festtage Heilige Drei Könige und Mariä Empfängnis offizielle Feiertage waren, ordneten die Machthaber für diese Tage die Schulpflicht der Kinder an. Dem widersetzten sich viele Oedinger Eltern. Am 6. Januar 1939 (Heilige Drei Könige) fehlten 60 Schüler, ein Jahr später am 6. Januar 1940 waren es sogar 119 Schulkinder. Bestrafungen der Eltern erfolgten nicht, bzw. es wurden Strafverfügungen zurückgenommen. Dies zeigt, dass man sich Anordnungen durchaus widersetzen konnte, wenn nur eine große Gruppe zusammen hielt.[10]

Was vorstehend für den Ort Oedingen berichtet wurde, ereignete sich im Prinzip auch in anderen Ortschaften des heutigen Stadtgebiets von Lennestadt.

Insgesamt 16 Mordopfer der nationalsozialistischen Diktatur sind in den Ortsteilen Altenhundem, Elspe, Grevenbrück, Bilstein und Altenvalbert zu beklagen (näheres siehe weiter unten Abschnitt „Stolpersteine“). Nach einer Dokumentation im Rahmen der Werkausstellung „Schatten des Krieges – Kriegserfahrungen der Menschen in den Lennestädter Dörfern 1939–1945“ (Museum der Stadt Lennestadt) fanden im Gebiet der heutigen Stadt Lennestadt 1.399 Kriegshandlungen statt, die Anzahl der getöteten Soldaten betrug 981.

Zwangsarbeiter aus osteuropäischen Staaten wurden insbesondere im Bergbau der Firma Sachtleben AG eingesetzt. Wie viele dieser Menschen an Unterernährung und Entkräftung starben ist im Einzelnen nicht bekannt.

Gräber von Zwangsarbeitern befanden sich in Kirchveischede (13 Einzelgräber, 1 Massengrab), Elspe (48 Einzelgräber, 2 Massengräber) und Grevenbrück (109 Einzelgräber). Auf dem Friedhof des „Ostarbeiter-Lagers“ in Maumke liegen 98 Zwangsarbeiter russischer Herkunft.

Für die Zeit zwischen 1939 und 1945 sind für den Bereich der heutigen Stadt Lennestadt mehrere Zwangsarbeiter-Läger belegt: Altenhundem (Firma Tobüren 100 Personen, Bahnbetriebswerk 150 Personen), Elspe (Schützenhalle 70 Personen), Halberbracht (2 Lager der Firma Sachtleben AG 140 Personen), Meggen (Firma Sachtleben AG 1.300 Personen, Lager Eickert 250 Personen), Maumke (Firma Sachtleben AG 1.200 Personen), Grevenbrück (Schützenhalle 260 Personen) und Langenei (Fabrik Carlshütte 50 Personen). In der vorerwähnten Ausstellung werden Briefe an die Stadt Lennestadt aus den Jahren 2000 und 2001 von noch lebenden Zwangsarbeitern gezeigt, die für Entschädigungszwecke Bescheinigungen über ihren damaligen Zwangseinsatz erbeten.

Die umfangreiche Studie von Arnold Klein lässt erkennen, dass weite Teile der Bevölkerung den lokalen Nationalsozialisten, zumindest in der alltäglichen Öffentlichkeit, Jahr für Jahr mehr das Handlungskonzept überließen oder überlassen mussten. Andererseits zeigte sich, dass der nationalsozialistische Versuch, die Bindungskräfte in der katholischen Familie oder Schule, das katholische Vereinswesen und die Bildungsarbeit auf dem Lande zu vereinnahmen, naturgemäß großen Umsetzungsarbeiten unterlag.[11]

Eingemeindungen

Die Stadt Lennestadt wurde am 1. Juli 1969 als Rechtsnachfolgerin des Amtes Bilstein gegründet. Sie besteht aus 43 einzelnen Orten der bis dahin selbständigen Gemeinden Elspe, Grevenbrück, Kirchveische, Oedingen (Landkreis Meschede) und Saalhausen sowie Teilen der Gemeinden Helden und Kirchhundem.[12] Am 1. Januar 1975 wurde Milchenbach nach Lennestadt eingemeindet. Vorher hatte es zur Gemeinde Lenne gehört.[13]

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen

Einwohnerentwicklung Stadt Lennestadt 2000–2010

Nach den amtlichen Statistiken verminderte sich demnach die Anzahl der Einwohner von Lennestadt in den letzten 10 Jahren um 911 auf 27.115[14], das entspricht einer Minderung von 3,25%. Der Trend rückläufiger Bevölkerungszahlen ist in vielen Städten im Sauerland zu beobachten.[15]

Das Gewicht der höheren Altersgruppen nimmt auch in Lennestadt in der Tendenz zu. Die Zahl der Einwohner mit einem Alter von 65 und mehr Jahren beläuft sich Ende 2009 auf 5181 (das sind 19,0 % der Einwohner insgesamt, Landesdurchschnitt NRW = 20,4 %).[16]

Struktur der Ortsbewohner

Nach den von der Stadt Lennestadt zur Verfügung gestellten Daten beträgt die Einwohnerzahl zum 30. Juni 2011 27.643 und ist damit weiter leicht rückläufig. Die Verteilung auf die einzelnen Ortsteile zeigt folgendes Bild:

30.06.2011 Einwohner Differenz Ausländer in % 30.06.2011 Einwohner Differenz Ausländer in %
Orte gesamt Vorj. 30.06.     Orte gesamt Vorj. 30.06.    
Altenhundem 4620 20 365 7,90% Melbecke 96 -4 0 0,00%
Grevenbrück 3791 -14 262 6,91% Brenschede 74 1 7 9,46%
Meggen 3039 -9 366 12,04% Germaniahütte 53 1 2 3,77%
Elspe 3005 16 126 4,19% Obervalbert 50 0 1 2,00%
Maumke 2199 -47 237 10,78% Oedingerberg 48 0 0 0,00%
Saalhausen 1922 5 53 2,76% Oedingermühle 45 0 1 2,22%
Oedingen 1192 6 39 3,27% Hespecke 35 -4 0 0,00%
Bilstein 1151 -33 26 2,26% Bruchhausen 32 0 2 6,25%
Halberbracht 1079 -4 30 2,78% Störmecke 31 0 0 0,00%
Kirchveischede 997 -16 34 3,41% Hachen 21 -1 0 0,00%
Langenei 835 -19 35 4,19% Schmellenberg 17 0 0 0,00%
Oberelspe 833 -4 11 1,32% Bonzellerhammer 17 -1 1 5,88%
Kickenbach 567 12 20 3,53% Weißenstein 14 0 0 0,00%
Bonzel 427 -4 25 5,85% Neukamp 12 0 2 16,67%
Trockenbrück 293 -1 21 7,17% Ernestus 12 0 0 0,00%
Theten 239 3 22 9,21% Haus Valbert 10 0 0 0,00%
Milchenbach 233 -5 1 0,43% Stöppel 9 0 0 0,00%
Sporke 204 13 5 2,45% Haus Hilmecke 7 0 0 0,00%
Gleierbrück 192 7 18 9,38% Einsiedelei 5 0 0 0,00%
Altenvalbert 117 1 1 0,85% Elsperhusen 4 0 0 0,00%
Burbecke 113 4 2 1,77% Elsmecke 3 0 0 0,00%

