Leutenbach (Württemberg)


Leutenbach (Württemberg)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Leutenbach
Leutenbach (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Leutenbach hervorgehoben
48.8883333333339.3913888888889277
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 277 m ü. NN
Fläche: 14,73 km²
Einwohner:

10.949 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 743 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71397
Vorwahl: 07195
Kfz-Kennzeichen: WN
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 042
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
71397 Leutenbach
Webpräsenz: www.leutenbach.de
Bürgermeister: Jürgen Kiesl
Lage der Gemeinde Leutenbach im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Rems) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Leutenbach ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg, etwa 20 km nordöstlich von Stuttgart im Rems-Murr-Kreis zwischen den Städten Winnenden und Backnang.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Leutenbach liegt in 254 bis 420 Metern Höhe am Rande des Schwäbischen Waldes und der Backnanger Bucht. Durch die Gemeinde fließen der Buchenbach, der Rotbach und der Höllachbach.

Geologie

Leutenbach liegt im Südwestdeutschen Schichtstufenland, die Höhenlagen (Rotenbühl) teilweise bereits im Keuperbergland.

Nachbargemeinden

Leutenbach grenzt (gegen den Uhrzeigersinn) an die Gemeinden Waiblingen, Schwaikheim, Winnenden, Backnang, Burgstetten (alle Rems-Murr-Kreis) und Affalterbach (Landkreis Ludwigsburg).

Gemeindegliederung

Übersicht über die Lage der Wohnbezirke der Gemeinde Leutenbach

Die Gemeinde Leutenbach besteht aus den drei Wohnbezirken Leutenbach, Nellmersbach und Weiler zum Stein, die räumlich identisch mit den drei ehemaligen Gemeinden gleichen Namens sind. Zu den Wohnbezirken Leutenbach und Nellmersbach gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Wohnbezirk Weiler zum Stein gehören das Dorf Weiler zum Stein und die Weiler Heidenhof und Gollenhof. Zwischen Leutenbach und Weiler zum Stein liegt auf dem Gebiet des Wohnbezirks Leutenbach die abgegangene Ortschaft Guntersweiler. Auf dem Gebiet des Wohnbezirks Weiler zum Stein wird 1245 die Ortschaft Azzemanswiler genannt, die jedoch möglicherweise mit Weiler zum Stein identisch ist.[2][3]

Geschichte

Urkundliche Erwähnung fand Leutenbach als Lutenbach erstmalig im Jahre 1284, Nellmersbach (Nitmarsbach) 1071 und Weiler zum Stein (Wyler) 1245, es lassen sich jedoch auf der Gemarkung der heutigen Gemeinde Spuren (z.B. Grabhügel und Werkzeuge) von Besiedelungen während der Kupfersteinzeit und insbesondere der frühen Eisenzeit finden. Im Zeitraum zwischen 750 und 450 v. Chr. ließen sich vermutlich Kelten und Skyten auf dem heutigen Gemeindegebiet nieder. Leutenbach liegt etwa 15 km westlich des Obergermanisch-Raetischen Limes, also noch innerhalb des römischen Besatzungsgebietes. Die Besatzungszeit begann hier im Jahre 155 n. Chr. und dauerte etwa 100 Jahre. Auch davon sind Spuren zu finden, unter anderem die Reste zweier villae rusticae.

Im Mittelalter gehörten Leutenbach und Nellmersbach zur Herrschaft Winnenden, Weiler zum Stein zur Burg Wolfsölden (heute ein Teilort von Affalterbach). Im Jahre 1322 kaufte Graf Eberhard der Erlauchte die Burg und ordnete sie dem Amt Marbach zu. Weiler zum Stein wanderte dadurch mit. Leutenbach und Nellmersbach wiederum wurden drei Jahre später von Eberhards Sohn, Graf Ulrich I. von Württemberg erworben und dem Amt Winnenden zugeschlagen. So ist auch zu erklären, warum Leutenbach und Nellmersbach später zum Landkreis Waiblingen, Weiler zum Stein aber zum Landkreis Backnang gehörte (der Kreis Marbach wurde im Jahre 1938 aufgelöst und Weiler zum Stein dem Kreis Backnang zugeteilt).

Der Dreißigjährige Krieg machte auch vor den Leutenbacher Gemeinden nicht halt und brachte großes Elend mit sich. Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde Nellmersbach 1693 wie so viele andere Orte in Südwestdeutschland auch durch die Truppen des französischen Generals Mélac vollständig niedergebrannt.

Mit der Fertigstellung der Murrtalbahn von Waiblingen nach Backnang erhielt Nellmersbach 1876 Anschluss an das württembergische Eisenbahnnetz und erfuhr dadurch eine große wirtschaftliche Belebung. So ist Nellmersbach auch heute noch der einzige Teilort der Gesamtgemeinde mit nennenswerter Industrieansiedelung.

Die heutige Gemeinde Leutenbach wurde am 1. Januar 1975 im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg aus dem den drei Nachbargemeinden Leutenbach, Nellmersbach und Weiler zum Stein gebildet. Verwaltungssitz ist Leutenbach, das auch der Gesamtgemeinde seinen Namen gab.