Der vergleichsweise hohe Ausländeranteil in den Orten Meggen (= 12,0 %) und Maumke (= 10,8 %) beruht auf dem früheren Erzbergbau in den Gruben der Firma Sachtleben und dem damit verbundenen Zuwachs an Gastarbeitern.

Zur Altersstruktur der Einwohner stehen die noch zeitnahen Zahlen zum 30. Juni 2010 zur Verfügung. Auffällig sind die höheren Anteile der über 65-Jährigen in den Orten Bilstein (= 21,2%), Langenei (= 21,8%) und Gleierbrück (= 21,1%) mit jeweils deutlich über 20 % (Durchschnitt Stadt Lennestadt: 18,2%). Die Orte Melbecke und Altenvalbert weisen mit 33,0 % bzw. 25,9 % hohe Anteile der jüngeren Einwohner bis 18 Jahre auf (Durchschnitt Stadt Lennestadt: 19,2%).

Religionen

Anteile der Konfessionen

Lennestadt-Konfessionen 2010.png
St. Bartholomäus Meggen
Kapelle St. Johannes Baptist Oedingerberg
Evangelische Kirche in Altenhundem

Für das Gebiet der Stadt ergibt sich für das Jahr 2010 folgende Verteilung der Konfessionen:[17]

Von den rd. 27.700 Einwohnern (Stand Ende Juni 2010) bekennt sich ein deutlich überwiegender Anteil von 73,7 % zum katholischen Glauben, 10,5 % gehören der Evangelischen Kirche an.

Von den sonstigen Bekenntnissen (11,4 %) entfallen rd. 3 % auf Muslime.[18]

Ein Anteil von 4,4 % der Einwohner bekennt sich zu keiner Religionsgemeinschaft.

Katholische Kirche

Für eine Zeit von etwa 350 Jahren, nämlich 1445 bis 1802/03 (Auflösung geistlicher Staaten) gehörte das heutige Stadtgebiet zu einem Territorium, das sowohl kirchlich wie auch weltlich der Herrschaft der Erzbischöfe von Köln unterstand. Ab 1821/23 gehört das Gebiet von Lennestadt zum Erzbistum Paderborn.

Sichtbares Zeichen des starken Einflusses der katholischen Kirche sind 12 eindrucksvolle und ortsprägende Pfarrkirchen, 18 Kapellen in kleineren Ortsteilen[19] und eine Vielzahl von Feldkreuzen und Kreuzwegen in der Landschaft. Insgesamt 7 Pfarrkirchen und 8 Kapellen stehen wegen ihrer typischen Bauweise unter Denkmalschutz. Beispielhaft seien hier die Pfarrkirche St. Bartholomäus in Meggen (neuromanischer Westturm) und die Kapelle St. Johannes Baptist in Oedingerberg (einschiffiger Bau mit kleinem achtseitigen Dachreiter) erwähnt (zu den Kirchen s. auch Abschnitt Bauwerke).

Der seit Jahren auch im Raum Lennestadt zu beobachtende Priestermangel führte ab 1998 zur Gründung von Pastoralverbünden. Die 12 Pfarreien in Lennestadt gehören folgenden Verbünden an: Pfarreien in Altenhundem, Langenei und Saalhausen (Pastoralverbund Lennetal); Pfarreien in Elspe, Oberelspe und Oedingen (Pastoralverbund Oene-Elspe-Tal); Pfarreien in Grevenbrück, Bilstein und Kirchveischede (Pastoralverbund Veischedetal); Pfarreien in Meggen, Maumke und Halberbracht (Pastoralverbund Meggen-Maumke-Halberbracht)

Von den 16 im Stadtgebiet von Lennestadt betriebenen Kindergärten steht die überwiegende Anzahl von 10 Einrichtungen unter katholischer Leitung[20], woraus ebenfalls eine starke kirchliche Ausrichtung erkennbar wird.

Evangelische Kirche

Das Gebiet der heutigen Stadt Lennestadt und fast der ganzen Gemeinde Kirchhundem wurde im Jahr 1849 mit den damals hier lebenden wenigen evangelischen Christen der Evangelischen Kirchengemeinde Attendorn zugeordnet. Die seelsorgerische Betreuung oblag den Pastoren aus Attendorn und Hilchenbach

Mit dem Bau der Ruhr-Sieg-Bahn kamen auch evangelische Eisenbahner- und Unternehmerfamilien aus dem Siegerland und aus Hessen in den östlichen Teil des Kreises Olpe. Im Jahr 1857 wohnten in Meggen und Umgebung bereits 200 evangelische Christen, so dass die Gründung des Kirchenvereins (spätere Bezeichnung: Kirchengemeinde) Grevenbrück-Meggen zweckmäßig wurde. Als eigentlicher Geburtstag der Kirchengemeinde gilt der 15. März 1858, an dem die Einweihung eines (angemieteten) Betsaals für regelmäßige Gottesdienste und Bibelstunden stattfand. Im Jahr 1861 wurde die Kirchengemeinde Grevenbrück-Meggen zu einer Filialgemeinde von Plettenberg mit eigenem Presbyterium erhoben.

Da die Zahl der evangelischen Christen bis 1863 auf 700 anstieg, wurde der Bau einer Kirche am Ortsausgang von Altenhundem (Richtung Meggen) beschlossen. Der Grundstein wurde am 29. Juni 1867 gelegt, ein Jahr später fand die Einweihung statt. Im Jahr 1874 wurde die Kirchengemeinde Grevenbrück-Meggen selbständig.

Die Kirchengemeinde bestand bis 1927, in der Nachfolge entstanden die Evangelische Kirchengemeinde Lennestadt-Kirchhundem und die Evangelische Kirchengemeinde Grevenbrück.

Die am Ortsausgang von Altenhundem errichtete Kirche, der auch der evangelische Friedhof angegliedert ist, gehört heute zur Evangelischen Kirchengemeinde Lennestadt-Kirchhundem. Das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk im neuromanischen Stil wurde im Jahr 1956 grundlegend renoviert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden zahlreiche evangelische Familien auch in Grevenbrück eine neue Heimat. Diese Entwicklung führte schließlich dazu, dass in Grevenbrück im Jahre 1965 eine neue evangelische Kirche errichtet wurde.[21]

Die beiden evangelischen Kirchengemeinden in Lennestadt stehen vor der schwierigen Aufgabe, relativ wenige Kirchenmitglieder in einer großflächigen Gemeinde zu betreuen. Sie bewältigen dies mit einem großen Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, dem Angebot von Vortrags- und Gesprächsabenden in ihren Gemeindehäusern und einer Vielzahl von zusätzlichen Gottesdiensten u. a. zur Passion und im Advent. Auch sind die Kirchen in den Seniorenheimen in Lennestadt präsent.

Zu den beiden evangelischen Kirchen in Lennestadt enthalten die Artikel zu den Ortsteilen Altenhundem und Grevenbrück (Unterpunkt Religion) weitere Einzelheiten.

Muslime

Ab dem Jahr 1960 kamen auch die ersten Muslime nach Lennestadt, es waren überwiegend Gastarbeiter aus der Türkei. Das religiöse Leben findet in der Yesil-Moschee in Meggen statt, wo auch der Moscheeverein seinen Sitz hat.[22] Der Moscheeverein besteht seit 1982 und hat derzeit 295 Mitglieder.[23]

Jüdische Mitbürger

Erste vereinzelte Hinweise auf den Aufenthalt von Juden im Kreis Olpe stammen aus den Jahren 1451, 1568 und 1574. Eine verstärke Zuwanderung setzte erst im 19. Jahrhundert ein. In Oedingen war von etwa 1800 bis 1850 die Familie Löwenstein mit 10 Kindern ansässig, dort wird im Jahr 1826 auch ein Bethaus erwähnt. In Langenei wohnte von 1822 bis 1854 die Familie Aron Neubauer, hier befand sich auch eine jüdische Begräbnisstätte, die bis 1930 auch von Altenhundemer Juden genutzt wurde. Im 19. Jahrhundert waren die Juden im Kreis Olpe nicht als Gruppe organisiert, dies war vom preußischen Staat auch nicht erwünscht.

Nach der Jahrhundertwende nahm die Zuwanderung von Juden, begünstigt durch den wirtschaftlichen Aufschwung, deutlich zu. Schwerpunkte waren die Orte Olpe und Attendorn. Abgesehen von einigen Ausnahmen blieb ihnen die Eingliederung in das gesellschaftliche Leben weitgehend versagt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verschlimmerte sich die Lage für die jüdischen Mitbürger erheblich. Von dem Aufruf, jüdische Geschäfte zu boykottieren, waren auch die Geschwister Winter in Altenhundem betroffen. Aufgrund der immer unerträglicher werdenden Lage lassen sich in den Jahren 1936/37 erste Auswanderungen von Juden aus dem Kreisgebiet nachweisen. Die 31-jährige Erna Winter, Tochter von Abraham Winter und seiner Frau Rika aus Altenhundem (die bereits 1930 bzw. 1933 verstorben waren), wanderte 1936 nach Luxemburg und später vermutlich weiter nach Argentinien aus. 1936 oder 1937 emigrierte Adelheid Neuhaus, Tochter von Aaron und Johanna Neuhaus, aus Altenhundem nach New York. Ihr folgte 1938 ihr jüngerer Bruder Fritz. Im Rahmen des Pogroms vom 9./10. November 1938 wurden in Altenhundem Aron und Otto Neuhaus in Haft genommen. Mit den Familien Neuhaus, Winter und den Geschwistern Neheimer lebten in Altenhundem und Elspe insgesamt 26 Jüdische Mitbürger (ergänzender Hinweis: Jüdische Bürger in Olpe 13 und in Attendorn 31).[24]Im Rahmen der Aktion „Stolpersteine“ (siehe besonderen Abschnitt weiter unten) wurde 13 Opfern aus diesen Familien im Jahr 2008 durch die Anbringung von „Mahnsteinen“ gedacht. Die weiteren jüdischen Angehörigen sind schon in den „30er Jahren“ verstorben bzw. konnten rechtzeitig das Land verlassen. Das jüdische Leben ist in Lennestadt erloschen.

Politik

Stadtrat

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 50,6 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
59,6%
28,1%
11,1%
1,2%
n. k.
EB Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,1%
+0,5%
+4,0%
+1,2%
-2,7%
EB Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Rathaus
Wahlergebnisse der Kommunalwahl am 30. August 2009
Partei Stimmen ± zu 2004 Sitze
CDU 59,6 % − 3,1 % 23
SPD 28,1 % + 0,5 % 11
Grüne 11,1 % + 4,0 % 4
Sonstige 1,2 % − 1,4 %
Wahlbeteiligung 50,6 % (− 5,1)

Als Bürgermeister wurde mit 72,9 % Stefan Hundt (CDU) gewählt. Der Vorgänger Alfons Heimes von der CDU trat aus Altersgründen nicht wieder an.

Ergebnisse der Landtags- und Bundestagswahlen

Bei der letzten Landtags- und Bundestagswahl erhielten die Parteien in Lennestadt folgende Stimmenanteile (Zweitstimmen):[25]

Partei Landtagswahl 2005 Bundestagswahl 2005 Bundestagswahl 2009 Landtagswahl 2010
CDU 57,0 % 44,4 % 42,3 % 46,2
SPD 31,0 % 37,9 % 27,2 % 32,0
FDP 3,9 % 3,9 % 13,5 % 5,4
Die Grünen 3,3 % 7,8 % 6,4 % 7,6
Sonstige 4,8 % 6,0 % 10,6 % 8,8

Bürgermeister

Bis 1997 hieß das Amt des Verwaltungschefs in Lennestadt Stadtdirektor. Die Bürgermeister waren ehrenamtlich und hatten vorwiegend repräsentative Aufgaben.