Einwohnerentwicklung

Jahr Leutenbach Nellmersbach Weiler zum Stein Gesamtgemeinde
1939 1.066 487 663 2.216
1950 1.382 689 907 2.978
1975 3.426 2.141 2.434 8.001
1990 4.084 2.700 2.995 9.779
1994 4.535 2.817 3.078 10.430
1997 4.948 2.993 3.056 10.695
2000 4.920 2.924 2.879 10.735
2001 4.908 2.922 2.861 10.686
2004 4.927 2.925 2.918 10.761
2005 4.938 2.921 2.970 10.838
2006 4.894 2.898 2.953 10.756
2007 4.810 2.903 3.036 10.749
2008 4.871 2.970 2.999 10.840

Religionen

Alle drei Teilorte besitzen eigene evangelische Kirchengemeinden. Die katholische Kirchengemeinde umfasst die Gesamtgemeinde und ist im Hauptort Leutenbach angesiedelt. Neben den beiden großen Kirchen sind in Leutenbach noch die Neuapostolische Kirche in Weiler zum Stein sowie die Zeugen Jehovas in Nellmersbach vertreten.

Politik

Gemeinderat

Nach der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 18 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,63 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  FWG 8 Sitze (41,14 %)
  CDU 6 Sitze (35,25 %)
  SPD 4 Sitze (23,61 %)

Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister

Derzeitiger Bürgermeister ist Jürgen Kiesl, der 2007 seine zweite Amtszeit antrat.

Wappen

Das Leutenbacher Wappen besteht aus einem silbernen Balken auf rotem Grund und drei fünfblättrigen goldenen Rosen mit schwarzen Kelchblättern. Die Figuren gehen auf das überlieferte Siegel des Heinrich von Lutenbach aus dem Jahr 1391 zurück. Das Wappen enthält zudem jeweils eine Farbe aus dem Wappen der drei Ursprungsgemeinden.

Wappen der Ortsteile

Partnerschaften / Patenschaften

Partnergemeinde von Leutenbach ist seit 1990 die unweit von Budapest gelegene ungarische Ortschaft Dunabogdány. Rudolfsgnad im serbischen Teil des Banat ist seit 1955 Patengemeinde, da viele ehemalige Einwohner Rudolfsgnads nach Vertreibung und Flucht in Leutenbach eine neue Heimat fanden.

Museen

  • Heimatmuseum im Ortsteil Weiler zum Stein, nahe dem Friedhof, von April bis Oktober jeweils am ersten Sonntag des Monats oder nach Vereinbarung geöffnet

Musik

Die Deutschpunk-Band NoRMAhl stammt aus Leutenbach.

Parks

Als Ausgleichsmaßnahme für den Landschaftsverbrauch durch die Neubaustrecke der Bundesstraße 14 und das Gewerbegebiet „Mahdäcker – Abschnitt 2“ entsteht derzeit im Tal des Höllachbachs nördlich von Leutenbach der Landschaftspark Höllachaue.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Juli: Leutenbacher Hocketse, ein Straßenfest, das jährlich am ersten Wochenende der jeweiligen Sommerferien veranstaltet wird[4]
  • November/Dezember: Leutenbacher Weihnachtsmarkt, der stets am Wochenende des zweiten Advents stattfindet[4]

Wirtschaft und Infrastruktur

Die S-Bahn Stuttgart verbindet die Gemeinde mit der Landeshauptstadt.
Die Bundesstraße 14 auf Leutenbacher Gemarkung.

Verkehr

Nellmersbach ist Haltepunkt an der Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall. Auf dieser Strecke verkehrt auch die S-Bahn Linie S3 (Backnang–Stuttgart–Flughafen), die Nellmersbach im 15- bis 30-Minuten-Takt mit der Landeshauptstadt verbindet.

Im September 2009 wurde die Neubaustrecke der Bundesstraße 14 eröffnet, die die Westumfahrung von Winnenden ermöglicht und die Ortsdurchfahrten von Winnenden und Hertmannsweiler entlastet. Dazu wurde der rund einen Kilometer lange Tunnel Leutenbach erbaut, der halb offen, halb bergmännisch auch unter Leutenbacher Wohngebieten hindurch vorgetrieben wurde. Leutenbach ist durch die Anschlussstelle Winnenden-West, der Wohnbezirk Nellmersbach durch die Anschlussstelle Winnenden-Hertmannsweiler an die B 14 angebunden.

Ansässige Unternehmen

  • H. P. Kaysser GmbH, Blechbearbeitung und -verarbeitung

Medien

Offizielles Mitteilungsorgan ist das Amtsblatt Leute, über das lokale Tagesgeschehen in Leutenbach berichtet die Tageszeitung Winnender Zeitung.

Bildung

  • In allen drei Teilorten befindet sich jeweils eine Grundschule, in Leutenbach auch eine Hauptschule mit Werkrealschule. Weiterführende Schulen befinden sich in Winnenden und Backnang. Kindergärten gibt es insgesamt sieben.
  • In Leutenbach befindet sich des Weiteren eine Außenstelle der Volkshochschule Winnenden.

Vereine

Eine detaillierte Aufstellung aller Leutenbacher Vereine findet sich auf der Gemeindehomepage.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Horst Gebhard, Leutenbacher Bürgermeister von 1975 bis 1999.

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Andreas Hinkel (* 1982), Fußball-Nationalspieler, geboren in Backnang, wuchs in Leutenbach auf

Weblinks

 Commons: Leutenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Leutenbach vom 20. Juni 2002
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 577–578
  4. a b http://www.leutenbach.de/2312_DEU_WWW.php

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