Amtszeit Verwaltungschef Ehrenamtl. Bürgermeister (bis 1997)
Juli 1969 bis November 1969 Erwin Krollmann (CDU), Beauftragter für die Wahrnehmung der Aufgaben des Stadtdirektors Heinrich Hanfland (CDU), Beauftragter für die Wahrnehmung der Aufgaben des Ratsvorsitzenden
Dezember 1969–1989 Erwin Krollmann (CDU)
  • 1969–1983: Josef Beckmann (CDU), Namensgeber Bürgermeister-Beckmann-Platz
  • 1983–1989: Wilhelm „Willi“ Soemer (CDU)
1989–1997 Dr. Franz-Josef Kaufmann (SPD) Hubert Nies (CDU)
1997–2009 Alfons Heimes (CDU)
seit 2009 Stefan Hundt (CDU)

Wappen

Stadtwappen

Das Wappen der Stadt Lennestadt wurde am 31. Dezember 1971 mit der Beschreibung „In Gold drei grüne Pfähle überzogen von einem blauen Wellenschrägbalken, im linken Obereck eine dem dritten Pfahl aufgelegte silberne Rose“ verliehen. Die goldenen und grünen Balken im Hintergrund wurden aus dem Wappen des Amtes Bilstein übernommen. Der Wellenschrägbalken steht für den Fluss Lenne, nach welchem die Stadt benannt ist, und die Rose stammt aus dem Ort Oedingen.

Stadtpatron

Der Stadtrat hat 1995 beschlossen, Thomas Morus zum Stadtpatron zu ernennen. Seit 2001 verleiht die Stadt zudem den Thomas-Morus-Preis an Bürger, „die sich in ihrem Handeln von den Überzeugungen ihres Gewissens haben leiten lassen und dabei ohne Rücksicht auf mögliche persönliche Nachteile durch Mut und Zivilcourage zum Wohle anderer und unserer Gesellschaft zum Vorbild geworden sind.“[26]

Städtepartnerschaft

Die Stadt Lennestadt ging 1992 eine Partnerschaft mit der Stadt Otwock in Polen ein. Im Mai 2006 veranstalteten die Gemeinden als Zeichen der Verbundenheit eine Fahrradtour mit 32 Teilnehmern von Lennestadt über Berlin und Warschau nach Otwock.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Elspe Festival

Elspe Festival ist seit 1989 die offizielle Bezeichnung für die im Ortsteil Elspe stattfindenden Karl-May-Festspiele, um die sich verschiedene Shows gruppieren. Von 1976 bis 1980 sowie von 1982 bis 1986 gastierte der bereits als Filmschauspieler in der Rolle des Winnetou bekannte Pierre Brice bei den Spielen. (näheres siehe Hauptartikel Elspe Festival)

Theater

Die 1946 gegründete Kulturgemeinde Hundem-Lenne e.V bietet ein Kulturprogramm im 480 Plätze umfassenden Pädagogischen Zentrum (PZ) in der Anne-Frank-Hauptschule in Meggen an. Das jährliche Programmangebot umfasst Schauspiel, Kleinkunst, Musical, Konzert sowie Kinder- und Jugendtheater. Aus dem Gesamtangebot von 38 Veranstaltungen können 16 Abonnementveranstaltungen als Gesamtabonnement oder aber 2 verschiedene Abonnementreihen mit 8 Veranstaltungen gebucht werden.

Museen

In Grevenbrück befindet sich das Museum der Stadt Lennestadt, in dessen Gebäude ebenfalls die Heimat- und landeskundliche Bibliothek der Stadt und das Stadtarchiv zu finden sind. Seit 1998 betreibt der Förderverein Bergbaudenkmäler Lennestadt das Bergbaumuseum Siciliaschacht in Meggen, das an die Bergbautradition des Ortes erinnert.(zu den beiden Museen siehe auch die Bildergalerie im Folgeabschnitt)

Im „Haus des Gastes“ in Saalhausen unterhält die Stadt Lennestadt für die im Jahre 1969 verstorbene Schriftstellerin und Malerin Josefa Berens-Totenohl die Josefa-Berens-Stube. Betreut wird sie durch den Verein Heimatstube Saalhausen e.V. Eine Sammlung der Werke und Nachlassgegenstände, Mobiliar, Teile der Bibliothek, Gemälde und Seidenstickereien der Autorin sollen dem Besucher Aufschluss über ihr Schaffen und Leben für das Sauerland und die Heimat geben. Die Stube ist für Besucher in den Monaten Mai bis September jeweils an zwei Tagen geöffnet.

Musik

Eine solide Grundlage in der musikalischen Ausbildung vermittelt die von den Städten Lennestadt und Kirchhundem gemeinsam betriebene Musikschule mit derzeit ca. 800 jugendlichen Schülern.

Für die weitere Betätigung in der Instrumentalmusik reicht das Angebot von den traditionellen Musikvereinen und Tambourcorps bis hin zu Initiativen wie dem „Collegium Musicum“ (ein im Jahr 1974 gegründetes Kammerorchester) oder der „Jungen Philharmonie Lennestadt e.V.“ Die Junge Philharmonie wurde im Jahr 2002 mit dem Ziel gegründet, jungen talentierten Laienmusikern die Gelegenheit des Musizierens zusammen mit Profimusikern zu geben. Zum anderen sollen Erwachsene, die bereits ein Instrument gelernt haben, Anreiz für neue Aufgaben in einem Heimatorchester finden. Das Repertoire der Jungen Philharmonie ist breit gestreut und reicht von „Klassisch“ bis hin zu „Modern“.

Die Anhänger aktueller Musik finden in der Konzertreihe des „Jugendzentrum OT in Grevenbrück“[27] und im „Rockade Festiwoll“ des Jugendtreff Kirchveischede e.V. ein breit gefächertes Angebot.

Musikalische Höhepunkte sind in Lennestadt die „Hospizkonzerte“ zu Gunsten des Vereins „Hospiz zur heiligen Elisabeth“, einer Pflegestätte für Schwerstkranke. Bisher gelang es dem Verein Jahr für Jahr, seinen Förderern und Gönnern die Bigbands und Orchester der nationalen und internationalen Militärmusikszene zu präsentieren, wobei die Sauerlandhalle in Altenhundem in der Regel bis zum letzten Platz gefüllt war.

Die Chorszene ist in Lennestadt in den letzten Jahrzehnten ebenfalls vielfältiger geworden. Neben den alteingesessenen Männer- und Kirchenchören haben sich eine Anzahl von Chören für Frauen, Kinder und Jugendliche mit einem breiten Spektrum der Gesangsrichtungen etabliert, z. B. der Pop und Gospelchor „Just for Fun“ (mit Sängern aus Lennestadt und den Nachbarorten Attendorn und Finnentrop), die „Chorjugend Grevenbrück“ mit verschiedenen Untergruppen wie Minispatzen, Fröhliche Spatzen, Capricci u.a. und der Kinder- und Jugendchor „Young Voices“ Oberelspe.[28]

Bauwerke

Bekannte Bauwerke in Lennestadt sind neben den genannten Museen die Burg Bilstein (siehe Hauptartikel Amt Bilstein), das Kriegerdenkmal Mälo in Grevenbrück, der Aussichtsturm Hohe Bracht, der neu gestaltete Bahnhof in Altenhundem,das Bahnhofsgebäude in Grevenbrück (Tudorgotik, Bruchstein), etliche regionaltypische Fachwerkhäuser insbesondere in Kirchveischede, der Lintloe-Brunnen in Oedingen (s.Hauptbeitrag Haus Valbert) und der Bilderstock Madonna der Straße an der Bundesstraße 55 nahe Oedingen. In Meggen befinden sich die wegen der innovativen Bauweise mehrfach ausgezeichneten Sauerlandpyramiden (siehe Meggen).

Abgesehen von den Bauwerken jüngeren Datums (Lintloe-Brunnen, Sauerlandpyramiden) stehen die abgebildeten Bauten unter Denkmalschutz; Hinweise zu sämtlichen Baudenkmälern enthält die Liste der Baudenkmäler in Lennestadt.

Eine besondere Stellung unter den sehenswerten Bauwerken nehmen die im Raum der Stadt Lennestadt 14 Kirchen und 18 Kapellen ein. Sie prägen in eindrucksvoller Weise die Ortsbilder. Insgesamt 7 Pfarrkirchen und 8 Kapellen stehen unter Denkmalschutz, davon entfallen auf die Pfarrkirchen: Katholische Pfarrkirche St. Agatha in Altenhundem (Neugotik), Evangelische Kirche in Altenhundem (neuromanischer Stil), Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Grevenbrück (Neugothik), Katholische Pfarrkirche St. Jacobus in Elspe (romanisch geprägt), Katholische Pfarrkirche St. Servatius in Kirchveischede (Frühgotik), Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus in Meggen (neuromanischer Westturm), Katholische Pfarrgemeinde St. Burchard in Oedingen (romanischer Turm, klassizistisches Langhaus) und Katholische Pfarrkirche St. Jodokus in Saalhausen (neuromanischer Stil).

Die 18 Kapellenbauten auf dem Gebiert der Stadt Lennestadt sind vielfach geprägt durch eine einschiffige Bauweise mit kleinem achtseitigen Dachreiter (z. B. Kapellen in Altenvalbert und Melbecke)

(Hinweis: die Artikel zu den einzelnen Ortsteilen enthalten nähere Informationen zu den einzelnen Kirchen)

Bodendenkmäler

Rekonstruktion Wallanlage Weilenscheid
Rekonstruktion der Peperburg

Im Stadtgebiet von Lennestadt sind 12 unter Denkmalschutz stehende Bodendenkmäler vorhanden. Sie können hauptsächlich den Kategorien Wallburgen, Grabhügel und Hohlwegen zugeordnet werden. Daneben sind noch Burg- bzw. Klosterruinen zu nennen.[29]

Die Wallburgen sind als Fliehburgen für einen größeren Personenkreis zu verstehen. Sie lassen vermuten, dass im hiesigen Bereich umfangreiche Besiedlungen schon in den Jahrhunderten vor Christi Geburt vorhanden waren. Nähere Einzelheiten zu 3 bekannten Wallburgen enthalten die Beiträge zu der Wallanlage Weilenscheid bei Elspe, der Wallburg Kahle nahe Meggen und der Wallanlage Hofkühl bei Kirchveischede.

Bei der Anlage von Grabhügeln handelt es sich um einen Bestattungsbrauch, der in erster Linie im jüngeren Abschnitt der Jungsteinzeit betrieben wurde. Die Grabhügel sind deshalb Zeugen für die Besiedlung dieses Raumes in vorchristlicher Zeit und damit bedeutsam für die Geschichte der Menschen in dieser Gegend. Bekannt sind die Grabhügel Hirtenberg bei Grevenbrück[30] und der Grabhügel Rübenkamp bei Elspe.

Hohlwege sind Reste älterer Straßen, die sich im Gelände als unterschiedlich tiefe Rinnen zu erkennen geben. Ihre Anfänge lassen sich nicht genau bestimmen , doch wird man davon ausgehen können, dass wichtige Fernstraßen bereits im frühen Mittelalter bestanden haben. Erhalten sind sie insbesondere in Waldgebieten. Diese Rinnen entstanden durch andauerndes Befahren der unbefestigten Wege. Für eine Erhaltung der Hohlwege sprechen wissenschaftliche Gründe, da es sich bei dem ortsfesten Bodendenkmal um eine archäologische Quelle handelt, deren mögliche Auswertung zu weitergehenden Erkenntnissen führen wird, so etwa zu Art und Umfang des mittelalterlichen Wegenetzes. Beispielhaft sei auf die Hohlwege bei Obervalbert[31] und die Hohlwege Mondschein bei Sporke hingewiesen.

Bemerkenswerte Baudenkmäler sind ferner die Burgruine Peperburg und die Ruinen des Klosters und Burg Oedingen und Herrensitz Oedingen, da sie als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung für die Heimatgeschichte im Mittelalter von Bedeutung sind.

Stolpersteine (Mahnmale)

Beispiel Stolperstein für Mathilde Koehler

Insgesamt 15 Stolpersteine verlegte der Kölner Künstler Gunther Demnig Ende April 2008 in den Ortsteilen Altenhundem, Elspe, Altenvalbert und Grevenbrück zur Erinnerung an die ermordeten Opfer der nationalsozialistischen Diktatur. Ein weiterer Stein wurde Juni 2009 im Ortsteil Bilstein verlegt. Die Steine befinden sich jeweils vor dem letzten Wohnort der Opfer.

Die acht Gedenksteine in Altenhundem (gegenüber dem Hundem-Lenne-Center) erinnern an die Familien Artur Winter und Aron Neuhaus. In Elspe wurden fünf Steine (vor dem Geschwister-Neheimer-Platz) zum Gedenken an die Mitglieder der Familie Neheimer gelegt. In Grevenbrück und Altenvalbert wird den Euthanasieopfern Günther Tigges und Mathilde Köhler gedacht. Der Stein in Bilstein (In der Schnettmecke) dient der Erinnerung an die Ermordung des 22-jährigen Franz Peters.

Die Stadt Lennestadt hat neben anderen öffentlichen Einrichtungen die Patenschaft für die Aktion „Stolpersteine“ übernommen.[32]

Mit den erwähnten 16 Stolpersteinen wird 13 Mordopfern der Judenverfolgung und 3 im Rahmen des Euthanasieprogramms (Tötung unwerten Lebens) getöteten Mitbürgern gedacht.

Die jüdischen Geschwister Neheimer (Emma, Emilie, Frida, Rosa und Rika) flüchteten nach der Pogromnacht im November 1938 aus Elspe zu ihrer Schwester nach Mons/Belgien. Von dort wurden sie nach der Besetzung durch deutsche Truppen im Jahr 1942 nach Osten deportiert und ermordet. Mathilde Köhler wuchs als Schülerin zunächst in Altenvalbert auf, ehe sie psychisch erkrankte und Aufenthalte in einer Heilanstalt nötig wurden. Schließlich wurde sie in die NS-Tötungsanstalt Hadamar verlegt und dort 1943 im Alter von 23 Jahren getötet; als Todesursache wurde „Darmerkrankung“ angegeben. Auch Franz Peters aus Bilstein wurde aufgrund einer Epilepsierkrankung im Jahr 1937 zunächst in eine Heilanstalt eingewiesen. Von dort gelangte er am 17. Juli 1943 ebenfalls in die Tötungsanstalt- Hadamar, wo er vermutlich am gleichen Tag im Alter von 22 Jahren ermordet wurde. Sein Tod wurde mit einer „Lungenentzündung“ begründet.[33]

Parks

Im Stadtteil Saalhausen, der als Luftkurort anerkannt ist, befindet sich ein Kurpark. Auch Bilstein, das den Status als Luftkurort nicht mehr innehat, besitzt einen solchen Park. Anfang Juni 2011 hat die Dorfgemeinschaft Oedingen auf dem Gelände „Fabris Wiese“ einen neu gestalteten Freizeitpark in Betrieb genommen. Der Park (ca. 6000 m²) gilt als „Bespielbare Landschaft“ und beinhaltet u.a. bepflanzte Wiesenflächen, Ruhezonen, Naturbachlauf, Teich, Baumhaus, Lagerfeuerplatz, Brunnen und Seilbahn.

Regelmäßige Veranstaltungen

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen in der Stadt Lennestadt gehören die Schützenfeste, die in allen größeren Ortsteilen in jedem Jahr gefeiert werden. Außerdem findet jährlich im August ein mehrtägiges Stadtfest, seit 2005 zusammen mit dem Sauerländer Straßenmusiker-Festival, in Altenhundem statt. In den Ortsteilen Meggen, Grevenbrück, Saalhausen und Bilstein befinden sich Karnevalsvereine, die jährlich am Rosenmontag als Hauptveranstaltung einen Rosenmontagszug abhalten. Überregional bekannt ist der Umzug des Karnevalsclub Grevenbrück am „Veilchendienstag“.

Sport

In den einzelnen Ortsteilen von Lennestadt bieten über 50 Sport-, Wander- und Freizeitvereine Möglichkeiten der körperlichen Betätigung und Entspannung. Neben den traditionellen Sportarten wie Fußball, Handball, Leichtathletik, Tennis, Turnen, Schwimmen, Radfahren und Skisport u. a. gibt es auch Angebote in den Bereichen Modellsportfliegen, Motorsport, Karate, Taekwondo und Tanzen.

Die ca. 15 Fußballvereine mit ihren Senioren-, Jugend-, Frauen- und Mädchenteams brauchen nicht mehr auf Aschenplätze ausweichen. In den Jahren 2004 bis 2007 konnte eine Anzahl neuer Kunstrasenplätze angelegt werden. Insgesamt stehen den Lennestädtern 11 Kunstrasenplätze und 1 Naturrasenplatz (Trockenbrück) zur Verfügung, was auch deutlich zu einer gestiegenen Zahl der Nachwuchsspieler und der Frauen- und Mädchenteams geführt hat. Zwecks Förderung der Leichtathletik ist der Sportplatz in Grevenbrück mit einer 400 Meter Rundlaufbahn, einer Hochsprung-, einer Weitsprung- und einer Stabhochsprunganlage ausgestattet worden. Für die Hallensportarten stehen in 11 Ortsteilen Turnhallen bereit. Das Hallenbad „Lenne Therme“ in Meggen bietet neben den Schwimm- und Saunazeiten auch verschiedene Kurse in Aquafitness und Wassergymnastik an. Dort trainieren einige weiterführende Schulen und die Behinderten-Sportgemeinschaft. Die Ortschaften Elspe und Grevenbrück verfügen über eigene Lehrschwimmbäder für die Schulen. In Bilstein und Saalhausen wurden mit Hilfe von Bürgerinitiativen die alten Freibäder modernisiert und als attraktive Naturfreibäder wieder eröffnet. In Saalhausen finden Mountainbiker und Straßenfahrer ein geeignetes Umfeld mit vielen Übungs- und Wettkampfmöglichkeiten[34]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftsstruktur

Der nach der Eröffnung der Bahnlinie Hagen–Altenhundem–Siegen einsetzende Strukturwandel hat im Raum Lennestadt zu einer starken Ausweitung des eisen-, stahl- und metallverarbeitenden Gewerbes einschließlich des Stahl- und Maschinenbaus geführt. Von den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Gebiet der Stadt Lennestadt (zum 30. Juni 2010: 8178 Personen) entfällt somit ein vergleichsweise hoher Anteil von 54,9 % auf das produzierende Gewerbe einschließlich verarbeitende Unternehmen (Durchschnitt Land Nordrhein-Westfalen: 29,7 %).[16] Die Beschäftigungssituation in Lennestadt trägt dazu bei, dass die Arbeitslosenquote für den Kreis Olpe Ende Juni 2011 von 4,0 % (gegenüber 8,0 % für das Land Nordrhein-Westfalen) relativ niedrig ist.[35]

Einen überregionalen Bekanntheitsgrad erwarben insbesondere die Unternehmen Egon Grosshaus (Autozulieferer, Stanzbiegetechnik), H & R Spezialfedern, Hensel (Elektroinstallation und Verteilungssysteme), Tracto-Technik (Spezialmaschinen und Biegetechnik) und Viega (Sanitär- und Heizungssysteme).

Nicht unbedeutend sind in Lennestadt auch die Bereiche Tourismus bzw. Freizeitangebote, wie Wandern, Radfahren, Ferien auf dem Bauernhof u. a. Hervorzuheben sind hier die Orte Saalhausen, Milchenbach, Langenei, Gleierbrück, Bilstein (Burg Bilstein) und Elspe (Elspe Festival).

Öffentliche Einrichtungen

Rathaus und Amtsgericht

In Altenhundem befindet sich das in den 1970er-Jahren nach der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen erbaute Rathaus der neu gebildeten Stadt Lennestadt; das Amtsgericht Lennestadt wurde im Ortsteil Grevenbrück errichtet.

Heimat und Landeskundliche Bibliothek/Stadtarchiv

Die Bibliothek (rd. 3000 Bände) enthält Monographien und Zeitschriften u.a. zur Allgemeinen Geschichte, Ortsgeschichte, zur Volkskunde, Familien-, Kirchen-, Rechts-, Sozial-, Kunst-, Technik- und Wirtschaftsgeschichte. Der größte Teil der Bücher kann für vier Wochen kostenlos ausgeliehen werden. Das Stadtarchiv Lennestadtist die zentrale städtische Dienststelle für alle Fragen zur Lennestädter Stadtgeschichte. Als „Gedächtnis der Stadt Lennestadt“ enthält sie stadtgeschichtlich wichtige Unterlagen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen und von den Bürgern eingesehen und ausgewertet werden können.[36]

Musikschule Lennestadt/Kirchhundem

Die Musikschule Lennestadt-Kirchhundem ist eine kommunale Musikschule der Gemeinde Kirchhundem und der Stadt Lennestadt als Schulträger. Sie bietet auf vielfältige Weise Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, nach individuellen Wünschen zusammen mit anderen Menschen die Sprache der Musik zu erlernen, die von jedem und überall verstanden wird.

Angebote der Musikschule sind insbesondere: alle gängigen Blas-, Streich-, Schlag-, Tasten- und Zupfinstrumente; Gesangsunterricht; Früherziehung/Grundausbildung für 4- bis 6-Jährige; Musikgarten für Kinder ab 18 Monaten (gemeinsam mit Mutter oder Vater); Musiklehre/Gehörbildung.

Derzeit besuchen etwa 800 Schüler die Musikschule in den unterschiedlichsten Instrumental- und Elementarfächern sowie im Fach Gesang. Der Unterricht findet in den Grundschulen von Lennestadt und Kirchhundem statt.

St. Josefs Hospital Altenhundem

Das St. Josefs Hospital (Kapazität rd. 190 Betten) gehört zusammen mit dem Krankenhaus St. Martinus in Olpe zur Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen GmbH in Olpe. Daneben bestehen drei gemeinsame Kompetenzzentren (Brust- Darm- und Gefäßzentrum) in Kooperation mit auswärtigen Fachkliniken.

Verkehr

Öffentlicher Personen-Nahverkehr

Lennestadt liegt mit den Bahnhöfen Lennestadt-Altenhundem, Lennestadt-Grevenbrück und Lennestadt-Meggen an der Ruhr-Sieg-Strecke von Hagen nach Siegen (DB-Kursbuchstrecke 440).

Buslinien der VWS bzw. BRS verkehren nach Kirchhundem, Olpe, Hilchenbach, Finnentrop, Schmallenberg, Meschede und Attendorn.

Historisch

Bis 1944 bestand mit der Bahnstrecke Altenhundem–Birkelbach noch eine Eisenbahnverbindung nach Erndtebrück, deren Brücken aber im Kriegsverlauf von sich zurückziehenden Verbänden der deutschen Armee gesprengt wurden. Die Tunnelabschnitte sind zum Teil noch erhalten. Die Strecke nach Wenholthausen wurde bis Mitte der 1960er Jahre bedient. Zu dieser Zeit galt Altenhundem als Eisenbahndorf.

Vom Bahnhof Grevenbrück aus verkehrten früher auch zwei Oberleitungsbus-Linien, darunter die Kalkbahn Grevenbrück zum Steinbruch (1903–1907) sowie die Veischedetalbahn nach Kirchveischede (1904–1916).

Individualverkehr

Die Bundesstraßen 55, 236 und 517 führen durch die Stadt.

Radverkehr

Lennestadt ist an das Radverkehrsnetz NRW angeschlossen und liegt zudem an der Lenneroute, die von der Lennequelle am Kahlen Asten zu ihrer Mündung an der Hohensyburg führt. Ein weiterer Ausbau des Radwegenetzes ist mit der Inbetriebnahme des „SauerlandRadrings“ erfolgt. Die Rundstrecke ist 84 km lang und führt durch die Orte Finnentrop, Eslohe, Schmallenberg und Lennestadt wieder zurück nach Finnentrop (Start und Ziel). Da die Streckenführung überwiegend alten Bahntrassen folgt, bleiben die gelegentlichen Steigungen moderat.

Projekt „LenneSchiene“

Im Rahmen des Förderprogramms Regionale 2013 Südwestfalen beteiligen sich neben Lennestadt weitere 7 Gemeinden, die durch den Flusslauf der Lenne und die Bahn miteinander verbunden sind (u.a. Iserlohn, Altena, Finnentrop und Schmallenberg) an dem Projekt „LenneSchiene“. Die Probleme, die sich aus dem Zusammenspiel zwischen Fluss und Bahn, Landschaft, Ortschaft, Industrie und Verkehr ergeben haben, sind noch an vielen Stellen sichtbar. Ziel ist es, die Lenne-Schiene wieder zu einer lebendigen Achse werden zu lassen und die Lebensqualität der Bürger zu steigern. Das Projekt „LenneSchiene“ der 8 Kommunen wurde im Juli 2010 in einer gemeinsamen Ratssitzung ins Leben gerufen. Von den insgesamt 84 Maßnahmen, sollen 13 Vorhaben bis ins Jahr 2013 umgesetzt werden. Für den Bereich der Stadt Lennestadt handelt es sich um Gartenanlagen im Bereich der Sauerlandpyramiden (Ortsteil Meggen), Neugestaltung des Marktplatzes in Altenhundem und Anlage eines Vitalparks in Saalhausen.[37][38]

Medien

Die Westfalenpost und die Westfälische Rundschau haben jeweils eine Lokalredaktion in Lennestadt und erscheinen hier als Tageszeitungen. Weiterhin erscheinen mittwochs und sonntags die Anzeigenblätter Sauerlandkurier und Sauerländer Wochenanzeiger.

Lennestadt gehört zum Redaktionsgebiet des Studios Siegen des Westdeutschen Runkfunks (WDR). Nachrichten aus der Region Südsauerland werden auf WDR 2 und in der Lokalzeit (WDR Fernsehen) ausgestrahlt.

Bildung

Mitte Oktober 2009 gibt es in Lennestadt 17 Schulen, davon (Schülerzahl in Klammern) zehn Grundschulen (1062), eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen (137), zwei Hauptschulen (483), zwei Realschulen (1050) und zwei Gymnasien (1656). Hierbei handelt sich um das Gymnasium der Stadt Lennestadt und das unter freier Trägerschaft geführte Kloster und Gymnasium Maria Königin. Zudem gibt es eine Außenstelle des Berufskollegs des Kreises Olpe. Lennestadt liegt darüber hinaus im Einzugsbereich der Universität Siegen.

In der Erwachsenenbildung kann auf das Angebot der Volkshochschule des Kreises Olpe zurückgegriffen werden, die in Lennestadt eine Außenstelle unterhält.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Literatur

  • Stadtmarketing Lennestadt e. V. (Hrsg.): Lennestadt. Ein Platz zum Leben, Lennestadt 2008
  • Günther Becker, Elisabeth Kaiser und andere: In Lennestadt, Olpe 1995
  • Klein, Arnold (1994), Katholisches Milieu und Nationalsozialismus, Schriftenreihe des Kreises Olpe Nr. 24, Siegen
  • Otto Höffer und Ralf Breer, Kirchen und Kapellen in Attendorn, Lennestadt und Kirchhundem, Attendorn 1999
  • Eintausend Jahre Stift und Dorf Oedingen, Chronik des Ortes, hrsg. v. Arbeitsgemeinschaft 1000 Jahre Oedingen e. V., Hachenburg, 2000

Weblinks

 Commons: Lennestadt – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. Kommunalprofil Lennestadt
  3. Ahrweiler, Rainer: Lage, Geschichte und Renaturierung der Monarchen-Höhle bei Lennestadt-Sporke. In: Südsauerland – Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe. Heft 3/2010, S. 265 ff.
  4. vgl. Reuter, Gustav, Ein Parlamentarier der ersten Stunde erinnert sich, Beitrag in: In Lennestadt, Olpe 1995, S. 105.
  5. Nies, Hubert, Erneuerung auf gewachsenen Strukturen, Beitrag in: In Lennestadt, Olpe 1995, S. 84,85.
  6. in Lennestadt
  7. Lennestadt. Ein Platz zum Leben. Herausgeber Stadtmarketing Lennestadt e. V., Lennestadt 2008, S. 132 ff.
  8. Klein, Arnold (1994), Katholisches Milieu und Nationalsozialismus, Schriftenreihe des Kreises Olpe Nr. 24, Siegen, S. 113, 129 u. 134
  9. Arens, Christoph (o.J.): Die Geschichte Oedingens bis zum Ende des 2. Weltkrieges. In: Eintausend Jahre Stift und Dorf Oedingen-Chronik des Ortes, Hachenburg. (o.J.), S. 120, 121 u. 125
  10. Arens, Christoph, ebenda S. 125
  11. Klein, Arnold, Katholisches Milieu und Nationalsozialismus, a.a.O, S.699
  12. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  13. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  14. http://www.it.nrw.de/statistik/a/daten/amtlichebevoelkerungszahlen/rb9_dez2010.html
  15. s. auch „Im Sauerland schrumpfen die Städte“, in: Westfalenpost, Zeitung für Lennestadt und Kirchhundem, Ausgabe vom 23. Juni 2011
  16. a b Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Lennestadt
  17. Von der Stadt Lennestadt zur Verfügung gestellte Angaben
  18. Lennestadt. Ein Platz zum Leben. Herausgeber Stadtmarketing Lennestadt e.V., Lennestadt 2008, S. 108.
  19. Angaben aus: Otto Höffer und Ralf Breer, Kirchen und Kapellen in Attendorn, Lennestadt und Kirchhundem, Attendorn 1999, S. 62–124.
  20. Angaben der Stadtverwaltung Lennestad im Internet (lennestadt.de), Abruf der Aufstellung Kindergärten am 20. November 2010.
  21. Otto Höffer und Ralf Breer, Kirchen und Kapellen in Attendorn, Lennestadt und Kirchhundem, Attendorn 1999, S.68 u. 92 sowie Dokument der Evangelischen Kirchengemeinde Lennestadt-Kirchhundem zur Kirchengeschichte
  22. Lennestadt. Ein Platz zum Leben. Herausgeber Stadtmarketing Lennestadt e.V., Lennestadt 2008, S. 109,111
  23. s. Bericht:Tag der offenen Moschee, in: Sauerlandkurier für Lennestadt, Kirchhundem und Umgebung, Ausg. vom 28.09.2011
  24. zu den historischen Daten siehe im Einzelnen Dieter Tröps, Das Schicksal der Juden im Kreis Olpe, in: Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe, 153. Folge, Jg. 1988, Heft 4, S. 227 ff.
  25. Die Daten wurden ermittelt aus dem Tabellenwerk der Landesdatenbank NRW (landesdatenbank.nrw.de, Themen 14 Wahlen).
  26. Thomas Morus – Stadtpatron von Lennestadt
  27. http://www.homeot.de/index.php?cat=konzerte&art=konzerte
  28. zur Musikszene in Lennestadt s. auch: Lennestadt. Ein Platz zum Leben, a.a.O., S. 90–97
  29. informationen der Stadtverwaltung Lennestadt auf der Internetseite lennestadt.de, Rubrik Denkmalschutz und Denkmalpflege, Abruf am 24. November 2010.
  30. http://www.lennestadt.de/doc.cfm?seite=723&urlDoc=pfaddownloads/723downloads/b6GrabhuegelHirtenberg.pdf
  31. http://www.lennestadt.de/doc.cfm?seite=725&urlDoc=pfaddownloads/725downloads/b12HohlwegeObervalbert.pdf
  32. Stolpersteine gegen das Vergessen. Lokalausgabe Westfalenpost vom 28. April 2008.
  33. Erinnerung an die Opfer der Nazi-Herrschaft, Lokalausgabe Westfalenpost vom 17. Juni 2009
  34. s. auch Lennestadt. Ein Platz zum Leben, a.a.O., S. 81 ff.
  35. Monatliche Wirtschaftsdaten der Industrie- und Handelskammer Siegen.
  36. Beschreibung auf Seite der Stadt Lennestadt
  37. Website des Projekts LenneSchiene
  38. s. auch Stefan Hundt, Im interkommunalen Verbund, Wirtschaftsreport der Industrie- und Handelskammer Siegen, Ausgabe 9/2011, S. 50 ff.

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